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Wwdervvll, wie das alles geglückt Mrl Eiv hatte bislang »eine mächtig« HochachEung Vor der Ma cht Md der Unantustbar- jfett jsratflidjün: ÄUstveispapieve gehabt .. . . Mas blieb davon in-och Adrig, wenn man die Papiere und damit Bamen und Stand vw- dttchchm konnte wie einen Hut?
Wo waren letzt die eigenen Papiere?
Ach die konnten niemandem mehr schädlich oder nützlich seich die toaven sängst, hmrdert winzige Schnitzelchjen, mrs dem Londoner Siel in die verschwiegene Themse geschwommen mrd trieben! dstd .tanzten nim schpn ans beit grauen Wogen der Nordsee.
Plötzlich riß er diese erbauliche Betrachtung ab ; unmittelbar bvr ihm lag mit dickem, schwarzem! Schornstein and zwei stattlichem Masten der „Kong Hakon", ein schwarz angestrichenes Schiff vvn gtut sechstausend Donnen. Tie norwegische Flagge leuchtete am Deck, träge schwappte sie im flauen Wind. '3>ex Heizer hatte schon Dampf Mfgemackst, schwarz stieg der 3ianch aus dem Schornstein Md sammelte sich über dem 'Schiff zu einer dickgeballten Molke, die schwerfällig von dem schwachen Wind abgetrieben würde, lieber Me Lansplanke schritten berußte Männer, gebückt unter der Last der Kohlenkörbe, die sie in die Bunker leerten. Ter Ladestrich war Hoch über dem Wasser, das Schiff war also ziemlich leer.
„Hm," dachte Jonni Mohr. „Hat Konterbande nach Grimsby gebracht, Erz oder Lebensmittel oder so was, und fährt nun leer nach Stavanger. Ein toller Kerl, der Kapitän Nils Kjärre! Hat keine Angst! vor Minen und Unterseebooten, vor Zeppelinen und Flugzeugen. Llber gleichviel, wenn ich nur heil rüber komme nach Stavanger!"
Ta stutzte er.
Merkwürdige Sache!
Er trat dicht an den Rand des Kais, der steil zUm Wasser abfiel. Aufmerksam betrachtete .er den in dicken weißen.Buch- staben frisch ansgemalten Namen „Kong Hakon". Tie Sonne siel buchtend darüber Kn.
Sah man nicht ganz deutlich unter deni Namen „Kong Hakou^ die Spuren anderer Buchstaben? Ganz wenig nur, aber doch unverkennbar, hoben sie sich von der Schiffswand ab. Tie schwarze Farbe, die man über die Stelle gestrichen hatte, war.noch ganz wischt Es konnte gar nicht zweifelhaft sein . . man Hatte erst ganz.kürzlich eine Unitanse vollzogen.
Unauffällig spazierte Jonni Mohr auf dem Kaichin und Her Md studierte mit den heimlichen Spähblicken eines Polizeispions die überstrichenen Buchstaben von allen Seiten.
Nach fünf Minuten lvar er seiner Sache sicher. Er Hatte v!or jedem Richter der Erde nick» des Himmels einen Eid ablegen können: unter dem „Kong Hakon" hatte noch vor ganz kurzer Zeit gestanden: „City of Bork".
Was hatte das zu bedeuten?
War der Kapitän ein Gannem ein Flaggenfälscher, der sich gehorsam Hen Wünschen und Ratschlägen der britischen Admiralität fügte?
Unsinn. . . der Kapitän war ein Norweger, ein Neutraler, der Mit leerem Schiff nach Hause fuhr. Er hatte den Kasten vielleicht einem englischen Reeder, der seine Dampfer in dieser schlimmen Md g^ährlichen Zeit nacht auf die See zu schicken wagte, abge- die Sache war in Ordnung.
Sv dackte der junge Deutsche, aber er schüttelte doch insgeheim den Kops. So völlig sicher war er sich doch nicht, was er von dieser Sache zu halten.hatte.
Ta tauchte auf dem Schiff das rotglühende Gesicht des Kapitäns Nils Kjärre aus einer Luke auf. Schwerfällig stieg er an Teck, hinter ihm her kam ein Beamter der Hafenkontrolle.
