Ausgabe 
31.8.1918
 
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Um dert dÄüfchsrr gegenüber ftiiec dreffache

mb vierfach- Sichech.nl zu lmben, machte dte englmhe Reederei. Bloomfield aus der-City of ?)orl" einen «w|ti "Wng Staton", setzte die norwegische -Flagge auf die .Hecfftarrge und ftelUe obendrein einen versoffenen nottvegttchML Kaprran auf dre Kommandobrücke, den: es nichts aNsmachite, mit gefälschten fracher eu

zu England, das mächtige, stolze England, Geschäfts

im Krieg! , .,

Somit Mohr lachte verächtlich. _ , ,

Herrgott . . . wenn jetzt ein deutliches Anlerseeöoot heran-, pirschte und wie eine rächende Gottesfaust aus dem Meere tauchte Weg mit euch gen-ebenen Halunken!" fügte JoMr Aiohr ganz' laut Md auf gut deutsch. .

Ta stand Kapitän Iiärre vor chm, brertbermg, die Kunde in den Hofentafchie;r. Ivnni liest erschrocken Kartoffel und Lchal- messer in den Wasserkübel sallert, so daß dre «mffpntzenden Tropfen! dem Kapitän Kiarre ins Gesicht flogen. Ter Kapitän grm,te:

Lie sprechen ein gutes rmd verstärrdlrches Deutsch, Mister John Fox?"

i) eine der englischen Eisenbahngesellschasten. *) Segelstangen. *) Schiffsküche. ch Gilt. Mtschuldigen Sie. 6 ) &wn gut. ?) Deutschen.

(Schluß folgt.)

Lin Brief von der Ameriiafahtt einer U-Areuzerr.

. . . ., den . . Juli 1918.

Liebe Eltern!

Wir find nun Meder von unserer Fahrt zurück, die . . . wäv- nate und . . . Tage gedauert hat. Habe Euren ,Brief vom 24. Juli erhalten, ebenso das kleine Paket nnd danke Glich recht herzlichst dafür, besonders für die Zigaretten, denn das Rauchen ist ern gr,oster Genuß für rms, den Wir aber auf der .Reife sehr oft schmerz­lich entbehren müssen. Doch mm tvill ich Euch ettvas über' unsere Fahrt berichten, soweit ich das darf. - .., ^

