Ausgabe 
15.6.1914
 
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zum Mannweiblichen »nd Nobels Freilich fwt die liebe Eitelkeit auch zwei böse Schwester» : Gcsatlsucht mld Koketterie. oie der Teufel erfunden hat. als er sich einst über das männliche Geschlecht so recht geärgert haben mag."

Arda lachte hell auf und rieftWir Norden sind wenig eitel, dafür aber von starkem, treuem Herzen "

Sie eilte zum Hause, und in der Tür rief sie zurück tIn zwei Minuten bin ich fertig."

Rene schaute ihr verblüfft nach und wiederholte halblaut ihre Worte: Bon starkem, treuen, Herzen. Er war ei» Menschenkenner, ein Frauenkenner. Was sollten diese Worte Ardas? Sollte es eine versteckte Drohung sein oder eine Warnung?

Wenn jemand seine Treue beteuert, ist das nicht schon der Anfang des Wankens?

Allerhand Gedanken stürmten auf ihn ei».

Wozu »var er hier? Wollte er Eroberungen machen? Wollt« er tWuei herrliche Menschen, wie Seede und Arda es waren, trennen?

Doch ihm blieb nicht Zeit, seine Gedanken zu sichten, denn Arda kam zurück, einen weihen, dünnen Schal um den Kops gebunden.

Rene sah sie zum erstenmat in dieser Strandkleidung. Ihre dunklen Augen blickten ihn übermütig an. Ihr Gesicht war durch ton umschlungenen Schal ovaler und dadurch noch schöner getvorden.

Sie lachte und sagte:Erst lwben Sie ein hohes Lied aus die Eitelkeit gesungen, Herr Brian, und nun ich des starken Windes wegen den Schal ningebunden, machen Sie ein betretenes Gesicht."

Ich hätte nicht geglaubt, daß sich der Begriff Schönheit steigern liehe, daher tvohl mein erstauntes Gesicht."

Sie schlug wieder die Augen nieder und sagte bittend:Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie solche Worte nie mehr zu inir sagten. Ich habe kein Verständnis dafür, und wenn Seede je solches hören würde, ihn toürde es schmerzen um seiner Blind­heit willen."

Rene war beschämt.

Sie verliehen das Haus durch eine Gartenpforte, von der ein schmaler Steig direkt zun, Strande führte. Das Meer stand in halber Flut, und eine kräftige Brise blies landwärts.

Sie gingen auf dem Damnic hin, aber des starken Windes wegen konnten sie wenig miteinander sprechen.

Hinter der neu erstandenen Badeanstalt sah Seede und flocht Aalreusen.

Doch »och ehe sie bei ihm waren, blieb Rene stehen und sagte: .Fsetzi möchte ich eine Segelfahrt machen."

(Fortsetzung folgt.)

vermischte».

