Somsta»!. den II. Amil
Ostern.
Von Johannes Trojan.
Es kam der Tag, da überall Hell von der Türme Hohn Verkündet Osterglockenschall Des Heilands Auferstehn.
O Tag, der neue Lebenslust Und neues Hoffen läßt Entfalten sich in Menschenbrust,
O schönes Osterfest l
O wie so hold auf Flur und Au Es wieder knospt und blüht l Wie reizend aus dein Himmelsblau Erklingt der Lerche Lied!
Befreit vom Eise nimmt durchs Tal Der Waldbach seinen Lauf,
Wo Veilchen tun, vom Sonnenstrahl Geküßt, die Aeuglein auf.
Nun ist vorüber all das Leid Der bange» Winternacht,
Und was geschlafen lange Zeit,
Ist ivieder aufgewacht.
WaS da vecstttmmt für immer schien,
Wird fröhlich wieder laut,
Wenn in der Bäume zartem Grün Sein Nest der Vogel baut.
2lnf und hinaus nun in den Wald,
Wo uns so viel erfreut Und Blrunensterne niannigfalt Sind auf den Grund verstreut.
Gern heinint der Wandrer seinen Schritt, Um einen kleinen Strauß Zu pstücken sich, und trägt damit Den Frühling in sein Haus.
Verwunden ist des Winters Weh,
Wenn Ostern kommt ins Land, y Fällt auch aufs Grün noch einmal Schnee» Rasch ist er fortgebannt.
Es kani das Fest, das sorgenfrei Das Herz uns schlagen läßt.
Froh sei begrüßt, willkommen sei,
O ?lufersteh»ngSfest I
Vkkifierstöchtrr.
Roman von Paul Gr ab ein.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
„Warum sollte ich nicht darüber zu Ihnen sprechen k Zu einem alten Freunde. Es ist ja kein Unrecht, wenn ich Ihnen sage: nein, dieses Wanderleben ist nicht mein Fall. So ohne blechende Stätte, heute hier, morgen da, nur so aus dem Koffer zu leben, alle Tage neue Gesichter um sich — es ist mir ettvas Schreckliches. Ich bin vielleicht schwerfällig in dieser Beziehung, aber es ist nun einmal so."
Er hörte hinter ihren Worten noch Ernsteres heraus. Und seine Äugen ruhten besorgt ans ihrem Antlitz. Sie n»ar entschieden blasser geworden, und eine Müdigkeit lag über ihrem ganzen Wesen. Zögernd sprach er da:
„Ich kann Sie nur zu gut verstehen, meine gnädige Frau. Sie sind ja auch nicht geboren zu solch einem Lebe». Aber — es wird wohl schwer sein für Ihren Herrn Gemahl, da Wandel zu schaffen?"
„Ja, das ist cs ia gerade." Er nierkte es ihr an, tvie sich nun innerste Sorgen bei ihr unbewußt Lust machten. „Was soll er anders anfangen? — nach dem unglückseligen KonfliN? Es bleibt ihm eben nichts lveiter als solch ewiges Herum,ziehen. Denn diese Varieteebühnen müssen ja längstens allmonatlich ihr Programm tvechseln. Oft genug alle vierzehn Tage. Es Hilst also einmal nichts."
lind sie versank wieder in ein müdes Schweigen.
Kyllburg spielte am Portepee des Säbels, den er zwischen den Knien hielt, mit gesenktem Kopse. Dann aber ließ ihn. ein leiser Laut, loie ein bedrücktes Atemholen aus ihrer Brust, aufsehen, zu ihr hin. Und als er sie nun so gewahrte, in ihrer matten Versunkenheit, das schöne Ant- lttz mit seinem Schmerzenshauch, der ihm von dem verriet, was sie nicht anssprach — in ihrer Leidenszartheit doppelt reizvoll, wie Trost und Schutz von seiner Manneskraft fordernd, da fühlte er plötzlich in seinem Blick ein Fiiinmern treten.
„Liebe, arme gnädige Frau —!"
Stockend kam e-s ihm von den Lippen, und ganz leise nur, als scheute er sich selber vor diesem aus der Tiefs dringenden Ton. Aber es war, wie wenn sie es gar nicht vernommen. Da neigte er sich zu ihr hinüber, mit dunkler, halblauter Stimme:
„Wenn man Ihnen raten könnte! Glauben Sie mir — ich sorge mich mit Ihnen. Was gäbe ich darum, könnt' ich etwas für Sie tun!"
Sie lächelte mit geieiikien Lidern. Ein ganz kleines, schwaches Lächeln. Wie gnr das tat, so Zuspruch zu hören. Weich und zart. Und ans seiner dunklen Stimme wehte es sie an mit dem Hauch der Erinnerung. So hatte er auch gesprochen, damals, an jenem Abend im Walde. Eine Wehmut schlich an ihr empor. Ein Mitleid mit sich und