Wir kamen also ungehindert über den Atlantischen Ozean, wurden aber schon 500 Meilen .östlich der Bermudainseln von einent englischen Dampfer gesichtet rm'o drahtlos gemeldet. Wir darbten nun?haß sofort alle amerikanychen Fnnkenstatwnen die Schiffahrt vor' uns warnen würden, aber nichts dergleichen ge- qesckah Die amerikanische Station Arlingtown gab immer noch ihre -gewöhnlichen Nachrichten, aber keilte Kriegsivarmmgen. Zuerst versenkten lvir drei amerikanische Segler, die zumeist mit Negern bemannt waren. Ta. wir keine anderen Schifte arttrafeu, nuto bet Weg nach dem nächsten Land zietnlich weit war, nahmen wir die Schiffbrüchigen zu uns an Bord. Die Neger wurden für sich und ' die Europäer mit unserer Mannschaft zusatlttnen unter^ gebracht Zivei Kapitäne warett Schulfreurtde. Sie hatten sich zwanzig Jahre lang nicht mehr gesehen und feierten mm auf rmserem U-Krerrzer ein rülwcndes Wedersehen. Sve erzählten uns viel über die alnerikanische Kriegsstimnrnng, die künstlich von, den GeldmäMiern rmd Kriegsgewinnlern in Amerika geschürt wltroe. Das Nordamerika,tische .Volk sei ich großen ganzen gar nrchtz sür detr Kriea, würde aber durch 'Zeittmgen und die Hetze der Regierung gegen die Mittelntächte beeirtslußt. 'Ms Mr danrc nach ä Tagen-eder Sckstsfe sichteten und sechs davon ver,enkten, wurdett die Amerikaner von uns in die Rettungsboote entlasten. Sie sprachen sich bei ihrem Wschied sehr anerkennend über dte Behandlung durch uns aus. Einige Tage später versEen wrr einen amerikanischen Dampfer, der 300 Passagiere an Bord hatte und diese in ungefähr 20 RettungsbaoiM mtssetzte. Wahrend der nächstett Tage habert wir noch mehrere Schisse mit 36 000 Br.-Reg.- Tonnen, zumeist Mit Zucker belad-Är, auf den Meeresgrund ge­schickt Ein norwegischer ^Dantpfer hatte eme Kucherladung an! Bord. Davon hadert, wir 1400 Zentner aus unseren U-Kreuzer übergenommen. Dieses Schiss hatte auch rroch emen Passagier liebst Frau und einem zweijährigen Kinde. -Letzteres, bekam von unseren Matrosen Milch und Schokolade geschenkt. Die Frau benutzte ein so starkes Parfüm, daß man es selbst durch den Oelgernch rtn Boot merkte. Für sie wurde. von dem. Dampfer, ehe wir ihn ver­senkten, eirt beqnetner .Korbstuhl Herübergebracht. Es,wimmelt« irr dieser Gegend Von Haifischen, auf die sehr viel geschossen wurde, jedoch ohlte Erfolg. Wir haben dagegen einen mit einer grasten Angel gefangen und geschlachtet. Wir haben darin die Boote ins Schlepp aenommie», uni nach einem andeveti Schiffe hinzusah-ren. Dieses hielten wir an, nachdent lvir unsere Rettuttgsboote losgei morsen hatten. Als der Dampfer versenkt war, nahmen nur auch feilte Boote in Schlepptau lind brachten sie alle zusammen nach einem kleinen Küstendampser.hin, von dem alle Lenw aufgenvmmen wurden. Ans der Rückreise hatten wrr sehr viel schlechtes Wetter, doch haben lvir den .Humor nicht verloren. Vor allen Düngen freuten wir uns darüber, daß wip ttiti §ol.ch' schones Ergebnis! auf unserem Kreuzzug an der ainc-rikanischen Küste erzielt hatten, und- daß die Feinde unserer nicht habhaft werden konnten. Wann wir wieder in See gehen, i seist ich noch nicht. Ich schvetveEuch tisch Näheres darüber. -Habt Ihr gute Nachricht aus dem Felde?

Wemt Ihr wieder hinschreibt, so bestellt drxh eilten schonen Gvutz von mir. . _ ch

In herzlicher Liebe grüßt und küßt Euch «,

Euer Sohn Ernst.

vüchettlfch.

Eckardt, Richard, Wo ist Gott im Kriege? BoW- schriften zum grostert Krieg. Nr. 138/139. Mrlrn W 35, des Evangelisckelt Bundes. 30 Ps., 10 Linck 2,7a Mk., 100 Stück 25 M k.

Von Eduard Engel, dem Verfasser der so ungewohm- lich erfolgreichen drei BücherDeutsche Stilktmst, Sprich Deutsch! Entw-elschnng" erscheint als Krönung und Wschlutzwerk diyÄ Reihe:Gutes Deutsch. Ein Führer durckji Faftch und Rtchtra (Hesse & Becker, Leipzig). 384 Seiten. Preis 4 Mark. ^ Eduard Engel schlägt in fernem neuen BucheGutes Teutsop ernen völlig andern Weg der Behundlirng.stveitirstr Sprachfrageii ern. Er w- bietet nicht, verbietet selten, schilt nicht polternd u,rd ackMffenv: er lauscht vielmehr, wie von den>ildetsten gefpvockMi, von den Besten ges-chriebett wird, und aus dieser ,'chrrfen Beobachtung Uitd Feststellung des guten, des bessern, des besten ^rachgebrauM zieht er seine Schlüsse. . . .

