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rungswnrdiges Muster« und Meisterwerk der Strategie vollbittdte. Sttahlend erheb sich wieder das Gestirn des Kaiserreiches: neue Truvven und neue Hilfstruppen flössen ihm zu. Das Volk erhob sich für ihn; der Sieg schien wieder an s«»e Fahnen gesestelt, und bald tollte er auch »och iveiterc Erfolge gegen die Hauptarmee erringen. _

vom Luftschiff bombardiert.

Eine» interessanten Einblick in die moralischen Wirkungen eines Lustschifsangrisses aus ein feindliches Lager gewährt eine Erinnerung aus dem Tripolis Kriege, die der bekannte englische Kiicgskorrespondent Seppings Wright im Strand Magazine ver- össcutlicht. Ter Engländer besand sich in der Wüste im türkiich- arabilclnni Lager bei Seni Beni Adam; cs war ein glühend heißer Tag, und eine schwüle Müdigkeit lastete über den Weiten. Fern am Horizonte, hinter Ai» Zara sah man die Linien der icnlic- nischen Truppen sich dunkel von dem goldenen Sande abl>eben. Tie Türken und Araber waren bisher in den Kämpfen erfolgreich gewesen, aber heute lag der Schatten einer dumpfe» Sorge unaus­gesprochen über allen Gemütern. Wie entstehen im Kriege Ge­rüchte, woher kommen sie? Einer rannte es den, anderen zu, ohne dass einer zu sagen gewusst hätte, woher die Kunde kam: der Feind will uns mit Luflschissen angreifen.'

Immer wieder ging der Blick hinüber in die Richtung von Tripolis, die ungewisse Ertvartung dämpfte das Geplauder, und dann plötzlich sah man es: dort unten, am Horizonte, in dem kickten Blau der Atmosphäre tauchte über der Stadt Tripolis ein dunllcr Fleck aus. über dem cs wie ein mattes silbernes Schim­mern lag. Es sah aus, wie ein emporstcigcnder Mond, aber nicht lange währte diese freundliche Augentäuschung: ein paar Sekunden später machte das Ting eine Wendung, und man erkannte das langgestreckte Profil eines Lenkballons. Eine Weile schien das Fahrzeug wie beioegungSlos in der Lust zu liegen, dann glitt schnell ein zweites empor, und nun sah man die beiden Lustkreuzer in sicheren und ruhigen Windungen zu gröberen.Höhen sich empor- schraubcn. Wie wirkte nun dieses Zeichen eines neuartigen nnab- wehrbaren Angriffes auf die Truppen, die ohne ein Mittel der Verteidigung die Heiden unerreichbaren Feinde ruhig durch die Lüste heianziehcn sahen? In den beiden Lagern tvar natürlich alles sofort aus den Beinen, niemand blieb im Zelte, und alles beobachtete die nrajestätisch heranziehenden italienischen Lnstkreuzer. Tie Araber, die von der Gefahr nichts ahnten und nur das ungewohnte Phänomen bestaunten, eilten hin und her, tauschten fröhliche Rufe, erschienen säst als Kinder, die für ihre Neugier eine danlbare Beute gefunden haben. Ganz anders aber war die pspchologische Wirkung aus jene, die wußten, welche Gefahr diese Angreifer in den Lütten mit sich brachten, die Wirkung bei den Türke».

Der Engländer berichtet, wie sich seiner ein unwider­stehliches Gefühl der Beklemmung bcniächtigte, und nicht anders erging es den türkischen Truppen: hier hörte man keine Rufe, altes blickte nur stumm mit toeitcn Augen zu den beiden Lust- schisseii enipor, die immer höher am Horizonte emvorsticgen und dann, tvic nach cinenr plötzlichen Entschlüsse, in ruhiger, grader Linie unaufhaltsam dem Lager näherstrebtcn.Wir standen da wie Menschen, die durch einen grausen Zauber zu Stein verwan­delt sind, deutlich veruahmen unsere Ohren das schrille Surren der .Motorc. Tic ungewisse bange Spannung wurde säst uner­träglich, als die Luitschissc ganz langsam. ihrem Schatten folgend, über nns hinzogen, es war uns, als fühlten wir die Last dieser Riesensahrzeuge aus unseren Gehirnen, dieser Augenblick war wirk lick, graueuhasl. Ich blickte empor und irgendwie tvirkten die Run­dungen der Hüllen in dieser Sekunde aus mich wie etwas Grau­sames, wie ein Hohn auf unsere Hilflosigkeit. Jetzt muhte es kommen. Ich atmete tief, tvic ein Taucher, bevor er in die Fluten hinabgleitet, ich sah neben mir Soldaten, und in ihren starren, weit anfgerissencn Augen las ich, dab sie dasselbe empfanden wie ich

