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»olles Glück schenken sollte, bevor bei» Sicbcnunddreißigiahrigen die Kugel eines Duellgegncrs dahinrasstc.

Tie Schristleitung.

I.

Kaiserin Katharina d. Gr. an Fürst Pole nt t i n.

15. November 1789.

Mein liebenswürdiger Freund, Fürst Grigory Alexandrowilsch. Nicht umsonst liebe und verehre ich Dich, Tu hast meine Wahl Und Meine Meinung von Dir gcrechlscriigt. Ohne Prahlerei hast Du alle Voraussetzungen verwirklicht und die Cäsaren gelehrt, wie man die Türken besiegt. Gott Hilst Dir und segnet Dich, Du bist ruhmgekrönt Und ich sende Dir einen Lobeerkranz, den Du verdient hast (aber er ist noch nicht fertigt. Jetzt mein Freund bitte ich Dich. toerde nicht stolz und hochmütig, ,'ondeni zeige der Welt die Größe Deiner Seele, die im Glücke ihr Gleichmaß behauptet und im Missgeschick nicht verzweifelt. Jl u'y a Pas de douceuc mon ami, aue je ne voudrais vous dire; Bous etes charmant d'avoir pris Benders sans quil cn aye coutd Un scul honimc. (Es gibt keine Süßigkeit, die ich Dir nicht sagen würde; Du bist reizend,'daß Tu Benders genommen hast, ohne daß cs Tich einen einzigen Men­schen kostete.)

Dein Eifer und Deine Leistungen würden meine Dankbarkeit vergrößern, wenn sie nicht schon ohnehin den Gipfel erreicht hätte. Ich bete zu Gott, daß er Deine Strafte stärken möge. Deine Krank­heit hat mich sehr beunruhigt, und als ich zwei Wochen ohne Briefe von Dir war, dachte ich, daß Du mit Benders beschäftigt warst oder etwa Friedensverhandlnngen eingelcitet hast. Ich sehe jetzt, daß meine Ahnung keine unbegründete tvar. Tu kannst sicher sein, daß ich für den General Deines treue» Heeres alles tun werde, was nur möglich ist, ebenso für die Soldaten: ihr Eifer und ihre Tapscrkeit haben es verdient. Sobald ich den Erlaß über die Kaiserlichen Be­lohnungen erhalte, werde ich Dir auch meine Meinung darüber sagen.

Den Plan wegen Polen erivartc ich zur Durchsicht und werde Dir darüber so rasch als tunlich eine entscheidende Antwort geben. Finnland Muß einen neuen Befehlshaber bekommen, da man sich auf de» jetzigen nicht verlassen kann; nach Neuschlot sah ich mich selbst genötigt, Salz hinzuschicken, denn die Leute waren ohne Salz in der Festung; ich ließ ihnen auch Fleisch geben, da das Fleisch f» Aiborg zuruckblieb, wo es nutzlos dem Verderben preis- gegeben lvar. Dieser Hecrjührcr kann gar keinen Entschluß lassen, kurz, er eignet sich nicht zur Leitung. Tic Generale intriguieren, treiben Kurzweil und tun nichts. Aus alle dem kannst Tu er­sehe», wie sehr ein Wechsel dott notwendig ist! Den Jüngling, der Dir als Bote diente, habe ich zum Hauptmann befördert Und zum Flüacladjutanten sür die gute Kunde. Das Kind «Katharinas Favo­rit Platon Subow) lrouve que Bous avez plus d'esprit et aue Bous ötes plus amüsant et plus aimablc, gnc tous ceur qui Bons cn- tourcnt; Mais sur rech gardez nous lc sccrct car il igiwre aue je sais eelü. (sindet, daß Tu mehr Geist hast und daß Du amüsanter und liebenswürdiacr bist, als alle, die um Dich sind; aber Halle das unter uns geheim, denn er weiß nicht, daß ich es tveiß.); sür den srcundlick-en Empfang, den Tu allen bereitet hast, ist man Dir sehr dankbar. Dmitry heiratet die dritte Tochter von Wja- semskv.

dldieu mein teurer Freund, leb wohl!

Fürst Polemkin an Katharina II.

den 23. Juni 1790.

Mütterchen, allcrgnädigsle Zarin!

Schon lange erwartete ich einen Brief vom Visir. Jetzt er­halte ich einen und überreiche ihn mit der Kopie meines Send­schreibens.

