Ausgabe 
2.11.1918
 
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qiritMtaebfimäcf gdbatwat su kömwn. Tie Briefe, die dev Tymrm S B »S Wm bm »(! eures UttinwitmiiS; er bmTüt bet Heitimg seine Gmrst uilb 4 Mark 29 Ps. zu rntzlehen. Ta dieses Verfahrmreift nicht verfängt, hüllt sich der Tyrann ZMÄ bk«SwUt d°i Vm. & )ct«at

Trobbrief mit:Einer für viele", oder:Viele Lesemuum ..Ja, insbesondere Le^errmren sind ß Wusig, btc <ms §ltt ihr perfönliches Utteit zur stimme der Allgenreinhert et* höhen möchten. Ter Frau als Zei1amgsle,erm fehlt lmtunler noch lehr der rechte Begriff vmn Wes«r der Presse.: es lchemt rh« nicht bemüht M sein, daß bfe Zeitung, wnm sw ein vorbildliches, VM aSe-antitwrtmta getragenes Organ der Oefsentluchr^t und des ml^ turellen Ausstieges sein soll, sich nicht den Gcychrnack einzelner znr^Richlscknnr machen kamt. Wenn dem Zeitungs-ThrMnen m Linem Matte irgend etivas nicht gefallt, so wird er mcht eme i Augenblick lang im Zweifel sem, ob das,.iws m der^Mmg iUN, nichts langt, oder ob er denn, was ch'.n nußsällt, dnlletcht doch noch nicht ganz gervachsen ist. Ohne Zögern )vird ^.Nch mch

schreiben:Sehr geehrter Herr Retakdohr! Wa tonn. <e?u unr

einen.solchjen Mist --

Der ideale Mtungsleser.

Da er die hohe Aufgabe der. Presse kennt, oder Mmindest almt, Rn»'fTf- ?r sein Drivatbedürfnis Nicht rn den Vordergrund. Ta^> Be nnt etaw&Ä »vom der O-fs-ntlichke» zu sein. 3^ LwSeT&W»eit>eit, iticfjt Mtitfaf. Wo « oMetai, Ert n Ht ffc k°m° Perl«, nichtim Ramm »«der", ©r K Rutmtc. M feinem Blatt, auch twrt, n» frfüunma abweicht Er hat Achtung vor der Arbnt de^ presse, vor der^ gewaltigen Fülle von Auschaumigenund Gedankt die Ne täglich NnausschLderl. Dieses Verständnis Kr dte Leistung der Leitung schützt ihn ebenso vor amnaßlicher Kritik, lvte vor vem urteilslosen Respekt vor dem Gedruckten. Dieser tdea^e Lejer tst Meder slückstig wie der Ueberschristenleser, noch pedantt! ch, wie der Gründliche, noch thrannisch-launenl>aft-scKstiibechebltch, wne der

Tyrann: schade nur, daß es diesen Leser vorläufig noch gar nicht gibt. , 1

Die HMal ruft!

Ab^chs. wenn leise die Wolken verfchwmunsn. Sounüberglänzt noch der Rl-einstrom zieht

Hörst du dann die seltsamen Stimmen,

Kennst du das heimliche, uralte Lied?

K-mnft du die Sprachen der flüchttgen Wellen, i Wenn sie hastet am Ufer zerschellen

Siebst du die Burgen m taufrischem Dust?.

, Die Heimat ruft! !

Höhen mit goldenen, leuchtendeu Reben i - jßtCQCTt in fdjdmntentifrem (Sonn 6 r ent b>

RheinisckM Mädels voll Lieb und voll Leben>

Heimat . . .! Heimat ... ! Vaterland! .

Draußen stürmen die Feinde in Scharen !

Vaterland, ja ich will dich wahren!

Bon Kämpfen und Schlachten zitiert ote Luft ' Die Heimat ruft!

Heimat, du bist es, der ich mich beuge Der ich mein Leben, mein Ales geweiht.

Warft meiner glücklichsten Stunden Zeuge,

Gabst mir der Jugend köstliche Zelt. ,

Müsst heut ich den letzten Heller dir bnngen -- Feindshände sollen dich nimmermehr zwingen!

Ein Deutscher ist treu, kein ehrloser Schuft! . * .

Tie Heimat ruft! , m . r , c Cnrt Reinhard Tietz.

Lit «iAizßtt Ammzeli sir iieii Slonat Asresia.

1 Steh«- im November das Buchenholz noch int Saft,

' so wird der Regen stärker, als der Sonne Kraft:

ist das Hotz aber stark mrd fest, sich große Kälte erwarten läßt.

L. Blüh'n im November die Bäume neu, . dauert der Winter bis in beit Mai.

3. Wenn Donner im November rollt, ist's künftige Jahr den Früchten hold.

4. Später Tonner hat die Kraft, i

daß er viel Getreide schafft. . .

5. Ist Mlerheiligen (1. November) klar und mit

tritt Alte r-Weiber-Som m er ein, ,

" ' doch wenn's da regnet oder schneit, dann such' hervor dein Winterkleid.

6. Bringt Allerheiligen reinen Winter, -

so bringt Martini (49 .November) reinen Sominier.