Jonni beeilte sich, an Bord zu konrmen. Er grüßte seinen Kapitän Und wollte sich, als er die Angen des Hasenbeamten scharf auf .sich gerichtet sah, rasch vorbeidrücken. Aber der Kapitän .rief Hn heran:
„Paßkontrolle, my boh!" schrie er mit etwas schwerer Zunge. Jonni Mohr inerkte gleich, daß der .Alte entweder noch nicht nüchtern war oder schon wieder seinen Leib mit Whisky gestillt! hatte. Auch der Hafenbeamte schien nicht ganz sicher ans 'den Beinen, aber er wusch Haltung zu bewahren. Er lehnte sich gegen ein paar "aufeinander geschichtete Rollen .braunen Tauwerks und streckte, ohne ein Wort zu sagen, dem jungen Mann die Hand hin. Ter legte seine Papiere hinein.
Ter Beamte musterte sie und gab sie zurück.
„All right," sagte er bloß, gab dem Kapitän die Hand und ging vorsichtig, Schritt vor Schritt, würdevoll wie ein echter englischer Beamter, über das Deck und die Lausbrücke.
In der Türöffnung zum Matvosenlvgis erschienen die Gesichter der beiden Burschen, die Kdpitän Ksärre gestern abend in der Bar Mgehmert hatte. Auch ein halbnackter, schwarz berußter Heizer wurde im Rahmen einer Luke auf der Back sichtbar, chnd oben auf der Kommandobrücke lag dev Steuermann mit den Armen auf dem Geländer. Sie alle blickten mit eigentümlichem Lächeln dem Hasenbeamten nach, der langsam, kauist merklich Mvankend , die Docks entlang ging. 1
„Well!" sagte der Kapitän Md toppte am Hauptmast einen Men Winchel auf. „Wir können losmachen!"
Der Heizer vechchwand. und der Steuermann ging! Ms Rad.
Das Aukerspill setzte sich in raffelnde Bewegung, die beiden MMen machten die Trpssen los, Mp JpMi soa mit dem KaMlstj
Laufsteg und Brücke «in. Der MaschinertteleMW Nngelle zwehi mal Md dreimal, die Schraube begann ihr Erk und Erschlug das Wasser zu quirlendem, schmutzigem Schaum. Ter „Kong Hakost" trieb ein wenig querab, dann hiett er langsam Kurs auf drei Lchittw-, s«n von Grimsby, und bald glitt er mit weheirder Fahn« dÄ 'breite Humbermündung hinab. Tie sandige Küste, die graue StM Grimsby, der sMasteuwald des Hafens imb weit hinten die riesigen Kvhlenheber im Hafen von Jmmingham versanken allmäMch im grauen Tunst, und sie kamen in die Nordsee. Die lag glatt Md glänzend unter einer schönen Sonne, als wüßte sie nichts von.Kriegs von gefährlichen Minen Und deutschen Unterseebooten^
Jonni Mohr hatte sich Sorgen wegen oer Minen gemacht Wer es ging alles gut. .Offenbar wußte der Steuermann, erst hagerer Engländer, den Weg zwischen den britisch,en Minenfeldes
Seltsam, dachte der Deutsche, außer dem norwegischen Kapi» tän nur Engländer an Bord. . . und auch mich halten sie sttt einen Engländer .- . . j
Auf offener See fuhr der Dampfer mit voller Geschlvindigkeik. Kurs Südost. Tie kleine Besatzung genügte vollkommen für das, leere Schiff. Kapitän Kjärre hatte den Deutschen zum Koch bestimmt. Jonni Mohr hatte sein Lebtag nicht gekocht, -aber die Sache war sehr einfach-. Tie Kombüse^) 'war sauber und reichlich mA Geschirr versehen. Fleisch und Wasser, Kartoffeln und allerlei Gewürz Und Grünzeug für eine Suppe waren da. ferner Büchsen!- fleisch, geräucherte Schellfische, Käse, Zwieback; da war die Mahlzeit leicht Herzurichten.
