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meiner Mutter, standen den l-rrden vorgmärmten «u großdentscher Gelinnuttg nicht nach.
Es hat inick gefreut, in dem bereits angeführten Werk von Haupt über studentische Berbindnngc». auch dein Name» meines Gcrin-atcr als dem eiiteS sittlich und ivissenschastlich hochstrebend« Studenten und Mitbegründers einer Verbindung init hoben, idealen Tendenzen hänsig z» begegnen Auch als einer der hessischen Studenten, welche am IH. Oktober 1817 die Wartburgseicr inchgemacht habe», ist er da genannt.
Wenn er trohdcin. nachdem er seine Stadien beendet hatte, zneist dee Adinnkl und sehr frühe der Nachfolger seines Vat.ne. - der selbst der 'Nachfolger seines Schwiegervaters genasen war Äus der zioar änsterst beschwerlichen, aber auch gut dotlert.n Pfarrstelle zu Oberoflcide» wurde, so hotte er das wohl mehr dem Protektorat des Hauses Solms-Bcaunfels, welckrern das Reckt znstand, eine» Pfarrer jüc diese stelle zn prjsentieren, als dem
Wohlwollen seiner hessischen Behörden zn verdanke».--
Ich habe olle diese hier genannten Männer gekannt. Friedrich Gottlieb zwar nur ans Briescn an nieine Mutter, die ein sächlich zum Meihnachtsscst gnkommendes Geschenk begleiteten, später auch an» Briefen a» mich selbst. „WaS man so kennen heisst", denir ich lvar bei ihren Lebzeiten noch» zu unreif, »m v!on ihrer Best dentung einen »achballigen Eindruck gewinnen zu können
Ihre wissenschaftliche Pedcnlnng besonders die des Ar- clräologeu Welcher entzieht sich auch beute noch nieiner sclbst ständigen Beurteilung. Ick beurteile sie nach dem Eindruck, den sie ans die wissenschaftlich gebildeten Leute seiner Zeit und auf die Schüler, die zu seinen ,'süssen gesessen haben, gemacht hat, und nach der Wertschätzung, welche die Gelebrtenwelt noch immer seinen Werken zollt.
Allein darüber, was die Brüder Welcher als religiös sittliche Menschen und begeisterte Patrioten gcivcsen sind, habe ich nur dock längst ein eigenes Urteil gebildet. Und wenn ich ihre vergilb!«» Briefe lese oder das was über sie und andere Zeit- und Gesinnungsgenossen gedruckt ivorde» ist, so tritt mir ans diesen Zeilen ein .Idealismus entgegen, demgegenüber nur auch unsere heutige besser« Jugend verstandeskühl und arm an Idealen erscheint: und es will mir scheinen, da st der seelischen Entivickeinng junger Mensche» die Zeiten der Sehnsucht sörderlicher sind als die der Erfüllung.
Im November lttltt hat inan Friedrich Gottlieb Melcker an seinem Geburtshaus i» Griinberg eine Gedenklalcl geletzt: »nd dieselbe Universität, a» n>elck>er ihm seiner Zeit der Stnbi vor die Türe geletzt worden war, von der aus ivahrchchcinlicki auch der Anstost zur Beschlagnahme seiner Briese und Schriften ausging, die ihn drei Jahre nach seinem Weggang ans Gießen, in seiner ersten Boniier Zeit traf und tief erbitterte - damals wurden auch die Schriftliclckettcn Ernst Moritz Arndts und Karl Theodor Wclckcrs mit Beschlagnahme belegt —, dieselbe Universität hat zu der Feier im Herbst 1910 einen ihrer Professoren »ach Grünbecg in Ober- desse» gesandt, um „dcni bedeutenden Gelehrten und hervorragenden Sohn .Hessens" die Gedächtnisrede zn halten. So korrigiert die Geschichte das Tu» der Menschen!
Als die Schildbürger ans der Erde lagen und ihre Beine verloren hatte», kam ein Frenider und frt*lnn mit dem Stock an! sie los. Ta fanden sie ans einmal ihre Beirre »'jeder und wnstten nicht wie? Als aber Deutschland im Jahre 1870 von seine'» Erbfeind bedroht wnrde, wartete es nicht die ihm zngedachlc» Schläge ab, sondern !ani ihnen zrlvor, indem es i>n F-enrdeSliind cinmarschierle und damit verhütete, daß deutsches Land zum Kriegsschauplatz gemacht wurde. Die Franzosen hatte» es böse mit Dentsclüand vör- gebadt, aber es ist ihi» alles zum Guten ansgeschlage».
