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Slciudberg tinivße mifoer tielsiunig nnb meinte säst düster:Blet und Kot!, das sind wir «vollen aber nicht bleiben so! Und die einsame Silberdistel wissen Sie, was die ist? Unsere Sehnsucht." Seufzend fügte er hinzu:Und ist meine Dornenkrone -!"

Was nun den Polen betrisst, so schien er die Trausmulal.vn seines Wesens mehr ans flüssigem Wege erreichen zu ivollcn, und Olas vertrante mir die Hypothese an, nach den« Rezepte des Cherubinischen Wandersmanns tverde dieser Kognaksrennd im Himmelreiche ein Destillierkolben sein. Indessen bewährte sich rührend der musische Adel, der die söhne Apolls und Przscki gehörte ja zu ihnen auch in ihrer Bezechtheit irgendwie an das Schöne gefesselt hält. Przscki behauptete, er müsse seht lm* bedingt ein Klavier haben, um die mystische Stranddistel in Tönen zu feiern. Uebrigcns sei es an der Zeit, daß man sich in Pilsener abkühle, und ich solle die Gesellschaft in eine Kneipe führen.

Da selbst die Dame des Hauses geneigt war mitzntun, zogen >oic allesamt ins Waldhaus, wo unter der hingebenden Obhut des dicken Wirtes ein tadelloser Urguell verzapft tvnrde und selbst zu vorgerückter Stunde ein sideler Kreis willkommen war. Diese Nachsitzung erquickte auch insofern, als der musikalische Pole dem Klavier seltsame Welten wühlender Töne entlockte, Schöpfungen Chopins. Bon der dyonischen Nachtfeier erwähne ich nur noch, das; Strindberg init Przscki Schmollis trank, weil beiden den Russen hassten, der die Finnen wie die Polen tyranni­siert. Run sollte Strindberg ein deutsches Lied nach der! Melodie des Chopinschen Träuermarsches verfassen. Nachdem er seine No- sizen gemacht, sang er zu Den 'schleppenden Akkorden mit dem Ausdruck heißer Empörung

^Jetzl woll'n wir legen einen Schult zu seinent Grab speit ihm eure Flüche in den Hüllenschlund hinab!

Der Tyranii ist mausetot.

Und zu Ende unsre Rot.

. begießen loir die Freiheit bis ins Morgen-Morgenrot!" «urär's Sonnnerzeil geivesen, so hätte in der Tat das Morgenrot zu unsrer Freiheit geleuchtet: doch mit ihrer langen Finsternis hielt die Wintcrnacht unsere Schwärmerei nachsichtig verhüllt.

Der Ninematograph als Lehrmittel für die Polizisten.

(Bon AnitSgerichtsrat a. D. Sommer-Köln.)

Der Seinepräsekt lmt in Paris die Einrichtung einer Polizei- schule angekündigt, die demnächst ins Leben treten soll. Außer theoretischen Borträgen Und praktischen llebungen wird auch ein eigenartiger Anschauungsunterricht mit Hilse des Kincmatographen igegeben werden. Der Leiter der Schule hat sich mit mehreren Ab- ltellnngschess der Polizei in Verbindung gesetzt und für diesen Teil des llnterrichts eine Reihe kinematographischer Ausnahmen machen lassen, die dazu dienen, die Ausgaben der Berkehrs-und Sickinrheits- polizei im Großstadtverkehr in lebendigen Bildern vor Augen zu führen. Man will den Polizisten Ivetter nicht nur die bekanntesten Verbrecher der Hauptstadt im Bilde vorstellen, sondern hat auch eine Rcil»e von Szenen hergestellt, die diese Spezialisten ihres Faches bei der Arbeit zeigen. Wie der Taschendieb aus der Straße, ans dem Rennvtatz, im Warenhaus »sio. vorgeht, wie sich der Leichi'usledderer a» sein Opfer heranperscht, in welcher Verkleidung der Kollidieb ans­tritt. tote Schmiere gestanden tvird, Fluchtversuche gemacht tverde», alles das wird der Polizeischüler beobachten und sich so bald eine Ersahrnng aneignen können, die er sonst nur in tanger und an­gestrengter Berufsarbeit erwerben kann. Dre polizeiwissenjchast- lichen Kinodarstellungen aus dem Berbrecherleben besitzen natürlich, da man mit ihnen andere Ziele verfolgt als mit den lediglich der lltiterhaltung gewidmeten Kinodramcn, einen ganz anderen Wirk­lichkeitswert wie diese.

