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Wllc Warnungen vor gifligen Pilzeir nützen eben dein nichts, her nicht gelernt ixi«, die hauptsächlichsten Pilze ,u nnlerscl-ciden. Da lyilft keine Beschreibung, eher noch eine gröle Abbildung, die «der sarbig sein muß, Das Beste ist die persönliche Anleitung durch einen Kenner. Aber wie wenige von uns Ionimeii denn wirklich dazu, sich ein Gericht Pilze im Walde selbst zu suchen? Tie niciften kauten die Pilze von Händlern oder Samnilern, und diejenigen, die regelmäßig Pilze zum Verkauf bringen, werden wohl kaum Gistvilze liefern. Trotzdem fmumen Pilzvergiftungen vor, und zwar nach dein Genussvoll Pilzen, die sicher keine Gistvilze waren. Was ist der Grund? «ehr eiirfach, der Pilz ist, nne jeder sich leicht im Walde überzeugen kann, sehr dem Verderben ansgeseyt, er jault leichter als jedes andere Nahrungsmittel, und verdorbene Pilze, fcit-ii sie auch uou der harmloftsteii Sorte, enthalten giftige Stoffe. Die zersetzenden Batterien, diese Allcrwcltsteiifel, scheinen sich auf ihren grösseren Brüdern, den Pilzen, ganz besonders wohl- znsühlen, sie lassen sich gern aus ihnen nieder, vermehren sich rapide, verändern und vergiften die Laste mit grosser Geschwind digteit. Tie Pilzvergiftung ist also eigentlich weiter nichts als rinc Batterien-Jnscktion, und es scheinen da die verschiedensten Sorten dieser kleinen Lebewesen in Frage zu kommen, neben den eigentlichen Fäuluiee: reger» auchParrivphus Batteeien und andere. Msu lMben wir die erste und einfachste Regel: mir frische Pilze kochen oder braten, an denen noch keine Spur der Zerstörung zu sehen ist!
Ein gutes Nährmittel für fteiivillige Baftcrienkvlonien sind aber glich gekochte Pilze und ihr Saft. Tie Kochhitze mag alle Keime, die an den unschuldigsten Pilzen sahen, zerstört haben, es finden sich bald wieder neue aus der Luft ein, und in diesen! prächtigen Rährsast gedeihen sie äußerst sloit. Wenn gestern die Familie mit Genuß und Behagen Pilze verspeist hat, kann heute der ülbriggeblicbeue Rest schon wieder sehr gefährlich sein. Unsere Altvordern hatten eine gesunde Regel, die besagte: nichts übrig lassen von dem, was aus den Tisch koinmr! Sie hatten keine Ahnung von Batterien, aber die Regel war gut und einfach.
Ueberhanpt die Rester! Biele Hausfrauen sind stolz au; ihre Kunst, nichts umlommen zu lassen, sie machen ans den Restern n:it Zuhilfenahme von allerlei Zusätzen (Zusätzen, die oftmals inchr kosten als die Sacke wert ist wahre Wunderwerke von Kochkunst und sülsten sich dann wirtschaftlich. Allen Respekt vor der schönen Idee, aber iwch wirtschaftlicher und gesunder ist es, die Rester zu vermeiden.
Vor ein paar Jahren erregten in München die Vanille- vergistungcn großes Aufsehen. Man dachte an alles Mögliche. Entweder mußte es giftige Banillesorten geben, oder die Banille- pftnnze, die sa an Baumen klettert wie unser Escu, hatte giftige. Baninsästr eingesogen, oder die Schote war mit wer weih was verfälscht worden, usw. Nichts davon ist richtig. Es gibt keine giftige Banillearl, auch das künstliche Vanillin, das die kostbare Schote ersetzt, ist niemals giftig, die Haftwurzeln nehmen von dem Baume, an dem sie klettern, niemals Säfte auf, und ivenn man nie- ansehnlfche Schoten mit leichten Harzlösnngen anstreicht, um sie preiswerter erscheinen zu lassen, so ist das nicht gerade reell, aber giftig wird die Vanille davon auch nicht. Tic einfache Lösung ist die, bah die Vanille-Cremes, das Vanille-Gefrorene und wie diese Leclerspeisen alle heihen, infolge ihres Gehalls an Eiweih, Milch, Rnlmr eben gute Nährböden für Bakterien sind. Also auch hier: gulc Zutaten nehmen, nur soviel Herrichten, wie gebraucht ivird, alles ausessen und nichts ausheben!
