Ausgabe 
7.1.1914
 
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vlutremigung augerhalb Oes Körpers.

Die amerikanischen Chirurgen sind dran- und dran, eine Wundcrkur zn ermöglichen, öie alle übrigen Glanzleistungen aineri- kanilcher Chirurgie, die erst sür Schwindel gehalten ivnrden, sich dann aber als Wahrheit erwiesen. loeit in den Schatten siellle, wenn sie wirklich anslrihrbar wäre. DaS Ziel, das ihnen da ei vorschwebt, ist lolgendes : Den, Kranken, der an irgend einer Krank­heit leidet, die a»i chemischer Veränderung des Blutes beruht, wird das Blut abgezaplt. chemisch gereinigl und wieder eiiigeiiilll. Ganz so weit sind sie ireilich noch nicht, aber deii Medijiiie«, der llni- versttät Philadelphia sind soeben, wie dem .Daily Telegraph" a?,s Neiv Bock gekabelt wird, höchst merkwürdige Versuche vorgetiihrt ivorden. Tie Aerzte, um die es sich dabei hanelt. find die «rilen Fachleute, überdies Mitglieder des Bundes aurerikauischer Gesell- schasten sür erpernneutellc Biologie Soweit es sich um öcu T>er- ve such handelt, ist die chen»sche Blutreinigungskur ansterhalb des Körpers ans dem besten Wege zur Berivirklichiiiig Professor

I. I. Abel, Tr. L. G. Rvluitre« und Tr. B. B. Turner, alle drei Lehrer an der John-Hopkins-Unioerntäl, sührten solgenden Versuch uor i Enieiir Hunde <der durch Beiher betäubt war! iviirden an Hals und Nackei, die Hnlssll lagader (Oarotie) »iid die Nackenvene sveua juyuJari.s) geöffnet, dann ivnrden Glaeröyrchen natürlich unter besondere» Borsichlsmahregeln, so Last feine Lust eindringen konnte emgeiührt, und alsbald iviirde durch da; Herz des Tieres das Artericnblnl in ein Glasschlao eiirohr gepumpt. Gleichzeitig strömte t» die Nackenvene eine Salzlösung ein veruiutlich han­delt cs sich nin 2-ingersche Lösung die allmählich altes Blut ans den, Kreislauf des Hundes verdrrrugte, bis schliestlich iin Tlerkorper nur noch die Salzlösung »»»lies, wätirend das Blut anherlgilb in eineni künstlichen Gelähsystem ans Glas zu sehen ivar. Tie vor­läufigen Berichte geben nur an, dass der Hund in dieser Verfassung, also ohne sein Blut, den ganzeii Nachmittag über gelebt habe; ob sein eigenes Blut iviedcr in den Körper gelellc! worden ist »nd das Tier a»> Leben ist, ist dem Telegrain», nicht z» entnehnie». In de» 'Vorträgen z» diesein merkwürdige» Vers»che setzte» die drei Aerzte auseinander, inan löstue das Blut auszerlzalb des Körpers nun durch chemische Bert»!,reu von Harnstoff, Az ton und anderen Schädlichkeiten beireien. ivobe, natürlich die stillschweigende Porans- setznug ist, das, es vollständig ivieder «ingelrttet iverde» kann und die Salzlöinng da»» vollständig wieder verdrängt. Soiveit nian die Berfilche vorläufig beurteilen kann, ist zn sage», das> die Ber- drängung des Blutes durch Salzlösung, ohne dad das Tier da­durch geschädigt wird, sehr wohl möglich ist, denn in Deutschland find üh,»liehe Bersnche bereits zn anderen Zwecke» auSgesülirt worden: ivenn inan die Versuche mit einen, treiiclilggenden also auS dem Tier herauspräparierleii Sängetierherzen ansstilnen svill, bei denen das eigene Blut des getöteten Tieres izotwendig ist, verfährt man gengli so, das geivvniieue Bliit wird defibriniert, damit cs später in dem künstlichen KreiStaus nicht gerinnt, und mittler,veil« lebt das Säugetier meistens nimmt man eine Katze n-elter, obwohl das Herz eine Salzlösung, nicht aber Blut dnrrd die üldern Ireibt, Tast die kreisende Salzlösung allen, c,n Sängc» tlec länger« Zeit an, Leben erhalten kan», ist allerdiiigs kanni glaublich, da ja bald in den Lungen der GasauSlausch anihöien mühte, wenn kein roter Blullarbstoff inehr vorhanden ist. Freilich ist es inögllch, wie vor vielen Jahren Geitner in Wien gezeigt hatte, Sauerstoff »ii»,ittelbar in den Bliilkrel stans eines Tieres eiu- uleiten und hierdurch die Lungenatinuiig z» ersetzen.