Es war still an Bord und auf der See.
Man hörte nur das Rauschen des Wassers vorn am Bug, das Verknistern der an den Flanken vorbeistveichienden Schaum» wellen und 'das knirschende Mahlen der Schraube. Manchmal! krachtci jeis in d>eit Rahen und Mastest, oder die Steuerkettel quietschte äuf den Rollen. Aber das alles waren eintönige, immest wied er kehrende Geräusche, die der großen Meeresstille nichts rmh- men., sondern sie vertieften UUd feierlich machten. Aus blaudunMgeM Himmel leuchtete die Sonne, die! See schimmerte wie eine unendlich^ Flächt aus.Opak.
Nur ganz selten sah Uran ein Schiff. Tie Nordsee war Kriegst gebiet, die Kapitäne hüteten sich. Ein paar kühne englische Fischer» boote, die ihre Netze auswarfen, ein Dampfer, der fern am Horizont mit langer, schwarzer Rauchfahne hinglitt, und ein klersteH niedriges.Boot, von dem sie, bis es vorüber map glaubten, es sei ein deutsches Unterseeboot, das war alles, was die! Männer auf dem „Kong Hakon" sichteten.
Jonnr saß unter der Kommandobrücke und ckchälte Kartoffeln'^ Seine träum-enden Gedanken flogert dem Schjifs weil vorauf. Etl sah das kriegerisch^ Tentschland, er sah die Schaven her Mers» genossen, die mit brennenden Augen den Sturmruf. auf den! Lippen, den Feind beranitten. Tas Rauschen der See wnrd« ihm zum Brausen und Knattern siegreicher Fahnen. . . unÄ ein-e Namenlose Sehnsucht überkam! ihn,, mit dabei Äu sein, wo aickeve, junge, krafwolle Männer wie er, sich Rühm und eiserne Kreu'zq holten.
Da klängen Stimmen von der Brücke zu ihm herunter . . , leise, flüsternd, ab-er doch laut genug', um von dem Deutschen Verist mi den zu werden. Zuerst hörte er, ganz feinen .TraumvorstÄ- luugen hingegeben, nicht hin. Mer dann drangen ein paar Wortt in sein Ohr, die in seinem Bewußtsein nachhallten wrd ihn auk- horchen machten.
Erst kam die knurrende Stimme des Kapitäns Kjärre.
.„Welll), Wiister Thratter, ich werde versuchest, in Bergest die 'zwanzigtausend Stück geräucherte Ochsenzungen und die fünfhundert Tonnen Klippfische zu verladen, die Mister Bloomfieldi wünscht."
Daun hörte Jonni die langsanie, bestimmte Antwort des' Steuermanns. Das.klaizg, als sei der Steuermann, und niM Mister Kjärre, der Herr des Schisses.
„Mitte nächster Woche soll die „City of Bork" . i beg your pardon°) . . . soll der „Kong Hakon" wieder m Grimsby sein."
„Wird schwer halten, Mister Thratter!"
„Muß gemacht werden, Kapitän! Sie wissen, daß Mistet Bloom field Wert auf'Pünktlichkeit legt."
„All righr^)," grollte Kapitän Kjärre. „Ich bin nächsten Mittwoch in Grimsby, wenn uns bis dahin kein deutsches!'Torpedo im Schlsssbauch- sitzt."
Ter Steuermann laichte trocken.
„Ein norwegisches Schiff . . . ein norwegischer Kapitän Z, wir bestimmen die Sachen nach Holland . . . was kann Uns gd- schchen?"
„Tie GerniansZ sind schlau, Mister Thratter!"
„Wir sirrd geriebener, Mister Kjärre!"
„Well! Ich geh' runter, leinen Whisky, trinkest.. Soll ich Ihnen einen raufbringün lassen?"
„Tanke, nein, Kapitäm" sagte der Steuermann und griff ins Rad. Das Ruder am Heck drehte sich ein.wenig, das Schiff machte eins kleine Mestdststg; nun hatte M geraden Kurs Mf Stavanger.
Der Deutsche hatte alles' gehört rrM alles besrfffen.
Das. cg so war die LösMg!