Las en Sie mich nich ohne Nachricht, teures Mütterchen, unter den bedrückenden Verhältnissen. Sollten Sie nicht wissen, wie stark meine Anhänglichkeit ist, mit der sich nichts vergleichen läßt! Wie schmerzlich ist cs mir von allen Seiten ungereimte Tinge zu hören und nicht zu wissen, ob sie ivahr sind oder nicht. In dieser ilnge- wißheit Macht die Sorge mich kraftlos; sie nimmt mir den Schlaf und die Nahrung. Alle sehen es mir schon an, wie niedergeschlagen ich bin. So notwendig es auch ist, nach Cherson zu reisen, so kann ich Mich doch nicht von der Stelle rühren.

Ist Mein Leben Ihnen etwas wert, so sagen Sie mir. wenn Sie mir wieder einmal schreiben, nur wenigstens, daß Sic ge­sund lind.

Tic Stellung der schwedischen Flotte ist durch Gottes Güte so voneilhast für uns. daß so schnell als möglich gehandelt tverden muß, che irgend ein Zufall und Wetterwechsel cintritt. Im Arsenal befinden sich lange Kanonen, die auf eine iveite Distanz treffen. Die See-Mörser int Gewicht von 5 Pud mit Messingplatten, schleudern die Boniben vier Werst weit, aber vor allein uiid am besten ist cs, die Hosfniing auf Christus, den Erlöser zu setzen und vorwärts zu gehen.

Sobald die Schwäche vorübcrgeht, send« ich einen Courier Mit einer genauen Beschreibung der seiiidlichen Stellung. Solange ich lebe, bin ich Ihr getreuester und dankbarster Untertan

Fürst Polemkin von Tauricn., II.

A. S. Puschkin an eine unbekannte Tanic.

8. Dezember. Ich habe gar nicht erwartet, Zauberin, daß Sie meiner gedenken würden, und ans. der Tiefe meiner Seele danke

ich Ihnen dafür. Bhro» hat einen neuen Reiz sür mich gewonnen^« alle meine Helden nehmen in meiner Phantasie unvergeßliche Züge an. Sie werde ich in Gülnare und in Leila Wiedersehen; das höchste Jdcch Byrons konnte nicht so göttlich schön sein. Und so sendet! das Schicksal Sie, und immer wieder Sic,!,lm» mcinc Einsamkeit zu versüßen. Sie sind der Trostcngel, und ich nichts anderes, als ein Undankbarer, wenn ich nürrre. Sie reisen nach Petersburg; meine Verbannung zieht mich mehr als je dahin. Bielleicht wird der sich vollziehende Wandel mich Ihnen näher bringen. Ich ivagc nicht zu hojjen. Wollen wir der Hossnuug nicht trauen, sie ist gerade so, wie eine hübsche Frau, die mit uns so umgeht, wie mit einem alten Gatten. Und was int der Ihrige, mein schüchterner Genius? Wissen Sie, so wie ihn, stelle ,ch mir die Feinde Byröns vor, seine Frau mit eingeschlossen. >

P. S. Ich nehme wiederum die Feder, um Ihnen zu sagen, daß ich zu Ihren Füßen liege, daß ich Sie immser liebe, daß ich Sie manchmal hasse, daß ich vorgestern Entsetzliches von Ihnen gesagt habe, daß ich Ihre wunderbaren Händchen küsse, daß ich sic nochmals küsse in der Erwartung von etwas besserem, daß ich länger keine Kraft habe, daß Sie göttlich sind usw,

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Sie mißbrauchen meine Ungeduld, Sie sinden ein besondere? Vergnügen darin, mich zur Verzweislnng zu bringen. Erst morgen werde ich Sie sehen können nun es mag sein! Ich! kann mich ja allerdings nicht nur mit Ihnen beschäftigen! Obgleich es ein! Segen sür mich wäre, Sie zu sehen und zu hören, ziehe ich es den­noch vor, Ihnen zu schreiben. Sie besitze» eine Ironie und einen Sarkasmus, dvrch die der Zorn erweckt und die Hoffnung vernich- ltet wird. In Ihrer Nähe versagt die Zunge, uno es steigt ein Gefühl der Erschlassnny auf. Sie sind sicherlich ein Dämon, d. h. der Geist des Zweifels, der Verneiming, wie er in der Hei­ligen Schrift erwähnt >vird. Neulich äußerten Sic sich mit Härte über meine Vergangenheit: Sie sagten mir, daß ich mir Mühe ge­geben hätte sieben Jahre lang nicht zu glauben . . . Warum? Das. Glück erfüllte mich derart, daß ich es nicht erkannte, als es dicht vor mir war. Sprechen Sic um Gotteswillen nicht mehr davon. Es wäre schrecklich, wenn alles bekannt wird. Es ist ein herbes Leid, verbunden mit irgend einer Wollust, ähnlich der T ollheik von ... * '

