Gkkizierstöchter.

Sionmn von Paul Grab ein.

(Nachdruck Verbolm.)

(Fortsetzung.)

So sa^ er denn nun neben ihr. Sehr nahe bei ihr. Ihr Nock, den chrc Hand wieder frcigegeben hatte, streifte seine Rechte. Leise durchrieselte es ihn, und sein Mick überflog aus dein Dunkel ihres Schattens her, in dem er selber saß, ihre schlanke Gestalt in dem weiften Geivand, das im Schein des Mondes hell leuchtete, und jede Linie ltar erkennen lieft. Es lag etwas so Weiches, Hiugegebenes in ihrer gan^rr Haltung.

Und wieder war das Schweigen um sie, lange Zeit. Bis er deutlich das tiefe Atmen ihrer jungen Brust ver-l nahm und nun einen ganz, ganz leisen, unbewußten Laut von ihren Lippen. Wie ein Sehnen aus innerster Seele heraus. Da litt es ihn nicht länger mehr so.

Fräulein Gerda!"

In?"

Langsam fand sie sich ans ihren Gedanken ttneder zurück und sah nun zu ihm nieder, der sie mit einem seltsam ernsten, säst innigen Arcsdrnck anblickte, und jetzt sprach - langsam, zögernd:

Sie sind nicht glücklich, Fräulein Gerda."

Glücklich? Ist das überhaupt jemand? Sind Sie's etiva?"

dkein" er stockte und holte dann tief Atem i doch ich könnte es mir denken. Ich hoffe es zu werden. Aber bleiben lvir bet Ihnen, Fräulein tzkcrda. Wie ich Sie eben so sah ich musste unwillkürlich au einen armen, gefangenen, lleiiien Vogel denken, der sehninchts- voll die Schwingen hebt in feinem »käsig hatte ich recht gesehen?"

Sie neigte das Haupt mit einer müden Betvegnng Bielleicht sa."

Ein Schtveigen, dann bengie er sich naher zn ihr,

Fränlein Gerda ich glaube Sie zu verstehen. Sie sichten sich einsam, nicht immer verstanden. Sie tmbe» Sehnsucht Sehnsucht uach jenenr letzten, tiefsten Bors stehen, rvie es eben nur"

Sie horchte plötzlich auf mit einem geheimen (Sh> schrecken Diese Worte! lind das leise Beben in seiner Stimme mein Gott, er rvürde doch nicht? Aber da streckten sich schon seine Hände nach den ihren aus, die ihr im Schost ruhten, und tief neigte er den Kopf über ihr« Hände, die er jetzt ergriff und preßte, toährend er schloß:

Sie müssen j«u schon längst gesehen habe», wie es um mich siebt ich - Hab' dich lieb, Gerda unsagbar lieb " Und da brannten auch schon seine Küsse auf Ihrer Hand.

Linen Moment verharrte sie, ohne sich zu regen. So bestürzt war sie von dem Unerwarteten Nein, das- hatte ste nicht geahnt das nicht. Wohl, daß er sie sehr gern mochte, aber doch nur als guter Freund. Er war ja immer so beherrscht gewesen, so korrekt. Aber so das ? Und flo merkte, wie ihr eigenes Herz schlug Ganz anfgestöct.

Du antwortest mir nicht? Gerda!"

Run blickte sie zu ihm nieder, der mit bangem Zittern ihrer Antwort harrte. Und da fühlte sie eS mit etneni Male: auch sic war ihm gut, ja schon immer. Ein so schönes, geheimes Verstehen ivar das zwischen ihnen beiden, vom ersten Tage an. Eine niiansaesprochen«, treue Kamerckb-i skhast. Sie wußte, er ivürde alles für sie tim, sein Leben für sie einsetzen, ohne Besinnen, lind sie? Er tat ihr so wohl der einzige, der sie hier verstand. Gin so seinach lieber Mensch 'und plötzlich neigte ste sich über ihn. Wortlos berührte sic kein Haupt, das ihr noch immer ent-j gegeuge,leigt ivar, mit ihren Lippen. Da giwll cs i» ihul -empor in stummem Jubel. Sein Mund suchte den ihren und fand ihn für einige glückliche Augenblicke. Bis sie sich wieder besann. Leise drängten ihre Hände sein Antlitz von dem ihren.

Aber er, noch immer trunken von seinem Glück, griff «ach diesen schlankeii, kühl?» Fingern icttb bedeckte sto unr seinen zärtlichen Küssen.

Morgen sprech' ich ja mit deinem Baker '"

Es war tvje eine Entschuldigung für sein Stürnnsch- sein, ein Bitten um Gewährung.

Doch sie entzog ihm jetzt mit einer entschlossenen lvegung mich die Hände. Ihr Batcr das Wort hatte slr wieder ganz sich znrückgegeben. Auch der letzte Hauch jene» flüchtigen Seligkeitsraujches war nun verflossen, lind sie ricbtete sich aus.

Mit »reinem Batcr? Nein, «ein!"

Auch Walter Kpllbnrg hob den Kopf. Mit einenr Blick tiefsten Staunens.

Aber Liebste - es ist dock' nur selbstverständlich, bofs ich keinen Augenblick zögere/'

Sie antwortete nicht gleich. Aber er sah im Schein des Mondlichts ihr Antlitz und das schmerzhafte Bewegen, das über dies blasse, schöne tzkestcht glitt.

cklerda!"

Ganz -erschrocken klmrg es zn ihr hin. Da sagte sie nach -einem tiefen Atemzug«:Es hilft ja alles nichts wir müssen doch vernünftig sein, Walter."

.vernünftig? Mein Lieb, ich versteh' dich nicht!"

Sie sah zu ihm herab. Noch nie hatte er in ihrenHuatv einen so tiefen, wehen Ernst gesehen Es schnitt ihm plötzlich ins Herz. So blickte ste ihn an und schwieg Da drängte er geguält:

Sprich doch!"

Es zuckte um ibre Lippen.

Muß denn erst ausgesprochen werden, was ja so selbst verständlich ist und doch so hMlchf'so grausam häßlich?"