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tu irgend einem Dorf oder Städtchen Überwintern sollten, aber Katha wollte nichts davon hören. .

Wir wollen ^rns nie wieder trennen, Stepan, sagte sie. Ich bin ^beinahe gestorben das letzternal." ,

Die Kälte ist eisig aus dem Weg ber tresem Schnee, Katia; wirst du und die Kinder es auch aushalten?

Alles ist zu ertragen, so lange wir beisammen smd, Stepan. Unser Haus ist so warm und so bequem wie rede

Bauernhütte." w . . p , , '

Es ist aber rnöglich, daß wir emgeschnert werden. , Das schadet nichts wenn wir nur beisammen bler-

Stepari schüttelte den Kopf, sagte sich aber, daß er Katia und die Kinder immer noch in irgend einem Dorf emquaa- tieren konnte, wenn es ihnen zu viel wurde. Auch der alte Peter Krop gab Katia den dringenden Rat, lieber irgend­wo zurückzubleiben. Seit dreißig Jahren war er aus den Straßen von Jenisseisk gewandert, aber selbst er unterbrach im Minier immer sein Reisen aus kurze Zeit. Die Strapazen waren zu groß. Doch Katia wollte auch auf ihn Nicht Horen, und so versuchte er es, Stepan zu bewegen, in den Wmte^ Monaten die südlicher gelegenen Provinzen von Omsk und Tomsk aufzusnchen, die ihm offen standen, und dort zu reisen. Stepan jedoch fand kein Gefallen an dem Vorschlag. Gouverneur Tatukoff hatte ihm nie Schwierigkeiten m den Weg gelegt, und in Jenisseisk fühlte er sich sicher. Ob man ihm auch in Omsk oder Tomsk gestatten wurde, Katia mit sich zu führen, schien ihm sehr zweifelhaft. So war es besser, m Jenisseisk zu bleibien, denn hier waren sw sicher, nicht von einander getrennt zu werden. . ,

Mutig wunderten sie in den Winter ymein.

Stepan kaufte noch mehr Felle für den Fußboden des Hauses auf Rädern, und warme Teppiche für die Wände, und von einem Händler, der dein Laufe des Jenissei bis in den höchsten Norden zu folgen pflegte, tauschte er eme prak­tische und sparsame Eskinwlampe ein, die man sowohl zur Beleuchtung wie zum Heizen und Kochen verwenden ronnte.

Als der Schnee kam, ging es nur langsam vorwärts Mit dem Haus auf Rädern trotz seiner Schlittenkufen, aber daraus machten sie sich, wenig. Solange sre den Wortlaut von Paschkins Teufelspaß erfüllten und stetig auf dein Wege waren, konnte niemand ihrren etwas anhaben.

Im Schneckentempo krochen sie über die vielen Windun­gen der Hügelpässe hin, an den endlosen Massen von Fichten und Föhren entlang, die wie Millionenarmeen regungslos paradierender weißer Soldaten aussahen. Dann wieder ging es hinunter in die weiße Einsamkeit der Ebenen, deren Schneedecke im Sonnenglanz funkelte und glitzerte, als sei sre mit Diamailten bestreut. Und manchmal begegiieten sie langen Reihen von schwerbeladenen Schlitten und dann wie­der wanderten sie tagelang, ohne irgendein lebendiges Wesen

zu sehen. .. . t

Immer jedoch, wenn es nur möglich war, suchte Stepan Mit Anbruch der Dunkelheit ein Dorf oder wenigstens eme der einsamen Hütten ans, wo sie selbst in Ruhe rasten und die Pferde im warmen Stall unterbringen konnten. Für die Pferde mußte vor allem gesorgt werden, denn es war letzt schon viel zu kalt, als daß die armen Tiere viele Nächte im Freien hätten zubringen dürfen. Stepan und die Seinen da­gegen hatten es bequem genug in ihrem praktischen Haus auf Nädern, in dem es sich weit besser leben ließ als m den Meisten Bauernhäusern von Jenisseisk. Die Bauern ver­säumten es nie, sich das Haus auf Rädern neugierig nnzw- sehen und die Felle und die Bequemlichkeiten und die Wärme zu bewundern. Stundenlang saßen sie, so viele der kleine Railm nur fassen wollte, und schwatzten mit Stepan und Katia. Es dauerte jedoch nicht lange, so strich Katta diese Gastfreundschaft aus der Liste ihrer Eigenschaften und sperrte ihre Türe zu. Sie hatte höse Erfahrungen gemacht! Denn die gutmütigen, aber ilichts weniger als sauberen Gäste hin­terließen gewöhnlich lebendige Erinnerungen an ihren

sie kein Dorf und keine Hütte erreichen, so suchte Stepan den geschütztesten Winkel auf, den er finden konnte, und kampierte im Freien. Die einzige Schwierigkeit dabei waren die Pferde. Aber Stepan baute ihnen jedesmal eine Art Stall,! den er sich ausgeklügelt hatte und der sehr prak­tisch war.