F. Hiusmann:Theater-Elend und ter» End e". Schwabin ger Eigelt.-Ber1ag, Mürtchan. (Kartomttt 4 Mk., geb. 6,50 Mk. 148 Seiten (Bütten). Ter Verfasser schtldert eindringlich den steten Niedergang der Kunst in den deutsche^ Bühnenhäusern. Es sind nicht leere Worte irr schpnein Kleid, die er dazu benutzt. Eiltdringlich redet er zum deutsck-en Volke, ob reich, ob arni; streng, aber rnaßvoll zu den Theaterdirektoreli, Krttikerm Künstlern; und zeigt, wo der Hebel anzusetzen ist, um den MG, ständen Wbrnch zu trm. Hinsntann schildert offenherzig, '.oahr und selbstlos als Dramatiker das alt« LiedTheater-Elend und kein Ende". Jeder Direktor, Regisseur nnd Schauspieler, sollte es aus seinem Schreibttsch haben, da dem Buch ztoeifellos eine ltterarischr Note gebührt.

Gietzerrer Hausfrauen-Verein. Kochanweisungen.

Weißkraut, Kartoffeln und Haferflocken. Mm lästt etwas Oel orderrtlich mrs, dämpft darin eine große Zwiebel hellgelb, füllt 1 Liier Wasser auf, tttt 1 Psmid MrtoffeLn, 1 in Würfel geschnittenen WeißkoW, das nöttge Salz und Pfund Haferflocken dazu und läßt das Ganze Vs Stunde tvchen.

Holunderbeeren-Marmelade. 1 Pfnnd Beeren ^ Pfund Zucker; die gewaschenen, entstielten Beereii 'werden ohne Wasser auf schvaches Feuer gesetzt, bis sich Saft bildet; dann mit dem Zucker unter Rühren dick eingecocht. Holunderbeeven be- konunen.durch l ä n g e r e s Ko ch e n leicht einen bitteren Geschmack.

M olkenspeise. In hs Liter Molke, die man .bei der Siebkäsebereitung gewinnt, werden 5 Blatt rveiste nnd 1 Blatt rote Gelattne gerührt, Zucker, 7roch besser Sirup, ettrms Zitronensaft oder Marmelade hinzngesügt und in eine mtsgespülte Form gesüM. Vanillesoße dazu.

Kaninchen sülze mit Kartoffelsalat. Das mit viÄ Suppen.grün und Salz weichttekochtt KaninchMfleisch 'wird von den Knochen gelöst und in nmudferttge Stück« zerteilt. Aus der Brühe, die mit Suppenwürfel oder Fleischextraktersatz, ettvas Es sw oder Wein abgeschmeckt wird, bereitet man mittels Gelatine oder fertiaev Sulzpäckchen eine schmackhafte Gallerte, die man mtt dem.Fleisch­gemisch erstarren läßt. Dazu in Dcheiberr geschnittene saure Gnrkw und Kartoffelsalat.

Marmelade-Er sah. Mmr bereitet aus Va Pfund nicht zu flüssigein KunWouig ntit' Wasser einen dicken Brei und mischt diesen mit Vs Pftmd.Weißkäse. Diese Mischung .gibt der besten Marmelade nichts nach. Will man den Kunsthonig nicht kaufen, sondern selbst bereiteti, so kocht man x h Pfund Zucker mit 3 A Liter Buttermilch so lang«, bis die Masse dick Md goldbraun wird.

Pyramide.

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In die Felder der Ppra- nnde sind die Buchstaben A A A, B, D, E E E, I, L L, M. N, 8 8. ? derart einztttragen, daß die mit­telste senkrechte Reihe einen sagenhafterr Volkshelden be­zeichnet, ivährend die wagerechten Reihen ergeben: Konsonant, geographische Bezeichntmg, Heilmittel, bekatrnte italienische Stadt. (Ajuflösung in nächster Nummer.)

Kuflösung des Ergänzungsrätsels in voriger NummcN Weimar, Richte, Znber, Patent, Liste, Demokrit, Stranch, Knie, Pachtzins, Ruhest, Elfen.

Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu Helsen.

Schristleitung: vr. Meyer. Zwittingsrnnddutck der Brtthl'schen Univ.-Bnch- und Skeindruckerei. R. Lange, Gießen.