Ausgabe 
30.5.1914
 
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brechen? Die letzten Züge sind immer so überfüllt an den Feier­tagen."

Während der Rückfahrt war Fritz sehr still, dasür »nterhielten sich die beiden anderen »in so besser. Der Maler verabschied»! - sich, als die Elektrische an einer Straßenkreuzung hielt, er tvollte fiel» »ocki mit einem Kollegen tressen. Fritz uni» Edith stiegen mich aS und hatten noch eilt vaar Minuten zn gehen. Sie wrachen wenig und nur über ganz gleichgültige Dinge. Dann schlosj Aritzchen die Haustüre aus und am Eingang zn Ediths Mahnung gab er ihr die Hand und sagte:(Hute nacht, Fräulein Sommer, lassen Sie sich be» Ausslug gut bekommen."

Danke, gleichfalls," gab Edith zurück imb dann gähnte sie und setzte hinzu:Tüchtig »rüde bi» ich, aber eS war doch ein herrlicher Tag!" DaS tvar der Schluß von FritzchenS LiebeStraum.

wer hat das Pulver erfunden?

Wenige Fragen der Kulturgeschichte sind so heiß umstritten, so oft von Gelehrten nttb Laien behandelt worden tvie das Problem der Erfindung des Schießpulvers. Man hat uns Deutscheti diesen Ruhm absprechen und den Chinesen oder Arabern zuschreiben »vollen: doch dürste nunmehr durch ganz neue Handschriste»-- forschnngen dies alte Rätsel der Weltgeschichte endgültig gelöst nnd zugunsten der Deutschen entschieden sein. Die Erfindung des Schießpulvers fällt ja letzten Endes mit der des Salpeters zusammen. Ob dieser Stoss in irgendeiner Forni dem Altertum bekannt tvar, muß dahingestellt bleiben: die Berichte über salzartige Austvucherunge» an einem Berge Nitria in Untcrägypten, die zn Beginn der christlichen Zeitrechnung ausgebeutet wurden, lassen sich auch ans Sodakristalle deuten. Am frühesten tvar. wie Prof. Dr. Honcamp jüngst des näheren ansgcsührt bat, die Kenntnis des Sal­peters bei den Ehinefcn verbreitet, die ihn aber auch erst-seit dem Jahre 96(1 n. Ehr. bei der Herstellung von Raketen mitvertveude- trir. Seine Verarbeitting zu Schießpulver ist den bezopften Söhnen des Ostens aber erst viel später bekannt geworden, nachdem schon längst i» Europa die alten Donnerbüchsen nnd Kanone» ihre diente' Stimme erschallen ließen : die Angaben, daß bereits bei Belagerung der Stadt Kai s»»g-su durch die Mongolen 1232 Kanonen Ver Wendung gesunden haben, sind dahitl zu berichtigen, daß es sich um Schleudermaschincn sür Brandtöpfe handelte. Wichtige Aus­schlüsse verdanken tvir den noch ungebpuckten Handschriften eitles in der letzten Hälfte des 13. Jahrhunderts lebenden Historikers Marcus Graecus, die sich aus das berühmtegriechische Feuer" beziehen, das danach eine um das Jahr 673 gemachte Erfindung des Kallinikos aus Helivpolis ist und aus Salpeter, Schwefel, Pech uub Harzen bestand, die mit brennbaren Orten znfammcngefckuuolzen »vlurdeu Diese Kvmpositioti tvard sortgebildct zn falpcterartigen fGemischen von leichter Entzündbarkeit, die zn Raletenschüsf«» benutzt wurden, und cs war nun nur eine Frage der Zeit im» des Zufalls, daß man die treibende Kraft der Berbrennungsgafe solcher Gemische zuni Abschießen von Geschosfen usw. ansnntzte. Die Entdeckuitg des Schießpulvers in Tentfckiland tvird bekauut- lich einem Frauzistanermönch »aniens Berthold Schwarz znge- schricben und mit ziemlicher Sicherheit in das Jahr >313 ver­legt. Wirklich ist an dieser alten Ueberliefernng niehr Wahr­heit, als eine überkritische Geschichtsschreibung bis in die jüngste Zeit zugeben tvolltc, Wohl haben die Araber bereits früher das Schießpnlvergcmifch gebraucht, aber es steht heute eimvandfrei fest, daß Berthold Schtvarz seine Entdcckiliig unabhänglg von ihnen ganz selbständig geniacht hat. lieber die gefchütztechnisckten sF-orijchrikte der Araber orientiert ein in der Petersburger Bi­bliothek anjbetvahrtes arabisches Manuskript ans dem Anfang des 1s. Jahrhunderts. Die ersten Mctallkanotte» wurden, was bisher ebenfalls nicht bekannt war, 1326 in Florenz hergestellt, und schon 1341 ivcrdcn eiserne Kanonen und Kanonenkugeln lertvähnt. Aus all diesen erst jetzt richtig erkannten Tatsachen, darf inait als den Schluß ziehen: Das Schießpulver ist eine de nt sch e IE r j i ii d u » g , die von dem h i st o r > s ch e n B e r t ho 1 d Schtvarz gemacht wurde, toährend die Araber lediglich eine Jahrhunderte alte technische Tradition ansbauteu.