Von einem eigenartigen Schutz- und Trutz- 8 Ündnis zwischen Ameisen und Akazien berichtet der bekannte Anieiscnforscher Prof. Dr. K. Escherich in den soeben crschtenenen Lieferungen 50 55 des natnrwissenschaftl. Pracht­werkesDie Wunder der Natur" (Deutsches Berlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, 65 Lieferungen zu je 60 Psg.d Es handelt sich hierbei um gewisse Mazien Südamerikas und Afrikas, die durch ihre stark vergrößerten Dornen besonders anffallen, die so­genannten Büffelhorn- bczw. Flötenakazien. Wenn der Wind über die Steppe dahinzieht, ertönen von diesen trockenen, hohlen, mit Löchern versehenen Kugeln (Gallen) eigentümliche, wenn auch schwache, sausende, an das Rausäzen der Segel erinnernde Klänge, oder wie mit der Stärke des Windes zunehmende nnd verhallende Aeolstöne, was zu demi NamenFlötenakazien" den Anlah ge­geben hat. Berührt man diese (stallen, so stürzen sofort in ner­vösem Eifer zahlreiche Ameisen heraus. Mit gerade nach oben gehobenem, immer hin- und herwackelndem Leib, dessen Spitze ein Tröpfchen übelriechender, milchigweißer Flüssigkeit entquillt, ver­breiten sie sich auf die Mätter und Zweige. Es ist zweifellos, daß hier ein Fall von eintrm Schutz- und Trutzbünonis vorliegt, aus dem beide Teile Nutze» ziehen. Die Ameisen finden in den barten und hohlen Gallen den besten Schutz und die bequemsten Wohnuirgen. Andererseits haben die auf der Steppe zerstreuten Akazien durch diese Armee von kampflustigen übelriechenden Amei­sen, die sich beständig auf ihnen befinden und bei der geringsten Berührung der Pflanzen massenweise aus den Gallen herausstür- men, den besten Schutz gegen Angriffe nicht nur von Tieren, son­dern auch gegen blattsressende Insekten. Bei der amerikanischen Büffelhorn Akazie richtet sich der Schutz hauptsächlich gegen die schlimmen Blattschneider-Ameisen, die eine besondere Vorliebe sür die Akazienblätter zu haben scheinen. Die Kienntnis dieser nutz­bringenden Tätigkeit gewisser Ameisen ist übrigens eine sehr alte und auch schon mehrfach praktisch verwertet So haben die Chinesen bereits im 12. Jahrhundert räuberische, karnivore Ameisenarten gesammelt und gezüchtet, um mit ihrer Hilfe die Orangen- und Mandarinenbänme raupenfrei zu halten. Auch die Japaner be­nutzten Ameisen, um die Früchte der Mangobäume vor den An­griffen eines Rüsselkäfers z» schützen. Im übrigen bringen die genannten, wiederum unvergleichlich gut und reichillustrierten Liefe­rungen u. a. Auffätze von Prof. Drl, R. Hisse über denPapier Nautilus", von Dr. F. Marschall überBerbor>rene Wunder des

Schmetterlingskörpers", von Sir Harrh Johnston überFasstn- vögei", von Pros. Dr. P. Schwab» icherUnterirdische Flüsse" usw. Kurzum, auch diese Lieferungen enthalten ivieder eine Fülle ver interessanten Themen aus alten Gebieten der Natur- tvissenschaften. Das Werk stellt sich als eines der vornehmsteir Geschenk und Studienmerke dar, da es neben der bisher bei natur- tvisscnschaftlichen Werken u rrcichten Praäzt uird Naturtreue der Abbilonnge» in seinen Aui'ätzen durchweg strenge Wiisenschastlich- keit mit belehrender Unterhaltung verbindet.

* Ein gefährlicher Narr.Sieh nur diesen Narren

da, den Mr. Baker," sagt ein Mann zu seinem Freunde,geht der Mensch an einenr Regentage tvie heute ohire Schirm ans! Ist er nicht wirklich verdreht?"Ich glaube auch," sagte der andere und hat es plötzlich eilig.Aber ivir wollen schnell weiteo gehen."Warum denn?"Ich möchte ihn doch lieber nicht treffen: vielleicht erkennt er seinen Regenschirm wieder."

' E i n W o h l t ä t e r d e r F r a u e n. In einer politischen Bersammlung spricht eine Vorkämpferin der Frauen:Wer ist der Mann, der in der modernen Welt sich rühmen kann, uns lFrauen zu größerer Hölze emporgelzoben zu haben? . . ." Eme Männerstimme ans dem Hintergrund des Saales:Der Er­finder der hohen Absätze!"

vüchertisch.

