8

reiche Privatmiltel unterstützt, arbeiten können, das zeigt das Museum der englische» Mission, das nahe der deulschen^Schule schon jahrelang besteht. Tie Ehinesenstadt hat eine Menge Sehens­würdigkeiten an Tempel», Pamen iund Schulen. Tvpisch für Tsinansu sind seine vielen Quellen, die meistens von alten Tem­peln cingesaftt sind.

Was deutsche Arbeit leistet, zeigen die großartigen Eijen- bahniverkstätlen der TientiinPnkou-Eisenbabn in Tahuaischn deren Organisation in China wohl nicht ihresgleichen hat.

Tsinanfu ist der Knotenpunkt der TientsinPukou- nnd Schantung-Cisenbahn und >vird jährlich oon Hunderten von deut­schen Durchreisenden besucht. Man erstaunt,ost. wenn man siecht, wie wenig inan »» Hause von deni Platz lweiß, der von solcher Be­deutung für das Deutschtum ist, und eS kommt mir beinahe merkwürdig vor, wenn ich daran denke, das; ich vor meiner Ab­reise bedauert wurde, hier leben zu müsse», wo man int Mittel­punkt großer Interessen steht und von allem notwendigen euro­päischen Komfort umgeben ist. M. B.

Ewiges Leben.

Bon vr. A. La nick, lcva. Stets um die Jahreswende werden Wünsche aller Art für die Zukunft ausgesprochen, undReichtum, Glück, Gesuichheit und ein langes Leben" heißt 'immer der Refrain. Ein langes Leben, ja, ivenn es möglich wäre, sogar das ewige Leben wünscht sich ivohl jeder Mensch einmal. Natürlich müßte es in Ge­sundheit und Jugendkrast sei». ES ist aber nicht nur bei doift Wunsch geblieben, von jeher gab eS auch sindige Köpfe, die sich mit der Lösung der Ausgabe beschäftigten, wenn nicht daS ewige Leben »u sinden, so doch das Leben zu verlängern. Es ist oft viel Aberglaube, Hezerei und Betrug dabei; eS hat aber auch Bestrebungen gegeben, die ehrlich gemeint waren und ernst genommen werden müssen Wir habeii bei uns eine Vermehrung der Bevölkerung erlebt, die staunenerrcgend ist. Woraut anders ist sic zurückzuführen, als aus die Verlängerung deS Leben» der Menschen? Tie Zahl der Geburten ivar sicher früher nicht ge- ringer als beute, di« Zahl der Todesfälle natürlich auch nicht, denn jeder Mensch muß >r wieder sterben Aber wenn früher etnm \\ aller Menschen schon im ersten Lebensjahre starben, so haben jetzt kaum »och die Hälfte dieses Los, für alle übrigen ist eine bedeuteiche Verlängerung des Leben» cingetreken. Die Menschen, die früher wenige Wochen oder Monate alt wurden, leben heute lahrzehntelaiig, und die, die srüher mit 40 oder 50 Jahren dahrngingen, bringen es heute aui 60, 70 oder gab noch höher. Ganz von selbst ist freilich diese Untersuchung nicht gekommen, Ter Mensch hat »ach Mitteln gesucht, sein Leben zu verlängern, und er bat sie gesunden Keine Zaubrrmittel, sondern nur Reinlichkeit und gute Säuglings- und Kranken­pflege, Wenn der Umsang eines Mensrbciialters heute sestgesetzt werben sollte, er würde wobt das doppelte des Zeitraumes umfassen, de» wir jetzt allgemein als ein Menschenalter bezeichnen. Und es ist anzunehmen, daß mir noch nicht einmal an, Ende diese« Bewegung stehen. Allbekannt sind die Bestrebungen Metichnikosss, des Propheten des Joghurt, der das Durchschnittsalter der Men­schen auf 100 Jahre bringen ivill. E» bedart dazu lediglich des Jnteftibakleriums, da» die schädlichen Tarmbakterien tötet, und daneben einer vernünftigen Lebensweise. De»», so widersinnig eS auch klingt, die meisten Menschen essen sich zu Tode. d. h. wenn sie weniger essen würden, würden sie länger leben. Darin liegt ein Hauptgeheinini» aller Lebeiisverläiigerungsregel» Vorausgesetzt, du: Menschen hätten die nötige Charakterstärke und Selbstzucht, aus ihre hergebrachte» Schmäuse und liebgewon- neuen Genußmittel zu verzichten und sich streng »ach den Regeln der Aerzte zu richten, was hindert uns daran, zu glauben, daß mit der Zeit die Duudertjührigen so häufig werden, wie heute die Sechzigjährtgen? Aber hundert Jahre sind »och keine Einigkeit, und bk« zum eivtgeu Leben ist ein so gewaltiger Schritt, daß man dieses Zrel für den Menschen nie ernsthaft zu «erstreben suchen wich. Gibt ei denn überhaupt ein ewiges Leben? Wir wisset von Tiere», hie >veit über hundert Jahre, und von Bäumen, die wett über tausend Jahr« alt werden können. Gibt es da nicht auch Lebewesen, die bunderttauseud oder Millionen von Jahren überdauern können? Wer denkr jetzt ,. B nicht daran, daß die ,n den Ppramrdcn gefundenen Gelreivekürner der alten Aegppter beim Pflanzen wieder in die Halme schieße», daß in römisch galli- m>en Gräbern gefundene Körner heute wieder «ehren tragen sollen ? Das wäre doch em Beweis, daß sich in den Sanienkörnern das Leben viele tausend Jahre, also Ivohl auch ewkg erhalten koiinte. In Wirklichkeit aber handelt cs sich bei alle» diesen Be- iinh f 'L,ü» r «Tf bau tasten, die freilich gern geglaubt jverden. Und Ivenn Reisend« aus AegpVien das Gegenteil behaupten. so ,rf)lmifr einheimischer Händler geworden, bte < Geittldekorner unter die ,n den Pyramiden gefundenen %jr tn <r? * Wissenschaft hat sich gründlich an die Er- "Ä« Dmge gen,acht. Gaswn «oiinicr, Kolkwitz. Gain