7. Mlerheiligen Reif macht m Weihnacht alles starr m> steif.

8. St. Martin teilt nickst mehr Mäntel aus, bringt aber dafür den Winter ins Hans.

9. Wolken am Ndartinilag,

der Winter unbeständig werden ni«Ä.

10. Wenn an Martin Nebel sind.

ist der Winter meist gelind. i '

11. Hat Martin einen weißen.Bart, wird der Winter lang und hart. <

13. Wenn Martin nunmehr inachet Mt, ist's gut, wenn trocken Schnee einsaut.

Man sieht ihn lieber dürr als inaß, ^ ^

und ebenso ist's mit >dem Andreas.(30. NovemDer).,

13. Wenn die Gänse zu Martin ans dem Eise stehen, müssen sie zu Weihnacht im Kote geh'n.

14. Kathrimointrr (25. November) ist Kluckewoustev.

15. St. Kathrein gibt den festen Speck dem Schwew.

16. Andreasschnee tut dem Korne lveh. >

17. Andreas hell und klar, bringt ein gutes J'Kv,

DüchertM Neue Lyrik.

Irene oder die Gesinnung, eür 0)esang von Kl ab und (erschienen bei Erich Reiß, Berlin).' Klabund ist mcht das, was man unter ..Lyriker" versteht. Lyrik rst individuelle Tichtungsart. Im persönlichen Erlebnis iNnß LubM und Obiekt verschmolzen sein, so daß sich Weltvorstellung und Weltgesühl zu Einzelvorstellnng utid Einzelgesühl gestalten. Man vermißt bei KlabundsIrene" das persörstiche Erlebnis, doch ziert dre Verse mauch schöne Gedarikenperle und Perlen sind kostbar. Im Gegensatz.zu Mabnnd ist R. O. Koppin in semem Jofeit- myfteriu m" (erschienen im Weckruf-Verlag, W. v. Konratzn, Weimer) ganz Erlebnis. Ein mimosenhaft feinnerviger Künstler und begeisterter Idealist. Tie iveichen Stimmnngsoerse srnd ww Blunienhauch und haben den Vorzug vollendeter Forin. Ernst Vowinckels GedichteSeele und Zeit" (salm Verlag. Köln) könnte man sich mit der frauenhaften Weichheit von R. O. Koppin nicht vorftellen. Vowinckel ist härter und männlicher. In den nicht alltäglichen Stimmungen sind die Gedanken scharf herausgemeißelt und in eine Fülle von Schönl>ei1 eingebettet. Anton Wildgans, der Verfasser derArmut", reizt in fernem Mittag" (Neue Gedichte, L. Staackmaun Verlag, Leipzig) nicht dilrch Erotik oder nroderne Akrobatik, sondern durch reuv- dichterisches Erkennen und eine oft Raabesche Beschaulichkeit. Seine Verse sind packend durch die klingende Sprache und das tief empfundene Erlebnis, das unbedingt mitreißt und bannt.

Greßcner Hausfrauen-Vereire.

Kochnnwcisungen.

Kamst kraut. (Thüringer Gericht.) Kleine, loekere Weiß-, koUköpfe oder die beim Emmacheir von Satrerkvant abfallenden losen Blätter ivorden in Stücke geschnitten und in kochendem Wasser eben ausgekocht. Nachdem rnan das Kmilt hat abkühlen und abtropsen lassen, drückt man es lagmweise mit Kümmel und Till in einen Steintopf, bedeckt es mit einem Tuch, Brett und Stein und gießt abgekochtes, erkaltetes Salzivasser darüber. Das Kumst" kraut hält sich, bis Januar, es wird wie Sauerkraut zubereitet.

K r a u t tv i ck c l. Große. Maißkrautblätter werden iveichg» kocht, abgstropst und kalt gelegt. Mit demselben Wasser kocht man Hafer, Gerste oder Grünkorn weich, setzt dieser Fülle Zwiebel,, Küniniel, Thyniian, Pilze Md Suppenwürze zu und füllt sie in die Kvantblätter, längliche Rollen davon formend, die in einer mit Oel bestrichenen Forirr gebacken werd-en.

Apfelkuchen. 60 (Nramm Butter, % Pfund Mehl, 150 Gramm Zucker, 1 Ei oder Ei-Ersatz, 1 Backpulver. Alles gut vermischt. Ter Boden einer Springforin wird mit der Hälfte des Teiges belegt und ein Rand hochigebogen. Tie Aepsel werden mit der Schale, gehobelt, mit Zucker. Zimt rrnd geriebenen Bucheckern vermischt und gleich aus den Teig gelegt. Ten Rest des Teiges rollt man ans, schneidet schmale Streifen davans, die man gitter- sörmig über die Aepsel legt. Wenn der Kuchen aus dem £>fcu kommt, bestreicht man das Gitter mit Kunsthonig.

Anagramm.

Tafel, Streich, Torte, Linse, Rede, Tonne,

Emir. Nelke, Kain, Basel, Rente.

Bon jedem Wort ist durch Umstellung der Bnchstaben ein neues Haupt,vort zu bilden. Tie Anfangsbuchstaben der irenen Hanpt- wörter müssen im Zusaminenhang bezeichnen, wonach sich im Sommer viele sehnen.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Schristleitnirg: vr. Neinhold Zenz. ZwcksingSrunddruck der Br

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und Steindrnckerei. 9'