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undsiebzig Prozent Anteil am Profit unfehlbar auf ihn War­teten, «wenn immer sie sich! auch treffen mochten. Bald kün^ nrerte er sich gar nicht mehr um Stepans Handelsgeschäft und

aina seine eigenen Wege. ^, ,«

In Stepan jedoch wurde die Sehnsucht immer größer.

Sein Herz war in Irkutsk. Er wurde immer hung- !riger und hungriger. Endlich kam er auf den Gedanken, um seiner Sehnsucht einen nahen Gegenstand zu geben, m seiner freien Zeit für K'atia und Katinka ein Haus auf Rädern zu erbaueri, in dem sie einst hausen und wohnen sollten, so schön und so bequem, wie es Liebe und Geschicklichkeit nur

machen konnten. , t * <*,'*

Während der Mittagsrast und nach den kurzen Tages­märschen d s Winters arbeitete er Stück für stuck em win­ziges Modell aus, sägend und zusammensetzend und schnit­zelnd und leimend mit geschickten Fingern. Seinen ganzen Herzenshunger arbeitete er hinein in dieses kleine Häuschen jckuf! Rädern. Monate vergingen, ehe er das Modell m all seinen Teilen fertig hatte und es zusammensetzen konnte. Dann dehnte er die nächste Reise bis nach Krasnojarsk aus und blieb die vollen zehn Tage dort, die sein Patz ihm er­laubte, während Iwan Narasoff, der berühmte Tarantatz- bauer, das Modell ins Grotze übertrug.

Der 'wunderbarste Wagen wurde es, den man je ge­sehen hatte in jener Gegend, und Iwan und seine Leute kratzten sich die Köpft beinahe kahl vor Erstaunen über all hie merkwürdigen Dinge, die sie nach Stepans Willen m düfts Haus auf Rädern hineinbauen mutzteii.

Und als er endlich fertig war, kamen die Leute von weit und breit, um ihn sich anzuschauen und standen dann Mit aufgerissenen Mäulern staunend da. Der allgemeine Ein­druck war, daß dieser Wagen eine Kirche auf Rädern sein mußte. Erbaut war das Wanderhäuschen au, einer starken hölzernen Plattform und der Aufbau war lercht, aber starr und geräumig. Es enthielt einen Tisch und Banke, che an den Wänden entlang liefen, und Schränke und Facher. Schla­fen sollten seine Bewohner auf dem Boden, auf weichen, heugefüllten Matratzen.

Ein Fenster von dünngeschabtem Horn am rückwärti­ger Knde des Wagens spendete mattes Mt, aber durch, dre Duupttüre vor allem, vorne, über den Pferden^ sollte Luft und Licht kommen. Ein kniehoher Kasten, den man in ore Türe stellen konnte, gab nicht nur einen bequemen Sitz für den kutschierenden Vater ab, sondern von dort au-- konnte auch ein kleines blondes Mädel nach Herzenslust die Schön­heiten des Wagens anschauen. Die Räder waren breit und stark, um aus steinigen Wegen und im Schlamm zu bestehen, und wenn der Schnee kam, so konnte man sie entfernen und Kufen einsetzen. Ein ganz wundersames Fahrzeug! nem Wunder, daß Narasoff und seine Leute immer wieder von Ueuem staunten. Er baute die besten Tarantasse m ganz Si­birien, -aber dieser Tarantatz war nur mit den Händen und Mit idem Hirn erbaut, und Stepan hatte noch ganz andere Dinge auf das Erfinden seines Hauses auf Rädern ver-

dennoch schritt Frau Sorge immer an Stepans

S-ite

Lange schon hatte er nichts mehr von Peter Krop ge^irt. Vielleicht hatte er es vergessen, sich nach den Semen zu erkun­digen. {Ober es war ihm etwas Angestoßen, denn er befand sich auf einer langen Reift durch, die Provinzen von Omsk und Tomsk. Elf Monate war es schon her, seit Stepan sich, fort Irkutsk von Katia und Katinka getrennt hatte, und was konnte «alles geschehen sein in diesen?eif Monaten!

Da fand er sich eines Tages auf dem Weg nach, Süden, sticht weit weg von dem Ort, wo sie zuerst zusammengetroft ftn -waren, Peter Krop dem Juden gegenüber. Und der alte Peter setzte sich erstaunt am Wegrand nieder, ms er, das wundersame Haus auf Rädern sah und patzte schärfer auf als sonst, als es zur AbrMnung kam, denn er fürchtete,, em Teil der Kosten könnte aus seinem Anteil bestritten worden ftin. $0$ vorher schon, noch ehe er sich von der Grundlosigi- keit seiner Befürchtungen überzeugt hatte, bewunderte er

^ ^,Du reisest wie ein Fürst, Stepan Jwanowitsch,"

Tctctic st. ,

Ich baute es für mein Weib und mein Kind und mit Meinem eigenen Gew," antwortete Stepan, denn er kannte hie kleinen Rasseeigenheiten des guten Peter.Haft du Nach­richten für mich, Peter Krop?^

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Die Leinen müssen um diese Zeit in Selemsinsk eftfr aetrosftn ftin "

Gott sei Dank!" rief Stepan aus überströmendem Her- , sprang auf und wandte die Köpft seiner Pftrde, nutz sofort nach Selemsinsk auf den Weg zu machen.

Der alte Mann band Pferd und Karren hinten an dew Haus auf Rädern an und kletterte zu Stepan auf den Sitz vorne und steckte den Kops durch die Türe und wunderte! sich über alles, was er sah die tartartschen Teppiche an den Wänden, die weichen Felle auf dem Fußboden und all die zahllosen kleinen Schönheiten und Bequemlichkeiten, dm Stepans Herz sich erdacht hatte. , . .

