Ausgabe 
9.5.1914
 
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bet Schnicrz, mit dem ttmften heisch 511 gehen, loäre unerträglich gewesen. So 'ftcfTiPte ich foie Hautsvhlen iitit üanuliii an, band sie mit Leinen fest, zog sechs Paar Sttirntpfe baviiber, und dann tpteber meine Feldstiesel: ander» hätte ich dem Wind und dein Ei» nicht trofccit können Jeder Schritt bereitete mit nun grosse Qualen. Ich glaubte nicht mehr, b.iij c» mit möglich sein werde, allein heiin- znkontmen. Zuerst nahm ich mir vor, einen in der Nähe liegenden Berg $it erklimmen, um hier die Tagebücher von Mertz, Ninnis und mir als eine Euinneruiig an uiisere Expedition zu hinterlege». Aber ich arbeitete mich durch ein Gletschertal, das ich Merhtal, tausle, ,veiler und kletterte 3000 Fnh bis zur Hochebene empor, den Schlitten hinter mit her schleppend Ost siel ich bis an die Ellenbogen durch Schneedecke» über Gletscherspalten; einmal fiel ich ganz hindurch Und hing au dem mit dem Schlitten verbundenen Seile über denk Abgritnd. lieber mir war die Schneekrttste, ditrch die ich eingestürzt ivar. Einen Augenblick überkam mich der Ge­danke, mich loszubinden und in die unbekannten Tiesen hinabsallen zu lassen, und wiewohl ich sehr schwach war, rist ich mich doch zu- samnien und versuchte, wieder hinauizuklettern. Zweimal kam ich säst bis an den Rand des Abgrundes, siel aber aus Ermattung ivie­der zurück. Dann machte ich einen dritten, verziveiselteu und lebte» Versuch. Und diesmal gelang es, ich kani wieder an die Obersläche. Ich ivar so erschöpst, dast ich eine Stunde lang nicht weiter^koiuite. Nun machte ich mir eine Art Strickleiter, die ich au meiner Schulter und Ungleich an deii Schlitten aiiband; litt den folgende» drei Fällen, in beiten ich wieder in Gletscherspalte» abstürzte, konnte ich mich mit Hilse dieser Strickleiter leichter Ivieder herausarbeiten."

22 Tage hindurch schleppte sich Maivson so durch die weihe Einsamkeit, bis er am 29. Januar, nur durch einen glücklichen Zufall, etioas Schwarzes tut Schnee sah: ein Proviantdepot, das die Hilfsexpedition auSgeselit halte. Die Nahrungsmittel steigerten Mawsons Kräfte, und nun drang er zu einem ziveiten Depot vor, das d>!»r jnoch zwanzig Meilen Pont Hauptlager entfernt war. Allein w ioar nun so erschöpst, dast er acht Tage rasten mnstte, ehe er daran gehen konnte, diese letzte Strecke znrückzulege». ?lls er endlich das Ziel erreichte, ivar dieAurora" vor einer Stunde abgefahren; er sah sie noch am Horizont.Meine Nerven gaben nun nach, ich bekam Schüttelfrost Und Krämpfe, meine Beine schivolleu an, und es dauerte zwei Monate, bis ich ivieder wohl ivar."

vermischte».

