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$rmt hier bildet das Schloß nur ei» rechteckiges Säulenparlerre, wahrend cs nach der Landseite mit ihren Terrassenvorbauten Vierstöckig ist. Bon jedem Punkt dieses einsamen Gartens hier oben schweist der freie Blick über die ferne Stadt, über Oliornwaldcr, Rebcnhügel. Aelsenbcrge und Meeresküsten, über weite Länder und serne User. Trotz solch sieghaster Freiheit ist aber hier oben eine olympische Rübe, ein tiefer Frieden, eine hehre Abgeschieden^ heit von allein Irdischen, allem Profanen. .Hier schwelgt das Herz in einer Harmonie der Farben, Formen und Linien, die die Natur zum hehrsten Kunstiverk macht — in einer Kunst, vornehm, keusch und groß, wie die erhabenste Natur! Ein Wald von Dutzenden nietcrdicke Riescnpalmen überschattet uns mit kolossalen, dicht verschlungenen Wedeln — ,vti ihren Fitsten zauberhafte Blumenrabatten — Rasen würde dieser königlichen^Prächt nicht genügen — über und über blühende Beete nur aus Tulpen., nur aus Primeln unzähliger wunderbarer Arte», nur aus duttigen Hyazinthen oder zarten Anemonen. Sechs höbe, schnecweistc Marmorsäulen tragen den mit bomerischen Bildern an den Wänden, aut dem Boden mit Mosaik geschmückten Hallengang, von dem man durch riesige Glasscheiben in die Pracht der Gemächer und in das in edlem pompejanischen Stil gemalte TreppenliauS binausschaut. Bor jeder der neun Säulen die überlebensgrostc Marniorstatue einer Muse. Wir tvandern zögernden Schrittes durch diesen olympischen Hain, in dem uns die Sonne mit elysisckwn Düsten uni rauscht. An dem kleinen Tempel vorbei, in dem die Marniorstatue der Kaiserin Elisabeth steht, schauen wir ties in den graben Weg hinab, der zum Landnngspavillon des Kaisers sührt. Leise klingt von da unten das Rauschen der Wellen zu uns heraus, die sich an den Treppenstiisen brechen. Da >vo das edle Marmorbild des sterbenden Archill von Herter steht, schreiten wir die Treppen stufen hinab zur üutzcrslen, palmenüberschattcten Terrasse bart am Abhang, Ivo der Blick ungehenimt über Berg, Land imb Meer schweist. lind hier ragt hock» empor, tvie aus den Riesenwedeln schwebend, an glücklichster Stelle dieser Achillesburg ihr königliches Wahrzeichen: der riesige bronzene Achill von Götz, den Schild fest an die Brust gedrückt, de» Speer mächtig zum Himmel reckend. Glühend sinkt die Sonne über Korsii. In tauseiid gol digen Farben blitzt und lerickitet und flimmert der duftige Abend über der Stadt, über der Pracht der Gärten und Olivenhaine, der Dörfer aus den Bergen, der Meeresbuchten und Felsenuser Ui ihren Füsten.
Ani goldroten Himmel enipor steigt der blasse Mond. Maiennacht aus Kors»! Wir wandern durch slüsterndc Haine, z» denen verstohlene Düste aus den Gärten berüberwehen Und geheimnisvoll umschwärmen uns koseich tausende spielender Glühkäser, bis Uns au§ der Stadt von ferne leise Musik entgegentönt. Wir gehen ihr nach. Da sitzen die Männer aus den Straßen und singen zur eignen Freude mehrstimmig mit volltönendem Bast und hellstem Tenor schöne trauincrische Weisen. Die köstliche Frische und süße Lieblichkeit ihrer Natur hat die Korsiote» dem rauhen Dienste des Mars oder Vulkan entwöhnt, uich sie huldige» viel lieber Apoll und den Musen, der Musik und denl Tanz. Zu alle» festliche» Gelegenheiten führen sie aus der Esplanade von Korfu oder in den Dörfern graziöse Volkstänze zu Musik und Gesang aus. Uns zog es dann lvieder ans M«vr, an den Hasen Wie verführerisch flimmerte der Moich auf den Wasserspiegel, plätscherte das toarine kristallgrüne Strandwasser zu unfern Füßen. Da klingt leises Tönen, blimien- und laternengeschniücktc Boote schlveben heran, Mädchen und Jünglinge singen zur Laute süßlockcnde, seurigslackernde Weisen. Verstohlenes Flüstern, silberhelles Lachen klingt über die Wasserfläche — Wangen erröten — Küsse werden getauscht 2 Meeresrauschen — o Maiennacht!
veriniscbte».
