Ausgabe 
18.2.1914
 
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vornehmen. Hierbei wurde aus der Vorderseite im Namenszug daS I (Isenburg! durch ei» P (Psenburg! geändert. Durch die Verleihung des Fürstentitels an das Büdinger Haus Ivurde 1840 die dritte Prägung der Schaumünze vorgenommen, die wir in Abbildung l unseren Lesern vorführc». Die vierte Prägung ließ 1861 erst der Enkel Ernst Casimirs, der verstorbene Fürst Bruno zu Psenburg-Büdingen, mit seinem Namenszug vornehmen (Ab­bildung 2), wobei das Bild der Schnepfe eine Berändening und Verbesserung erfuhr. Fürst Bruno, ein bekanntlich überaus freund­licher Herr, hat die originelle Sitte eingeftihrt, die Schnepfeni- münzen zu Ostern unter die Büdinger Jugend zu Wersen Dessen Nachfolger, der jetzige Fürst Wolfgang zu Psenburg-Büdingcn, hat.

der Tradition seiner Väter folgend, ebenfalls einen Schnellen- Heller mit seinem Namenszug auf der Vorderseite prägen lassen, tvobei wieder eine Aendcrnng der Schnepfe bewirkt wurde (Ab­bildung 3).

Bon allen hergestellten Typen der Münze, die in Kupfer aus- gesührt wurde», sind auch Silberabschläge gemacht, die teils für die fürstlichen Familienmitglieder, teils aber auch für besonders glückliche Schützen bei Schnepfenjagden bestimmt waren, während die kupfernen Münzen bei Treibjagden an die Treiber verteilt werden.

In den Kreisen der Münzsammler, aber auch in Jäaerkrciscn in ganz Deutschland, sind Büdinger Schnepfenheller sehr geschätzt. Jäger lassen sich das Münzchen vielfach vergolden und tragen es so an der llhrkette. Silberabjchläge der Sckwumllnze sind mimis- inatische Seltenheiten, solche Stücke sind nicht einmal in unserem Museum anzutresfen. _ G. W. G.

vermischter.

'DerDI agier" von Hobokcu. Daß auch die Freibei' Amerikas »nd die lärmende Wirklictiket! New Ports im 20. Jahr­hundert nicht vor Aberglaube» schütz', crnneS in diesen Tagen ,n einen, Gerichlssaal New Ports ein Prozeß, de» Air. Gregory Pickte gegen den »Professor" Theodore Citorra, den großen » agier" von Hoboken, anftrengte, um das (Selb, das er, Pickte, seinen, Aber­glauben geovlert halte, znrnckzncrlangen. Pickle lebte als Arbeiter der Setdenlabrike» von New Ferse» ein mühevolles, aber Iried- licbes Lebe». Aber er ersehnte Relcbtümer »nd eine Fra», »nd io wandte er sich an Sikorrn, der sich i» ZeitnngSannoneen n!S ,Maqr«r, Beschwörer, Seher, Mi,st ker des Ostens und Oslcovoten" anpries. Gregory Pickle zahlte 100 Mt. Vorschuß und erhielt da­für die Aussicht, 800 000 Mt, »nd eine reiche schöne Fra,, zu be­kommen, Zuvor aber innbte er einige nicht leichte Ansgabe» lösen. Er lollie tie' in den .verzauberten Forst" (der in der Nähe der crystal city von Hobo en liegt) wandeln, hier auf de» Ruf des Wol'es harre», dann das Neil des heilige» ivilden Vogels inchen, daraus ein Ei nelinie» »nd dieses Ei Tag und Nacht in der Achlel- höi'le tragen, sünf Wochen lang, ivährend deren er üch ,»,r von Stevsel» ernälire» durste. Täglich sollte Gregory Pickte ivährend dieser Zeit tu de» verzanherten Forst gehen, um Visionen z» er­leben. Dann ivülden ihi» der Pavst und der Kaiser erscheinen. Von diesen, Augenblick an hätte er geivonnencs Spiel. Er brauche dann nur z» rillen: .Gib mir d,e 800 000 Mark und ein« reiche Frau l" inid fjui, hast d» nicht gesell«» würden sich Kaiser nd Papst in Geld und Frau verwandeln. Unter donnerndem Gelächter erklärt« der arme Gregor» Pickte vor Gericht, daß er sich nach Krallen beinülst habe, alle Poischristen des Magiers zu enüllen, ivns ihm jedoch »ich! ganz geglückt sei, ivcil man in Holoken nicht viel sehen könne, .den,, es sind so viele Häiller da­zwischen'. lind stall eines Ei Nils de,» i»chl ainsindbaren Neste des heiligen Vogels halte sich Gregor» Pickle mit einem Ei eines geivölinliche» Regenvscners begnügt, llntcr diesen IIn»stä»den er- schleneii ib»i natürlich iveder der Kaiser »och der Pavst, aejcknveige denn beide. Tic Richter schüttelten die Köp'e und sprachen dem abergläubische» ai inen Teilst! ieine 100 Alk. ivicder zu, aber Ncich- I»n> »nd eine schöne Frau komile ihm auch der .inoderne Merlin" nicht gebeii.