* Dari man nach Ostern »och Seefische essen? Eine seltsame Frage. Sie muß aber ansgeivorse» iverdeu, Tie Erfahrung lehrt nämlich, dast ln Deutschland, wo man mit dem Wesen der Jtschkost »och nicht atlaemem vertraut ist, mit der Kar­woche auch die Freunde des Seefisches eine Panse in seiner Ver­wendung eintrelen lassen. Alan glaubt, zumal in Ländern mit einer Bevölkerung überwiegend katholischen Bekenntnisses, »aeh der lange», Ostern beendeten Fastenzeit ivieder vvrzngSiveise Fleisch- gerichlen znsprechen zu sollen, denkt aber nicht daran, dast sich Kotelett und Filet oder Jrikandelleii ebensogut an? Kabeljau und Seelachs ivle aus Rind- oder Kalbfleisch Herstellen lasse». Dabei kann man sieh am Fischieinals »über' esse», wen» man ihn jmeef- rnästig behandelt, nämlich mit Gemüse, Kartoffeln oder geiveichtem Brot. Co erst ergibt auch gerade der setzt durch seinen überaus niedrigen Preis nnffalleude Ceefiseh ei» kräftiges Effe», für das man. um gesättigt z» iverdeu, lelbst beim Mittagsmahl keinen zivetten Gasig nnl de» Tisch zu bringen »ölig hat. In den Städten, ln denen z. B. die Sianiliche Fisehereidireklivn in Hambnr^g Fisch­kochkurse veranstaliei hat, iveist man bereits den Wert der Leefisch- nahruug ln der mit Ostern beginnenden wärmeren Jahreszeit ge­bührend zu schätzen. Allgemein sollte man sich aber jetzt dem Fisch mehr denn je imvenden; beim jetzt ist sein Fleisch mn besten, dem menschlichen Organismus am zuträglichste», auch von Kindern, schwächlichen und kränklichen Personen ani leichtesten verdaulich, dabei ganz bedeutend billiger als irgend ein anderes Fleisch. Mit dem alten, aus irrige ,1 Voraussetzimgen beruhende» Vorurteil, als ob Seefische »aeh Ostern nicht mehr ein vollivertigeS Esten bildeten, sollte allgemein gebrochen iverdeu. Wer sieh näher über die Art unterrichten ivill, in der auch im Sommer selbst die billigsten Fische in mamiigsaltiger lind sehinackhailer Weise znbereiiel werden können, findet nähere Anleitung in einem Kochbüchlei», das di« Staatliche Fischereidirektwn in Hamburg und die Staatliche Fiseherei- inspekttoii in Cuxl.aven kostenfrei a» ,ede Konsnn,eitlen abgeben.

' Eine Weite. Im Pariser Bois de Bonlogne siel in letzter Zeit eine jimge Amazone allgemein ans, eine blendende Schönheit, angenscheinlich eine Engländerin, die jeden Morgen ans einem vräch- tigen Pferde spazieren ritt. Einem eleganlen Herrn, der der Dame oft bei seinen Spazierritten begegnet ivar, hatte die schöne Neitecin grostesi Eindruck aeniachl, »nd er war daher »ich! wenig überrascht, als er sie eine-! Nachmittags in einem vornehinen Egsö »nler den jungen Damen ivieder entdeckte, die den Tee servierten. Er traute zunächst seine» Augen nicht, innstle sich aber doch überzeugen, dast die elegante Dame, die jeden Morgen tut Bois spazieren ritt, nach- initlaqS diese merkwürdige Verwandlung dnrchgemacht Halle und, als ob st« nichts anderes geivöhnt iväre, mit Teekanne, Milchtops »nd Kuchenleller hanlierte. Nähere Stnchsorschnngen, die der Fran­

zose anslellte, ergaben des Rätsels Lösung. Die junge Dame, die einer hochstehenden englischen Familie angehöri, herrsehle eines Tages ein junges Mädchen, das ihr nicht lebhaft genug beim Teeservieren z» fei» schien, allzu teinperamentvoll an, und ihr Vetter, der zugegen war, maelne ihr Vorhalt,nigen, sie innstie sich doch an die Stelle der Leute versetzen und mehr Geduld beiveisen. Sosorl erllärle die junge Dame, wenn sie den Tee zu servieren hätte, so ivürde sie das ziveisel- lvs besser verstehen, und als ein Mort das andere gab, schlug sie eine Wette vor, sie wolle ivirklich einen Monat lang anstelle des imgeschiekten jungen Mädchens Tee servieren, ,D» wärst die Rechlel' sagte der Vetter.Was 91 U die Wette?" .Ein Plerd!'Top!' Gesagt, getan. Die jimge Engländerin trat ivlrkllch ihren Dienst im Cciss an und versal, ihn mit Uinstcht und Eiser. während der galante Vetter gar nicht erst den Ablaus des Monats alnvartete, sondern sich sofort besiegt erklärte und seine Wette zahlte.

