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Untec den Weißbuchen ist ti zunächst die dichtbezweigte, schmale, säulenförmige Pyramiden bildende Betula columnaris, die in gröberen und naturgemäß hübsch gewachsenen Exemplaren eine vorzügliche Landschaftswrrkuiig erzielt, wenn sie als Solitär- pftanze frei auf dem Rasengrunde aufgestellt luirb. Von ähnlichem Effekte ist Betula fastigiata, eine französische Züchtung mit spitz- verlausender und im Astbau regelmäßig quirlständig angeordneter Mufbanform. Weitere hübsche Gartensormen sind BetuluS Toi. Riar- Moratus nova mit buntsarbiger Belaubung, Betulns incisis mit geteilter Beblätterung, sowie Betus pendula, mit schlank und Malerisch überhängender Bezweignng. Eine gleichwertige Erschei­nung mit besonders schöner, von broneebrauu in Gelb nberlönender Herbstfärbung ist auch die amerikanische Eiusühruirg BetuluS caro- lina (von den Carolinen-Jnseln), die durch ihre eigentümliche iiub sehr zierliche Belaubung landschaftlich ebenso interessant als ma­lerisch dekorativ wirkt. Dieser ähnlich ist die japanische Züchtung, Betulns japonica, mit tiesgrünen, hübschgeförmtem Blatlbehang und zierlicher Bezweigung hängenden Charakters.

Bon bedeutend kraftvolleren Ausbaudimensioneu als dreWeiß- buchen, sind im allgemeinen die Rotbuchen, deren Stammform als Forstbaum in unseren Wäldern gewaltige Stämme mit mäch­tigen Kronen bilde! und die auch als einzelne Landschaftsbänme in malerisch entwickelten Exemplaren nie ihre Wirkung ver­sagen. In den Gärten lvird die Rotbuche der Weißbuche wegen ihres kräftigen Ausbaucharakters zur Bildung von hohen Schub- Hecken, sowie zur Herstellung laubcnartiger Abgrenzungen in grö­ßeren Wirtschasts- und Bergnügnngsgärten in der Regel vor­gezogen, weil sie den beabsichtigten Zweck der Tchattenbildung und ruhigen Ahgeschlossenheit besser als jene erfüllt.

Die wichtigste Gartensorm der gewöhnlichen Rotbuche isr die hängenden Wuchses, Fagus silvatica pendula, die wegen ihrer malerisch herabhäugenden oder auch synietrisch gleichmäßigen Zweig­gliederung für landschaftliche Pslanzungsmotive die größte Wert­schätzung genießt, zumal sie, zu mächtigen Bäunien herangewachsen, sowohl im kleine» Hausgarten als auch iu umfangreiche» Laud- schastsanlageu durch ihre malerisch-imposante Ausjälligkeit ihren Zweck als kontrastierende Gestaltssorm im Szencinvechsel der Pslanzenordnnngen ans das beste verkörpert. Bon minder krästiger,Zweighildung, dafür aber umso interessanter im Be- laubnn.gscharakter ist Fagus jilvatica asplenifolia (Syn. hete- rophylla), die in der sehr schmalen, säst sadendünnen Beblätterung an langtviebiger Bezweignng eine äußerst dekorative und aparte Erscheinung bietet. Im Wüchse ähnlich, aber fast noch langsamer in dem Fortkommen ist Fagus componifolia, die in der saden-

S rangen Blattbildung wohl die zierlick>stc Belaub,ingsforni aller otbuchen besißt und wegen dieser interessanten Eigenschast all­gemeine Wertschätzung bei allen Gehölzfreunde» genießt. Schließ­lich sind dann noch die grüubunten Formen Fagus silvatica sol, aUr. var., mit goldbunter Blattsarbe, sowie die eichenblättrige Fagus silvatica querceroides, die auffallend breitlaubige latisolia und die gedrungen lvachseude rotundisolm minor, mit kleinen, feste» kreisartig gestalteten Blättern zu erwähnen. Den landschaftlich größten Effekt erzielen jedoch unfraglich die sogen. Blutbuche». Sie sind in linieren Gärte» und landschaftlichen ösfentlichen und pri­vaten Anlagen in schönen und mächtigen Exemplaren, hängen­der oder gewaltiger Kronensormen vertreten, die als freistehend« Standbäume iu jeder Gestaltnngsgliederung von gleich ausdrucksvoller Landschastswirkung sind, wenn auch bei der eine» Form mehr die ornamentale, und bei einer andere» vorwiegend die malerische Schönheit unterschiedlick, hervortritt. Als Kronen« vlutbuche ist die Garteuform Brocklcsby mit tiesdunkelrotcr, sonne bie großblättrige Fagus silvatica latisolia mit tiefbraunroter Belaubung der älteren Fagus silvatica atropurpnrea bei weitem porznziehcn, da sich in dem ganzen Wuchs und Aufbaucharaktcr dieser nachgezüchteten Kultnrformen eine umnderbare Dekorations- Wirkung ausprägt, wie sie ältere Sorten bei aller Anerkennung ihres landschaftlichen und dekorativen Wertes doch nicht zu er­reichen vermögen. In der pyramidalen Gliederung komnit die landschaftliche Brauchbarkeit der vorgenannten Bnchenarte» nicht luder znr Geltung, und wo an Stellen enger Raumverhältnilse ronenbänmc als Einzelbäume ausscheiden müssen, verfehle» gleich­mäßig ausgebaute Pyramiden dieser Gehölzart nie die beabsichtigte Wirkung.