'DaS gewahrte Jnlognito. I» feinem fesselnde» historischen WerkeAn Eonchant de la Monarchie" erzählt der Maranis de Ssgnr eine ivenig bekannte Anekdote von Kaiser Josef II., die io.voht für dj« ttzcistcsaegcnivart des Kaisers als auch

für (eine Abneigung gegen alles starre Zerenioniell charakteristisch ist. Ter ritterliche Fürst benutzte jede Gclegeiihetl, »in die äußeren Vorrechte seines Ranges als lästige Bürde abznstreilen »nd auch bei der Reise nach Frankreich, >vo er seine Schweiler, dtS Königin Marie A»loi»elte besuchte, verzichtete er ans >edcii Pvmp und Luxus, vermied es, sich als Fürst und Kaiser zu erkeniien zu gebe,! und reiste unter einem angeuoinineiien Raiiicn, nur von zwei Herren begleitet. Ans der Reise übernachtete er in einem kleine» Gaslhost ÜllS er am Morgen in de,» kleinen Gastzimmer vor dem bescheidenen a» der Wn,id hängeiiden Spiegelchen stand und sich rasierte, hiel, ihm die rochier des Wirts das Wasch­becken. Das Gepäck des nnbekannteii Herrn oder das Verhalteir ieilier Beglciier mochte die Neugier und den Verdacht des Mädchens erregt haben. JedenlallS iraqte sic plötzlich iespektvoll: »Sind Sie nicht ein 'Angehöriger der- Hülstaales oder des GclolgcS des Kaisers?" Joses sah Io>orl, ivohin die Frage führen könnte, blickte das Mädchen von der Seile an und erklärte dann lächelnd: »'Aber geiviß, liebes Kind, wie haben Sie das nur heraus be- koiiiine» ? I cl> r a I i e r e d e n K a i s e r." lind die prompte Ant­wort erstickte soiorl jede iveilere Vernnitinig

* Doppelsinnige Auskunft einer Auskunftei.

Der Geschästsnmsatz des Herrn Kra>ner soll sehr bedeutend sein. Man meint, er betrüge täglich mehrere Tausend.

* Stoßseufzer eines Studenten.Die furchtbaren Sausereien mach' ich nicht mehr mit. Mir brummt heute der Schädel, als wenn ich gcarbeilel hätte."

* Schlechter Trost. Mutter (zu Hänschen, nach der wöchentlichen Gcneralreimguiig!:Ei, Hänschen, toas bist du letzt so rein, ich kenne dich ja nicht mehr!" Hänschen (zärt­lich die Multer streichelnd):Sei ruhig, Mamachen, morgen kennst 'du mich wieder!"

"Jur Dusel Beschlvipster Gast:Bringen Sie mir mal 'ne Ansichtskarte, Kellner, Schreibzeug und de» Briejkasten!"

* T i e Haut des anderen.Unerhört! Hatte ich doch vor einiger Zeit für die Operation eines junge» Mannes, der sich übel verbrannt hatte, ein Stück! von meiner Haut hrrgegeben, was schreibt er mir heute? Meine Haut zeige seit einigen Tagen einen krankhasten Ausschlag, ob ich nicht ettvas dagegen tun wolle."

vüchertijch.

Peter Rosegger, Gesammelte Werke. Vom Bersasscr »eubearbeitcte und neueingeteilte Ausgabe. 40 Bände in 4 Abteilungen zu je 10 Bänden. Jeden Monat gelangt ein Band zur Ausgabe. Jeder Band geschmackvoll gebundea 2,50 Ml., in Halbpergament 4 Mk. Einzelne Bände werden nicht geliefert. Ver­lag von L. Staackniann in Leipzig. Soeben erschien von der ersten Abteilung Band 10: Die Abelsbergcr Chronik. Dieser die erste Ab­teilung der prächtigen Neu-A:isgabe von Roseggers Werten ab­schließende Band bringt die lustige Abelsbergcr Ehronik. Rosegger verdankt seine Beliebtheit im deutschen Volke nickill in letzter Linie seinem köstlichen, urwüchsigen Humor, seiner unvergleichlichen Gabe, Menschen und Dinge in schalkhaster Weise darznstellen. Zu den besten Schöpfungen dieser Art gehören unstreitig die Erzählungen von der Schildbürgerstaüt Abelsberg und seine» Betvohueru. Ro­segger übergibt in der Nen-Ausgabe diese Chronik der Stadt Abels­berg als Festschrift zum Jubiläum ihres 500jährigen Bestehens. Ein lustiges, herzliches Lachen wünscht er diesem Buch. Denn Lachen ist notweirdig sür die Leibes- uird Seelengesundheit des Menschen. Diese Abclsbcrger Chronik wird dem Leser dazu verhelfen.

Kürschners Bücherschatz Nr. 834. Die B e l a - stungsprobe und Gräfin Hochmut. Zwei Erzählungen von Ada von Gersdorsf. Mit Illustrationen von L. Berwald,

Rösselsprung.

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Auslösung in nächster Numnrer.

Auflösung der Charade in voriger Numnicc: Rübezahl.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Umversiläts-Bnch- und Steüidrnckcrei, R. Lange, Gießen»