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So kam er äuch im Jahre 1836 in ein in der Nähe von! Apcnrodc gelegenes Don, wo er von seinen getreuni Bauern jubelnd empfangen wurde. Auf die feierliche Anrede des Schulzen erwiderte er nur: „Die Spritze heraus!" Im nächsten Moment schon fuhr die Spritze dröhnend über das Kolperige Pflaster und machte vor dem König halt. „Sehr brav!" sagte dieser, „ging ja sehr schnell, so must es auch gehen. Nun tvill ich aber sehen, ob ihr auch löschen könnt. Nehmen wir deshalb an, dast die große Scheune da in Hellen Flammen steht." Schnell wurde der Schlauch in den Dvrsteich gelegt, und ein Dutzend kräftiger Bauernsäustc begann mit allen Kräften zu pumpen, während der Hauptmaun der Feuerwehr die kupferne Spitze des Schlauch» auf die gefährdete Scheune hielt. Seltsamenveise wollte aber kein Tropfen Wasser aus dem Schlauche kommen. Die^Spritze war lange nicht gebraucht worden, wahrscheinlich war der Schlauch an irgend eine Stelle verstopft. „Nun, was ist denn das?" sagte der König mit ärgerlicher Miene. „Da scheint mir irgend etwas nicht in Ordnung zu sein." Er trat näher uich hob den Schlauch i» die Höhe. In demselben Augenblick aber gab es einen lauten Knall. Von dem Ucberdruck des allzu heftiger Pumpens platzte der Schlauch gerade an der Stelle, die de: König in der Hand hielt. Ein armdicker Strahl schmutzigen Wassers crgost sich über den unglücklichen Monarchen, riß ihm den Drei master vom Kops und durchnäßte ihm Mantel und Uniform Fluchend ließ der König den Schlauch fallen und flüchtete aus dem Bereich der gefährlichen Spritze. Da er einen Koffer mi. weiteren Kleidungsstücken nicht bei sich führte, mußte er in dem Sonntagsstaat des Schulzen seine Reise sortsetzen. Einen Schlauch hat er seit der Zeit nicht mehr in die Hand genommen.
* Altägyptische Parfüms. Im Kulturleben der alten Aegyptcr war der Gebrauch wohlriechender Stoffe allgemein verbreitet. Ihre Herstellung, die ein ganz spezielles Studium erforderte, lag ausschließlich in den Händen der Priester. Jede: Tempel verfügte daher über ein eigenes Budget zum Kauf von aromatischen Rohstoffen sowie zur Pflege von Gärten und Gehölzen, in denen die wichtigsten, zur Parsümbcreitung nötigen Pflanzen gezüchtet wurden, vor allcni aber auch über ei» gu eingerichtetes Laboratorium, dessen Wände mit den, vor der Außenwelt streng geheim gehaltenen Rezepten zur Herstellung der ein zelnen Wohlgerüche beschrieben waren. Die teils flüssigen, teils trockenen und dann zum Räuchern bestimmten Riechstoffe, die natürlich auch verkäuflich waren, wurden zu den verschiedensten Zwecken benutzt. In erster Linie hatte sich allerdings der religiöse Kultus der Anwendung von Wohlgerüchen bemächtigt. Ohne das Räucherbecken, aus denr zu den Bildern der Götter aromatisch' Dämpfe ausstiegeu, war kein religiöses Fest denkbar. Dieselbe groß Rolle spielte der Gebrauch wohlriechender Stoffe auch bei den Ein balsamierungen, die glcichsalls von den Priestern vorgcnomme' wurden. Eine ganz besonders stckrke Verwendung sanden wohl riechende Essenzen jedoch bei der Körperpslege der alten Acgypte:. Auch diese Parfüms stammten aus den priesterlichen Laboratorien, wurden indes »ach ganz anderen und von. den für den Götterdien't bestimmten durchaus verschiedenen Rezepten hergestellt. So gab es eine ganze Anzahl parfümierter Oele zum Massieren des Körpers, wohlriechende Haarwässer, mit denen nach dem Bade der Kops übergossen wurde, duftende Pomaden und schließlich auch aromatische Pastillen für die Mundpflege: daneben bediente man sich noch der verschiedensten Räuchcrmittel für die Wohn- räume. Aus allen erreichbaren Ländern, sogar aus Indien her wurden die erforderlichen Rohstoffe bezogen: allerdings hatten die Priester dafür auch die Genugtuung, daß ihre Parfüms weit über die Grenzen ihres Landes berühmt wurden und daß cs in Griechenland bald zum guten Ton gehörte, ägyptische Wohlgerüche zu gebrauchen. So sehr sich nun die Gelehrten späterer Zeiten auch bemühten, die alten ägyptischen Rezepte nachzuahmen, so ist es bis heute doch noch niemandem gelungen, ein ähnliches Erzeugnis herzustellen. Kürzlich unternahm man jedoch, wie der Forscher Reuter berichtet, in Paris einige gründliche Untersuchungen von Parsümresten, die sich in alten Basen erhalten, hatten, und erzielte damit immerhin manches interessante Ergebnis über die Zusammensetzung dieser altägyptischen Riechstoffe. Die Analyse der untersuchten Duststosfe, die seinerzeit gleichfalls als Räuchermittel gedient hatten, ergab zunächst das Vorhandensein von Weihrauch, Erdkwrz, Storar, Myrrhe und Tre- binthen, ferner Asphalt, Palmwein. Tamarindenmark und Kassie, sowie Reste von .Henna und verschiedenen anderen wohlriechenden Pslanzenteilen. Wenn es auch nicht gut möglich ist, diese Wohlgerüche nachzuahmen, so kann man sich doch vorstellen, daß cs starke und sehr aromatische Düste waren, die den Ränchcrgc- säßen der alten Aegypter entstiegen. >eo8.