Wie vst hatten sich bis dabin Deirtsäre im Bruderkrieg gegenüber gestanden: „nd einig Ivaren sie nie geivesc»! Aber damals geschah das Wunderbare, hast Aildeittschland wie ein Mann anf- stand! llnb die Franzosen waren es, die ihm 'zu dem verkolfe» batten, toonach dir Besten sich so lange geselmt hatten: zu seiner Einheit. ^
Wie Sturmesbrau'c» die Spreu wcgsegt, v siel in jene: grossen Zeit alles llngeiniide, Kleinliche und Elgc.iiüchtige von der Boiks- leele ab! Und mit de» Tränen, die Deutsche um ihre gesallcnen Helden weinte», mischte» sich' die FrendenlräneEüber das erstandene, geeinte Reich. Das sind längst bekannte Tatsachen, die man sich ledoch immer iviedcc ins Gedächtnis zurückrufen soll! Aber mel» Vater hat sic nicht mechr erlebt. Er hat nicht erlebt, dast Bl»v von seinem Blut in Heister Feldschlamt des Reiches !Fau batte kitten Helsen: Und nicht, dast die Brust seines Sohnes, aus dev cs geflossen war, mit des deutschen Kriegers hohem Ehrenzeichen: dem eisernen Kreuz, geschmückt wurde: und nicht, dast dieser Sohn nach seiner Wiederherstellung noch einuml hinaus zog nach Frankreich und im Sommer 1871 mit dem siegreiche» Heer wohlbehalten in Gießen einzog.
Als ich im Bharz 1871 die Siegesfeier in Heidelberg mit erlebte, stand — beim Geläute aller Glocken, bei dem Glanz der Illumination und unter der Begeisterung einer lvogeiidcn Menschenmenge — das Bild des Vaters vor meiner Seele, der seit drei Jahre» ,»> Bogelsberg unter den Friedhosslinden schlief. Und
mit Jahren meines Lebens hält« ich ihm eine Sttinde bes lwben Wonnernlisll>es erkaufen mögen, der in jenen iounderbaren Vo» Grihlingslagen tausend und abertausend deutsche Herzen erfüllte. Fortsetzung folgt. 1
PtrmilAi«».
kos. Ein n euer Riesen tun ncl. Die italienische StaatS- bahnvcttvalliing plant den Ban elncs Riesent.innels von 19 Klm, Lange, der den Apennln nördlich von Genua durchbrechen und eine günstigere Eisenbahnverviirdnrig zwischen dieser Stadt und der Po Ebene schassen soll, so dast sich die Fabridauer der Schnellzüge Genna -Mailand von 3 auf 2 Stunden verkürzt. Unr die Schwierigkeiten zu vermeiden, bei denen man beim Ban der ältere» von Genua nach Norden fül>ce»den Strecken, der Heide» Giovi-Linien, insolge des tonigcii Gebirges zn kämpft» Halle, wird, wie ivir in den „Technischen Monatsheften" (Stuttgarts lesen, der neue Tunnel ein gekrümmtes Traed erhalle»,' so dast er der ganzen Länge nach durch gutes Gestein führt. Die Bauzeit wird ans 8 10 Jahre geschätzt.
kos. E i ir Vierfüßler in S ch l a n g c n j o r in ist die Erzschleiche. Mit seinen toinzigen, rückgebildete» Füstckx» kommt uns das Tier so unmöglich und so ungewöhnlich vor, als Ivöre es ein Versehen der Natur, das uns daran erinnert, dast wir rroch nritten drin stecken im allgeuieinen Werdegang der Formen, deren Wechsel uns so gern als etwa Gewesenes, llebcrwundeficS er- sclreint. ttwei ivenig voneinander verschiedene Arten der Erz- schtciche, die eine irr den tvestlichen, die andere mehr in den östlichen Miticlmecrländern heimisch, gelangen regelmäßig aus unsere» Tierinarkt. Die äußere Form erinnert .stark an die Blindschleiche, von der sie sich aus den ersten Blick hauplsachlich durch den Besitz der vier winzigen, »irr dreizehigcn Bcinchen und durch eine schöne Längsstreisnng nrttcrschcidct. Der llnterschie) von der ihr im allgemeinen ähnlichen IöhanniSechse beslech — abgesehen von der bcirächllichen Größe (ettoa 3b Ztni.i der Erz- schleiche und ihrer Zeichnung — aus der bei unserem Tiere e»t> sclneden stärkeren Bcrkümmernng der Glledinasteir. Die Gebrauchs söbigkeit der Beincken ist so gering, dast sie allein kaum ans- reichcn, den langen Walzenlcib bei langlamem Kriechen zu sör- denr „nd dast, besonders inr rasche» Lauf, die Fortbewegung eine dnichans schlgrigcnähnliche ist, wenn auch die Gchbewegnngen der Beine nur selten unterbleiben.
* Seine Definition. Willh: „Papa, ivaS ist eigentlich ein Sklave der Mode?" Papa: „Ein Mann, der eine Frau „nd ein paar crivachsene Töchter hat, mein Sohn."
* Eri» nli g n n g. Er: „Ich ioerde niemals heiraten, eb« ich eine Frau finde, die »rein direktes Gegenteil ist." — Sie (er^ nrntigendl: „Aber, liebe» Freund, es gibt doch so viele hlibzch« und kluge junge Mädchen in Ihrer Bekanntschaft!"
ttöiligrpromenade.
wla» dari dte eluzeluen Wörter und Silben unr in der Welse niileinander verbinde», dast man — wie der itviiig a»1 dem Schachbrett — stet- von einer» ,.elü an-:, an! ein bcnachbarles übergeht.
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Anflösuiig in nächster Nummer.
Auslösung des Leiterrätsels in voriger Nummer. Plalnr, Narnnr, Ethik: Spanieu, Amertka.
Redaktion: !t. N « urash. — R«tattc>nsd»uch und Perlag der Brühl'lchen lliiiversttäts-Bnch- und Tteindrcickerei, R. Lange, Gießen.