Tri, plötzlich, ertönte ein seltsames vibrierendes Geräusch, ein surrendes Summen zischte durch die Stille, wurde lauter, wuchs und wuck»s, und einen Augenblick später erschütterte, kaum 60 Meter von ains, eine beitigc Explosion den Erdboden." Mit der Sekunde der Explosion aber vollzieht sich etlvas Merkwürdiges: die Spannung ist gebrochen, endlich hat das Schicksal sein Antlitz enthüllt, und die Wirkung tvar nun nicht etwa eine Panik, son­dern ringSilni ein Ansaline» tiefer Erleichterung. Ter Zauber tvar gebrochen,wie Schulkinder liefen wir alle blindlings aul lie Stelle der Erplosim ; um die Wirkung zu betrachten" Bei der benachbarten Infanterie waren durch einen zweiten Bomben- wun 8 c^ol.a:en aus der Stelle getötet und 30 zum Teil lebens- gesährlicki verwundet worden, aber der plötzlich auskommcnda starke 3Lind vcianlaßle die Führer der Luftkreuzer, das Bombardement nicht sortzusctzeu, sie slcucricn zur Stadt zurück, und so blieb das Lager vor der Vernichtung bewahrt.

die Nache eines ananntlschen Nönkqs.

Tie entsetzliche Rachetat eines Königs ans Hinterindien, die an grausiger Furchtbarkeit wohl nirgends ihresgleichen finden dürste, erzählt ein Hauptmann der französischen .Kolonialtruppen Paul Gauthier in einem Aufsätze des Wide World Magazine. Ganthier besand sich mit einer Truppe im dichtesten Tschunael von Annam am Nam-Olhan Fluß in Jndocklhina Eines Nachts erwachte er von einem entsetzlichen Gebrüll der Tiger, die zahl- reich in den Wäldern hausten. Er glaubte schon, das Lager sei von den llnticren nbcrsallen: aber als er aufiprang sah dr alles ruhig in den, weiten Feucrkreis, den die Soldaten vorsichtig um sich geschlossen. Tas Wutgebrüll der Tiger wuctzs jedoch immer stärker an, und nun drangen auch gellende Nolschreic von Men­schen durch die unheimliche Nacht. In schrecklicher Todesnot schrien und heulten da Unglückliche in markerschütiernder Meise, bis schließlich all die Schreie und all dal Brüllen erstarb.

