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sank ihni um den Hals und küßte ihn. Der Soldat uw durchaus nicht dumm, aber diesen Wechsel konnte er nicht so schnell sassnr. Einer der früheren Vögel mußte ihm erst alles auftläven.

Da N>ar allerdings keiner so sroh wie der Soldat. Er setzte die Jungfrau, die den Worten des Erzählers eifrig gefolgt war und den Soldaten dann und wann glücklich ansah, auf das Roß des Prinzen, der sroh war, daß er wieder auf seinen Beinen stand und nicht mehr zu piepsen brauchte.

In heiterem Zuge ging es zum Schlosse des Königs, der keine beiden Kinder gerührt ans Herz drückte. Bei der Hochzeit, die kurz daraus stattsand, fuhr das junge Paar in einem präch­tigen Wagen, der ganz mit Veilchen verziert war, in die Kirche.

Die beiden lebten lange zufrieden beieinander. Im Volks- niunde aber hieß die Königin ihr ganzes Leben lang die Beilchenprinzesfin".

Katzenelnbogen.

Bon Hans Otto Becker.

Einen beträchtlichen Teil des Odenwaldes, fast das ganz« nordwestliche Viertel, nimmt die ehemalige Obergrasschaft Katzen­elnbogen ein, die über die Grenzen des Gebirges hinaus noch einen großen Teil des nördlichen und westlichen Starke,iburg umfaßte 1479 fiel diese Grasscliaft »ach dem Tode ihres letzten Herrn, Philipp, zufolge Erbschaft an den, Landgrasen Heinrich III. von Hessen und gerade dieser Teil bildet das eigentliche Stammland des Großherzogtnms Hessen, da nach deni Tode Philipps des Großmütigen 1567 sein jüngster Sohn, Landgraj Georg I., das Gebiet der Obergrafschaft als Landgrasschaft Hessen-Darmstadt erhielt. Noch heute führt Hessen das Wappen von Katzeneln­bogen, den roten Leoparden mit blauer Zunge, Krone und Krallen im goldenen Feld, im großen Staatswappen.

Der Name Katzenelnbogen klingt etwas befremdlich und es hat deshalb nicht an Deutungsversuchen gefehlt. Die abenteuer­lichste davon ist Cattimelibocus, womit der alte deutsche Bolks- stamm, die Chatten ( Hessen», und der an der Bergstraße sich stolz erhebende, heute MeliboknS gen. Berg miteinander in Ver­dung gebracht werden sollten, ein Unsinn von geradezu grotesker Wirkung: die Chatten, die im nördlichen Oberhessen und m Kurhessen ihre Sitze hatten, wo sie bis heute blieben, als einziger deutscher Stamm, der seit geschichtlicher Zeit seinen Wohnsitz nicht verlassen hat, haben weder mit Katzenelnbogen noch mit dem Melibokus etwas zu tun: letzterer (richtig» Matchen» ver­dankt seinen heutigen Namen der deutschen Pseudogelehrsamkeit frü­herer Jahrhunderte, die in dem Berg das Melibokon des antiken Geographen Ptolemaios finden wollte. Eine Erklärung des Na­mens Katzenelnbogen ist bis heute noch nicht gegeben. Das Ge­schlecht führte den Namen von seiner am Dörsbach gelegenen Stammburg: in jener Gegend am Rhein, der Nicdergrasschaft, gehörte den Katzenelnbogenern, z. B. St. Goar. Braubach, Rhein- fels. Interessant ist es, wie französische Schriftsteller den ihnen jedenfalls greulich klingende» Namen veränderten; der Geschicht­schreiber Villehardouin nennt ihn Chassenele et de Boghe oder Chassenele en Bouche und der Italiener Ferretus Picentinns Caleinemborch.

Die Grafen von Katzenelnbogen waren Gaugrasen ini Ober- Rheingau. Die wichtigsten Orte der Grasschaft waren: an der Bergstraße: Auerbach, Zwingenberg, Jugenheim, Secheim, Bicken­bach, Bessungen und Darmstadt, das von Kaiser Ludwig 1330 Stadtrechte erhielt und von Gras Wilhelm II. mit Mauern und Türmen versehen ward: im Odenwald: Neunkirchen, Reinheim, Groß-Biebcrau, Kainsbach, Biensbach und vor allem Lichten­berg.

In Lichtenberg, heute der Glanzpunkt des nördlichen Oden­walds, hatten die Katzenclnbogeuer ein Schloß, das bis 1815 noch in Resten stand, bis es cinstürzte. Heute noch erinnert an jene ferne Zeit bas mächtige alte Bolliverk, der einzelstehcn.de, dicke, einstöckige Turm am Südende des Schlosses und ganz geringfügige Reste der alten Burg sind auch immer noch sichtbar. Das präch­tige Renaisjanceschloß, das heute den Besucher von weiter Ferne schon entzückt, erbaute Landgras Georg I. 1570 Nach ihrem Schloß zu Lichtenberg nannten sich die Grafen von Katzenelnbogen, die im 12. und 13. Jahrhundert hier residierten, auch Grase» von Lichtenberg.

Dies Giaseugcschlecht trat in der Geschichte wiederholt rühm­lich hervor. Gras Bertold ist bekannt als Mitbegründer des la- leinijckw» Kaisertums; er eroberte sich aul der Balkanhalbinjel ein Fürstentum uni 1211». In denl Konflikt zwisctien dem la­teinischen Kaiser von Büzanz, Balduin, und dein Markgrajen Boniiaz von Montserrat unterstützte er den letzteren.

