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Abenteuer mit dem „ttai»iibalensisch."
I» einem neuen Reiseberichte über feine fJforfdjunoSieiic in Südamerika, de» Rooseve lt soeben im Daclh Telegraph erscheinen lasst, schildert der Expräsident der Bereinigten Staaten die Dainpsersatnt de» Paraguah hinauf und erzählt daber einige Geschichten von dein blutgierigen fog. Kannibalenfrsch, der Piranha Dicker kleine Usch, der die Gestalt einer Scholle hat, gilt als einer der gefährlichste!! Wasserbenwlmer der brasilianischen Flüsse; der Oberst Rondo», der im Anstrage der brasilianischen Regierung Roosevelt begleitete, konnte berichten, das, erst drei Aschen vor hem Aufbruch der Expedition ein 12jahriger Knabe in der Nähe von Couruncha beim Baden von diesen Fischen angefallen und buchstäblich lebendig von ihnen ausgefressen wurde. Oberst Rondon hat selbst ein schmerzhaftes Abenteuer mit diesen seltsamen Fischen zu bestehen gehabt; er wollte baden, wählte sich am Ftußrani» eine flache Stelle aus, überzeugte sich sorgfältig, daß, mie Roosevelt schreibt, „keine menschenfressenden F-iscl-e in der Nähe waren; aber als er seinen Fuß ins Wasser setzte, grist ihn plötzlich einer dieser Usche an und bi» ilmr die Zehe ad." Ein anderer Mann der Expedition ivurde beim Durchwaten eines Flusses am Fun ballen und an den Knöcheln angegrissen, wollte die Angreiser mit der Hand packen, wurde nun an den Händen ersaht und konnte sich mir durch den glücklichen Zufall, da» ein über das Walser reichender ,Ast in der Nähe. >oar, retten und ans Land ziehen. Aber er >var so furchtbar verlebt, dah sechs Monate verstrichen, ehe er wieder genesen war.
Die Piranhas, die Roosevelt so lebhaft beschäftigen, sind auch bereits von deutschen Forschern beobachtet und studiert worden. Schon Humboldt hat mit der Piranha öSerrosalmo Pirapa> wäh- rend seiner südamerikaniichen Reise ähnliche Erfahrungen gemacht und beobachtet; so erzählt er: „Die kühlenden Wellen des Pirara waren bei der unansstehlichen Hitze für unsere Gesundheit die grüßie Erquickung, welche uns aber leider nur z» bald verfällt wurde, dii einem der Indianerknabe», tvelche uns gefolgt waren, beim Ueberschtvimmeu des Flusses von den gefräßigen Pirahas ein großes Stück Fleisch au» dem Fuß gerissen ivurde. Das Khreckliche Aufschreien des Knaben, als er die Wunde erhielt, lieh uns vnsanglich fürchten, er sei die Beute eines Kaimans geworden. Schreck und Schmerz kitten ihn so erschüttert, das; er kaum das Ufer erreichen konnte. Gießt man ein paar Tropfen Blut ins Wasser, so kommen sie zu Tausenden herauf, an Stellen, wo der Fluß ganz klar »nd kein Fisck zu sehen war. Warfen wir kleine blutige Ueiichstuckchen ins Wasser, in ivenigen Minuten waren zahlreiche Schwärme von Karaibensischen da und stritten sich um -den Fraß."' lind ein anderer deutscher Forscher, Schombnrgk, miill bei seinen Studien über die Raubgier der PiravaS beobachten, daß die gefräßigen Fische sogar ihre eigene Art nicht schonen.
Da» Ochsen und andere Tiere, wenn sie beim Schwimmen unter einen Schwarm dieser sürchtersiche» Fische geraten, lmch- stäbiich Zerfleischt werden, wurde schon oft sestgestellt. Den Hunden ivird von diesen Ranbsischen nicht selten beim Trinken Rase oder Lippe abgerissen, und Dobrizhoser weiß mitznteiten, daß zwei spanische Soldaten mit ihren Pferden bei dem Uebergang durch einen Fluß von den Piravas angegrissen und getötet wurden. Dasselbe berichtet Humboldt; er erzählt, da» die Fische den Mensche» beim Fladen und Schwimme» angreise». „Fst >nan anfangs auch nur unbedeutend verletzt, so kommt man dock» nur schwer aus den; Wasser, ohne die schlimmsten Verletzungen davonziitragen. Rerschiedene Indianer zeigten uns an Waden und Schenkel vernarbte, sehr tiefe Wunden, welche von diesen kleinen Tieren her- rsthren." r
Die Tricks des Taschendiebes.