Die große Mehrzahl der in den Kinotheatern gespielten Ver­brecher und Detektivslücke haben tvenig oder nichts mit dem Leben Bernern. Ein Sherlock Holmes ist in der Wirklichkeit umnöglich. Me Verbrecher und Detektive der Kinodrame» sind die Gestalten, die in der Vorstellung des Volkes leben und die der Kinodichtcr und der Kinosckmuspieler nach Maßgabe ihre Phantasie frei schäften. Das Ziel ist dabei, möglichst starke Eindrücke beim Publikum ans- zulösen, und deshalb wird aut bühnenmätzige und zwar inöglichst bildmäßige Wirkinig hingearbeitet. Es ist klar, daß der Polizei da­bei oft genug eine undankbare, vielleicht sogar eine komische Rolle zujallen muß. Aus den Bildern der Polizeischule dagegen tviro die nüchterne Wirklichkeit, wird das Leben selbst sprechen. Außer deu vorstehend genannten Kursen werben für Krimmal- inspcltorcn noch besondere Vorlesungen über Kriminologie gehalten werden, die das Verbrechen als soziale Erscheinung beleuchten. Die neue Einrichtung verdient die Ansnierksamkeit unserer Polizei­behörden in mehr als einer Hinsicht. Bisher wurden ausländische Erfahrungen in polizeiwissenkchastkichem Anschannngsunterricht nur in bescheidenen! Maße verwertet, Ivährcnd dies hier in iiuftang- leichstrc Weise ermöglicht ist. Me Filme können überdies auch in Städten vorgesührt werden, wo keine Polizeischulen bestehen, so dag ihre Verwendbarkeit zu polizeitvissciischaftlichen Zwecken dadurch bedeutend erweitert wird. Endlich läßt sich mit Hilse dieser kinc-

»natographrschen Ausnahmen ans dem Berbrecherleben die Beob­achtungsgabe der Polizelbcamtcn prüfen und schulen Bei der ra­senden Schnelligkeit, mit der die Bilder auf dein Llchtsävrm vor dem Auge vorüberjagen, wird mir ein verhältnismäßig kleiner Teil ihres Inhalts voni Bewußtsein ausgenommen und »och weniger vom Gedächtnis sestgehaltcn. Es mag hier nnerörtcrt bleiben, ob die Nur das Auge beschäftigende Filmszene leichter oder schwerer in ihren Einzelheiten zu erfassen und zu behalten ist als das sich an stiehrcre Sinne wendende Bild der Wirklichkeit, deren Eindruck!! iinter allen Umständen die stärkeren sind. Jedenfalls haben die we­nigsten Beobachter eine Ahnung davon, wieviel ihnen von Vor­gängen, die sich vor ihnen absplelen, entgeht. Sie halten ihre Aus- merlsanileit und ihr Bewußtsein für unbegrenzt ausnahmesährg. So kommt es, daß in Gerichtssitzungen oft die Aussagen gutgläu­biger Zeugen in einem unlösbaren Widerspruch miteinander stehen, und daß Zeugen, die tatsächlich falsch beobachtet lxaben, hiervon durch nichts zu überzeugen sind. Hier bietet die Kinematographie ein ausgezeichnetes.Mittel, nicht nur die Beobachtungsgabe der ein­zelnen Polizeischülcr auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen, sondern auch diejenigen, die falsch oder nnvollständig beobachtet haben, davon schlagend zu überführen, indem man den Film nochmals langsam sich vor ihren Augen abrollen läßt. Muß ein Beamter einschen, daß ihm häufiger aus diese Weise Fehler in seinen Beob­achtungen nachgewiesen loerden, so wird das erzieherisch wirken. Er wird ganz von selbst vorsichtiger in der Verwertung der Eindrücke, zurncklialtcnder bei der Abgabe seiner Aussage werden. Auch für Richter wäre eine derartige Schulung z. B. in den Fortbildungs­kursen für Juristen und Verivaltnngsbcamte sehr wünschenswert,

viichertisch.

Griebens Reisesührer: Band 88, ^Holland", 14. Auslage. Mit 9 Karten und 2 Grundrissen. (3 Mk.) Verlag Albert Goldschmidt, Berlin W. 36. Die soeben erschienene Neu­ausgabe des Griebenschcn ReiseführersHolland" hat textlich eine ganz bedeutende Erweiterung erfahren. Die einzelnen Ortsbeschrei­bungen sind teils genau revidiert, teils vollständig umgearbeitet worden, wobei Museen und Sammlungen besondere Berücksich­tigung fanden. Bon den Neneinsügungen sei vor allem die aussühr- liche Beschreibung des Friedenspalastes ini Haag ertvähnt. Auch die Umgebungen der interessanten holländischen Städte wurden dies­mal eingehender als bisher behandelt. Die Reiseroute» sind aus das Praktischste znsammengestellt; überhaupt ist die Anordnung so ge­halten, daß sich jeder mit Leichtigkeit orientieren kann, »nd da auch das reiche Kartenmaterial in jeder Hinsicht dem neuesten Stand entspricht, so wird der Führer jebeni Holland-Reisenden als zuverlässigster Begleiter sehr willkommen sein.

Schach-Aufgabr.

Bon ConteS.

Auslösung in nächster Nummer. Auslösung des Krcuzrätiels in voriger Nummert

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Redaktion : k, Ll« u r a t b. Nolationsdruck und Verlag der Brüül'Ichen UniversttätS-Buch- und Steindruckerel. R. Lange. Ließet^