Nun. ttxmtm sollte er bife Gelegeuhett vE benutzen? Mn Dummkopf wäre er Mvesem ewige Vorwürfe würde er sich gemacht haben, wenn er die schöne, die herrliche Jagd viersäumt hätte.
Er setzte sich an das Pult des. Mess und klingelte.
Ladislaus Goroschin, ein flotter, Miger Mann, erschien aus der Bild fläche, der Gehilfe des Gehilfen. Schugajew verzog sein Gesicht zu einem herablassenden Grinsen.
„Mein lieber Goroschin," sagte er wohlwollend, ,,rch Muß Sie mit einer höchst! wichtigen Mission betrauen:, mrt meiner Vertretung. Aber meAen Sie aus, es ist «ne kniffliche Sache Sie werden der Vertreter des Vertreters des Chefs sem. Gr ist nach Warschau gefahren.,, will an einer Hochzeit teilnehmen. Mich hingegen rufen höchst wichtige Privatgeschäfte — Geschäfte, me keinen 'Aufschub duldeii — ebenfalls mls kurze Zeit ab. Das heißt, ich werde einen Dag vor der RüclVehr des Chefs wieder hier sein, damit er alles in schönster Ordnung vorfindet. Tars ich muh tu xeder Beziehung aus Sie verlassen, lieber Goroschsm, aber auch in jeder?" . . ...
Ter liebe Goroschin beeilte sich m versichern, daß er n-ch des in ihn gesetzten Vertrauens würdig .erweisen würde, voll ftntbi ganz. Tann imhm er einige Dispositionen und die dreitauseird
Rubel.entgegen. . ^ ^ .
Loginofs reiste um drei Uhr rrach War,chau, und «ne stunde später dampfte sein braver Vertreter, das Gewehr fem saick-er- llch yiiballiert, in die entgegengesetzte Richttmg, von: Wardmanns- fteber machtvoll gepackt. Ter Vertreter des Vertreters aber saß vor dem Pult des höchsten Vorgesetzten, ein hehres «tolzgeguhl im Busen, nrachte sich's bequem, rauchte sich eine Zigarre an WÄ -tat, was alle Männer in diesein .eleganten Privatbuveanl vor ihm getan hatten und nach ihm tun werden. Nichts.
Tie dreitausend Rubel steckte er in seine Briestas-che. ,
Als er am anderen .Tage an der gleichen stelle ber deck gleichen Beschäftigung saß, schmerzte sein Kopf, hännnerte sein Schädel, schlug sein Gewissen. Wie gewöhnlich war er an dein Abend zuvor m seinen Klub gegangen Mid wie gewöhnlich hatte er gejeut, wie geioöhnlich hatte er verloren, uitd das UnaewohnliM dabei war nur, daß er mich die ihm qnvertmuten dreitausend Rubel verspielt hatte.
Er überlegte. Tas Geld zu ersetzeu verinoMe er Nicht — me* Mand borgte ihm. Sollte er sich eine Kugel durch beix schonen üockenkopf jagen? Ei nun, dazu hat Man sinmer noch! Zeit. Ter Tod ist schließlich eine Sache, bie sich nicht wieder reparieren laßt, geschweige dem: rückgängig niachen. ^ . rc ..
Als aber an dem Tage darauf der Prokurist der Eisen-, aießerei von Äorowsll versprach, um die dveitansend Rubel ern- zukassiereu, wurde ihm doch recht schwül zumute. Er vertröstete den Mmrn ans die Rückkehr seines unmittelbaren Vprge,etzten, des
Herrn Schugajew. . ^ , . ...
Ter gefürchtete Tag kam heran, LchugaMv, munter gestimmt wld erfrischt durch die erfolgreiche Jagd, trat seinen Dienst an. MS er Ladislaus Gorös-chin erblickte, hallte zurück. „Wie scheu Cie aus, mein Lieber? So blaß und angegriffen. Sie haben! sich überarbeitet, den Dienst zu schver genomnren. Müssen sich schonen, mein Braver." ■ . ..
Doch sein gemütvoller Ton sckchug Ms Gegerrteck Um, als ihm Goroschin sein Vergehen eingchand.
„Hund! Hallunke ! Spitzbube!" zeterte er, „hmaus, nick Dir!
g ch werde dir den Prozeß machen und dich nach L-ibirien schickest
Ter BejammernÄverte spielte seinen ersten Trumpf ans. „Daun wird der Chef erfahren, daß auch Sie verreist waren."
