Ausgabe 
23.5.1914
 
Einzelbild herunterladen

818

herrlichsten Flüche, aber es nützte nichts, die ganze Schinderei des Rückivegs war umsonst.

Und dazu dieses Gedudel der Grammophone, wohin wir kamen. Eine Urwaldstrastc, wild, verwachsen, roniantisch ivie eine Mädchenphantasie und feucht wie ein Sumpf, verpestet mit diese» elenden Musikmaschinen! lind alle, soweit sie noch lwil waren, in vollen, Betrieb!

HierBankee-Doodle", dortCakewalk-Melodie", dazwischen Bus in-den Kamps-Torrero"-Geheul und Madonna Theresa", nur ein Irrenarzt könnte sich dieses Durcheinander ausmalen!

Endlich waren wir aus der furchtbaren musikalischen Zone heraus. Als wir toieder in Kismahu ankamen, war Bandar .Huk mit dem Danipser längst angekommen und halte seinen Triumph natürlich nicht verschwiege». Und Bobs Spitzname war schon fertig, ehe wir nur von den Pferden stiegen!"

Major Curtiß lachte wieder herzlich vor sich hin:

Mich haben sie damals sogarGrammophon-Hobbies Scbntz- truppe" genannt, aber mir war's egal. Das vergast sich bald. Nur Babble Samson wird seinen Spitznamen für alle Zeit behalten!"

Vas vegieften der Minnen.

Bon M. Trott.

Die Zeit, da die Hausfrau sich wieder mit dev Pflege ihrer Blumen auf dem Balkon oder im Garten beschäftigt, ist wieder da Und mit ihr auch die Zeit der kleinen Jrrtümer und Sünden gegenüber den Pflanzen. Die Bluuienpslege ist nicht so leicht wie inan im allgemeinen annimmt: eine Kleinigkeit, die man, ver­sieht, kan» mitunter eine Arbeit von Woche» und Monaten verderben. Der Gärtner loeist das und handelt auch streng danach. Der Laie aber begeht in seiner Unkenntnis nur allzuoft schwere Fehler. Meistens sogar beim Begießen. Auch das Blumenbegiesten ist eine Kunst. Es ist ganz falsch, am Morgen oder am Abend die Gießkanne zu nehmen, und tagaus, tagein im Frühling, Sommer und Herbst geivissenhaft jede» Blunientopf, jede Pflanze so lange zu begießen, bis das Wasser int Augenblick nicht mehr auf­gesogen lverden kann. Die verschiedenen Pflanzen erfordern ver­schiedenes Begießen. Licht, Lust und Temperatur wechseln täglich 'und verändern auch bei den Pflanzen das Bedürfnis nach-flüssigen Nahrung. Ein Zuwenig ist hier ebenso schädlich wie ein Zuviel; beides kann den Tod der Pflanze herbeiführen. Darum seien dem Laien, dem Wohl und Wehe seiner Pflanzen am Herzen liegen, einige erprobte Ratschläge gegeben.

.Zunächst benutze nran eine Gießkanne mit Brause: dadurch wird das Wasser gleichmäßig verteilt, und Blätter und Stengel ioer- iden durch das aus sie spritzende Wasser erfrischt. Man gieße überhaupt immervon oben" herab, so daß die Pflanze eine richtige Dusche erhält, lvas sehr wohltuend nird zugleich auch rei­nigend wirkt. Das geeignetste Wasser zunk Gießen der Pflanzen ist R e g e n ,oa s s e r. Da dies aber, besonders den Städtern nicht zur Verfügung steht, so soll man nur abgelagertes Wasser, d. h solches, welches einige Stunden der Sonne ausgesetzt tvar, Verwenden. Aber auch das läßt sich mitunter schwer durchführen, jedenfalls achte man aber immer darauf, daß die Temperatur des Wassers höher ist. als die der Luft. Die beste Zeit zum Bcgreßen sind die Morgen und Abendstunden, Will man ganz peinlich sein, so gieße man bis Johannis früh, da bis dahin die Nächte noch Miner kühl sind und das Wasser den Boden kalt macht. Nach Johannis gieße man abends, da die Sonnenstrahlen von, frühen Morgen schon so intensiv wirken, daß das Wasser zu schnell Verdunstet, ohne daß die Pslanzen genügend Nutzen davon ha­ben. Niemals gieße mail aber, wenn die Pflanzen gerade von der SoNne beschienen siitd, denn.dadurch tverden sie in ihrer Ent ­wicklung geschädigt. Ganz besonders zarte Getvächse kann man sogar dadurch in kurzer Zeit gänzlich zu Grunde richten.

