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bnibi- Zähne, dunkle Augen »,ü» reichc's duitkles Haar, das sich au! natürlich« Weise leicht wellt „Dach", unterbrach sic die Dame selbst, „was soll ich ih» Ihnen beschreiben? Sie werden ihn ja selbst heute sehen." ... ^^
In diesem Augenblick kungelte es. Du: beiden Frauen must- ten unwillkürlich lachen, lueit der Besuch genau abgcvastt kam, ,aie jtuiand auf dem Theater imch seinem Stichwart erscheint.
„Das n'ird er gcwis; sein!" sagte das Fräulein ausstchmd und ihre Handarbeit zusanmtenrafscud. .....
„Wissen Sic, liebes Fräulein," sagte die Riitiu, ..ich tun ordentlich bewegt! Denken Sie sich, vierzig Jahre haben wir uns nicht gesehen. Ich glaubte die alten Dinge verstaubt mib vergessen, und jeht must ich mit Beschämung und Aufregimg erkennen, das; liian seine Jugcild doch nicht vergessen kann."
Das Dienstmädchen trat herein mit einenr silbernen Tablett, auf dem eine Besuchskarte lag.
„Ich lasse den Herrn bitten, Martha."
Die Rätin steht lebhaft auf, um dein Besucher entgegen z» gehen. Sic ist mit einen« Schlage verjüngt, ihre Bewegungen sind elastisch, nab «in fast jugendliches Feuer belebt ihre Augen.
Ta öffnet sieb auch schon die Tür. Sie stutzt. Die vom Alter gebeugte Greiscngestalt eines Mannes, mit schneeivcilzam: Bart iiiid kahlcin Schädel, kommt mit unsicher tappenden Schritten herciii. Auch der alte Mann stutzt jetzt und bleibt zweifelnd stellen: denn auch die Rätin hat sich, ohne es zu toisseu, nicht miicher verändert, als ihr Jugendfreund.
Eine ganz« Weile sehen sie sich besremdct n», endlich erst finden sie »ach und »ach aus den verwitterten Zügen die aileu bckannieu Linien heraiis. Da geht über beide Gesichter ein Strahl der Freude, sic bcgriitzcn sich lebhaft und drücken sich herzlich und langr die Hände. Tann setzen sie sich beide vor dein Kamin und fragen hastig nach diesem lind jenen«.
Aber es lag in ihrer Hast etwas Nnnatürliches und Absicmr- liches, als ob sie etwas Hütten in sich übcrtönen wollen, das allmählich iii ihnen (mit wurde. Sie waren enttäuscht und tvoliic» cs nickt tvahr haluui. Sie hatten sich das Wiedersehen ganz, ganz anders gedacht und jedes stellte im Stillen fest, da st sein Gegenüber doch toeit mehr gealtert sei, als man hätte erwarten sollen. Aber selbst diese Veränderungen im Aeusteren tvaren vielleicht nicht einmal das Traurigste an dcni Wiedersehen, als vielmehr diejenigen im Jiiilcr». Wo tvar die stürmische Liebe geblieben? Waren demi das nicht mehr dieselben Herzen von damals? Hatten auch sie sich veränberi und tvaren alt und müde geworden? Nur die Erinnerungen, in denen sie schöpften, sie waren, wen» auch schon ein nvnig nachgcdunkelt, doch noch voll sanfter und frischer Farben. Aber auch sie konnten den Mistkiaug nicht besei tigen, der in diesrs Wiedersehen hineinklang.
So war das Gespräch sehr bald inS Stocken gerate», und erst jetzt »icrkie die Rätin, dgst ihre Gesellschasierin sich still- schioeigend zurückgczi>geu hatte, wodurch es nicht einmal möglich nun, ein allgemeines nichtssagendes Gespräch i» Gang zu bringen. So scksties denn allmählich die Unterhalt»»,« ein.
Die beide» alten Leutchen starrten gemeinsam in de» Kamin, in dem die .Holzscheite aur Verglühen umreu. Jeder hing tiwhl seinen eigenen Gedanken nach und dachte au die hosjimnastvse, endgiliig verlorene Jugendzeit zurück. Sie hatten einst geglaubt, sie seien vom Schicksal für einander bestimmt gewesen: aber das Schicksal hatte eS anders gewollt. lind nn» erst toar cs vorbei, endgültig vorbei.
Dichter und dichter wob die Dämmerung ihre duukie» Schleier tmb noch fiel dransten der schwere Schnee.
Das Feuer im Stamm ivar niedergebranut. Es lunrbc kühl Bn Zimmer, uitd fast zu gleicher Zeit schaiidcrie» die beiden alten Lentchc» fröstelnd zusamneeu. Ta richtete sich die Rätin ans und drückte aus die elektrische Klingel.
„Gilädige Frau?" hauchie das leise einirrtende Stubenmädchen.
„Legen Sic doch »och einige Scheite in den Kainin, Mart im. Es ist kalt sgcwordrn und die paar Funken da wärmen nicht mehr — sie tverden überdies bald verlöschen."