Schugajew stutzte. Tas Arguurent leuchtete ihm ent. Indessen, im nächsten Augenblick wieder packte ihn die Wut. „Tn schuft, hast du nicht bedacht, daß ich die dreitausend Rubel aus meiner eigenen Taschie ersetzen muß?" , .
Goroschin spielte setnen zwecken Trumpf aus. „Ich werde sw Ihnen aus Rubel und Kopeken abzahlen. Sie werden mix leoen Monat ftinszig Rubel vorn. Gehalt ab ziehen lassen"
Schugajeivs grimmiges Ncannesantlrtz.leuchtete ernerr An. genblick freundlicher. „Sehr woW,"
Er überlegte. „Mer nein," schrie er, wieder wütend, „öoä ivürde fünf Jahre danerm - verstehst du, elender StlMst, fünf lange Jahre, ehe ich das ganze Geld zurückerhalten würde."
Ta spielte Goroschirr sein«: letzten Trunipf aus. „Es liegt an Ihnen, Herr Schugajew, daß ineine Schuld schon irr dev Hälfte der Zeit getilgt ist." , , 0 „ , .
Schugaiervs Augen erweiterten sich. „An mir?" fragte er in ekivas milderem Ton. . , .
„Gewiß, Herr Schugajew, erwirk«: Sie mir vom Chef eme Monatszulage von ftinszig Rubel, und Sie erhalten das Doppelte o&fleäaMt — hundert schöne Rubel."
„Hinaus!" brüllte Schugajew, heiser vor Wut. „Komm' mrr Nicht mehr vor die Augen, du frecher Pcftrvn. DM wäre ja eins Prämie auf die Spitzbüberei." <
“' „Wer bedenken Sie doch," warf der jultge MaNn unbeirrt ein, „Mrs bedeuten fünfzig Rubel monatlich Kr den riffsischen Staat. Sie aber kommen dadurch schnell Kn Ihrem Gelbe. Das Toppelie meiner Zulage werde ich Ihnen monatlich abzahlen — Ehrenwort! Mo bitte, übereilen Sie sich nicht und überlegen Sie die Sache."
Und Schugajew ließ sich den Vorschlag! durch dm Kopf geg en, hie AvMMM dieses HaAtMr. warm doch gar M MenMnd.
— — — — Einige WoMu später ries der Chef Heryt Ladislaus Goroschin in fein Kabinett mrd teilte ihm mit, daß er auf -Veranlassung des Herrn S-chfligajew, der ihm seine außerordenHi liche Tüchtigkeit geriihmt, eine Monatszulage erhalten solle. Urch zwar eine solche von — hundert Rubel.
Zur Geschichte der Gbstkuitur.
Bon Jahr zu Jahr spielt irr dein Haushalte jeder FamiliK das Obst eine immer größere Rollo. Ter Konsum des Obstes steigert sich stets mehr und mehr, die Kunst des Konservierens, .be* Cinmachens und Einkochens des Obstes ist nicht mehr beschränkt aus die Konservenfabriken, es wird vielmehr in fast jedem Haushalte im Herbste eine ganze Menge der verschiedensten Obstar ten konserviert, um im! Winter ans den Tisch zu kommE, Roch größer aber ist die Menge der Aepsel, die im Keller für den Winter zur Aufbewahrung kommen. Vtan hat den Wert des Obstes für die Gesundheit des ,Maischen allgemein erkannt, und bei dem Mangel an Gemüse aller Art ist in den Kriegsjahren das Obst, ein sehr geschätzter, gesuchter Artikel im Haushalte der Familie, geivorden. Es dürste daher von allgemeinem JUteresse sein, einmal die Kulturgeschichte des Obstes etwas eingehender zu oerfolgen.,
Tie Banmzuchjt war in der Urgeschichte der Menschheit ein wichtiger Schritt auf dem Wege zu festen Niederlassungen, erst durch die Baumzucht rmd mit ihr wurde der Mensch vollständig ansässig. Ter Uebergang vom unstäten Hirtenlebeu .uq "festerr Ansiedelung ist nirgends ein Plötzlicher götvesen.- so.....-e«n er führt« immer durch zahlreiche Zwischenstufen hindurch, auf dienen die .Völker oft jahrhundertelang verharrten, per herunrzichM.de Hirte besät slüchitig ein Stück Land, das er im Herbste ebenso Wchttgj aberntet, er ivWt im nächsten Frühjahr ein anderes, das er abermals liegen läßt, nachhem er ihm den Raub abgönömmM hat. Auch wMN die UnsiedeluLig eine .stetige gÄvjordew ist. so ist doch der Begriff des individuellen Eigentums am Boden iwck)j nicht vorhaiiden, da Wer- und Weideland gemeinsam sind uird jedes Jahr von neuem au die einKÄnen Genosfeii.verteilt wiäd. Einen beb-eutungsvollest Schritt weiter bezeichnet schon die Wintersaat, den entscheidenden aber die Baumzuchk, denn mit ihr entstand der Begriff des Eigen