* Unfaßbar. Ein Herr hat einen neue» Mo man gekauft und übergibt das Buch seinem Burschen, es auszuschneiden. Ter macht sich auch ans Werk und befolgt sorglich alle ihm gegebenen Weisungen, kann sich aber nicht enthalten, ber jedem neuen Schnitt verwundert zu rufen: „Aber wie haben sie das gemacht?! Wie ist so etwas nur möglich?" „Ja, was ist denn los?" fragte der Herr endlich. „Ich verstehe nicht," erwidert der Bursche, „wie sie
es fertig gebracht haben, da drinnen zu drucke», ohne die Blätter aufzuschneiden!"
*HoheEinschätzung. Ter berühmte Tenor: „Ich bedaure unendlich, daß ich auf Ihrer Gesellschaft nicht singen kann, aber ich bin stockheiser." — Die Hausherrin: „Ja. es ist sehr fatal, daß Sie nicht singen können, aber können Sie dann nicht vielleicht wasi anderes machen?"
Lprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachverelnr.
— Der Star. Der arme Starmatz! hat man nicht seinen Namen z» der bekannten böse» Angenkrankhelt in Beziehung gebracht? Er hätte allen Kr,nid, darob ein Wehgeschrei zu erhebe», »denn er iühlt sich schuldlrei" lind er dar! sich nicht nur so inhle», er ist cs auch. Da- Woet Star als Krankbeitsbezeichnung hat sich ans allhochdentschen, starablint tnnttelhochdentsch starblint) gebildet, das an! das Täti ckeitsivort staren, d. h. mit starren, unbewegte» dingen blicken, znrnckgeht. So sagt Meister Altswert in Hermann von Sachsenheinis gleichnamige», Gedichte aus den, lö. Javr- hlindert: „ich was „ach (= nahezu) worden „starrebliut“ und an einer andere» Stelle „ich was sehauwsus staroliut", .Starblind" bezei bnete demnach von Hans ans eine, Zustand, bei de», das Auge io „»bewegt n»d „»verrückl nur a»l einen Gegenstnnd gerichtet war, daß es dadurch geradezu starr und inlolgedesten nicht nur sür andere Tinge völlig btlnd ward, sonder» schließlich auch den anaeschanten Gegenstand nicht »rehr völlig klar zu erblQen vermochte. Das Auge Orests, des Mi tterniörders, ist immer nur starr aul seine Schuld, aus das inüetig« Bervängiiis seines Hauser gerichtet, so starr, daß er kür nichts anderes mehr .Auge hat", aber auch leine Schuld nicht mehr „»»getrübte» Auges" zu beurteile» imstatide ist. Und iven» daranstnn Iphigenie klagend die Götter an, »st; O, nehnil den Wahn ihn, von dem starre» dingel Io ist dieses „starr" von .blind" kann, noch verschieden. So tvnrde „starblint" zu blind überhaupt, die Slarblitidycit zur völlige» Blindheit und — der unschuldige Frühlingsbote zu ihrer Benennung. Als t»an die Redensart ichiti „einem den Star steche»", d. H. ihm die dingen öffne», » »ßte die llebertragiing des Wortes aus der Nanien des Vogel- bereits vor sich gegangen sei».
_ . Sohns (Hannover).
vilchrrtisch.
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BÜNfrrüOtl.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Versteckrätscls in voriger Nummer:
Selnister, b eib he, deinen, 1'eiste»
Redaktion : K. Neurath. — Notnlionsdruck und Verlag, der Brühl'schen Universitäls-Bnch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