Peter Rosegger. Gesammelte Werke. Vom Verfasser ueubearbeitete und neuemgeteilte Ausgabe. 40 Bände rn 4 Mteüungen zu >e 10 Bänden. Jeden Monat gelangt ein Band zur Ausgabe Jeder Band geschmackvoll gebunden Mk 2.50 (Kr. 3.), in Halbpergamcnt Mit 4 ift't._4.ÖO). Emzelne Bände werden nicht gelrefert. Verlag von L. Staackmann in Leipzig. Soeben erschien von der zweiten Abteilung Band 13: Wald- heunat ll (Der Guck ins Leben». Der 13. Band der endgültigen Rosegger-Ausgabe, die immer erhöhtem Interesse begegnet, enthält den zweiten Abschnitt des auf 4 Bände erweiterten persöntichsten Werkes des Dichters: Waldheimat II (Der Guck ins Leben). Rosegger erzählt von seinen Kindheitstagen, von seinen Erlebnissen und Erfahrungen aus seinem Jugendlcben in der Waldheunat. Er macht uns mit seiner schönen und glücklichen Welt ans rauher Bcrgeshöh zwischen Wäldern und Wiesen ber­kannt Die Erzählungen reihen sich ,ener Galtnng von Wahrheit zu, ivelche durch den Poeten ins allgenieine gehoben wird und den ganzen Menschen zeigt. Talgründe, Waldwinkel und Alm- matten lernen wir kennen, eine eigenartige Well tut sich vor uns auf vre eigenste Welt Roseggers. Kühle Waldluft und gc- sunte Lebensfreude weht uns aus diesen Erinnerungen entgegen.

H e sses Volksbücherei. Nr 905921. Preis jeder Nummer 20 Pf. Leipzig, Hesse & 'öccfor Verlag. Die jüngste Serie von Hesses Volksbücherei bringt zunächst Heinrich von Kleists unvergängliche NovelleMichael Koblhaas" (Nr. 905). Weiter ent­hält sie den vortresflichen vaterländischen RomanDie Hosen des Herrn von Bredow" des erst jetzt zu verdientem Ruhm gelangten Erzählers Willibald Alexis (Nr. 906910: und des Dänen Jens Peter Jacobse» MeisterromanNiels Lvhnc" (Nr 9l 1914), eins der intimsten Bücher der Weltliteratur Der gern gelesene schioe- dische Erzähler Alfred as Hedenstjcrna ist mit zwei BändchenÄus-

ewähltec Erzählungen nnd Humoresken" vertreten >Nr. 915 und

16,. Dankenswert ist die Aufnahme einiger der ivichtigsten und interessantesten Schriften Richard Wagners: Nr. 919 bringt die Arbeit über Beethoven, Nr. 920 die viel umstrittenen Abhaiidlungcn Das Judentum in der Musik",Was ist deutsch?" undModern" und Nr. 921 die Revolutionsschriften. Alle drei Bändchen ent­halte» lehrreiche Einleitungen des bekannte» Wagneriorschers Ju­lius Kapp.

Arithmogriph.

1 4 2 7 4 5 ein Sunipsvogel.

2 8 8 1 Nebenfluß der Donau.

3 6 2 4 5 Stadt an der Mosel.

3 4 4 anregendes Getränk.

4 6 8 9 biblischer Name.

5 9 7 5 eine Krankheit.

6 8 2 8 Stadt in Unierägypteu.

7 8 6 4 ei» Nagetier.

3 9 8 3 4 5 Labsal für Feinschnrecker.

9 7 9 ei» Raubvogel 68186834 ein 6 , enkünstler.

Die Ansangsbuchslaben der gesundene» Wörter ergeben der Reihe »ach, von oben nach »ulen aelele», de» Namen eines deutsche» Lyrikers. Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung der Königspromenade in voriger Nummer:

Freue dich, daß du z» ringe» hast I Nur aus den Bergen blüht Edelweiß.

I« steiler die Plade, je schöner der Preis,

Je häAec das Tagwerk, je süßer die Rast;

Freue dich, daß d» zu ringe» hast. Frida Schanz.

Redaktion: K Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühllchen Unioersitäts-Buch» und Steindruckcrei, R. Kanas, Gießen,