um nur einige Name» ,ue»ne. haben Keimversuche mit Samenkörnern >eden Alters u»teriio,»men Es

hat sich aber ergeben, daß kein Samen nach länger als hundert Jahre» noch Keimkraft besaß. Die Körner zeigen zwar oft noch ein ganz frisches Aussehen, die mikroskopische Untersuchung aber läßt ersennen, daß die innere zellulare Organisation zerstört ist. so daß ein Keimen unmöglich noch erfolge» kann. In daS Gebiet der Märchen gehören auch die Berichte von den Aufgußtierckwn, die ewig in der Trockenheit aufbewahrt werden können, und doch wieder zuni Lebe» erwachen, sowie sie augefeuchtet werde». Man hat durch Versuckie erwiese», daß derartige Aufgußtierchen nach einer Aufbewahrung ini^Trockencn von langer alS 00 Monaten nicht wieder zum Leben zurückgerufen werden können.

Weder bei den Pflanzen noch bei dem Tieren sehen wir also die Möglichkeit eines ewige» Leben« Aber im Mineralreich! können wir sie finden. Ein Salzkriställchen kann tausend und Millionen von Jahren ruhen, bringt iiian e» dann wieder in «ine hejättigte Salzlösung, so wird es weiter wachsen. Es wird seinen Körper vergrößern und die ne» aufgeiionnnene Substanz sich inner- lich und äußerlich organisch anpassen. Dieser Vorgang heißt doch leben? Und waS für daS Salzkürnä>eil gilt, das gilt auch für den Quarz, für den Feldspat, überhaupt für alle Kristalle. Wenn si« heute wieder unter denselben Bedingungen, die bei ihrer Ent­stehung herrschten, in glulflüssige Gesteinsmasse kämen, so würde» sie auch zu neuem Wachstum erwache».

Die Kristalle also haben das ewige Leben. Warum nun Tier und Pflanzen, ivarum der Mensch nicht? Vielleicht sehen wiv die Sache nur falsch an. Md? halten unser Einzelbestehen und unsere augenblicklich« Daseinsform sckwn fürdas Lebe»". Wenn es so wäre, dann wäre mit dem Tode natürlich alles aus Aber wir kenne» viele niedere Tiere, die sich durch Teilung sortpslanzcn: es lebt also bei ihnen selbst in der lanseiidsten und millionsten Generation noch ein Teil der Zelle des Multertieres fort. Ist das nicht ewiges Leben? Und wenn man das zugibt, dann haben alle Lebewesen, Pflanzen, Tiere und auch der Mensch ein ewiges Lebens denn auch bei ihnen ist die Foripflanzung nur das Se!b- ständigwerden einer winzigen Körperzclle. Sie leben also alle in ihre» Nachkommen weiter. Und so wollen wir unseren Wunsch nach ewigem Leben anck ouffasse» Nicht unsere augeublickliche Daseinsform soll ewige Dauer haben, aber in unseren Kindern und Kindeskiiidern wollen wir uns lebensfähig zu erhalten suchen. Dann haben auch wir das ewige Leben!

vermischte».

* Das Lachen und der Charakter. Daß man an dem Lachen eines Menschen seinen Charakter erkennen kann, er^ zählt seinen Lesern da« Pariser Journal. Das Kennzeichen sei der im Klang de« Lachens vorwaltende Vokal. Ter Mann, den aus a lacht, ist harmlos, die Frau unbeständig und außerslande, ein Geheimnis zu bewahren, Ta» Lachen aut e läßt aus Neu­rasthenie, Schwermut und Skepsis schließen, das Lachen aus o aus einen vssenen, großmütige» Charaktere aus «'lachen Kinder und blonde Frauen, Vorsicht aber so warnt das Journal vor den Menschen, die aut u lachen. Das sind unehrliche, verlogene« verleumderische Charaktere, kur», Leute, die man nie »um Lachen bringen soll , , . .

* Das Nötigste, Frau Müller hat eine Tochter, die

natürlich hochmusikalisch ist. Nach langjährigen Ksavierstunden spielt sie bereits geläufig und soll nunmehr durch einen der ersten Klavierlehrer zu einer wirklich bedeutenden Pianistin ausgebildet werden. Nachdem sie dem Musikprosessor vorgespielt hat, fragt ihn Frau Müller, nüe lange wohl die Ausbildung zur Virtuos!» dauern werde, und erhält die Antwort, das sei schwer zu sage». Aber ich bitte Sie," ruft sie entrüstet,Kat denn ineine Tochter nicht di« notwendigen Eigenschaften dazu?"O ja, sie hat zwei Hände," , ,

vllderrätiel.

Auslösung ln nächster Nummer.

Auslosung de- Rösselsprungs in voriger Nummert Ta d» elnst geboren warst au's Lich^

Weintest bn: t* Irenle» sich dl« Dellien.

Lebe Io, daß, wenn dein Auge bricht,

Tn dich treust, dl« 4)1«,>Ich«» aber weinen. Indisch,

edak on. K, N«ur,»h, Rotaiionsdi-nck »nl> Verla, der vrühl'jchen Universitäts-Buch- und Sleiudruckeret, R. Lang^ Gieße»

v