Teure Eleouora, gestatten Sie mir, Sie bei diesem Namen zu nennen, der mich an hie feurige pemeinsamc Lektüre erinnert, die mich begeisterte für süße Phantasien und sür Ihr eigenes Leben, das so stürniisch und anders ist, als cs sein sollte! Teure Eleonora, Sie wissen, daß ich die ganze Stärke Ihres Zaubers erfahren habe jmb Ihnen damit die größte Süßigkeit der Liebe verdanke. Von alledem blieb bei mir eine Anhänglichkeit zurück allerdings eine sehr zarte, und ein wenig dingst, die ich nicht bcmeistern kann. Wenn Ihr Blick einmal über diese Zeilen streifen wird, so weiß ich, daß Sie denken werden:Er ist über das Vergangene gekränkt und verdient, daß ich ihn wieder . . ." nicht wahr? Und dennoch! ivüßte ich nicht, um was ich Sie bitten sollte, wenn ich die Feder zur Hand nehmen würde. Ja . . . vielleicht würde ich um Freund­schaft bitten! Das wäre eine vulgare Bitte, wie die eines Bettlers NI» ein Stückchen Brot. In der Tat aber brauche ich Ihre Neigung. Sie sind noch so schön, wie an jenem Tag, als Ihre Lippen meine Stirn berührten. Ich sühle noch Ihre Kühle und unwillkürlich ver­wandle ich Mich in einen Gläubigen. Diese Schönheit kommt wie eine Lawine näher; lc monde aura ame restez dcbout quelqne temps encore, usw. (die Welt will Ihre Seele, halten Sie sich noch einige Zell aufrecht . . .)

Puschkin an seine Braut.

Moskau, März 1830. Heute ist es ein Jahr her seit de» Tage, da ich Sie zum erstenmal erblickte. Es ist der Tag. . , meines Lebens . . .

Je mehr ich nachdenke, desto tiefer wird meine Neberzcugung. daß meine Existenz von der Ihrigen nicht getrennt sein kann. Ich bin dazu geschaffen, Sie lieben und Ihnen zu sollen; all meine anderen Sorgen sind nur Torheiten und Verwirrungen. Fern von Ihnen vermag ich den Wunsch nach einem Glück, das ich noch gar nicht genossen habe, nicht zu liegen. Früher oder später werde ich alles aufgeben und Ihnen zu Fußen fallen. Der Gedanke, daß es mir eines Tages vergönnt sein wird, ein Fleckchen Erde mein zu nennen wo ich in der Nähe Ihres Hauses sein, Sie beobachte und lressen kann, gibt mir neues Leben inmitten der schweren Trau­rigkeit.

Moskau, Ende August. Ich reise nach Nyschny, ohne Gewiß­heit wegen der Hochzeit zu haben. Wenn^Jhre Miutter beschlossen hat, unsere Hochzeit zu verhindern, und Sie bereit sind, sich ihr zu fügen, so unterschreibe ich alles, selbst wenn sie mir eine solche Szene wie gestern machen und mich Mit soviel Beleidigungen überschüllen will, als cs ihr zu tun beliebte.

Vielleicht hatte sie recht und ich unrecht, indem ich dachte, daß ich !ür das Glück geschossen sei. Ans alle Fälle sind Sie gänz­lich frei; was mich betrifft, so gebe ich Ihnen mein Ehrenwort, daß ich nur Ihnen angchörc Und daß ich mich niemals verheiraten werde.

Boldüw, den 11. Oktober. Die Reise nach Moskau ist mir verboten, und so bin ich. in Boldino eingesp«crt. Ums Himmels willen, teure Natalie Nikolajcwna, schreiben Sie mir, auch wenn Sie nicht Lust haben, zu schreiben. Wo sind Sie? Haben Sie Mos­kau verlassen? Sind Sie nicht aus einem Wege, der mich zu Ihren Füßen führen könnte? Ich habe meinen ganzen Mut verloren, und