* D e r Meer film. Nachdem Erde und Lustreich nach allen Regeln der Kirnst „gefilmt" worden sind, nachdem kein spaziercn- gehender Europäer und kein baumkletternder Asse vor der,,Filmwut" mehr sicher ist, kommen die erstaunten Bestien der dunklen Mecrcsabgrunde an die Reihe. Die Tiesseesorscher haben uns zwar Wunderdinge von der submarine» Flora und Fauna zu berichten gewußt, sie verstanden es sogar, n»S niit Orrginalphotos jener geheimnisvollen Meerestiefcn zu beschenken —' nicht genug: der moderne Kulturmensch wünscht eineu vou Leben urid Bewegung erfüllte» „Meerfiliii" zu besitzen. Kanu es wundern, hmen, daß just ein Amerikaner die Verwirklichung dieser Idee in Angriff genommen hat? Mutet sie dock«, im lustigen Sinne des Wortes, ein bißchen „amerikanisch" an: was im übrigen nicht hindert, daß sie der Technik recht ernsthaste Ausgaben stellt und mit den bekannten „Reportcrenten" der Bankecs nichts zu tun zu haben braucht. Mister M. E. Williamson aus Norfolk legte kürzlich eiuer Gruppe New Norker Finauzlente und Teckmiker sein hochinteressantes Projekt submariner Filmausnahmen vor, einen bis ins einzelne durchgearbeiteten Plan, der trotz gewisser Schwierigkeiten sich durchaus tut strabmen der heutigen technisch-mechanischen Möglichkeiten hält. Ein besonderes Schiss soll für die „Filmexpeditionen" ausgerüstet werden. Der Bode» des Fahrzeuges ist im mittleren Teile derart bcweg-
lich eingerichtet, daß hier eine vollständige photographische Kabine ins Wasser hinabgelassen toerden kann. Die Kabine, die nach einer Seite durch eine starke Glaswaich abgeschlossen ist, »veist hinreichend große Dimensionen ans, um den Operateur nebst einem vollständigen Film-Aus,ialnneapparat zu beherberge». Die Eamera obscnra, deren solide Stahlkonstriiktion dem z» erwartenden Wasserdruck so- tvie einem etwaigen Angriff filmieindlickwr Meeresbesticn getrost standzuhalten verniag, bleibt mit dem Schisssboden durch ein sogenanntes teleskopisches Robr, einen sußbreitc», in den einzelnen Teilen sich überei na ndei schiebenden Tubns in steter Vcrbindimg. Seine technische Konstruktion erlaubt ein Versenken der Camera in ziemlich beträchtliche Tiefen und verbürgt als „Lustschachl" da? gesabrlose Arbeiten des Operateurs Der vor der gläsernen Camerawand befindliche Teil des Wassers wird durcki hinabgesenkte. niit Tpiegelreslektvren versehen» starke elektrische Bogenlampen er leuchtet. Der Operateur bat nun nichts »veiler zu tu», als seinen Apparat ans die maßlos erstaunten Bewohner der Tiefe zu richten, die selbstredend in ganzen Schare» herbeischwimmc», um die nnge- tvohnte submarine Illumination gebührend in Augeuschein zn nehmen. WenigstcirS bviil das die demnächst zu bildende Neio florker „Aktiengesellschaft für Mcerfilins" mrd Mister Williamson
* Triumpl, der Tüchtigkeit. Die Dame hat eine» neuen Parkettbulme, engagiert: „Nun. verstehe» Sie Ihr Geschäft auch?" „Na, und ob, Madame. Da brauchen Sie bloß >na> bei der letzten .Herrschast Nachfragen. Da babe ich Fußboden und Treppe poliert, und allein aus dem Boden im groben Saal baben sich fünf Leute die Beine gebrochen und eine Dame ist die Treppe heruntergestürzt und hat eine Gehirnerschütterung bekommen."
vüchertisch.
— H c i m a t k u n st ist ein Wort, das ani alle einen gewissen Zauber ausübt, tvenn es auch manchmal eine» wenig erfreulichen »Beigeschmack bat. von dem aber bei den ZizenHauser Figuren keine Rede sein kann, denn sie bilden ein Stück Hcimalkuust für sich. Bo» ihnen handelt ein Artikel i» der Numrner 7 der „Gar
t e n l a u b e". Er zieht diese eigenartigen Gebilde erst wieder ans Licht: sie sind nämlich sonst so gut tvie unbekannt, da cs eim> Literatur darüber kaum gibt. Wer Zizeuhausen anssuchen wollte, tvürde zuerst von dem eigenartigen Knnstzweig zn hören bekomnien, der dort bereits in der sünsten Generation ausgeübt wird.
— Wogende, goldene Korn selber, den ganzen lieber-
sluß der gesegneten Scholle, mit der selbstbewußten Besitzessreude der Bauer», denen all dieser Reichtuni gestört, »oeiß E. Be ly niit plastischer Geslottungskrast i» ihrem neuesten Roman „H a go r" zn schildern. Soeben in Kürschners Bücherschatz Nr. 910 Hermann Hillger Verlag, Berlin W. !>i erschiene». Für 20 Pig. ist der Ronian der vielgelesenen „Velh" in allen Buch- und Papierhandlungen zu haben. _
Schach-Aufgabe.
Von ®. N. Cheney. Sri warz.
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Weiß.
Weiß setzt mit dem drilteii Zuge Matt. Aiiflösuilg in nächster Nummer.
Auslosung dc-s Ergänzuugsrätsels in voriger Nummerr Großer Vlenscheu Werke z» sehsti.
Eckilägt einen nieder,
Dock» erhebt eS aiich ivieder,
Daß so etivas duich Mensche» gescheh'n. Rückert.
Redaktion: K. Neurath. — Notationsdrnck und Verlag der Bnihlsche» Universitätt-Duch- »nd Steindruckerel, R. Lang«, ldietzen.