Ein unheimliches Gesicht hat das Fischgist, Fe mehr in der jetzigen Zeit der FleUchtencrung der Seefisch als Polksnahrungs- niitlel ins Jiinere des Landes dringt, desto mehr verdient die Fisch- gistgesahr, die in der warmen Jahreszeit doppelt groß ist, nufere Aufmerksamkeit. Nicht leicht ist es imnier, sie zn erkennen. Es gibt ein Stadium der Zersetzung, das sich äußerlich weder dem Auge, noch der Nase bemerkbar macht; der Fisch sieht wunderbar frisch aus und riecht gar nicht, es ist auch nichts zu schmecken, und doch war das Gift dariik. Ja, es scheint, weim es so recht gut schmeckt, ist die Gefahr am größten. Wenn der Fisch schon etwas riecht, ist er eigentlich schon wieder nngesährlich; eine Abspülung mit einer leichten Lösung von übermangansaurem Kali beseittgt den Geruch, und es hat keine Gefahr. Offenbar wird beim Transport tzesündigt. Man bringt die Fische in Eis, und das ist gewiß gut — aber das Eis ist selbst nicht inimer -einwandsrer. Eis von Flüssen und Teichen enthält alle möglichen Jauchebestcnrdlcile, Und eine Kälte von Null Grad halten die bösen Bakterien schon eine Weile aus. Niemals sollten — und das mögen auch unsere Hausfrauen firr ihre Eisschränke sich melken ■— die Nahrungsmittel, also hier die Fische, mit den Eisstücken in direkte Berührung kommen. Tas Eis mnh im doppelten Boden liegen und die Nah- rungsmitlel aus Porzellan, Marnior, Glas, zur Not aus blauk geputztem Zinkblech, jedenfalls aus reinen« Stoff. Wird trotzdem Eis zu direkter Kühlung verweirdet, so darf es nur solches sein, das ans keimfreiem Wasser gewonnen ist. Leider kommt der Seefisch, ehe er in den Kochtops wandert, auch mit einer großen Zahl sundessnsizicrter Hände in Berührung, und das läßt sich für die Hansfran schlecht kontrollieren. Immerhin, frische Fiscke. gute Fische. Tie Gefahr läßt sich bet vorsichtiger Behandlung sehr herab- Mindern, und die Hausfrau soll nur solche Fiiche kaufen, die einen sehr schnellen Transport hinter sich haben. Tenn gerade an beißen Tagen vermehren sich die Fäulniskeiine sehr schnell.
Die Wissenschaft lehrt uns, daß es allemal Bakterien find,
die unsere Speisen in einen gefährlichen Instand bringen. Wir niüssen die Lehren also benutze», die uns die Wissenschaft gibt. Es handelt sich darum, die Bakterien möglichst anszuschiießen.
Nun ist. ja doch sicher, daß das Fleisch gesunder Tiere und die Milch gesunder Kühe zunächst eimnal bakteriensrei sind. Fleisch von niilzbrantkrankem, pcrlsüchtigem, ttiberkuloseni Vieh bekouimen wir nick», da>ür sorge» unsere Hhgienebehürden. Wenn wir die Milch eines gesunde,» Tieres mit der nötigen hygienischen Vorsicht in reine Gesäße melken und sofort genießen würden, so könnte lerne Gefahr drohen: im Gegenteil, diese frische rohe Milch ist nahrhafter als jede abgelocküe. und sie hat sogar eine bakterientötende Wirkung. Aber daraus können wir nicht rechnen, und es bleibt uns daher nichts übrig, als die Milch schleunigst abzukochen und dann sofort zngcdeckl auf Eis zu stellen, oder sie sofort zu verwende».
Es ist ein begreiflicher Fehler, aber doch ein Fehler vnler Hausfrauen, gern Vorräte im Hause zu haben. Ein wohlgeskülller Worialsschrank ist der Stolz der Hausherrin. Wozu aber, in großen Stadien zumal, sich mit leicht verderbenden Lebensmitteln mehr als nötig versorgen, wci»! man jeden Augenblick beim Schlächter, .Milchhändler, Gemüsehändler frische habe» kann? Viele Frauen glauben genug getan zu haben, wenn sie Fleisch und dergleichen mit dem bekannten glockenförmigen Fliegcndcckel ans Trahtgaze zndecken, oder wenn sie die Sachen in das ,^Lustspiud" stellen, das auch durch Trahtgewcbe abgeschlossen ist. Da kann immer frische Luft zirkuliere», und die bösen Fliegen können durch die engen Maschen Nicht hindurch. Ach, oft genug ist die frische Lust sehr heiße Lust, und gar nicht selten finden die Fliegen auch dnrch- aerostcte Stellen für ihre kleinen Körper. Keinesfalls schützen die Fliegendrahtgitter gegen die mikroskopisch kleinen Batterien, die wir bei dreihundert- bis tausendfachec Vergrößerung erst sehen können. Und diesem Zustrom sind dann die Nahrungsmittel viele Tage ausgesetzt. Tas ist eine veraltete Methode.
