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Das Buch „Erziehung zur Gemeinnützigkeit" durste nur acht Druckbogen umfassen. Manche- ist darum im letzten Teil bloß angkdrutet, was in einem späteren größeren Werke ausführlich zu finden sein und dann auch Überzeugeicher wirken wird.
John Russin Hai gesagt: „Es gibt nur eine Heilung des allgemeinen Elends: allgemeine Erziehung, die darauf gerichtet ist, die Menschen zum Nachdenken zu dringen, sie barnuhcrzig und gereckt zu machen." — Unser Verfasser sagt hierzu: „Es war mein Streben, in diesem Buche zu zeigen, wie eine allgemeine Erziehung etwa aussehen müsse, welckc die Menschen zum Nackchenken bringen, sic barmherzig und gerecht machen könne. _ In der Schule mul! begonnen werden mit philanthropischer Aufklärung: später ift's zu spät. Da muh der Schuster schustern, der Schneider schneidern, der Lehrer lehren, der Beamte amtieren, der Arzt heilen. Den meisten Menschen gibt ihr Beruf so viel zu tun, daß ihnen nicht mebr die Zeit zum Spekulieren und Philosophieren bleibt — oft auch die Lust dazu vergeht."
Diese Andeutungen sollten auf das neue Buch die allgemeine Aufmerksamkeit lenken. Man wird sagen, die Lehrpläne der Schule seien bereits überladen, so daß es unmöglich sei, auch noch dieses ncu^ Fach unterzubriugen. Was zu guten Menschen macht, das muß zu allererst gehegt und gepflegt werden! Wir haben jetzt das Zeitalter der organisierten Jugendpflege. Von verschiedenen Seiten und auch von den Behörden herab wird mancherlei getan, um die Jugend gesunder, kräftiger, natnrfreu- digcr zu mache» und sie verderblichen Vergnügungen zu entreißt». Er- gilt aber, in den Geist der empfänglichen Jugend auch sorgsrmr die Ideale der edlen Menschlichkeit zu pflanzen. Das ist bisher nicht genügend gesehen. Darum verwenden so viele Menschen ihr Wissen und Können eigennützig nur für sich/, und darum findet inan so ost eine antisoziale Gesinnung und >o selten eine soziale. Diese Worte rühren an den Nerv der Zeit. . ,
i Wir wünschen dein Bersasser, der unter widrigen Verhältnissen und unter Entbehrungen an seinem Werke Jahre hindurch gearbeitet hat, daß ihn, durch einen großen Erfolg seiner jetzigen Schrift ermöglicht werde, auch das verheißene ausführliche Werk zu vollenden. Hier wäre ein Kandidat für den Nobel-Preis.
vv!kane in Japan.
Tie sulchlbare Katastrophe des Vulkanausbruches aus-dcr Jnsck Sakitrachiiua. der 5000 Menschenleben zum Opser gefallen sind, läßt eine Schilderung der javanischen Vulkane besonders aktuell eischeiueu. die E. Beurc Milsord in der National Review gibt. Ter Japaner, der »litten unter Vulkanen lebt und ihre surchlbarc Mackst nickst selten so schrecklich zu spüren bekoaimt, weilst seit altersher den seuerspeieudeu Bergen einen srommeu Kultus, der in den am Fuß der meiste» tätigen .Krake,, errichtet«, Tempeln zum Ausdruck kommt.