Aus dem Dache des Hauses auf Rädern halte er mit Haken urid Schnüren ein gewaltiges stück Segeltuch befestigt, das untertags aufgerollt war. Mußte er kampieren, so ließ

er das Stück Segeltuch schräge zum Boden herab und be­festigte es mit Pflücken im Schnee, so daß eme Art schräges Zelt entstand, dessen lwhe Seitenwand per Wagenwar. ün den Längsseiten wurden andere Stücke Segeltuch, mit Schnü- ren befestigt ein richtiges Zelt. War der Schnee aus seinem Innern geschaufelt und außen an den Zeltwänden zu emep chützenden Wand aufgeschaufelt, dann hatten die Pferde einen Stall, in dem sie so ruhig und so warm schliefen, wie ihr Herr im Haus. ^. r

Stepan jedoch war immer unruhig wahrend solcyer Nächte im Freien. Er hatte Angst vor den Wölfen, der ge- fürchtetsten Winterplage der Provinz Jenisseisk und des nördlichen Sibiriens; denn er wußte, daß ausgehungerte, raubgierige Wölfe die Ausdünstung von Pferden meilenweit wittern konnten. Er schlief wenig, immer lauschend; ln steter Sorge, fernes Geheul zu hören, und wenn eines der Pferde einmal aufwieherte, so schrak er angstvoll zusammen.

Zwei oder dreimal erklang wirklich in weiter Ferne das markdurchdringende, melancholische Winseln und Gekläffe und Stepan stand dann die ganze Nacht hindurch draußen in der eisigen Kälte mit Axt und Flinte. Aber die Gefahr ging immer Meder vorüber. Keinen einzigen Wolf bekam er zu

^Bis der Schneesturm kam, der auf denr Wege von Tschernsk nach Drem das Haus auf Rädern überraschte . per große Schneesturm, von dem noch viele Jahre später die Leute von Jenisseisk in schauderndem Erinnerst erzählten. . *

(Fortsetzung folgt.)

warum fehlt dem Tiere die Sprache?

Bon Dr. Th. Zell.

Ter Araber sagt von seinem Pferd:Cs versteht alles wie ein Sohn Adams, nur daß ihm die Sprache fehlt." Genau so hört mau bei uns von einfachen Leuten ihren Hlmd preisen- Wenn er noch sprechen könnte, dann wäre er wie ern Mensch!

chchlt demnach manchen Tieren nach Ansicht ihrer Besitzer! nur die Sprache zu ihrer Vollkommenheit, dann ist es naheliegend, über die Frage nachzugrübeln: Warum fehlt dem Tiere die ©ürctcfoc ?

Was sagt der neueste Brehm zu dieser Frage? Der eigentliche Brehm. den Alfred Brehm verfaßte, >vartrotz großer Vorzug« von gewissen Vermenschlichungen nicht frei. J^tzt aber Herrlust in der neuesten Auflage die strenge Wissenschaft

So wird denn aiif beit ausgezeichneten Gelehrten Wilhelm! Wundt verwiesen, der sich folgendermaßen äußert: ..Auf die Frage, warum die Tiere nicht sprechen, bleibt also die bekannte Antwort- weit sie nichts zu sagen haben, die richtigste."

Bei aller Hochachtung, die ich gerade vor Wilhelm Wundt hege, muß ich gestehen, daß ich große Bedenken gegen die Richtig­keit dieser Misicht habe. Immer wieder mack)« ich die Beobachtung, daß unsere größten Gelehrten auf dem Gebiete der Tierkunde sehr wenig bewandert sind. _ , . - a ^ , . r

Die Tiere sollen sich Nichts zu sagen haben! Das Gegenteck ist eher zutreffend. Gehe ich auf die Jagd, so muß ich mich sehn vorsehen, daß mich der Kiebitz oder der Eichelhäher Nicht eräugt Andernfalls wachen sie solchen Lärrn, daß das Wild aufmerksam wird und sich sofort in Sick^heit bringt. Diese Vögel vermöge^ also bereits jetzt, ohne sprechen zu können, andere Tiere zu warnest was tvürden sie erst leisten, wenn sie wirklich sprechen konnten? Und' sie 'haben nicht bloß etwas Mi sagen, sondern etwas sehp Wichtiges mitzuteilen. Es heißt in ihrer Sprache:Seht euch Vor, es droht eine große Gefahr, der Jäger kommt!"

Ein anderes Bild. Großes Erstaunen hat es stets bei nur erregt, wie Hunde sich gemeinsam znm Wildern verabreden. Älle Hunde neigen als frühere Raubtiere pn Wildern. Tw Sache ist allerdings etwas gefahrvoll, demi treffen sie mit dem ^ägd- berechtlgten zusammen, dann pfeifen die Schrote. Llber naturam expellas usw. Die Natur läßt sich bekanntlich nicht mistreiben. Gewöhnlich hat einer der Dorfhunde sich auf das Wildern ge- Worfelt. Jetzt sucht er einen Genossen, denn dann geht es lerchter. Wie er es möglich macht, den andern M verführen, ist mir erst Rätsel, aber die Tatsache ist unter Jägern ganz- bekannt. AM liebsten 'wird in der Nacht gewildert. so daß die Hunde Mit Somreiraufgang wieder zu.Hause sind. Wie die Hunde es anstellen, sich zu einer bestimmten Zeit in der Nacht zu verabreden, läßt sich schwer sagen. Nebenbei muß marr ihre Meisterschaft bewundern, wie sie den Hasen erbeuten. Der langsamere verfolgt ihn, während de« schnellere an einer bestimmten Stelle zurückbleibt. Der Hase har nämlich die Gewohnheit, im> 'weitest Wogen nach seiner, Herm? stelle zurückzukehren und hierbei fernen Paß, d. h. einen bestimmten Weg, innezuhalien. Diese Geivvhinheit wird ihnr zunr Verderben. Tenn w enn er selbstbewußt zum Ausg a ngspunkte Zn rückkehrt und den langsanrerr Perfolger kauni beachfet, dann überfällt ihn ploUrch