Tie Bakterienforicher haben ein sicheres und ganz cimvand- sreicS Mittel, bas jede Frau kennt: der lockere Baumwollftlz, dm wir kurzweg „Watte" nennen. Wenn der Gelehrte ini Reagenz- gläschen eine bestimmte Bakterienart aus Bonillo», Gelatine, Agar-Agar oder sonst eine Unterlage züchten ivill, io liegt ihin daran, alle fremden Batterien auszusperren, denn diese würben die Untersuchung stören. WaS macht er? Er stopf, einfach einen Wattepsropfen aus das Gläschen. Tic Watte läßt Luft durch, so daß die wenige Lust in den, Gläschen in stetem Anstausch mit der Atmosphäre steht: aber in der Watte sangen sich alle Bakterien, die etwa mit der Luft cindringen wollten.
Tic Gelehrten haben schon mehrfach die Anregung gegeben/ daß die Hausfrauen sich doch diese Laboratoriumsersahrnng zunutze Macken sollten, ebenso wie sie sich das Sterilisiere» in Form von Soxhlct-Apporaten und allerlei Einkochgesäßrn, zuni Teil auch durch die Benützung von Konserven, angewöhnt haben. Ter Erfolg dieser Anregung ist nicht sehr groß, in die breitere Oesfentlichkeit ist wenigstens nicht viel gedrungen. Es kann doch aber nicht schwer sein, die setzt gebräuchlichen Fliegendcckel durch solche auS Watte zn ersetzen, wobei dieses Material durch leichte Trahtrippen versteift sein könnte, Tasselbc gilt für dir Gazefenster der Fliegenschränke, die zweckentsprecknnd aus einer nicht zu dicken Warre- lage zwischen zivci weitmaschigen Trnhtgcftechten zn bestehen hätten. Ter größeren Dichtigkeit halber müßten auch die Fugen übereil da, wo die Türe ans dem Rand der Schrankwand aufliegt, mit Watte versehen sei».
Es ist eigentlich seltsam, daß diese einfache Borrickftnug, dis jeder sich selbst Herstellen kann, nicht sckzon längst allgemein verbreitet ist. Um so mehr sollte die HauSsran nicht säumen, sich dieses einfachen Mittels zu bedienen, um den Gefahren des Sono- mers in dieser Beziehung zu begegnen.
vom Landwirtschaftswerte der weitz- und Rotbuchen.
Von Emil Gienapp (Hamburg?
Wegen ilwer vielseitigen landtvirrschaftlichen Verwendbarkeit sind sowohl die Arten und Formm der Weiß- oder Hainbuche ' (Carvinns Betulus? als auch die der Rotbuchen tzFagus silvatiea? geschätzte Und gern verwertete Laubhölzer für die Zwecke landwirtschaftlicher Gartengestaltung. Außer zur Bildung von Sämtz-, Trutz- und Zierhecken, daehgeschloisenen oder ringsum offnen, dickt beschatteten laubmartigen Sitzplätzen, werden sie insbesondere mit Rücksicht aus ihre abweichenden Wuchs- und Belaubungsverbält- nisse als Einzelpflanzen und zur Herstellung zwanglos gegliederter Landschaftsgrnppen, sowie zur Schaffung von «chus- und Dcckpslanzungen vielm anderen Lanbhölzern ähnlichen Berwcn- dungscharaklerS vorgczogcn, da sie ausnahntslos selbst in weniger guten Bodenarten ein gesundes Wachstuui besttzcu, willig jeden Schnitt vertragen und absolut unempfindlich gegen winterliche Witterungseinslüsse und Verhältnisse sind. Für die Anlage von Hecken und Schaffung laubenartiger Gliederungen, wie auch für die forstliche Nutzwirtfäiast, kommen nur die Stammarten der Buchen in Betracht, während für die übrigen Ver» eudungamögliäv- keiten die verschiedenen Varietäten -:ud uas>- ■ i>.n nrten- * formen das anSsrhlß. fliehe Material liefern.


