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Nicht sterben - leben!
Bon Rudolf Herzog.
Ter Weltsturn: Mlug uns die Fahne vom Mast.
Was wür^t dich der Alp? Was starrst du erblaßt?
Und ein Lchrei will aus ringenden Kehlen gehn:
„Lieber dm Tod — als den Untergang sehrr."
Sterben? — Sterben? — Eine Memme, ein Wichts Wer am Tage der Not vom Scheiden spricht.
Sterben? Was heißt es? Ein Ständlein ehst I Leben, leben ist dreimal mehr!
Leben, leben, vorn Wirbel zur Zeh,
Leben, solang ich die Sonne seh,
Leben, solang ich mit Hirn und Hand Retten und rüsten kann, Vaterland!
Vaterland, Heirnatlmrd, deutsches Gefild,
Ein Toter hält keinen schützenden Schild,
Teine Toter: schlafen irr Gottes Scknoß.
Nur der Lebende rvürfelt dein Schicksalslos.
Und wenn sich die Fahne zum Fetzen zerschlug.
So ist uns das Vaterland Fahne genug!
Wo dein Gvenzwall sich wölbt, dein heiliger Wallst Ta stehn deine Fahnen allüberall. **
Gebt die Hand, daß Deiner den.andern verlier'.
Wer ist euer Nachbar? Ein Mann wie ihr?
Hörst du's, der stammeln und sterben nur kann?
Kein Rang und kein Name: ein Mann, ein Mann!
Männer. MÄrner, vom Alp befreit.
Lockert die Schwerter, macht euch bereit.
Tas Leben ruft, und der Tod ist Tand l Leben sollst dir, mein Vaterland!
Vücherüsch.
— Walter von M olo, Ter Schiller-RorMm. BoM Dichter durichgesehene Volksausgabe irr zwei Bänd^» Umschlag- und Ein>> bandzeichnung von Feiger. 1. bis 20. Auflage. Jeder Band geheftet 6 Mark, gebunden 9 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — Kaum einer der zahlreichen biographischen Romane, die während der letzter: Jahrzehnte in Teutschlarrd erschienen sind, hat einen so großen Erfolg gehabt, Unrat einer aber feinen Erfolg auch in so hohem Maße verdient wie Molos „Schiller-Roman". Mit starker Künstlerhand hat Molo uns Friedrich Schiller gestaltet, der uns allm als Mensch mrd "Dichter das Bild des deutschesten Deutschen darstellt. Gerade heute wieder lebt er besonders verklärt in unserem Herzen und unseren Gedanken. Molos Buch will Antwort auf alle die Fragen geben, die sich uns ans- drängen, wenn wir uns mit diesem begnadeten Liebling des deutschen Volkes, der deutschen Jugend beschäftigen. Ein wertvolleres Geschenkbuch, auch für unsere reifere Jugend, läßt sich kaum denken.
— Eltern und Kind. Vierteljahrsschrift im Aufträge der Deutschen Gesellschaft zur Förderung häuslicher Erziehung, E. V, herausgegeben von Tr. Joh. Prüfer, Verwaltungsdirektor der Hochschule für FvauÄ: in Leipzig. I.Jahrg. Heft 1/2. 1918. Ter laufende Jahrgang erscheint in 2 Toppelheften. Preis des Jahrgangs 5 Mark., des Doppelheftes 3 Mark. Mitglieder des Vereins erhalten die Zeitschrift kostenfrei. Verlag von B. G. Deubner, Leipzig und Berlin.
— Das Rosettenmotiv in der Kunst- und Kulturgeschichte, von Georg Streng. Mit 33 Abbildungen Kartoniert 4 Mk., gebundm h Mk., 5 Bg. im Lexikon-Format. Verlag vor: Müller L Fröhlich in München. — Ter vor kurzem verstorbene Verfasser hat sich schon vor mehreren Jahren durch ferne geistvolle Abhandlung über Goethes Faust, bei der er ebenfalls neue Wege ging, hohe Achtung irr der literarischen Welt verschafft. In seinem vorliegenden durch zahlreiche Abbildungen ausgestatteten Buch hatte er sich der mühevoller: aber durchaus starrkens- werten Aufgabe unterzogen, der Rosette in der Kunst-mud Krrltur-i geschickte einer: einheitlichen, in sich abgeschlossenen Begriff, der ihr bisher versagt blieb, zu verschiffen. Er weist auf Grrrnd eines reichen Materralcs rrach, daß das Rosettenmotiv zweimal eine nrchl nur ornamentale, sondern auch kulturgeschichtlich sehr bedeutsame ^Rolle spielte: in der Atesterr gesäKchllich twreichbaren Zeit als Stern- und in der Blütezeit der Gotik als Blurnenrnotiv In beiden Fällen aber liefert das Rosettemnotiv in. seinern Teil derr nicht unwichtiger: Beweis dafür, daß eine erste und wichtigste Quelle der Krinstbetätignng die religiöse Vorstellung gewesen ist.
— Der Kalender des D ü rerbn n des, der GesirNd- brunnen 1919. Das Büchlein ist ztvar gefüllt vom Ernste Und den Aufgaben dieser Zeit, läßt aber das Kciegsgetöse m den Hintergrund treten, das ist ein Vorzug, den der Leser dankbar
«npsiriden roird. In der Heinmt und im Felde rvird der n«M Gesundbntunen Freude bereiten, urrd es dürfte kaum ein Büchlein Mben das bei billigerer!: Preise —> der Kalender kostet 1 ML, geb. 1.60 Mk. — dem deutschen Hause gleiches brächte.
