Ausgabe 
14.2.1914
 
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gehalten habe, und sic auch jetzt nicht balle. Im U it stehe

er in der Gewalt des heilige» OssiziumS, inan mSge »ach Gut­dünken veriahren.

Es würde W weil sühren. Näheres über den Berlmis der Heiden Prozesse mitzuteilcn. Einen zuverlässigen Auszug aus den oben erwähnten offijieden Dokumenten bieten die beiden im Herder'süfen Verlag zu Frciburg i. B erschienene» Bücher von Adolt Müller ..Galileo Galilei" undDer Galilei -Prozeß". Sei es zum Abschlüsse der vorliegenden Betrachtungen nur gestattet, noch solgende urkundliche Gestellungen hinzuzusttgen: In keinem von leiden Prozesse» ist Galilei gefangen gehalten nw den. Wir wissen aus einer Aeusternng seines treuen Schülers und Freundes Viviani, die jetzt auch in dem Werke von Favaro veröstentlicht ist, daß Galilei während des Prozesses in dem dclizioso Palazzo" der toskanischen Botsckast gewohnt Kat, wäh­rend überhauvt, wie wir aus den bezüglichen Berichten des tos­kanischen Gesandten in Rom ersehen, der Grostherzog sciiie .Hand über ihn hielt. In einer Phase der letzten Berhrndlung ist ihm allerdings verkündet worden, falls er die Wahrheit nicht sagen wolle, könne man zur Folterkammer schreilen. Hieraus hat der Angeklagte nur tvicderholt:Ich bin hier, um zu gehorchen. Wie ich bereits erklärte, nach iencn Befehlen habe ich die Lehre nie aufrecht gehalten." Da man aber toeiter nichts von ihm erlangen konnle, ließ inan ihn das Protokoll unkerschreiben und entlicst ihnzu seinen Räumen".

Bo» besonderer Bedeutung ist »u» aber die Gesckstchte der letzten Lebensjalrrc von Galilei ClG.'tH -1C42). Es wurde t&m, vsscnbar unter Mittvirkiiiig des Großherzags, ein in der Nähe von Florenz in Arcctri gelegener Ansenthast-ort angewiesen, wo er auch befreundete Männer empsangen durste, aber den unmittd- barcn Einflüssen vou Florenz »ich! ansgesetzt >var, obschon ,n den letzten Jahren ihm auch der Besuch in Florenz nstedcr gestattet wurde. Dort in Arcetri hat er dann in unverminderter, >a, man kann sagen, in gesteigerter Geisteskrast die eigentliche Summe seiner Lebensarbeit gezogen, indem er, die kovernlkanische Agi­tation ansschaltend und an seine Jugendarbeit in Pisa an- knüpsend, seine hochbedeut amenDisco rsi" über die QViitiib rinzipieu der Beivegniigslehre schuf, tvclch,' im Jabre >638 das icht der Welt erblickte» oder vielmehr dies Licht Heller aufleuchten ließen. Und auch in den letzten Lebeusiahren lötzst bis Ende 1 gu> >--» -x i>otz der dann ein getretenen Erblindung aut Freunde «n» -rvü> roch - che eigenartigst« Anregungswirkungcn

ausgcübr. _

vermischte».

