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Schweiß stand ihm auf der Stirn, und dis grümchwarzen Farbe» wichen nicht mehr von seinen Augen. Ein übles Gefühl im Magen befiel ihn, drückte ihn, kam immer höher und höher.

Der freundliche Herr neben ihm hatte keine Ahnung von dem Zustand des Götschen Veit. Er saß da und freute sich über das Glück, das er dem alten Bauer offenbar durch seine Einladung bereiten konnte.

Plötzlich überfiel's den Veit. Urplötzlich. Mit elementarer Ge­walt und wuchtig. Die echte, rechte, wirkliche Seekrankheit. Nickt mehr halte» konnte er sich. Ganz gebrockten wckt er und spie und spie und spie vor sich hin. Aber anders w-ie in seinen Träumen.

Ter freundliche Herr »eben ihm war entsetzt emporgesprungen und schüttelte den Chauffeur mit beiden Fäusten.Anhalten!"

Fast wären sie alle drei aus dem Gefährt geschleudert worden. Mit einem so jähen Ruck hielt das Auto an.

Den Götschen Veit brachte» sie in langsamem Tempo hinunter ins nächste Dorf und ließen ihm in einem guten Gasthaus ein Zimmer geben. Dann lieferten sie ihn ins Bett und gossen ihm Glühwein und Tee ein. Der Götschen Veit lag tvie in den letzten Zügen auf seinem Lager.

Als cs ihni besser ging, wollten sie ihn wieder nach Hause bringen. Aber der Götschen Beit wehrte entsetzt ab.Nit zehn­tausend Teufel bringen mi wieder in so an Karren !" erklärte er springgistig.

So zahlte denn der Fremde für den Götschen Beit einen Platz aus dem Stcllwagen, der ihn dann auch daheim ablieserte. Bor lauter Gift und Galle vergaß der Götschen Veit das Danken. Er hatte eine Mordswut.

Seit jener Zeit ist der Götschen Veit ein erbitterler Gegner des Autos. Wenn er eins von der Ferne hört, so humpelt er, so schnell er kann, hinein in sein Häusl. Völlig wie eine Eidechse verschlüpft er, die Schutz sucht. Und wenn er einmal nicht aus- weichen kann, so hält ec sich votz: Elkpl beide Nasenlöcher zu und spuckt und spuckt. Wenn er aber einmal einen recht schlechten Traum hat, so träumt ihm«, baß ihn der Teufel als Chausseur gekleidet in einem roten Auto abholen kommt, um ihn nnt Schncllzugs- geschwindigkeit in die Hölle zu fahren.

Var Urbild vonPani und virginie".

Ter IM. Todestag Bernardin de Saint-Pierres hat die Ver­anlassung zu einer interesiaiüen Feststellung über die geschicht­lichen Grundlagen seines berllhniten Meisterwerkes, des Romanes . Paul und Virgiuic" gegeben. Ter sranzösische Schriftsteller und Literarhistoriker Adolphe Brisson hat aus dem Nachlasse einer ursprünglich auf der Isle de France ansässigen Familie ein Manuskript erhalte», das die Schicksale Paul und Virginies den Tatsachen gemäß erzählt. Bernardin de Saint Pierre, der um die Mitte des 1R. Jahrhunderts diese Insel selbst besucht hat und kurze Zeit nach der Abfassung dieses Schriftstückes dort erschienen ist, wird die rührende Geschichte dort gehört und sie später aus- gcarbcitet haben.

Tie eigentliche Heldin des Romanes hieß Fräulein Caillou, die im Jahre 1741 mit ihrem Onkel, der als.Chefingenieur drüben tätig gewesen toar, ini Alter von 12 Jahren nach Frankreich tUlückkchrtc, um dort die Schulen zu besuchen. Einige Jahre später kehrte sie mit ihrem Onkel wieder zurück und zwar aut dem SchisseLe Saint-Geran". Hier erregte sie die Ausmerksamkeit des 26 jährigen Fähnrichs zur See Longchamp de Moutaiwre, der sich sofort sterblich in das an Schönheit des Körpers und des Geistes reich ausgestattete Mädchen verliebte. Er fand bei ihr Gegenliebe. Tic Beiden schwuren sich, wie es danrals Sitte war, ewi ie Treue und schwärmten aut der langen Uebcrfahrt von ihrem künstigen Glücke. Aber das Schicksal ivolltc es anders. Eines Morgens beruerkte der Kapitän, daß sie sich in der Nähe eines Felsenrisses befänden, und daß sie unrettbar aus die Klippen zu- fteucrten, Alle Bemühungen, die hohe See wieder zu gewinnen, waren vergebens und so zerschellte denn die stolze Brigg an den Klippen der Isle d'Ambre, Ter größte Teil der Besatzung ging unter. Andere erreichten schwiinmcnd das Uier, andere hielten sich jammernd und hilicslehciid au den Trüminer» des Schisses, Unter ihnen besand sich auch Fräulein Eailton. Sie war nicht zu be­wegen, sich ihrem Bräutigani auzuoer,rauen-nd schwimmend mit ihm das Land zu erreichen. So warf er sich denn allein in die stürmische See und veriprach ihr, sie bald aus ihrer schreck­liche» Lage zu befreien. Er erreichte auch bald das Ufer, aber alle Anstrengungen, ein Boot oder ein Floß zu erreichen, waren vergebens, Bon ferne sah er die liebe Gestalt auf den, immer nichr in das Wasser versinkenden Wracke stehe», Ta stürzte Es stck^d^n nochmals in die Fluten und schwamm zu ihr zue- auck. rnesmai war Fräulein Eailton iu> Angesichte des sicheren Todes wohl zu bewegen, sich aus den Rücken des Geliebten zu isch'n, aber sie hätte sich unter keinen Umständen ihrer langen Oberilcrder entledigt, die dann auch dar Verhängnis des schwim­

menden PaareS geworden sind. Sie klebten sich heurmend um die Beine des Schwimmenden und zogen ihn nieder. Eng inein­ander verschlungen wurde das liebende Paar sväter voni Meer an die Küste geworfen und hier predigt. Soweit die Erzählung, Herr Brisson hat sich die Mühe genommen, durch die sran- zösisckre Regierung aus der Isle de France die Echtheit der in dem Manuskript angegebenen Namen uachprüscn zu lassen, n»d eS hat sich dabei herausgestellt, daß die betrefsenden Personen wirklich gelebt haben. _

vüchertisch.