Am andern Morgen inachtc sich der Hanptmann aut den Weg nach der Stelle, von der diese Laute des Grauens gekommen waren, und nun bot sich ihm ein Anblick dar, tvie er ihn so scheußlich noch nie gesehenTer Bo^en von Blut gerötet, loar weich und naß, obwohl es seit zwei Monaten nicht geregnet hatte. Große Lachen von Blut hotten sich gesammelt, und darin lagen menschliche Ueberreste, fleischlose Kopse, zersetzte Arme und Beine Lumpen von Kleidern hingen noch um diese gespenstischen Stücke, die die gesältigten Bestien zurückgelasscn hatten. Raben und Geier hielten ihre Nachernte an dem Aas. Meine Aufmerksamkeit wurde sogleich von der merkwürdigen Stellung der einzelnen Körper gefesselt, die völlig zerfleischt noch an den Baumstämmen lehn­ten, und bald entdeckten wir, daß die Unglücklichen angebunden gewesen waren, und fanden noch mehr blutgetränkte Stricke." Tief erschüttert gruben die sranzösitchen Soldaten den Opscrn dieser geheimnisvollen Tragödie das Grab: doch als sie die traurigen Reste zur letzten Ruhe bestallen wollten, fanden sie auch einen durch Prankenschläge der Tiere wenig verletzten Körper, bei» nur beide HGnde fehlten; sic mußten ihm mit einem scharfen Instrument abgeschlagen sein. Schon lag der Leib auf dem großen Knochenhaufen; da ries einer:Ter Mann lebt und atmet!" Und wirklich kam der Unglückliche wieder zur Besin­nung, um nun als einzig Ueberlebender das Rätsel dieses grausigen Vorganges zu enthüllen, in einer Erzählung, die den Zuhörern Mark und Bein erstarren ließIhr habt gewiß gehört," so be- richlete er,von dem Kriege, der zwischen Prinz Ong Kco und Prinz Ouanh Ten wütete nach deni Tode ihres Vaters, des Königs von Lang Del. Ter Herrscher hatte seinen zweiten Sohn O.uanh Ten zu seinem Nachiolgcr eingesetzt, überredet durch die Mutter des jüngeren Prinzen, die den alten König dann vergiftete, um ihren Sobn auf dem Thron zu sehen. Ong Keo aber erkannte des Bruders Herrschaft nicht an, und so kam es zu einem Kriege, in dem der Aeltcre schließlich unterlag »nd mit seinen Helfern ge­fangen genonnnen wurde. Quanh Ten nahm nun eine grausame Rache. Der Prinz wurde geinartert, »nd als dann sein Körper nur noch eine einzige Wunde war, gepfählt, woraus man den zerfleisch­ten Leib den hungrigen Hunden vorwars. Uns aber, seinen treuesten Anhängern, tvar ein säst noch furchtbareres Schicksal zugedacht. Eine starke Mannschaft führte »ns nach dem Wato von Dang-Hon, der tvegcn der Zahl und Wildheit seiner Tiger besonders gefürchtet ist. Hier band ncan uns an Bäumen fest und schlug »ns die Hände ab, um jede Flucht unmöglich zu machen. Es war Mitlag, als man unS so zurücllicß. Wir litten Todesqualen durch unsere blutigen Arm­stümpfe, und wimmerten nur in de» ersten Stunden, dann hört« man lautes Stöhnen, Berzweislungsschreic und hie und da ein Todesröcheln Als die Nacht hereinbrach, halle» die Tiger uns schon gewittert, und ihr Gebrüll antwortete nun unserem Geschrei. Sie schienen unsere Rufe zu fürchten, den» sic stürzten nicht gleich auf uns. Ich vergaß sogar die Schmerzen meiner Wunden in der ent­setzlichen Angst vor de» Klanen der Bestien, die ich schon in mein Fleisch eingegrabcn fühlte. Einige wurden wahnsinnig vor Furcht und ahmten das Gebrüll der Tiger nach: sie heulten so schrecklich wie die Untiere, die dadurch beunruhigt für einige Zeit schwiegen Aber cs war nur ein kurzer Aufschub. Nachdeni der erste den Sprung gegen den nächsten Mann gewagt hatte, begannen alle das Blut­bad und sielen über uns her. Ich bekam einen furchtbaren Schlag mit der Pranke und verlor dann die Besinnung. Bon diesem Augen- blick an erinnere ich mich an nichts mehr."

Der Unglückliche, der allein der Rache des Königs Qnanh Teu entgangen war, starb fünf Tage darr ch an seinen Wunden.

vrksteckrätsel.

Man suche ein Sprlcbwoet, deüe» einzelne Silbe» in lolgenden Wörter» verdeckt stnd, wie die Silbe .an" in .Wanderer", Weizengarbe Locbbeitel Balsam Eitelkeit Kriegslist Tienstaa Heugabel Sai»metn>«st«

Solothurn - Gnksverwaller Riesengebirge. Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des N liels in voriger Nummer»

Mescl, Wiesel.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brnhbschen Uiiioersitäls-Bnch- und Stcindruckerei, R. Lange, Gießen.