vollen Eigentums. Auch das Haus, das von Fr u chtbaumgruppM iungebeu ist, wird auf Jahre berechnet und daher aus Stein exbaut und im Jniieru aiisgeschimückt, selbst die Götter werden edler. Mit der BaümzUchjt freilich wurden auch die Kriege furchtbarer, weil die Zerstörung mehr GeganstKrÄie fand. Tie Hirtenvölker konnten sich mit ihren Herden hinter ihre Wälder und Sümpfe zurückziehen, wie es die Russen 1812 noch rnachten, indenr sie der Eutfernstng, der Wildnis und den: Klima die Verteidigung^ überließen, wo aber die Me-nschen in sesterr dailernden Häusern, unter WeinstöckM und Obstbäu men wohnen, da kann ein grausarNer Feind ein. Land auf Menschmalter hin verlvüsteu, wovon ^ uns die Geschichte aller .Zeiten genug Beispiele zu berichten weiß.
Mit der Einführung der Kultur des.Obstbaumes war der Mensch sofort auch darauf bedacht, die Bäume und ihre Frücht« Au veredeln und zu vervollkommuM. Mich Mau auf die lange Reihe von fruchttrageiiden Bäumen, mit denen JtaliM zur Zeit seiner höchst,en Macht sich bereichert hatte: edle Aepsel und Birnen, Feigen mrd Granaten, Quitten und Mandeln, Kirschm, Pfirsiche- Maulbeeren, Pslaunreu, Pistazien: usw., so staunt inan nicht über die Aussage Baros, JtaliM fei ein großer Obstgarten. Diese Unr- w'andlnng hatte aber dieselbe Zeit gebraucht, wie die llrntvandlang Roms zum Zentrum vor: Italien und Italiens .pit Herrscherin
t)wt
Bald verbreitete sich das Obst aber nicht bloß in Italien, wo es wich bis ans den henttgeN Dag auch! in der Familie des Arrnerrj ein notwertdiger Bestandteil des täglichen Mahles ist, sondem^es ging auch hoch über die MpM irr das nrittleve rrird tuest!ick>e Europa hinüber, wo das Klima bei entsprechender Einsicht rmd Tätigkeit des Knlttir men scheu seine Zucht rvoch erlaubte. Frankreichs Boden und ^Himmel erzeugt jetzt das allerfeinste Obst, England hat auch auf diesem Zweige die Kulttcr aufs höchste getrieben, Amerika mit seinem Massenanbau versieht fast dxn ganzen Weltmarkt mit Obst, und dem Beispiele dieser Länder folgt jetzt TMtschkand nach, es operiert durch zweckmäßige Wahl und Pflege und sucht für den jeweiligen Standort die ihm zusagende Frucht.. Allenthalben geschieht jetzt bei .uns in Deutschland viel für, den Obstbau, fast jede Proviuz hat ihre Obstbauschjule, jeder Kreis! einen Obstbautechniker, der den meist m Vereinen zusan,meuge- Wossenen ObstzüWern beratend zur Seite steht und durch Vorträge zur Verbreitung 'der Obstkultur aneifert, zur Pflege der Obstbäicnre und Kur BMnrpftmg der Schädlinge des Obstbaus anleitet; es finden öfters ObstausstelluNgen statt, die dm Stand des Obstbaues zöigM: es MtstehM MusterobstgärtM; die Lcurd- stvaßm werdm mck Obstbäunien bepflanzt, die fast alljährlich bet dpi Obstversteigerungen im Herbste gute Cwttäge bringen. Immerhin aber ist die Einfuhr vvn Obst in TMtschland iwch sehr groß. Es ist daher sehr ratsam und empfehlenswert, iminer mehr Obstbanm- stücke mit guten, dem BodM und dem Mma ercksprechmden. dorten anzulegQi, auch im Garten und auf dem .Hofe jeden verfügbarM ^eimDlatz mit Kimm OWaüM A bepflanzen^ Gr.