RrchardWagner. Gesammelte Schriften und

Dichtungen. Herausgcgcbeu, mit einer Biographie, Eiutci- tungen, Anmerkungen und Registern versehen von Wolsgang Golther, sGvldene Klassiker Bid iothekä Teulsckres VerlagShaus Bong & Eo, Berlin und Leipzig, Zehn Bände in sechs Leinen- Händen 15 Mark. Richard Wagner als deutscher Klassiker! Der Komponist, der die ganze Musik revolutioniert hat, zugleich als vorlildlicher Dichter und Schriftsteller! Fürwahr eine selt­same Erscheinung, welche vielleicht in der gesamten europäischen Kulturgeschichte nicht ihresgleichen Hai. Und doch ist diese neue Würde cincs deutsche» Klassikers, welche Wagner dreißig Jahre nach seinem Tode zuteil tvird, ihr» nicht etwa Von übercisrigeu Verehrern beigelcgt ivorden, sondern sie erwächst von selbst aus der Eigenart seines Wirkens und Schaffens. Hat er sich doch von jeher für mehr als einen Künstler gehalten, hat er doch sein Streben als das eines Resormators aufgesaßt, dein die Kunst nur Mittel und Ausdruck einer Erneuerung der europäisck>en Kultur war. Kein Wunder also, daß er die Schriststcllerei zu Hilse nahm, um seinen Willen den Zeitgenossen verständlich zu machen, und daß er selbst seine gesamte schriftstellerische und dichterisch« Tätigkeit dem deutschen Volke darbot. Diese zehn Bände Ge- samnielie Schristen und Tichlungen, die bisher nur einem kleinen Kreis von Kennern und Fachleuten zugänglich waren wir werden uns gewöhnen, sie künftig neben unseren Lessiug, Goethe und Schiller zu stellen und, was wichtiger ist, zu lesen, -- Das Deutsche Vcrlagshaus Bong L Co, hat also recht getan, Wagners Schriften in seine weitverbreitete Goldene Klassiker-Bibliothek aus zunchmen, und es hat seine Aufgabe richtig begriffe», wenn cs mit diesen Werken nicht nach Willkür und eigenen! Gutdünken verfuhr, sondern sie genau in der Fassung, Auswahl und Anord nung vorlegte, die Wagner selbst nach reiflicher Ueberleguug und mit. triftigen Gründen ihnen gegeben hat. Nirgetids konnte daS Unternehmen besser aufgehoben sein, als in den Händen des bekannten Wagner Forschers Geheinirat Prof. Dr. Golther in Rostock. Unter seiner Leitung ist hier zum ersten Male der Wag- nerschc Text unter philologische Kontrolle gestellt und von de» nicht seltenen Druckfehlern der Originalausgabe» gereinigt worden. Damit die gesamte bisherige Wagner-Literatur mit ihren Zitaten auch für diese Ausgabe paßt und nnmiltelbar danach benutzt werden kann, ist das Satzbild so eiugcrichlet, daß der vorliegende Neu­druck nach Seiten und Zeilen genau mit der zweite» bis sechsten Auslage der Originalausgabe übereiustiururt und daß die Seitcu- »nblen der ersten Auslage austecdem am Rande angeqebeu sind. Dieser Vorzug ist nicht hoch genug zu schätzen. Mit alledem aber sah der Herausgeber seine Ausgabe noch keineswegs als erfüllt an: er hat vielmehr das Leben und Schassen des Meisters in einer großen Gesaniteinteilung unter Verwertung aller vis jetzt vorliegenden Forschungsergebnisse eindrucksvoll dargestellt und hat außerdem in reichlichen Anmerkungen znnr ersten Male eine aus­führliche Erläutcning der Wagncrschen Schriften durch esührt. Ver­schiedene Register erholten die Brauchbarkeit, 24 Bildcrbeilagetr in Kunstdruck nebst 2 Faksimilezugaben bieten eine erwünschte Er­gänzung, Das Werk ist nach den Grnndsätzeir der Goldenen Massiker-Bibliothek mit klaren Typen aut holzfreies Papier gut lesbar gedruckt und in sechs geschmackvolle Bände gebunden und kostet trotzdem nur 15 Mark, Mir dürfen sonach crtvarten, dast es bald in keinem Haute mebr fehlen tvird: was tvir an ihm be­sitzen, ist nichts Geringeres als eine mustergültige Ausgabe Vv» Wagners Gesanrmelten Schristen und Dichtungen,

Rätsrl.

Suckie in Oesterreich mich, als Stadt bin dort ich zu sinden, Stellst du zioci Buchstaben um, winkt dir ein köstlicher Trank.

Auslösung in nächster Nrnnmrr,

Auflösmig des magischen Quadrats in voriger Nummer;

Redakiion: R. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühllchen UniversttätS-Buch- und Steüidruckere«. R. Lange, Gießen.

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