* Elend der Tanzbären. Zuweilen liest man, das, so­genannte Tanzbären, die ank der Straffe ihre st linste zeiaen sollen, wild" - g'orden sind und auch Menscbc» gefährdet oder verletzt haben. »'* ivird dann vielfach gealandt bei diesen Tieren sei iit solchen Anaenblicken nur deren nrlvrüngliche Natur zum Tnrch- bruch gekonunen. 9Iu8 der narbiolaenden lebendige» «childernnq seiner von viele») gehl aber denlltch hervor, was tue arnien Bären zu leiden haben, und man kan» cs verstehen, iven» bei den bis a»ss äußerste gepeinigten Tieren die Geduld plötzlich au'bört, Ein Annen,euae tut Rheinland berichtet! .Im verganaenen Herbst ivnrden durch nnlere Stadt zwei Bären acschlevot, von denen der eine ganz belonders elend >var Durch lortwätvende Stiebe in die Wcnlneile mit der ellenbelchlageiiei, Spitze einesltnüvpels zivana man die Tiere znm Tanzen. Eie brüllten vor Schnieiz, was die Treiber gerade ivostte», um de» gedankenlos jo lend.n stnaben Freude z» inachc» : den» wenn die Schinerzänßcrnna stch nur durch Brnmine» kundgab, so stieße» sie n»!S neue zu. Ein Tier blutete aus > stier Stichnnmde, in ivelche o>t wieder blindlings hineinaelroffeu wurde: das schlvächste vielleicht auch kranke suchte sortivährcnd sich niederznleqeii und aiw der 'Kt»»« z» lecfe», ivurde aber immer wieder am Nasenring in die Ebbe geusjen, so daü die Nase blutete. Ich raffle schnell eine tüchtige Portion Brot zniammen und eilte nach. Heißhungrig verschlangen dte Tiere die Nahruna. Tann holte ich anS e,ne,n banse einen Eimer voll Wasser, und auch den tranken die arme» Gelchöp'e ganz leer. Inletzt redete ich auch den verlosten anssehcndc» Treiber» gut zu >i»d belrtvcnfte st«, um ste möglicheuialls etwas wilder zu stiminen. Ob nicht aber trotzdein den ariiien Bären lür das Brot, das ich ihnen gespendet, die kärg­liche Abendration entzogen worden ist!? Wer weiß! So niuß maii blutende» Lerz nS de:» unausloreckilichen Elend ttub der Verrobiiiig der Jugend mariitloä znsehenck Cs scheint, als ob die Bärenkührer kein Mitleid kennen. Anstatt die Tiere a» der »äals- kette zi> tühreit. lassen sie diese lang hängen und zerre» die Bären an der stelle hinter stch her, di« mit den, Nasenring verbunden ist. So koiunit cs, daß der Ring öfters das Fleisch und die Baut dnrch- schneidet, und daß viele solcher Bären eine ganz zerrtl ent und zer- kclzie Oberlippe und Nase haben. In den nicitlei! Fällen kaffen die Bärenführer auch nicht mit sich reden, sondern als Ausländer stellen sie sich so, als ob sic die £>ei:t ; rl)e Sprache :»:bi verständen. Dcc Berii-er Tierschutz-Verein i» Berlin 3E'. 18, Wltbelmstr. 28, hat beini Reick>4tag bcantraal, da» diirch Acnderuo.g der ReichS- gcwerbeordiinng in Zuknntl den Bäreulübrern und derglclcheii, die Im Grunde doch nur als Bettler ai.slreren, ein »Aandergeivecbc-

scbein versagt werde. Dem genannten Berein stnd wettere Be­richte z» der Angelegenheit lehr willkomme», damit dem Reichs­tage noch möglichst viel beweiskräftiges Material vorgelegt iverdeit

kan». C. Kr.

*Wi,it«rsportphil«sophte.So» Berg ist dock» das Stolzeste in^der Welt, was?",Wieso?Nn, die ganzen! Herren der Zchopnilig kötmen ihm den Buckel laug rutschen."

* Höbe »Philosophie. (Der junge Mann und das schlanke Fräulein schlevven mühsam ihre Rodelschlilieit bergauf. Die Daiuc bemerkt lröstentn:So stink ti inutergebt, so langsam geht'S 'rauf. " (Er unterbrach sie:)Ich bin das gewöhnk, Fräulein, ich öab' zu Haus Industrieaktien liege»."

* Malicen.Du, Mieze," sagte der Brenrser des »Bobrrelvs zu der Dame vor ihm,ich glaube, cs wäre besser, toenn deine. Schuhe 'ne Rrinrmer größer wären."Ja, und deitr Maul 'ne Nilnrnler kleener!" war die veriräumte Antwort.