Beim Blumenbegiesten sollte ,nan es sich zuin Prinzip machen: einmal, aber tüchtig. Ein einnialiges, reichliches Begießen ist viel porteilhaster, als eilt mehrfaches, schwaches lieberspritzen Blu­men. deren Blätter und Stengel nur flüchtig bespritzt 'werden, sind allerdings für den Augenblick erfrischt, das Wasser perdnnstet aber außerordentlich rasch und die Wurzeln sind leer ausge- stangen. Man gieße daher so tüchtig, daß man genall lveiß, daß die Feuchtigkeit bis zu den Wurzelfasern dnrchgcdrungen ist und von ihnen anfgesaugt lverden kann. Pflanzen, die sich itt der Zeit ihrer ersten Enttvicklnng beiinden, bedürfen einer häufigeren Bewässerung.

Eine Beimischung von Jaliche zum Giestlvasser, wen» sie Nicht zu stark ist, bekommt den Pflanzen sehr gut. Man inuß aber in diesem Falle darauf achten, daß die ,Flüssigkeit- nur auf den Boden luid nicht ans Stengel und Blätter kommt. Wasser, lvelches sich durch übermäßiges Gießen iu den iMinnennnterjetzern gesauiinelt hat, gieße man ailgenblictlich fort und lasse es nicht stehen, da jo st die Wurzelfasern leid» durch die übermäßige FoniNlgkeit zli sauten beginnen.

Wenn inan die obigen kleinen Barsch ritten beachtet, >vir» nian bat» merke», welch wohltuenden Einst»» das richtige, zweck mäßige Begießen aus die Pslanzen hat.

vermischt«».

* D i e Mehrheit. Ein bekannlee englischer Chirurg macht» in der Klinik die Runde juiammtu mit einem halben Dutzend Studenten. Ais er zu deni Belte eines Patieliten kam, dessen Fall zlveifelhalt lvar, sagte er zu seineli Beglellern : .Nim, meine Herren, ist hier eine Operation angezeigt oder nicht?" Einer nach dein ander» stellten die Studenten ihre Diagnose, und sie kamen all» z» denr Schluß, eine Operation wäre nicht richtig. »Sie haben alle nicht recht, meine Herren," sagte der berühnite Chirurg, morgen werde ich operieren.'Das werde» Sie nicht tu»/ rief da der Patient und erhob stch tut Bette.Sechs gegen einen ist die entschiedene Mehrheit. Ich will meine Kleider habe».'

Sprachecke der Allgemeinen veutschen Sprachvereinr.