„Die größte Ermutigung zu seinem Berufe gibt dem Taschendiebe das Publikum," urteilt ei» Londoner Detektiv in einer englischen Zeitschrift, in der er Jntereisairtes ans seiner Amtstätigkeit bei der Bekämpfting des Taschendiebstahles erzählt lind einige häufig wiederkehrende Tricks de» moderne» Taschendiebes verrät. >
So lange Frauen mit kleinen silbernen Täschchen durch die Straßen wandeln, Ridicules tragen, in denen man bei jedem Schritt das Gold klimpern hört, solange Männer ihre goldenen Uhren und Ketten zur Schau stellen, solange wird die Armee der Taschendiebe Ivachsen, „ja, ich muß offen gestehen, da» mein Mitgefühl oft genug aus Seiten des Taschendiebes ist, dem das Publikum aus Schritt und Tritt die Bersnchmtg gleichsam unter die Nase hält." Mit dee Ansmerksamkeit ist es nicht getan, denn gerade darin weiß der Taschendieb immer wieder sein Opfer zu überlisten, ist es doch eine seiner wichtigsten Aufgabe», das Jitter- esse oder die Aufmerksamkeit des erwählten Opfers abzulenkeii, damit der Kniff gelinge. Mit der Zeit habeil sich eine ganze Reihe bestimmter Tricks herausgebildet. Wen» du in der Straßenbahn oder in der Untergrundbahn int Gedränge stehst und dich irgendwo mit erhobenem Arme festhäit - dann hüte dich vor dem Manne, der bei jeder Kurve oder bei jedem Anhalten des Wagens sein Gleichgewicht verliert »nv gegen dich stößt. Hüte dich vor dem Manne, per dir so ins Gesicht atmet, da» du de»
Redaktion;
Kops beiieite wenden will», hüte dich vor dem Manne, der dir ans die Füße tritt oder in irgendeiner Weise lästig ivird. Er will mir deine Aufmerksamkeit ablenken, und während er dich stößt oder belästigt und sich dabei entschuldigt, wird er es perstehen, sich unbemerkt darüber zu informieren, wo du dein Geld trägst. Und im Handumdrehen ist es verschwunden. Trägst d» eine kostbare Brustnadel oder eine Krawattennadel von hohem Werte, dann hüte dich vor dem Nachbar, der neben dir in der Straßenbahn in seine Zeitungslektüre vertieft ist und mit der .Handhabung der große» Zeitung Schivierigkeitei, hat. Wenn er die Blätter wendet, fährt er dir säst ins Gesicht, die Bogen rascheln an deinen Augen voritber, du beugst de» Kopf zurück; aber später wirst du merken, daß deine kostbare Nadel verschwunden ist. Auch kein Sicherheitshalter bietet Schutz, denn dann wird der Dieb mit einer geradezu märchenlmsten Geschicklichkeit mit .Hilfe einer winzigen Kneifzange den Stein ans der Nadel entfernen,, ehe bu es merkst. Denn die Taschendiebe sind in der Schnelligkeit und in der Sicherheit ihrer Bewegungen auch wahre Taschenspieler, und viele von ihnen könnten sich durch Vorführung ihrer Kunst im Varietee ein hübsches Bermögen erwerbe». Die besten Krawattennadeldiebe sind übrigens Frauen, und sie arbeiten in den Nachtstunde». Meist sind es sehr hübsche elegante Frauen, und die Basis zu der Operation ist die scheinbare Duldung eines Annähernngsversuches. Solche Frauen sind meistens zu zweit.; auf der Straße sieht man zwei Damen vor sich hergehen, plötzlich stolpert die eine, stürzt, kan» anscheinend sticht wieder ausstebe», die Gefährtin sucht ihr zu helfen, benimmt sich ungeschickt und hililos; galant eilt der Herr herbei, hebt die Gestürzte