Solche Gotteshäuser gibt es in der Nähe des Fnjipamg, deck l-erüh in testen japanischen Vulkans, des Utake, des Takachilw. des Taisen. des Onama und vieler anderer. Außerordentlich zahlreich sind diese Vulkane über das ganze Land zerstreut. Das Lbler - vatonuni von Tokio zählt 165 voneinander unebjhängtge Bullau- gruvven aus! Während der 12 000 Fuß bade Fmiyama als der heilige Berg des Landes, dessen eigenartige spornt so etwas wia das Wahrzeichen Japans geworden ist, das grötzte Ansehen genießt, wir. der Asama am meisten gefürchtet. Alle 14 Tage gib! cs hier ziemlich gesährlick-e Ausbrüche. Die von der javanischen Re- gieluug eingerichtete ständige Komniissiou für Erdbeben uulerrichlet die Bewohner der umliegenden Ortschaften, wenn, nach ihren Beobachtungen ein ernstlicher Ausbruch droht. Tic schrecklichste Kalasttovhe, die durch den Aiama heroorgerusen wurde, war die von 1783, die ungeheure Wälder in Brand setzte, dis Flüsse zivang, in entgegengesetzter Nichtung zu strömen, und zahlreiche Törier unter einer 6 Meilen langen Lavaschicht > grub. Tie vulkanische Insel Oschima, die am Eingang in die Bai von Tokio liegt, besitzt einen legelsörmigen Krater, an deui man das! Niveau der glühenden Lavauiassen steige» und fallen sieht, wie das Quecksilber in einem Thermometer. Ein schlimmer Ausbruch zwang hier 1012 die Einwohner, sich ans das Festland zu retten, um dem Untergang zu entgelzen. Dir großartigste Kelle von Bnlkaiieu in Japan ist die von Nikko, die eine Höhe von 8000 Fuß erreicht. Eine l>errlick>e Landschaft ven üpvigev Fruchtbarkeit detiul sich imi sie aus und bat zu dem Sprichwort Anlaß gegeben: „Wenn du nicht Nikko gesehen bast, sage nicht, daß etwas großartig iß." Die iapauischen Künstler haben hier ähre vrachlvollslen und phantasliickisteil Motive gefunden: zahlreiche Bergsteiger er- kliniiucn diese beute ruhenden Fenerschlünde, und die einfachen Leute unternehmen Pilgerfahrten aus die Krater, um die hier nur Unheil lauernden Dämonen zu veriökucn. Im Nordeil von Nikko liegen die heißen Quellen von Nasunama. die schon seit dem 7. Jahrhundert bekannt sind. Ein Vulkanausbruch von. 1888 zerstörte die Quelle Gamanaka. Damals soll sich plötzlich ein snrchlbarcr Schlund geöffnet haben, der die ahnungslos an der Quelle Weilenden verschlang. Ter durch den Ausbruch hervorge- rusene Luftdruck war jo stark, daß alw Bäume entwurzelt und weit durch die Luft geschlendert wurden.
Ueberall trifft man bei Besteigung der iapauischen Vulkan« aus Spuren von Ausbrüchen, die der Landschaft eine tragisch» und unheiniliche Größe verleiben. Solche Vulkanbesteigungen sind! durchaus nicht gefahrlos: sie erfordern viellejcht weniger Ausdauer und Beweglichkeit als die Erklimmung anderer Bergspitzenz aber sie bieten dafür beständige Gefahren, da die iapauischen Vulkane wegen ihrer unerwarteten plötzlichen Ausbrückze bekannt sind. Trotzdem lverden diese feuerspeienden Berge viel besucht und bestiegen. Der gelbe Mann steht zu ihnen in einem nahen Verhältnis, das nicht nur durch seine religiöse Verehrung der Vulkan« bedingt wird, sondern auch durch die Naturwunder, die es hie« zu schauen gibt, und durch die heißen Oichellen, die sich hier sin» den. Der Badeort int Gebirge ist eine der Leidcnschaileii des Japaners, und die Quelle», die er aussucht, liegen fast alle an> Vulkanischem Gebiet. _ 1
vermischte«.
kt. Kann ein e i » g e i r o r e » e r Mensch ivieder auslauen? Die Frage sckteiul tuübiq, dentt iveun ein Mensch einkrierl, ist er tot und bleibt tot. Riedc>« Tiere, besonders Fische »iid Frösch« und Salamander dagegen lrieieu in> Winter hänfiq ein, ilir Leben erleidet gewihermave» eine Iliilerbrecluiiig, »nd wenn sie im Frühjahre ivieder aauauc», leben sie weiter, als sei nichts geschehen.