* D t e Larve. Schiller- Taucher ist in grausiger Tiefe .unter Larven die einzige fühlende Brust'. Was sind Larven, lvas iv a r e n sie? In ihrer Herkunst von lat. larra sind eS zunächst den Furien vergleichbare gelve>lstische Quälgeister, die nach Ansicht des Römers weder Lebende noch Tote mit ihren Quälereien ver­schonen. Was sie in, Leben toten, meint ein römischer Schriftsteller lApnlejnsj, müssen sie auch nach ihreni Tode iortsetzen. Daß Larven dann allgeniein zu gefühllosen Schreckgestallcn ivnrden. bezeugt Schillers Wort. Ein lucitcrer Schritt: das Wort ivnrde wahr­scheinlich durch szenische Darstellungen zur Gesichismaste, zunächst natürlich zur häßlichen, dann aber auch allgeniein zur Maske über­haupt. So versteckte man früher das Gesicht unter einer Larve, iven» man zi»n Mnvimeuschanz aing, so entlarvt man de» Gegner, wenn man Ifjm die Maske vom Gesicht zieht, so braucht die Natur- ivisseilschaft die Larve i»i Sinne einer MnSke, hinter der sich so­zusagen die Puvpe und daher auch daS spätere Tier verbirgt. Endlich überlrug stch das Wort aitch aus Fori» >u,d Erlchciuuug des meuschltcheuAntlitzes; des gesiebtes larT wird bei Gryvbiu» zu», Gesicht« selbst. Aber auch >» dieser Auweudung hat der Aus druck anfangs einen häßlichen, verächtliche» Beigefchuiack. Emilia Galolti zieht nach Marinellis Ausicht als .Mädrheii mit wenig Larve, aber mit viel Prunk von Tugend und Gefühl imb Witz' den Grasen Appiani iu ihre Schlingen, und die Königin Elisabeth spricht von der verhaßten Nebenbuhlerin:

Und ift'3 denn wirklich wahr, daß sie so schön ist?

So oft musst' ich die Larve rühmen hören

Endlich schwand auch dieser verächtliche Beifilm und Larve tvurde schlechthin zum Gesicht, so daß mau heute auch uon schönen Larven (Grillparzer) und allgemein voll einen! hübschen Lärvchen reden tauu. Ilm das .niedliche Lärvchen" der Gnilel ans Btase- witz haben sich .die Herren vom Reqinient' ehenials förmlich ge­rissen. Söhn? tHannover).

Biertisch.

Berühmte Autoren. Zur ErGsnnng der Inter- nativnalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik an« 6. Mut 1911 hat der bekannte Verlag einen Almanach heransgegeben Berühmte Autoren des .Verlags F. A. Brock hg ns". Eine Auslese hervorragender Autoren, deren Nainen mit deni des Brockhausschen Verlags aufs engste verknüpst sind, ist in dieser reizend ausgestattelen Schrift mit Originalbeiträgen, Briefen, Fak­similes oder Bildnissen vertreten: Arthur Schopenhauer lind

Paul Deussen, Friedrich Bodenstedt und Johann Peter Eckermanii, ;Karl Gutzkow und Ferdinand Gregorovins, David Friedrich Strauß und Ferdinand Lassalle, Heinrich Schlieman» und Theo­dore Roosevelt, vor allem aber die laiye Reihe der großen For- schnngsreiseilden, deren Werken der Verlag BrockhauS einen be­deutenden Teil seiner Tätigkeit gewidmet hat: Schweinsnrth,

Stanley, Fürst Uchtomfkij, Statin Pascha, Nansen, Hedi», Mikkel- sen, Kapitän Scott, Herzog Adolf Friedrich, Herniann von Wisj- Imann, Sverürup, Nordenskiöid, Emin Pascha u. a Jedem Be­sucher der Bngra wird dieses Büchlein eine tvertvvlle Erinnerung sein.

Magisches Auavrat.

In die Felder nebenstehende» Qiiadrats sind die Biichstaben AA EEH I INNOOHKR Z Z derart ein;»lragen, daß die ivagerechten >n senkrecht.Reihen gleichlanteiid folgendes beüenlen:

1. Ein Gebirge.

2. Musikstück.

3. Fluß in TranSkankanen.

1. Griechischen Philo'oohen.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Schach-Ausgabe i» voriger Niniimeri ' Weist. Schivarz.

1» Tli7 - c7. Th I ii. »2.

ä* S h 1 - d 3 f S b 3 u. d 2 .

3: f> a 1 e I seht Matt.

Redakeia»: lt. Neuratb. Nt<ttii»lst>ruck und Verlaa der Brübi'sche» Unioerstlätl-Biich- »nb Steindruckerei. R. Lang«. Gieße»,