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Trümmerhaufen, Hit einziges Wek,klagen, cmc flammend«, schwelende, wankende, schauerlich gräfliche Anklage gegen das Schicksal.
„Aufs Meer ! Aufs Meer!" Das war die Losung aller Fliehenden. Undivas vom slammeuden Berge und seiner Wut verschont, das mordete sich hier am Hasen in eigener, selbstsüchtiger Gier. Wo sich ein Boot fand, das für zwanzig Raum bot, waren im Nu hundert Menschen, und Freund und Freund, Bruder und Bruder lnordete» und schlugen sich um ein Blätzchen im Kahn. Und buch Hiogo und Eda kamen mit ihrer Bürde an solch Boot. Der Batcr war jetzt endlich erwacht aus seiner tiefen Ohnmacht und konnte sich jetzt selbst wieder itotdürftig halten.
„Zwei Plätze hier noch iin Boot, nicht mehr!" schrie der Steuerniann. Eda war hineingezogen. Entweder — oder! Ter Vater oder der noch vor wenigen Tagen von ihm geschmähte Hiogo. Der schob den Vater ins Boot, das im selben Augenblick absttest. Ein unsagbarer, schmerzzcrrissener, hoffnungsloser Blick ward Hiogo von dem Mädchen nachgesandt. Das war der Abschied.
Aber der schwimmgeüble Hiogo svrang, gleich tausend anderen, in das ausgewühlte Meer, uni schwimmend das Festland zit erreichen. Und ihm war das Glück holder als jenem unseligen Leander. Er kam drüben an, ward von hilfsbereiten Händen ausgenommen Und gepflegt. Und der von ihm zweimal gerettete Tsushima wird, jetzt selbst bettelarm, ihm Eda nicht mehr verweigern. _
Die Herren veremsdiener.
Ich bin ein gutmütiger Mensch und tu keinem gern etwas Böses, denn ich möchte auch gern ungeschoren bleiben, aber seit einigen Tagcii habe ich plötzlich einen Anfall bekommen und mm spüre ich eine Ivahre Mordlust, sobald nur die Flurklingel geht. Ich leide, ich leide unsäglich. Wenn ich einen rauben Männertritt aus der Treppe meines nach Giehener Grundsätzen billig und schlecht gebauten Hauses höre, darin ich für einen „Spottpreis" allen „Komfort der Neuzeit" vergeblich suche, wenn ich solchen Mäniicrtritt höre und die Wände schon eine Zeitlaug wackeln, dann packt es mich, reistt mich empor aus meinem bequemen Sessel, treibt mir has Blut in die Augen, die sich sehnsüchtig nach einem Mordtverk- zeug umsehen und murmele dumpse Berwüuschinlgcn. Und das geht nun schon seit drei Wochen so, tagein, tagaus. Ich sluche, ich schreie, ich winselte: es Hilst nichts, es nutzt nichts, der Herr Berciusdiencr hält mir mit unerbittlichem Lächeln die Quittung seines Vereins vor, dem ich unter Ach und Weh beigetreten bin, betäubt von der Redcgeivalt begeisterter Mitglieder, und unrettbar bin ich diesem Ungeheuer verfallen ... Er lägt nicht locker, aber er lächelt, lächelt mild und sanft und hält mir die Quittungskarte hin.
Im Anfang l>ab' ich seufzeich bezahlt: !> Mk, 8 Ml., ll, Mk., 1.50 M^., 20 Mk. —■ da ward es mir zu toll. „Keinen Pfennig bezahl' ich mehr in diesem Monat, keinen Pfennig. Mein ganzes Monatsgehalt geht ja draus sür Vereinsbeiträge!"
Und der Kerl lächelt uich lächelt: aber er geht nicht. Er lächelt nur und steht wie augcschraubt.
„Aber, Mensch, was wollen Sic denn noch?"
„Geld, Herr Doktor!" *
„Kerl, ich bringe Sie um!"
,/Das haben mir heute schon drei Herren gesagt . . ."
„Aber ich tu's wirklich!" brülle ich ih» an.
„Das kostet noch mehr, Herr Doktor!"