Als Hänge- oder Traucr-Blntbnche begegnen wir in unseren Anlage» am häufigsten Fagus atropurpnrea pendula, die zwar in der neueren Varietät tricolor mit dreifarbiger, weiß und rosa gezeichneter Belaubung eine formgleiche Kollegin, aber keine ernstliche Konkurrentin erhalten lmt, da ihr Wuchs ein viel zu langsanier und schwacher ist, als da» sie schnell zu größeren Exem­plaren heranwächst, um in der Landschaft austallcnd wirken zu kön­nen: in einem hübschen Laubholzsortimente sollte diese sarben- schöne Bnche aber niemals fehlen

Als gclbbelanbte Buche lmirde in den neunziger Fahren Fagus Slatia, eine ans Serbien stammende Gvldbnche. als aparte Neuheit in den Handel gebracht. De» ihm »achgerühmten Laud- schaftswert lmt dieser Fremdling der seinerzeit mit 50 Mk. für ein lvinziges Pslänzlein bezahlt wurde außer in dem Mutter- bäum, aber wohl nirgends erfüllt, da das goldige Kolorit im '

Farbenton nur in besonders svnnereichen Somniern hcr.vortrikk, an schattigen Standpläßen indessen fast gar nicht zum Ausdruck kommt. Im Laufe der Jahre ist denn diese Buche in der Bewertung ihrer vielgepriesenen Farbenschönheit auch schon etwas genüg­samer geworden, und für den fünfzigsten Teil ihres cinstigen Preises ist sie heute i» jeder Baumschule als kräftige Pflanz« zu kaufen. Der Schnitt der Buchen beschränkt sich im allgemeinen auf Entfernung der aus der bedingten Form heraus,vachsenden Zweige bezw. auf Durchbildung einer formschönen und leicht- bezweigten Krone.

vernriiscbte».

kos. Knöpfe an>3 M i l ch. Eine junge Dame soll einmal den Kops geschüttelt haben, als sie aus dem Programm einer Kunst- ousstelliing auch eine Büste von Rauch verzeichnet fand. Sie hatie noch nichts von dem berühmten Bildhauer Ehr. Rauch gehört, andererseits konnte sie nicht bcgreiicn, daß man eine Büste ans Rauck, dem Sinnbild der Vergänglichkeit alles Irdischen, modellieren könne, Aebulich geht es wohl manchem Leser, wenn er hört, daß große Jabriten damit beschäiligt sind, Kämme, Knöpfe, Klavlertastcn und ähnliches ans Milch herziistellen. Um genauer zu sein: Plan verwendet dazu das gehärtete Kasein, das beim Gerinnen der Milch in Klumpen anSiällt und sich am Boden des Gesäßes absetzt. Der Weg von der srischgemolkenen Milch bis zum gebrauchsfertigen Knops ist weit genug. Die Milch hat sich einer Reihe chemischer Prozesse zu unterzlehen, ehe sie sich zum zknops eignet. Zunächst wird sie durch Lab zum Gerinnen gebracht, der entstehend« Quark wird gelrocknet und gemahlen. Das gricSarllgs Mehl wird dam, angeienchlet, bei Bedarf auch gesärdt, ansgemalzt und unter hohem hydraulischen Druck gepreßt. Schließlich wird die Masse, die noch knetbar ist, in wässerigem Formaldehyd gehärtet. Das Endprodukt sieht den» früher viel verarbeiieten Horn sehr ähnlich: unter dem Namen .Gallalilh" ersetzt es Horn, Schildpatt, ja sogar Elsenbeln. Niemand sieht ihm mehr an, daß es einmal irgendwo aus einer Alm kuhwarm gemolken wurde. Sz.

* Die Pessimistin. Eine bekannte Schriftstellerin lvird gefragt, warum sie nicht geheiratet habe.Drei Dinge habe ich daheim, die so bollkommen Wesen und Eigensckmften des Dnrrh- schnittsniannes besitzen, daß ich keinen Gemahl brauche."Was sind das denn für Dinge?"Ach, ich habe einen Hund, der den ganzen Morgen knurrt, ich habe einen Papagei, der nachmittags schimpft, und ich habe eine Katze, die nachts nicht zu Hause ist."

* Gut vorbereitet. Im Schnellzngsabteil erster Klasse

sitzen nur zwei Herren; der eine schaut prüfend umher, schließlich wendet er sich höflich an den Mitreisenden:Verzeihen Sie, mein Herr, aber vielleicht kennen Sie sich hier besser ans: gibt es denn gar keine Notleine, um im Augenblick der Gefahr den Zug zum Hallen zu bringen?" Der andere sieht aus, sucht und schüttcÜ den Kops:Nein, ich sehe keine." Der erste, unerschütterlich höf­lich :Daun werden Sie mir bitte sofort Börse und Brieftasche übergeben." _

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Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nnmmer: Zeigt die trübe, dunkle Seite Dir auch olt das Leben,

Ist'« vom Bild doch nur der Schatlen,

Um das Licht zu heben.

Aedaktio»: K, Neurath. NotatiouSdruck und Verlag der Brühl'schen UniversilälS-Buch- und Steindrucke«!, R. Laug«, Gießei^