höheren Tieren, selbst mit dem Menscren will es nun der viiifif 4-c Physiologe Baicliuietieff ebenso inacheu. St ue Behauptung, die eigentlich amerikanisch klingt, ist die daß höhere Tiere das 0i»- 0t«reu auch vcilraae», und es soll ihm, w>c das »Journal des DevatS' berichtet, schon lei Säugelieie» gelungen sein, dos (im- srieren und Wiederanltaueu olme Schädigung iür das Leben im Versuclie hervarzuruie». Freilich beziehen sich dies- seine Versuch» aul Tiere, die während der kalten Jahreszeit in Wintcrschlai vcr- lallcn, »ämlicb aul Fledermäuse. Fledermäuse könne» nach Aaset»» ctiesss 7lnga>'e» sc!» tick« Temveealureu vertragen, wen» »>n» für künstliche Atmung lorgt ÄastlimetieF gcdenll iinn le n« Versuche auch an Asse» au »stellen, und glanbt, iven» rin» die- gelinge, seien sie soweit aediebeu daß man sie nnl den Menschen aniveudcn könne. Ee verwich dabei Ziele von vraktck lier Be- deutuig: das Eui'riere» des Aienickien z. A. soll eine Heilung der Tuberkulose herlwi'übren: da Tuberkel», die emige Woche» lang aus 3 öjinU unter Null ab gekühlt werde», sterben, ist eS klar, daß ein Menich von Tuberkulose »clleilt werden kan», 'alls er da» dinleierei, „nd Wliüelawlausu verträgt: Ivenii käugetierc da» Elutrreec» vertrnaeu, wird natürlich jedtr Bnner imntd* vau»- tieie so überwintern, daß er >■« eiiilriere» laßt, um lie nicht lüiler» z» branche», und ebenso — so führt die Aalchmetteffsche Pliaulaki« iveiter au- — kau» man lebende Tiere n»i beste» so verschicken, daß man sie einiriert. Für de» Menschen hätte dieses Eluwi ereil u»l Wiederanllaueu noch besondere Anuehmlichkeiteii: man lebt, ganz wie c- einem paßt, ein paar Jabre, läßt sich da»» aul 2t), b0 oder 100 Jahr« emirieren, dann ivieder ailstauen, und ist natürlich erstaunt, was für Fortschritte inzioischrn gemacht ivorden sind. —
* Das Wiedersehen. Frau Schulze macht im Psarr- haus Besuch. „Ach. was für schöne Knövse uähe» Sie da a>« Ihres Mannes Weste," nreinl sic, als sie die Fron Pfarrer an ihiein Nähtisch begrüßt, „wisien Sie, mein Mann hatte einmal ebensolche Knöpfe" Woiaui die Fra» Pfarrer in srriindlicher Erklärung erividert: „Ja, wir sanden sie immer Sonntags im Klingelbeickel . . ."
* Tic T a u e r st e l l » n g. Ter fremde Besucher: „Ich bin von Smith ii. Co. engagiert, um die Rechnung ciuzuziehen. di« Sie ihnen schulden." — „Meinen Glückwunsch, daß Sie eine solch« Tauerstellniig erlangt haben!"
Sk<tt-R''sckvbr.
Vorhand tonrniert mit folgender Karte:
Sie wendet Eavrean-König, sindet »och die Zehn und legt min Pigue-Siebe» und Coenr-Danie in den Skat. Mittelhand hat 7 Augen in ihren Karten niehr als Hinterhand. Das Eoiel geht verloren und auch das Eoenr-Solo. welches mancher Spieler vor» jielicu iviirde, müßte verloren werden. Wie waren die Karlen ver- tcilt und wie ivnrde gespielt?
Auflösung in nächster Nummer.
Auslosung des Kaviclrätsels tu voriger Num»t«r: Ein Ach wohnt miter jedem Dach.
Redaktion: K. Ne „ rath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu UniversilälS-Burh- und Steindruckerci, R. Lange, Gieße».