* Erinnerungen. (Sie hatte sich beim Skilausen den Fuß verrenkt. Da nadnr er sie auf den Rücken und schleppte sie inS .Holet. Sinnend frag! fiei:Männchen, weißt du noch, wie wir diese selbe Tour mal im Sommer als Berlobte machten?"

Ja," brummte er,aber damal- rittest du aul einem anderen Esel !"

* Gin Aeugstlicher. Gast:Herr Wirt, schließe» Si<! doch bitte das Fenster!" Wirt:Sehr gern, sieht e-s?" Gastl Das nicht, aber das Süotclctt fliegt mir w>g !"

* Bedingte Bewunderung. (Monolog des stoiizert- besuchers):Rein singt se nich und c« lwlben Don zu hoch, aber wen» se mch so gräßlich tre,notieren tät', könnt mer sich freuen, »nie hübsch se mal vor zumnzig Jahr'n gewesen sein muß."

" Widerlegt.ES ist doch schrecklich, was für Dieusb- botcnnot gegenwärtig herrscht!"Das könnte ich nicht sagen. Ich bal»e jede Woche ein anderes Mädchen."

* Vereinfachte Transaktion. (Schuldner zu seineit

versammelten Gläubigern):Sehen Sie, tueinc verehrten Glän- bigci: von dem einen muß ich pumpen, um dem anderen Ab­schlagszahlungen zu machen. Warum soll ich mir mm die tzlöd> sinnige Mühe damit machen - erledigen Sie das doch lieber selbst alle untereinander." , '

''Ein schwerer Junge.?lu mi traut si koa Richter her! Bis er meine Vorstras'n vecles'n hat, iS er vadurst'!"

Lprechecke des Allgemeinen veutjchen Sprochoekeiiir.

' oderaber. Eine neue Sprachdnnimheit ist jüngst aul- gekommen und macht natürlich glänzend Schule.D>e Frauen und Mädchen iverdcn gebeten, entweder Hüte ohne Rand ankzn- setzen oder aber den Hut in der sltrcbenbank abznnehnicn." . . . Unterschied, ob man für sich arbeitet oder aber kür andere Leute «in Lohn." «Eine AnSkahrt oder ein Spaziergang oder aber d» Rlil durch den Tiergarten Irgendein

altes, kleines Gasthaus, oder aber die Wirtschakt, tue d» ae- wöknlich besuchst." .... den Störer der parlomcntarnchen Ordnnng vornetnn zu ignorieren oder aber Gewalt amvrnden zu lasten." ... ob er nur eine Mark oder aber mebr zu bezalge» Habeck «in Öuvotheken oder aber in Slaatsvapieren a»,legen." - ,,wo das nackte FclSgestein offen am Tage liegt oderaber in mächtigen Blöcken die Erde bedeckt." Auch »ene Sätze kämt man schon so an: .Ober aber ivir gehen einer allgemeinen Ierictzinig entgeaenck Und so oderabert er sich heute allenthalben: ein alleinstehendes »oder" findet man kaum incbr. »Aas dasaber" bezwecken so», ist nicht klar: nbcrstüistg ist e» nbe>all, ebenlo wieauch", da» inan ebenkalls immer bänstger nebenoder" findet. Allo weg mit dem Aber und Sem Auch! »oder" allein genügt vollkommen. Aüllin g,

Kre»5rätfel.

___ In die Felder nebcnstehelider

Figur sind die Buchstaben aiiiiui, b, cc, eo,h!i

I--- h h b h, 1111, m m id io, n o b

nun, i) ö, ss, 11, na n a, tr w

derart cinzulragen, daß dl«

-------senkrechten und wagerechten

Reihen gleichlautend solgendeS ^ ergeben:

--- >- Eine Zierpflanze.

3. Bedeutenden »Mediziner.

3. Poetische Sammlung.

»Auslösung in tiächfter Mimmer. ^

Auslösung des Loaogrcw's i» voriger Nummer:

Löioe, Möwe.

Redaktion: ?k. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheii Untversttäts-Buch- und Stelndt'uckerel, R. Lange, Gießen.