ans, srenudliche Dan ke» Worte, ein zartes Erröten; und >veim der Herr von seiner Ritterlichkeit befriedigt weiter Zoandert, ist er um 'Brieftasche und Portemonnaie erleichtert. Am liebsten arbeiten die Taschendiebe natürlich in Menscheiianhänfun- ge», im Gedränge. Sie haben keine Mühe, einen Anslaus zustande zu bringen; mtnxber „arbeitet" ein scheinbar betrunkener Komplize, indem er in die Gosse fällt, nicht anssteht, eine Szene macht, oder zwei Helfershelfer beginne» eine» Strest »nd prügeln sich —' im Nu strömen die Menschen zusammen und die denkbar beste „Operationsbasis" ist geschassen. Der Passant, der der Neugier nicht widerstehen kann, ist schnell ansgeplündert. Es Hilst auch nichts, die Hand in die Tasche zu stecken und hier krampshast das Portemonnaie festznlzalte». Tan» wird der Taschendieb mit irgend einer Bewegung an den Hur des erwählten Opfers stoßen, um den fallenden Hut zu packen, zieht man iiinoillkürlich die Hand ander Tasche. Ten Hut tvird man zwar wiederbekommen, aber das Portemonnaie ist inzwischen verschwunden. Einer der gesähr- lichsten Taschendiebe der Gegenwart arbeitet mit einem Diamantring, an de»c ein Teil der Fassung, messerscharf geschlissen, unmerkbar itber den Stein hinausragt. Damit schneidet er biitz- ichnell im Gedränge die ganze Tasche seines Opfers aus.
* Sl n » b e r SB e 11 b e v „ E1 £ !_■ a u c c Neben dem „IahreS-
kaleuder des Weltreisenden", de» die ZeitschriK „D>e Dame" - nicht, zu verwechseln mit der Wocheuschrist „Die deutsche Iran" — kürzlich brachte, stellt „Die elegante Welt" Regeln aus wie sich „der Herr" oder „die Dame" (um Gotteswille» nicht das alte edle deutsche Wort „die Fra» "I) im Hause und außer dem Hanse z» benehmen, lerner, was der „(lenk" olles ei»;»packe» und bei sich z» führe» habe, um „ mondain“ zu erscheine», das alles ivird daun durch die Borschrülcu ciucs „Tauzbrevierü" abgelöll. Dazu bemerk! eine große denlsche Tageszeitung lreffend: „ Es ist merkwürdig, ivic man sich heutznlage Blühe gibt, deu biederen deuljcheu Spießbürger „zur Höhere» kknltnr zu erziehen"; den» die wirklich Vornehmen brauche» es doch Nicht, Mid die „Parveuns" Iverdeil trotzdem die Fremd- ivörter weiter venvechseln!" L. Frankel (Ludwigshase»).
* Gründlich. „Für das Heransziehe» des Zahnes, meine
Gnädige, lignidiere ich fünf Schilling." „Aber, Herr Doktor, ist das nicht sehr teuer? Andere mache» es für einen." „Da? ist richtig, aber sie müssen bedenken, da» solche Leute ihre Arbeit sehr schnell mache», während ich bis zu einer Stunde an einem Zahn ziehe." _
Magische; Dreieck.
In die Felder uebensleheuder Figur sind die Buchstaben e e, i i, 1, n n, r r, s s s s, 11 derart eiuzulrageu, daß die einander enl- K-rechende» wagercchten und senkrechten Reihen gleichlautend solgendes bedeuten:
1. Männliche» Vornamen.
2. Eine Gelreideart.
3. Fluß i» Afrika, s. Teil vo» -Hesse 5. Eine» 'Buchstabe».
Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung des Gleichtlangrätseks in voriger Nummer: „Ball" ltzelm Billard- re. Svtel, als sliudersptelzciig) und all gesellschasillcheS Fest.
!k. Neurath. — Rotatiousdruek cmd Verlag der Brühlfcheii UniversitätS-Buch- und Ste>»drncker«I, R, Lang«, Äirßeiz,