vermischte».

ßl Die verräterische» Friseusen. Die chinefficheu Damen von Hongkong sind in einer großen Aufregung, denn mau ist eine!» großangelegte» Attentate ans die Spur gekommen, daS die Friseuse» dieser Damen ans die Haare ihrer Kundinnen schon seit langem begehen. Wenn sie sich den verräterischen Händen dieser Haarkünstlerinncn anvertrautcu, wurden den Damen, ohne daß sie cs merkten, allerhand Essenzen in die Haare gegossen, die einen schnellen Haarausfall bewirkten. Die ausgefallenen Haare sammelten dann die Friseusen und verkauste» sie an enrvpäiiche nnd amerikanische Aufkäufer. Die Haaraussuhr fiach Europa und Amerika bat, wie die italienische ZeitungOra" berichtet, in Pen letzten Jahren einen gewaltige» Ausschwun.i genominen. Im Jahre lltlU wurden allein ans Hongkong nicht toenigec als 600000 Klg. Haare im Werte von !>>'. Millionen

Lire ausgesührt Der größte Teil dieser Ware tvar für die ssroßen Pcrückenmacher in Paris, London, Wien und Netv?1ork bestimmt. Eine Zeitlang führte man ans China nur unver­arbeitete Haare aus, aber seit einigen Jahren kommt ein großer Teil der Ware schon in verarbeitetem Zustande im Auslands an In Hongkong selbst gibt es schon große lkntcrnehmeu, die sich mit der Herstellung von Perücken beschäftiget!. Das größte davon, das einer ainerikanischen Firma gehört, beschäftigt über 600 Ar­beiter. Ein bemerkenswerter Umstand bei dieser ganzen Ange­legenheit ist, daß die Mixturen und Essenzen, die die Frisetise» ihren Knndinne» heimlich beibringen, eigens von den großen europäischen nnd amerikanischen Perückeumachcrn nach Hongkong geliefert werden. Es hat sich nun in China eine leb haste Be­wegung gebildet, die diesen»sauberen Handel unterdrücken null,

* Gi» glücklicher Ehe in a n uWarum jo niederge­schlagen ?"Ach, binu richtiger Pechvogel. Ist Ihne» in der Kneipe nicht erzählt worden, daß einem gewissen Müller die Frau dnrchgegaiigen ist?"Allerdings! Und das sind Sie?"Nein , . , ein anderer Müller!"