Vermischte».

"DerKönigvonPreußenalsbayrischerSchutz- heilig er. Bekanntlich sind die Bayern noch immer nicht gut ans Preußen »u sprechen, das WortPreuß!" gilt ja in Bayern säst als Schimpswort, Tos ivar nicht immer so, Bor ctiva 130 Jahren, zur Zeit des bayrischen Erbsolgekrieges, als Preußen energisch für die Selbständigkeit Bayerns eintrat und sein Heer gegen Oesterreich aufmarschieren liest, das Bayern einsach ver­schlucken wollte, war in ganz Bayern keiner so populär wie Prenstens König, Friedrich der Große, Magier erzählt hierüber solgendes: In den bayrischen Bauernhäusern sah man sorian das Bild Friedrichs des Großen neben den, des heiligen Corbinian, des Schutzheiligen von Bayern: oft brannte unter beiden Bildern eine Lampe, So sand es einst ein österreichischer Ossizier in einem bayrischen Dorse: er fragte, was das bedeute. Der Wirt gab zur Antwort:Dieser da ist der Bayern Schutzpatron im

t irnmel, und dieser hier, Friedrich, der Vreusienlönig, ist unser chuppatron aus Erden, Beide sind unsre Heiligen, und vor Heiligen brennen nur als gute Katholiken Lichter,"

* Menelik, derncnc Salomo, Ter verstorbene Negus Menelik rühmte sich, und seine Untertanen waren felsenfest da­von überzeugt, daß er ein Sproß des Königs Salomo wäre, Tie Art, tvic er bisweilen in schiviengen Fällen das Recht zn finden wußte, läßt ihn wenigstens als geistigen Nachfolger dieses Ahn- herrn erscheinen. In Abessinien herrscht das mosaische Gesetz des .Auge uni Auge: wer eitlen andern verletzt oder getötet hat iind seine Schuld nicht mit teurem Gelde ablöse« kann, nnist den Blnt-

preis zahlen. Eines Tages waren nun, >oie in der Times er­zählt wird, zwei Männer damit beschäftigt, Pflaumen zu ernten: der eine saß aus dem Baum und schüttelte die Zweige. der andere stand darunter und las die Früchte ans, Plötzticli brach jedoch der Ast, auf dem t>er Monn oben saß: dieser stürzte heninte-r auf seinen Gefährten und brach ihm das Rückgrat, Wäbrend der säiwer Getroffene seinen Verletzungen erlag, kam der andere mit einigen Wunden davon Tie Familie des Getöteten forderte eine Geldenlsckädigung von 500 Mb, und da der Schuldige kein Geld hatte, forderte sie sein Leben, Ter Fall wurde vor Menelik ge­bracht,Gut," sagte der Negus, nachdem er Heide Parteien angc- hört hatte,Ihr habt das Recht, das Leben dieses Mannes zu fordern Aber das Gesetz stellt seit, daß der Mörder denselben Tod sterben inuß wie das Opfer, Also flottere einer von Euch auf diesen Baum innd damit wies Menelik aus einen riesigeir Maulbeerbaum in der Nähei und stürze sich von den Zweigen aus den Schuldige» herabDazu formte sich indessen keiner von den Bernwndicn des Getöteten en lickst testen. und so war HO den unfreiwillig Schuldigen Leben und auch Geld gerettct,