Hvh nun reise auch ich emmal wie em Fürst, da eg

nichts kostet," lachte Peter Krop.

(Fortsetzung folgt.).

Kiero.

Leutnant R. Wallast.

Mn Tarmzza, dem waldreichen Lustkuwrt Kiews kommend, siebt man sie von fern liegen, die heilige Stadt, me manchem Russen zum Symbol tiefster, die Klarheit des Erfüllten scheuenverl ZoKÄf ist..W--M d« bm

Namen der einzigartigen Stadt fornrnt mit dem sckKvckendwemMi, llinaenden SÄnßkonsonanten. leuchten die Augen. Wie eine atv> würdige Zauberfottnel, der Menbarmig entquillt, hütet der Nllai* ner den Namen seiner schönen Hauptstadt, die^Hügelketteii der Dinepruftr eiugeftuR, ans ihrem sckstnckstigen Dunkel brechend iind Mrungvoll durch ein Meer von grauen, eintönigen Dächern hin* durch sich in goldenen Bekrönungen bis über die grünen Hügel hebend --'so bietet sich die alte stabt den Augen dar. Wer sie im Abendschein hat liegen schen.tvenn das Mwene ^tinne dunkel strählt und die ungezählten Glocken Magen, dem entschlei^ sich eine Ahnung von ihrem Zauber, den das w-eltstaotlsche Getriebe auf den Straßen ani Tage drosselnd niederhält.

Langgestreckt und schmierig ist die Brc-tterbud« die bm RA senden empfängt. Ter BaHNHof von Aerv, überall beklebt mit deutschen und russischen Schildem, Hinweisen und Aufforderungeir Zu wirrer Fülle liegen die Gleisanlagen um das Gebäude, so dast vollständige Eiftnbahinzüge noch mitten auf, der DerkehrsMatze stehen die zur Stadt führt. Bon einer bu-ubartigen Menschenmenge.

durchzusinden und mit bem Auge zu uuterscheiden, was man sieht, deutsche und österreichische Soldaten, russische Soldaten aller Arten, die Trümmer der einstigen Südarnree, elegante Herren und Tarnen init der Geste der großen Lebcwttt, Bauern und Sänermnen, Aus-, wmcdever und Flüchtlinge. Mles schreit durchänander, stößt, drangt sich lacht und redet in verschiedenartigsteii sprachen. Auf Stra­ße:/ und Bahnsteigen lagern Flüchtlingsfamilien mit wer,lütten und verhungerten Gesiclstern. Kisten und Ballen unter und nebwl sch, die ihre ganzen Habseligkeiten bevg.en, uberurüdet -- oft tagelang tvarttud, bis sch eine Beförderungsmöglichkeit für sie ergibt. Mit der gleichmütigen Geduld des Russen warten sie w ineinander vergraben. Koninrt dann endlich ein Zug, dann Übrat die schlafende Menge plötzlich in angstvolle Bowegcheit. S-re schlagen sch um die Plätze in den Mgen, auf Dächern und Trittbrettern^ !a sogar die Puffer der Mrgen sind im Augenblick vergeben. (&* päckträger mit gebildeten Gesichtern sind keine Seltenheit; ncan! trifft häufig unter ihnen frühere russische Offiziere, die bas Revö-, lntionssckstcksäl brotlos mackste. . ,. r

Xi« elektrischen Bahnen find überfüllt. Ali jeder Hallestelle stehen die Menschen wie vor einem Lebensmittelgeschäft bei. uns -*> in Reihe und Glied Untereinander. .Man nmß sch über die StraßendifMin Wundern bet diesem desorganisierteii Bolk. Do« Wagen kommt, der Schaffirer ruft die Anzahl der Platze aus, die noch vorhanden sind. Keiner drängt sich vor. L'l«, steigen em M der Reihenfolge, in der sie standeli, ohne daß irgendein Pollzerorgan! regulierMd LanebenstMide. Ter Russe hat nrerkwürdlg viel Zell, wenn er mich noch« so beschäftigt ist. Iw der Soirn« zu liegen und Sonnenblume-nkerne zu U\tm darin sind sie Virtuosen gehört mit zu den Idealen der Russen, die jetzt in der Rwolutionszmt freu* diger denn je verwirklichst werden. Eine breite Ltraße führt vom Bahnhof zur Stadt, die vor den Augen ausgebrettet liegt mtt roten, blauen, grünen Dächern, Kirchen, Gärton und Anlagen. Bm^ Ich steigen Erinnerungen an französische Städte aus, daß man M Rußlarid ist, sagen eindrücklich nur die häufigen Kirchen. Vom Zauber der alten Stadt mmckt man nicht viel, wenn man an heißeM Tag aus überfülltem Straßeubahnivagen in ft« anfährt. Bis zuw Kresckstiatik, der bveitoli Haup-tstrraße, ändert sich das Bild ncht mell Darm, mit einem Male, fühlt mcm sich hrneingeworsM pr dett Trubel der Weltstadt, gmrz unvermittelt. Wie m erner Lmse find hier Strahlen jvestllchnr und östlicher Kultur zu eigenartiger Mw kuug gebunden. Deutsche, österreickstsche, ukrainische Antt^ lagen sich mit anspruchsvollen Huppen. Es ist ersdairnlich mtt welchem auf dieser Verkehrsstraße gefahren wird. Wunderschöne Wfie «J prachtvollen Gängen ziehen leicht« Jagdwagen. UAemllich flM sausen di« lleinen TrostWn bövbei immer Trab, immer GaloM