Das Mädchen ging geräuschlos ivieder fort. Abtä die gesprochenen Worte haittn eignen Nachhall, als ob sie ein cigcnes Leben und eine tiefere Bedeutting hätten annehme» ü-olien, ES tvar, als ob sie sich hätten emporrichten wollen im Zimmer zu einein greifbaren Stnnbol. Das süblteu die beiden Menschen ganz plötzlich zu gleicher Zeit. Bedeutungsvoll sah der Greis die Greisin an Dann wiederholte er mit zitternden Lippen leise und melancholisch:
..Die paar Fuilken tvänncn nicht mehr.....»je werden
überdies bald verlöschen . . .
kos. A lnmin in >n und die Pflanzen. Aluminium gehört tüchi zu den unbedingt notwendige» Nährstosscn der Pflanze, und toir finden es auch verhälttiismäfng selten (geringe Mengen z. B. bei maiichen Flechten und .Hülsenfrüchtleei». Nur einige, Bärlappe lmd die Aciicheere, eutbalteu ansehnlichere Mengen essig- oder tveinsaurcn Attimininins, so datz ihr Saft beizende
Wirkmig hat, und in Rmetika kennt matt sogen. AlttininiilMs bäume, i» deren Blättern die Tonerde sogar in gröstercn Brocke» abgelagert ist. Nenerdingö tourden nun, wie ivir im „Skosmos- .Handweiser" (Stuttgart) lesen, von I. SzücS Versuche darüber angestellt, tvic Alinnininin auf die Pfiaiizeiizclle »virkt: sie haben z» dem interessanten Ergebnis geführt, dast das Plasma unter seiner Eimvirknng erstarrt, ohne indes — und das ist das wiclx- ttgste — abgctötct zu werden In diesen« erstarrten Zustand Ist das .Plasma mit allen Jnhaltskörpcrn vollkommen unbeweglich, Wird dir Tonerde aber wieder ausgewaschen, so erhält oas Plasma seine ursprüngliche Aktivität tvieder zurück. Diese Eimvirknng der Tonerde findet überall statt, ausgtr in znckerhcktigen Zelle»! Zucker verhindert also die Gerinnung des Plasmas.
* Die Vorbedingung. Lehrer in der Sonntagsschnlei „Nun. Harry, was müssen wir tun, bevor »ns unsere Sünden vergeben werden?" — Harry: „Mir müssen sündigen."
* Der Aufsatz. Der Lehrer befiehlt den Kindern, beiin Klasscnanssatz einmal ganz natürlich z» schreiben, ohne grosten Zwang und Anstrengung, „tvie es in ihnen ist". — Daraus gibt Johnny folgendes Schriftstück ab: „Wir sollen schreiben, wie es ick uns ist. In mir ist meine Lunge, mein.Herz, meine Leber, zwei Aepset, ein Stück Pudding, zwei Schokoiadcnkeksc und das Mittagessen."
* Tüchtige Gondolieri. Schauplatz der Szene ist die Riva dcgli schiavoni in Venedig. Ein Fremder fragt den Gondoliere, wie lange es dauert, bis er ihn zum Lido binnberrndert, Gondoliere: „Ein Stündchen, Herr, mit einem Gondoliere! Vtbcw wenn tvir zweie nehmen, sind ivir in 'ner halben Sinnbc drüben." Fremder: „lind vier Gondolieri, tvie lange dann?" Gondolicrel „O! Dann sind toir eher drüben als toir absahren!"
vüchertisch.
— D ie Schaub ü(»ne, herauSgegebcn von Siegfried Jacobs ob n enthält in der Rümmer 10 ihres zehnte» Jahrgangs: Bahra Dorskirchlcin. Von Stefan Grostmann. —Erlebnis. Von Peicr ?iltc»berg. — Casard und Eanards. Von S. I. — Der einsame Weg. Von Alfred Polgar. — Dresdens Thealer« »Zaire. Bon Ebrislian Gaebde. — Bunte Perücke». Von Bindex. — Eifersucht. Von Roda Roda. — Antworten. — Home, sweet Home. Von Theobald Tiger. — Die Augen der Liebe. Von Jolian Bojer. - Tggcbnch (Roda Roda: Der Fall Falls. Von Peter Panter. — Ein Reqnici». Von Felix Braun. - Ans der Praxis.
— ,,D er Kunstfrcn n d". die Zeitschrift drrBereiniguiiq der Kunslf'.enirze, bring, in ihren« socbc» r schienen n, rci' geschmückten Mäczhest einen guten Aussatz über Karl Spitzweg: auch der übrige Inhalt der Riimmer ist aus die Winleipoesie dieses Rttiters gestininit. »irich Rauscher plaudert über die Romauiik clsässischer Siädtche», Heinrich Spiero wandert durch verschoiicne Gasse» des äliesteii Berlins, Eberhard Buckmer macht uns mit den Sentimentalitäten und den harmlosen Belustigungen des Berliner Volks thcatcrs bekannt und Robert Breuer tviil anregen, nneder einmal Raabe und Bogumil Goltz zu lesen.
Schach-Ausgabe.
Von I. Jesperse». Sct'ivarz.
Aiiflösiing sn nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Spargel llpar, gcl, Gelds.
Redaktion: lk. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Unlvkrsttäts-Vuch- und Slefn&vucfmi, R. Lange, Gießen»