— iDiet Han dschriftenbeurteilung. Eine Wü- fnhrrmg in die Psychologie der Handschrift. Bon Dr. Georg' Lchnetdemühll Professor der vergleich errden Pathologie an der unrversrtät Kiel. Zweite durchgesehene nnd erweiterte Auflage (6.—-11 Taufend.) Mit 51 Handschrifteurmchbildungen im Text und auf enwr Tafel. (IV mrd L5 S.) 8. (Ans Natur mrd Gersteswelt. Lammlung w.siei lschastlich->gemeinverfithi dl ickei: Darstellungen. 514. Bändchen..) Geh. 1,20 Mk. geb. 1,50 Mk. Hierziü Teuerungszuschläge des Verlags rurd der Buch-ha: ülun gen. Vew° lag.B. G. Teubner, Leipzig und Berlin 1918.
Sophie Hoech ft etter: „Meirre Schwester Edith" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W 57). Die Dichtern? Slot euren Roman ihrer fränkischer: Heimat, deren Eigenart nicht geschildert oder beschrieberr wird, deren Schönheit vielmehr d:S trefgefühlte und vom Leser tiefeinpfmrdene Grrnwstimmung bildet^ und der die im kleinen Städtchen spielender: Geschehnisse erzählt werden.
^ Nummer 3928 der Leipziger „Illustriertes Z e: t u n g brrngt zahlreiche Bilder mä> Texte zur Tagesgeschichte, darmrtex von Albert Reich, Willy Müller-Geva und Rudolf LimZ sowre zahlreiche Photographien, vornehmlich Episode:: von den gegenwärtigen heftigen Kämpfen auf dem westlichen KriegSscharp, platz.
Weltbühne, der Schaubühne XIV. Jahr, Wochen» fernst für Polrtrk, Kunst, Wissenschaft, hevarwgegeben von Sieg» frred Jacobsohn, enthält in der Numnrer 41: Das Ergebnis, von! G'rmanicns: Uebersatz, von Olf: Adolf Groeber, von JHhanwiss Frschart; Talente, von Julius Bad; Der Krieg als Erzieher, von! Atired Polgar^ Die Literatnrfördermrg des Deutschen Theaters^ von Arno Holz: Rvsmershvlm, von S. I.; Frohe Erwartung, von-Theobald Tiger; Was soll werden, von Alfons Goldschrnidt: Antworten.
, '— Nr. 42 „Tie Weltliteratur" Emilie Zola: Die vier benkrvürdrgen Tage des Jean Gowcdvn. Preis 20 Pf. Verlag dÄ Weltliteratur.München 2. J ^ ^
Gießener Hausfrauerr-Beret«.
Kochanweisungen.
Tomaten-Graupen. Gut vorbereitete Graupen werdet? in Wasser langsam gar gekocht (in der Kochkiste) rmd gesalzen Dam, fügt man zerschnittene Tomaten oder schon rnit wenig Wasser zer» Dochte Tomaten dazu wid läßt sie gut n:it durchkochen oder noch ein Weilchen mit der: Graupen ziehe::.
Tomaten mit Pilz füll ung. Ausgehöhlte rohe Tomate« stillt man rmt e:ner Füll« ans fein gehackten Pilzen mit gewiegter Petersilie rmd ein paar Löffelr: dicker Bschpiirelsoße gemirT und dünstet die Tomaten auf dem Backblech, mit etwas F-Z beprrrfclt.
Verwendung von Weißkrautstrünken. Beim Ein- machen von Lanerkraut wird der Kohlstriurk meist als wertlos chrt- geworfcn. Auf nachfolgende Art zubeveitet, gibt er eure gute Betz, läge. Man schält den Strunk und schneidet ihi: wie Gelber üben m länglrche Stückchen. Diese salzt ruan über Nacht, schüttet sie derr andren Morgerr zuin Ablauferr auf ein Sieb. Nachdem sie aL- getropft sind, tut nran sie mit kleiner: Zrviebeln zusammen in ein )las, schüttet Ernmachessig darüber und tut oberrdrauf ein Beutel- chen mrt Lenfkörnern, und bir:det das Glas mit Pergamentpapier zu. Ter eingemachte StrmrL hall sich sehr gut uich schmeck wie Krautsalat.
Kasten Luchen aus .Graupen. 200 Gramm Graupen werden mrt Backobst weich gekocht (in der Kochkiste). Nach de« Erkalten Werder: sie mit zwer Eiern, 200 GraMm Grieß, eürem Bach, Pulver eurer Messerspitze Natron und 150 Gramm Zucker gemrscch, dann noch etivas gezuckerte 5kirschen oder anderes Obst darunter gerührt und in leicht gefetteter: Fornven IV. Sturze chon braun gebacken. Anstatt Backobst: Änn man auch gut rat# frrsches Obst vettvenden.
Magisches Quadrat.
I I BBSTZZ
Vorstehende Buchstaben sind derart in Quadratform zu ordnen daß ,vagerecht und senkrecht vier Reihe,: entstehen, die vier Lauvt» Wörter vorr folgender Bedeutung ergeben:
1. Das Ziel so mancher Reise.
2. entzückt durch schöne Weise.
8. ist in der Schweiz zu finderu
4. lästt sich nicht halten und binden.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Abstrichrätsels in voriger NuntmrjL Daniel, Linde, Lied, Eli. ei, e.
Schriftleitung: Dr. Reinhold Zenz. — Zwillingsrunddruck der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, «ietzen.