Ich stutze. Der Mensch hat recht, das ist keine Frage Aber was soll ich vun? Es ist ja, als ob die Hölle losgclassen wäre und all ihre Teufel zum Einkassieren geschickt hätte: Tag sür Tag einen, womöglich gar zwei oder drei an einem Tag, ;,i einer Stunde, zu einer Minute, und aNc niit demselben bescheidenen Lächeln, mit derselben duldsamen Siegermienc, dcniselben anmahenden Bcttelton... Es ist nicht mehr zum Aushaltci, . . .
Und wann kommen sie, diese Menschen, diese von Gott in seinem Zorn crschasseuen Rachegeister einer schwachen Stunde, da man dcni Werben nicht widerstehen konnte und sich hilflos den Klauen des Vereins verschrieb . . . O, tvas ist die Qual eines Faust gegen diese Qualen oder das Schicksal des Herakles gegen dieses Schicksal. Eine» Monat März in Gieste» hätten sic nicht so leicht übcrstanden, denn da senden alle Vereine, alle, einfach all«, ihre feilen Sendboten au? und rächen unsere Missetaten und suchen den Menschen heim selbst im dritten und vierten Stock.
„Mer, Mensch, Sie stehen ja noch immer da!" brause ich auf und balle die Fäuste. „Ich Hab' mit dem allem ja gar nichts zu tun. Ich tvar in keiner Sitzung, in keiner Hauptversammlung, ich weih nicht, wer Vorstand ist, ich kenne von der ganze» Gesellschaft über- hatipt niemand . .
„Das sagen alle . . ."
„Ich tveih nicht einmal, was der Verein beziveckt!"
„Das sagen alle . . ."
„Ja, ich bin ja gar nicht Mitglied!"
„DaS sagen alle . . ."
Da schmeiße ich ihm daS Geld auf den Tisch (es laugt gerade noch), werfe ihn durch die Türe und brülle aus wie ein verwundeter Löwe.
Morgen erklär' ich meinen Austritt aus sämtlichen Vereine».
vermischte».
kos. Ein wunderbarer Traum. Von einem wunder- bareii Traum lind einer seltsamen Lebeusreltung erzählt Gras Bandisstn in se>»cni einst sehr bekannten, jetzt aber längst vergessenen Buche„Schleswig-Holstein meerumichlnngen". Er schreibt! »Der KainniergerickNsreserciidar Karl Krohn, Landivebrokstzter, wurde in, Noveinber 1884, ,vo noch liieinaiid a» den Krieg »itt Täneinark dachte, von seinein Freunde Ernst Rummel, der dieselbe Zivil- und Militärcharge vetleldcle, mit der Nachricht überrascht, daß er ihm, Niiiinnel, bei Miisnnde daS Lebe» retten würde. Rummel halte einen Traum gehabt, in dem thm dies verheißen ivorden ,var: er crimiette sich ,edoch nicht, den Namen Mtssund« zuvor gehört z» haben, inid die beiden Freunde schlugen unter Scherzen und Lachen in, Konversationslexikon nach, um sich zu ü erzeugen, ob es einen Ort dieses Namens gäbe »nd wo er liege. Wenige Tage nachher wurden Krohn und Rinnmel znin Dienst ciiiocrnscn; Krotm kam zum 60., Rummel, ivenn ich nicht irre, zum 50. Regiiiienl. Die Marschordre tras die beiden Freunde, denen das Leben in Berlin viel besser gefiel als das Biwakiere». lm Schnee, mie ein Blitz ans heilerer Höbe. Rumnicl tröstete sich aber, denn er ivar von der Idee nicht abznbrinaen, daß Kroh» ihm bei Missnnde das Leben retten ivürde, obgleich ihm die Sarve selbst etwas erschivcrt vorkanr, nachdem sie zu verschiedenen Trnvven- körpern kommandiert worden ivaren. Sie halten sich mehrere Wochen nicht gesehen. Kei uw lonüte, ivo das Korps des andern stand, als iie beide geaen Missnnde vormarschierien und beide mit ihren Abteilungen über das Eis gingen. Krohn lag gedeckt tjintec einem Knick und ermahnte seine Leute, ruhig zu ienern, als er plötzlich dicht neven sich Numiiiel bemerkt, der eben angelommeii ist und voll Begeisterung stürmen will, lleberrascht durch daS uiierivartetc Begegnen rust er mit lauter Stimme: »Rummel I" Ter Gernsene dreht sich rasch »>« und in denckelbe» Augenblick streift eine Kugel seine Brust, die ihn durchbohrt haben ivürde, wenn r noch eine Sekunde in seiner vorige» Stellung geblieben ivare. Krohn halte nllerdnias feinem Freunde das Leben gereitet und der Traum ivar bnchslä.ckirh in Erinllnng gegangen.