' Neuester Schlager vom M o r i tz ch e ». C s ist V.12 Uhr tu der Schule: der lln ernckst acht zn Ende, ivenn es 12 schlägt Ter Lehrer ist mit fcmfin Lein"off um Ende, er will seine II12jährigen Buben aber noch bcs l äst, :rn, Hört, sagt der Lehrer, ich habe zwei Frage» zn stellen Wer d,e erst« Frage beant­wortet, braucht die zweite Frage nicht z» lösen »nd kann -okort beinigebeii, 'Also denlt nach. Hieran- stellt der Lehrer die Frage: W e viel Haare hat «in P-erd? Ratlos schainm die JnngenS vor sich Inn. Ta erbebt das Moritzchen die Hand. 'Ann, Moritz, tränt der Schiilgeivnltige, selber gespannt ans die Antwort, ivie rnrl Haare bat ein Pserd'? Olyie Besinnen gibt ststarli: die Antivort: 2999 9iü Haare! Aber Moritz, tragt nun erstaunt der Schzzlntann iveiter, ivol-ec iveiszl du denn das so genau? Herr Lehrer, tagt dieser atlkl» , das gilt nicht, das iit die zweite Frage, . . . Moritz konnte daran- iosort lieiingehen zn seiner Mutter.

* D i e n c u e Z e i t, Cvlnmbus ist nach Spanien znrückgckehrt und hat 'Aachrichten von einem ivnnbenamen neue» Erdteil jenseits des Meeres mitgebracht, 'SHomd Zeile» soll ich drüber sckrrcibcn?" fronte der Berichterstatter der ,,Al>endzeitimg" von Cadiz, der den Entdecker interviewt IMstkicküs wird geschrieben," antwortet der Redakteur,Mag dock, der Colnmbus selbst dafür Reklame machen, wenn er will Das ist sicherlich nur der neueste Koup der Tcrraiiispekulantrn,"

* Mangelnder Erfolg,Meine Mutter hat mich zu dem gemacht, ivas ich bin," sagte der politische Redner und schlug sich stolz in die Brust,Ta muß sie aber daneben »och viel anderes zu tun gehabt haben," kam eine bescheidene Slimmc aus dem Winkel des Saales,

* D i e teuren Eier,Soll ich wieder eine Perle in dem Trank für Ihr Frühstück austösen?" fragte Charmio» Cleopatra, Nein," antwortete die Königin,Perlen sind zu billig und gewöhnlich. Koch mir ein weiches Ei,"

vüchertisch.

Altfränkische Bilder 1914. Mit erläuterndem Text von Professor jTr, Th, Henner, Würzburg, Verlag der König!, Universikätsdruckerri £>. Stürtz A G,, Würzbnrg, Preis 1 Mark, Zum 20, Male tritt der Prachtkalender seinen Weg in die Mell an Und wie immer bringt er Frrude und Genuß, wohin er kommt. Der neue Jahrgang behandelt das an der Mündung der Tauber und dem Maine gelegene, historisch und kimstgeschickillich inleressante Werlheim, verbunden mit einer biographischen Er­innerung an den feinsinnigen Dichter und Kulturhistoriker Alcran- der Kaufmann. Sodann zwei jr-nkische Frmrenbildnisse: Tie früh- verstorbene Malerin Margarethe Geiger und Eharlvtte v, Kalb, Weitrrlffn zwei beachte nstöette Altäre ii» Würzburger Dom: ein schönes Grabdenkmal in der Kirche zu Grünsseld, sowie das eines Gelehrten des 18, Jahrhunderts in der Würzburger Neubankirche: endlich zwei Bilder vergangener Fürhenherrlichkeit: Veitshöchhenil bei Würzburg und Schönbusch bei Aschassenburg,

Magisch« vreieck.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben beeeeeffhoorrrr derart eiuzutragcn, daß die einander ent- spicchendeii ivageiechten imb senkrechten Steif,c» gleichlniitend solgendes bedenie»:

1. Tenlschen Bolkshelden Oe' er-eichs.

2. Figur ans dem Kartenspiel.

3. SagenliaUes Wesen.

4. Ein Fürwort.

5. Einen Buchstabe».

Auslösung in nächster Nunnner.

Auslösung des Bilderrätsels in voriger Nummer r H a »> in e l k e u l e.

Rebaklio»: K. Neurath. Nolaiionsdrnck und Peilag der Brühl'schen Uuiversität«-Buch- und Steindruckerei. R. Lang^ Liehet^