* R a s s i u i e r t. Soldat (derseine" Köchin an der Haustür abbussdt :Wenn nur nicht eines vou den Fräuleins gerade herauskommt?" Köchin:Sei unbesorgt! Denen habe ich erzäh l, daß ich »cutich auf der Hintertreppe vou eiuciii fremden Herrn ge­küßt worden sei , , , seit der Zeit gehen sic immer zur Hintertür hinaus!"

* B o r G e r i ch t. <Jn»ge Fran zimi ersten Male als Zeugin bor Gericht.' Richter:Ihr Name?" Sie:Anna Maria Trude Schulze!" Richter:Nusuanic bitte!" Sie (vecschämkt:Schmik- kelchen!"

Viichertijch.

Lieder zur Laute. Gerade zur rechte» Zeit, da die ersten ivarnicu, sonnige» Tage de» alten Wandertrieb tveckeu, und alt und jung hinanszicht, um in der »emicumchten, jrüb- lingsroheu Natur den Alltag zn vergessen, erscheint in der be­tau,iteu NotensammlnngMusik sür Alle" ei» zweitesL a u Ir u - lieber Heft". Die beiden großen Abschnitte, iu die das Hest zerfällt:Aus dem Marsche" undBei lustiger Rast", zeige», Miß der Inhalt iu erster Linie den Wandervögel» und überhaupt allen Wanderlustige» geividuict ist. Der erste Teil enthält außer den hckauuteu StückenEin Jäger aus Knrpsalz",Wenn die Soldnteu durch die Stadt marschieren" undHinter Metz bei Paris" ». a. auch ein neues Soldatenlied Bogumil Zepters: Verdammt juchhe". Im ziveiten Teil sinden wir Scherzlieder, ivieIch ging emol spazieren", das HandwerkerliedDerSchueidt-r- Jahrestag", die SchauermärSabiuchcn" und neben anderen, hübschen Stücken ein neues, batladenartiges LiedFritze Bolle- man»". Den Beschluß bildet das reizvolleDandaladeia" des verstorbenen Komponisten Georg David Schulz, dem Begründer des ersten deutsche» Kabaretts in Berlin. (Verlag llllstei» n. Co., Berlin SW 68.j

Die B r a » »I ch w e i g e r G-N-C-M o n a t s s ch r i f t hat als Mai Souderuumiuer einen Band ,,O du ivnnderschönerdeutschcr Rhein" heraiisgegcben. Die Nummer, di« mehr als >10 Seiten umsaßt, ist durch mertvolle Artikel bekannter Autoren >i»d durch eine Reihe von.Jllnstratione», besonders Kölnische» Ansichten, vervollständigt, so daß sie ein umfassendes Bild von den Ländern des Rheines, ihrer Geschichte, Knust nnd ihres Kulturlebens ver­gangener Zeiten nnd der moderne» Welt gibt. Unter den Mit­arbeitern nennen wir: Dr. Brüning, Dr. M. de Jonge, Dr Wrede, Geh. Hofrat Mehrtcns, Earl Salm, Dr. Most, Dr. Knske. Her­mann Ritter n a. (Verlag Grimme, Natalfis ». Eo., Branuz- schweig' _

Kreujrälfel,

In die Felder nebenstehkiider Figur sind die Buchstaben a a aaaaaa, b, cc, ccce, k h, i i i, I 1 II, m tu, n u, r t i i r, s s s s, 1111 11, n u

derart einznlragcn, daß dt! senkrechten und ivagercchte» Reihen gleichlantend folgendes ergeben:

1. Italienischen Tonknnstler.

2. Eine Farbe.

3. Heller in der Not,

(Auflösung in nächster Nnmmer.i

Auslösung des Tanschrätscls in voriger Nummer:

Topf II olm Oder Hob Wachs Aufler l,ati» Ourst Mci[ = Wstchel Giebel:

T h o r n> a l d s e ».

Redaktion- K Neurath. Rotationsdruck und Perlaa der Brühllchen Universitäts-Buch- und Slelndruckeret, R. Lauge, Dieben,