" Berechtigte Bitte. Arzt zum Patienten: „Das lrarr aber ein vöscr Fall! Nur Ihrer guten Konstitution haben Sie es zu verdanken, das; Sie diirchgckommen sind." Paiieni: „Lkckr, bitte, Herr Doktor, denken Sie daran doch, tvenn Sic die Rcchnnng schreiben.
Sprachecke de» Allgemeine» Deutschen Sprachverein».
' Knabe und B o a c l. tEinc Fabel von der dentlchc» Svrackie.j Vlul einem ?lflo saß ein Vogel n d sang Da laut ei» Knabe »nd suchte ihn z» fangen. Er lockte ihn mit Blecken und Schmeichelreden und titelt ihm ei» Stuck Zucker bin. „Komm zu mir," sprach er, „bei mir sollst ei, alle Taae ein lustiaes Leben sichren." „Lustig?" irnqle der Bogel, „ich durchschaue deine List. Ich soll mich von dir langen lasten, damit b n dich über mich lustig machen kannst, 'Rein, mein Ast ist >n>r lieber als ein Käsig von lauter Gold. Nur die Freitzeit ist meine Lust." „Ader", lockte der Knabe iveiter. „ivelche traurige Freitzeit in Wind. Regen und Schnee, ivo du hnngern und hie i eit mußt I Wie armselig lebst du, und >vie gut kannst d» es bei nur haben, ivo du cln ivarmer Nest »nd reichliches Futter bekoinnist!" „Ich danke sür deine Pflege", entgegnele der Bogel, „in ihr verliere ich meine Federn, verlerne ich meinen ('Klang und verkümmert inenie Gestalt Nur in der Freitzeit gcdeitzt meine Schönheit." ..W>e dninm du tztll", inhr ärgerlich der .Knabe ioit, ..dort oben lauert die Wildkatze »nd liier innen toniint der FnctzS. Willst du denn eivig in dieser Gefahr leben?" „Das verstehst d» nicht, törichter Kiiabe, dast die Gclatzr mein Leben ist. Durch sie Iva lisen meine Sclnvinaen, übt sich ineine Uralt und schälst sich niein Blick gegen alle meine Jelndc." Svractz's und flog davon. — 'Ist nicht unsere Svractze dem Bogel gleich? Wenn sie sich von liemden Völkern etnsangen liest, dann ivar sie versvotlei. vermistalle! »nd ohnniächlig. In ihrer Schönheit, Freiheit und Kraft kan» sie nur leben, ivenn st« deutsch ist »nd deutsch bleibt. Teich (Köln).
Lrgänzungzräisel.
G . . st - - M. n. c.. n W. r, e . u . eh'
S... ä. t . 1 . 1 , ».. d, r,
.. ch e.h.b. e. .u. h ,v.. d.r,
..st .o .t.a. d..c. M.n.c..n g..c.eh'.I
Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer:
<Mst a. tz. e, ä Iverden die vier Farben bezeichnet: A = Ast, U = Unter, Bube, Wenzel: v --- Dame, Oberst
Boihand erhielt: »8, 1)7, cA, cZ, cK, oD, dU, dA, dZ, dK, im Skat lag uA »nd »U; Hinterhand hat den Rest.
Spielgang: Llachdem Vorhand die aulgedecklen Karlen des Svlelers gesehen, lolgert sie, daß die übrigen b-Blätter bei Hinterhand sletzen, soiveit stc nicht etwa im Skat liegen. Borhand gibt dcstzalb durch AnSspielen ihrer c- und d-Farbe Hlntcrhand (tzel-aen- hett, sämtliche b-Blälter loSzuiverden, woraul ickiliestlich Blitteltzand den 7. Stich lB. d7, M. b8, H. beliebig) Ubernehnien innst.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'ichen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lauge, Bieste»,


