Montag, den 30. März
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Dkkizierstöchter.
Woniftn von Paul Gr ab ein.
(Nachdruck verboten.) lgorlsctzung.)
Der Oberstleutnant hatte ja eine Art. ihm inrincr tvieder u verstehen zu geben, daß man ihn doch nur mit sehr an ge» Zähnen akzeptierte. Zum Donnerivetter! Als ob er irgend ei» kleiner Zchmierenkoinödiant gewesen wäre rind nicht der Heinz .gehler, der in Berlin jeden Tag eine Fra» aus den besten Kreisen hätte haben können. Wenn er nur geivvtlt hätte!
Die Leute hier trafen doch herzlich wenig den rechten Ton siir ihn Na, ein Glück, dass man ja so tveit weg heiratete. Er würde sich jedenfalls dann nach einem Wiedersehen keincswcgs so bald reisten.
Das ging Heinz Kestlcr durch den Lin», tvährcnd er mit dem Oberstleutnant den Druck der Hände tauschte, der ihn in den Mrciv der Zamilie ausnahm. Und dann sagte der Vater Gerda-; mit einem tvarmen Schein in dem dnukelbärtigen Antlitz ^
„Und nun kommen Sie, lieber Kesiler, z» unseren Damen."
*
Au, Nachmittage — Heinz gestler, der zu Tisch geblieben ivar, tvar gerade ivic-der gegangen — hatte der Oberstleutnant seinen Adjutanten noch einmal bestellt Als das Dienstliche erledigt »oar, toandte sich Henning an den jungen Offizier, der die verschiedenen Eingänge "in seiner Ledermappe verschloß.
„Nun habe ich auch noch eine private Mitteilung siir Sie, lieber Kyllburg. Auch unsere letzte Tochter hat sich jetzt glücklich verlobt — das Hans ist ausverkaust!"
Der scherzhafte Ton kam nicht recht von Herzen, dennoch aber war Joachim von Hennin« über seine Wirkung bei Kyll- bnrg betroffen. Der tvar ganz vlast geworden.
„seräutein Gerda?"
„Za — mit Herrn Kehler."
Einen Moment ging cs durch des Adjutanten Gestalt toie ein innerstes Auszucken. Doch dann nahm er dienstliche Haltung an.
„Meinen gehorsamsten Glückwunsch. Herr Oberstleutnant!"
„Danke, danke, lieber Kvllbnrg."
Der Oberstleutnant schüttelte dem jungen Ossizier die Hand. Dabei rubte aber sei» Auge mit einem nachdenklichen Ausdruck aus dessen Gesicht, lind dann subr er fort :
„Wenn Sie gleich mal hinüber wollen Sie finden meine Damen »och alle bcisamme». Da können Sie als erster gratnlieren. Es wird Gerda sicherlich freuen. Sie hat ja immer groste Stücke ans Sie gehalten."
„Sehr gütig, Herr Oberstleutnant — sch werde mir sofort erlauben."
Aber es klang, als ob er einem dienstlichen Befehle gehorchte. Ta dämmerte in Joachim von Henning ein Ahnen aus. Mit leisem Mitleid blickte er aus den jungen Kameraden. Er ivar ihm immer sehr sympathisch gewesen. Ein tüchtiger Ossizier, ein prächtiger Mensch — nur das verdammte Geld. Schade!
Doch Kyllburg stand da noch immer.
„Haben Sic »och ettvaS, lieber Kyllburg?"
„Ja, wenn ich Herrn Oberstleutnant bei dieser Gelegenheit gleich noch in einer Privatsache — "
„Bitte, reden Sie nur."
„Dann mücht' ich Herrn Oberstleutnant gehorsamst bitten, mir einen vierzebutägigen Urlaub bewillige« zu > vollen."
Henuiug blickte aus de» anderen.
„Erholungsurlaub? Sie sehen in der Tat etwas angestrengt aus. Sie arbeiten zu viel, lieber Kyllburg."
„Herr Oberstleutnant wissen ja — das Examen für die Kriegsakademie."
„'Jo, ja aber irur tiicht übertreiben. Na, daun reisen Sie nur, Kyllburg. Wann wollen Sie denn fort?"
„Sobald es Herr Oberstleutnant ermöglichen könnten."
„So na, dann übermorgen. Wird sich schon machen lassen. Sie übergeben dann morgen Klitzing die lausenden Geschäfte."
,Danke ganz gehorsamst, Herr Oberstleutnant."
Kyllburg wollte sich mit dienstlichem Gruß entfernen. Aber da legte ihm plötzlich Joachim von Henning mit fast väterlicher Bertraulichkeit die Hand auf die Schulter. Und sein Auge suchte das des junge» Kameraden. Eine Weile blickten sich die beiden so stumm au, aber sic verstanden einander. Dann sagte der Oberstleutnant leise, halb >vie zu sich'
„Ja, ja, mein lieber Kyllburg, es kommt mitunter anders, als nur denken. Na — " und er richlele sich tvieder aus — „dann reisen Sie nur, und kommen Sie mir frisch und munter tvieder. Ein Kopfhänger sind Sie ja nicht."
„Nein, Herr Oberstleutnant!"
In des Adjutanten Augen stand ein fester Mannrswillr.
Ta nickte der Aellere beifällig.
„Rech! so!"
Und Kyllburg ging hinüber in straffer Haltung.
*
Die Tage und Wochen flöge» nur so dahin für die Henningscheu Dame». Tie Verlobnngszeit ivar für beide Schwestern nur kur; bemessen. Noch im Herbst Ivolllcn sie heirate», Gerda wie Astrid. Eine Dovvelhochreit. da galt es die Hände rühren.
Es war für Gerda vielleicht die schönste Zeit ihres Lebens. Hell, lockend lag die Zulunst vor ihr: tveit offen stand ihr der Weg ins Leben, nach dem sie sich so^ gesehnt hatte. Ta sie ihren Verlobten, nach Ablauf seines Sommer-