* Schlin, » 1 . Sie:Geld macht auch nicht immer glücklich.''

Er:Im Gegenteil: manchmal verleitet's einen sogar znin Hei« raten!"

Dein Rote» Kreuz zu»» 10 . Mai.

Nun schmückt Dich, Notes Kreuz auf weistem Grunde» Der fünfzig Jahre goldner Jubelkranz,

Und dankbar blickt der Böller iveile Runde Auf Deiner Segeiisspuren nialden Glanz.

Was Dnnant einst tut Geiste, grainverlvre»,

Ob Solferinos Wahlstatt selniend sah,

In Genf zu edler Schasfenskrast geboren,

Beseelt's ein halb Jahrhundert fern und nal Von Nächstenliebe hell entfachte Herzen:

Ein Hort der Hilfe in der Welt der Schüterjenf

Wie könnte je Gevinänia Dein vergessen.

Du Rotes Kreuz, »nd Deiner Retterschar:

Der Samüritertrene, »nerinessen,

In Krieg und Frieden, volle fünfzig Jahr'!<

Hörst du in Lüften seines Glockentiiige,,?

Mein deutsches Vvlk! Heut ist der zehnte Mail Der Friedenstag, an bemi »ach blnt'gem Ringen Das Vaterland ivard einig einst »nd frei!

Da durften nach dem Fcüchiekrailz, dem reifen,

Die Ritter auch vom Rote» Kreuze greisen!

Der zehnte Mai! Was ivill er heut uns sage»' Germania blich auf Holzer Friedenswacht.

Doch für de» Frieden Höchstes auch zu tvage»,

Hat Opfer sie um Opfer dargebracht

Die Zeit ist ernst! Wenn je, >oas Gott verhüte

Rauh die Trompete bläst den Krieasalarni,

So lieht im Felde unsres Bvlkes Blüte, llnttvst von der Gefahren ivlrrein Scknvarnil!

Weh, flattern dann im grausen Schlachtreviere Nicht trostreich auch die Roten Krenz-Panierel

Schon schmückt das Rote Kreuz aus weistem Grnndt Der fünfzig Jahre goldner Jiibelkranz!

Mein deutsches Vvlk, zeig' ivürdig dich der Stunde!

Es Ivill nicht Ruhntesred', noch Festesglanz,

Es ivill dein Herz, will deine ossnen Hände Für dich! Heul ist der zehnte Mai!

Durchs Land geht Werbenis zur Segensspende Für's Rote Kreuz: Wer luäre nicht dabei,

Wenii's Liebe gilt um höh'rer LiÄe nullen,

Die »imnier rastet, Menschenlveh zu stillen!

_ Ferdinand Katsch

äkat-Zlisgade.

ES wird Aierskat gespielt. Mittelhand will Treff-Solo lpielen, Vorhand hat aber Nullonpert. Ta Mittelhand bereits so hoch sieht, dast er duich den Gewinn eines Spieles seitens der Gegner ohnedies die ganze Partie verliert, so sagt sie eigentlich mehr aus Uebernmt Grand an ans folgende Karte:

Das Grand ivird gewönne», olnvohl die übrigen drei Wenzel in einer Hand sitzen. Wie sind die Karlen verteilt und wie ivurdl gespielt 1 Auslösung in nächster Nuinmer.

Auslösung des Versteckrätscls in voriger Nuininerr Ein guter Schlas ist ein gut Frühstück iveri.

Nxdaktl»»: K. Neurath.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen U»iv«rsität«-Buch- und Stemdrrlckeret» R. Lang«! Gieffen.