Gras Diether II., sein Nesse, vereinigt den ganze» Glanz mittelalterlicher Herrlichkeit aus seiner Person. Er >var ein ritter­licher Säuger und vor allem ein kunstbegeisterter Mäzen der- sische Dichter. Kein Geringerer als Herr Walter von der Boqel- weide war mit ihm bcjreundet und i» einem Gedicht sagt er

denk Grafen Dank sür einpfangene Wohltat. Dieses laut«« in der Uebersetzung Simrocks: >

Ich bin dem Ellenbogner hold auch ohne Gab' und ohne Soldt Er ist mild, blieb es auch mir verhohlen.

Erfahren's denn die Reußen und die Polen! *

Das erregt mir weder Haß und Neid:

Ein Meister möcht ihn besser preisen,

als der Schnarrenzcr Dudelweisen, ' -

schätzt' er der Werten Würdigkeit.

Den edle» Stein, den Diamant,

Gab mir des schönsten Ritters Han», ohne Bitte ivard er doch der meine.

Jcd lobe nicht die Schönheit nach dem Scheine, milder Mann ist schön und großgezogen:

Man soll nach außen Inneres kehren, so kommt das äilßerc Lob zu Ehren, n»ie des pon Katzenellenbogen.

Auch Heinnch Tanuhäuscr hat die Gunst dses Grasen Diether genossen mtd klagt 1266 um dessen Tod.

Wie sein Onkel Bertold, zog auch Diether in den Orient, 1219 nahm er an einem Kreuzzug und an der Belagerung von Damiette teil. Ueber seine Rückkehr berichtet uns der Kölner Scholastiker Olivcrius: Ans der Heimsahrt geriet Diether in

die größte Gefahr durch einen sarazenischen Seeräuber, der in cyprischen Gewässern das Schiss Aethers übersiel und durch Feuer zerstörte: nur durch Schwimmen konnte der Gras das nackt« Leben retten.

Ein Graf Diether IV. beteiligte sich an der Romsahrt König Heinrichs VII. 1310 und erhielt sür seine dem» Kaiser geleisteten treuen Dienste 1312 Stadtrecht für Lichtenberg.

Um 1330 erbauten die Katzenelnbogencr in Darmstadt eure Festung und 1370 ein Schloß, wo sic nnnmelw residierten. 1403 fand in Darmstadt das bekannte Turnier statt, das von Graf Emmerich iwn Katzenelnbogen ausgeschrieben und besonders blu- ttg verlief:

Zu Darmstadt in den Schranken

blieben neun Hessen und siebzehn Franken.

Das Katzenelnbogencr Schloß in Darmstadt ist bis aus ganz geringfügige Spuren perschivunüen; im schmalkaldischen fkrieg sprengte es der kaiserliche Feldherr Graf Büren in die Luft, der die Stadt nach heldenmütiger Gegenwehr gegen die Spanier durch List gewann.

Doch damit sind lvir bereits in einer Zeit angelangt, zu der, wie schon auSgeführt, die Katzenelnbogcner ansgestorben waren. Es war ein bedeutendes Geschlecht, an das wir »ns, wenn >oir im nordwestlichen Odenwald ivandern oder loenn wir zu Hause die mittelalterlichen Sänger lesen, heute noch gem« erinnern.

vstchertisch.

S it n ft Io a r t. Erstes Aprilheft 1914 (Verlag von Georg D W. Callweh. München. Vierteljährlich 4,50 Mk.ß Avenarius, Man weiß das". Auch etwas zum Frühling. Bonus, Vaterlands­liebe und Weltsprache. Schumann. Gestern, Heute und Morgen. Liebscher. August Halm in seinen Konipositionen. Halm, Bcetho- vensSzene am Bach". Migge, Kunst und Natur im Garten. Kuntze, Das Dozentenbaus. Die Rundsckiau enthält unter andermi Wilhelm HeinzBolksgunst ist wankelmütig". Berichte über Erst- aussührungen in Berlin, Wciniar, München Leopold Schmidt, Von neuen Tvirwerkcn und Zwei neue Overn. Artur Müller, Die Wa- chenbnrg Der Vertretertag derFreideutschcn Jugend". Erwin Richter, Politik, Ideal und Charakter. Schwerter, Fortbildungs- schnlzwang? Hugo Schniidt, Von der Ostertüte. Lose Blätter: In­dische und morgenländische Literatur. Bilderbeilagcn: Mediz' Baum in den Alpen, farbig. Rethels ZeichnungGleichnis". Max Klin- gcrs RadierungDer Herrscher", August Brömscs RadierungVi­sion des Evangelisten Johannes". Notenbeilage: Halms Bagatelle.

Kopfe,Rätfel.

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Aus dem en'tcii imo dem leinen der vorstehenden Wörter stutz je drei, aus jedem der übiigeu Wörter ztoci ziisammciihäugcnde Biirlislahen zu entnehmen, jo daß üch daraus ein Sprichwort ergibt. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummert ERNST REIS NIL 8 8 T

Deduktion: K. Neurath. Notaliousdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Sleindruckeret, R. Lange, Gießen,