Ausgabe 
21.8.1918
 
Einzelbild herunterladen

268

'Warum sind Sie berat nicht im Krieg/ Mister -Tick?"

Gott soll mich strafen," rief der, f ,wam ich mcht auch noch meutern Freund Kitrhener meinen helltgen £etb ä-ut Versugimg stelle! Aber das Mt noch Zeit; erst müssen Mgere drall, An hast ante Augen, mein Junge, du kannst; schießen lernen. eui hast st-vamme Beine, du kannst marschieren. Tn hast gute Fauste, um den Germans eine unters Kinn m Hanen . , . und der KttMner beEr dich gut! . . . Da ttin'r!" ^ v .,

Er schob dein jungen Menschen sein Mas Whisky hm. >oohn Fox nahm es ohne Zögern und trau? es aus. Tann setzte er es mit einem Ruck auf den Schanktisch und rief, nnt einem etgen- LÜmlschen Blitzen der blauen Augen:

Niemals werde ich gegen die w.-entschen ziehen!

^He, verdammt. . . weshalb nicht, langer Mann?'

John. Fox zuckte ein iv-enig zusammen, sich auf die Ltppm

^ Ä" werde' mich hüten, meinen schönen Lohn preiszugebM,!"

Tie andem nickten mrd murmelten Beifall; aber der rote Ttck bohrte seine flackernden Äugen in die Stirn des jungen Mannes, als wollte er dort etwas herausholen. Tann spuckte er aus und sagte langsam und nachdrücklich; , ^ .

Mister Fox . . . Sie sind doch etwa kern deutscher Spton?

? Man kriegt fünf Pfund, wenn man eignen deutschen Eon der Westmoregate-Street abliefert!"

^ Ta sprang John Fox wie ein Pfeil aus,, hielt dem roten Dtck seine kräftige Faust unter die Nase und schrie:

.Noch ein Wort, und deute verdammte Spürnase spuckt Blut!

'Ruhe! Ruhe! Fäuste weg!" heulte der magere Wtrt und krvmmelte mit einem dicken Glas auf dein Tchiankttsch herum.

Holla!" Tick faßte rasch nach der Hand, die John Fox Wn unter die Nase hielt. Tann sagte er mit einer gewissen Be­wunderung ;

Tu gehst scharf ins Zeug, my &ot> ! 15 ) Ein neues Glas für !en jungen Mann, Wirt! Und so ein Kerl soll für die Londoner "wuts verloren gehn?! Wir sprechen noch dariiber."

Im Lärm der anderen ertrank, was er noch sagte. John Fox bückte sich nach der Mütze, die ihm beim Ansprung VVM Kopf ge­fallen mx. Blond fiel ihm das Haar in die Stirn, Keiiterl hörte, wie er, während er die Mütze vorn schmutzigen Boden anf- hvb, vor sich hinsiüsterte:

Gott sei Tank!"

Schisfsküche. ^Schanktisch. Warenspeicher, fl alte Zitadelle Von London. 5 ) 20 Mark. 6 ) Bier. 7 ) Branntwein. 3 ) Gott schütze beit König. °) EngliMr Fluch. 10 ) Englisches Geldstück, unaefähr 10 Mark. ") Herren. 12 ) Herr, "j Name eines Londoner Regunents, ") TMschm. ^)Mein J im ge. '

(Fortsetzung folgt.)

Das Lichtlein.

. ' Bon Wladimir G. Korolenko.

. ' Teutsch von Marie Beßmertnh.

Bor langer Zeit ereignete es sich, daß ich an einem dunklen Lerbstabend über einen ungewöhnlich düsteren ftbrrtschen ^lntz fahren mußte. Plötzlich tauchte an der Biegung des Flusses hntter drohenden Felsen ein Flämmchen ans. Es leuchtete hell und schien ganz nabe zu sein... _

fei,, Gott sei Tank, so ist bte näch,te Lagerstätte doch

schönem drehte sich um, schaute über die Schulter nach

dem ^ Feuer und griff wieder gleichgültig nach den .Rudern. Vitt genauer Sachjkenittnis murmelte er;

Es ist noch sehr weit!" ^ . , , .

Ich glaubte ihm nickst. Tas Ltchtlem stand doch so deutltch vor Uns und trat mrs einer unbestimmten Finsternis anscheinend immer mehr hervor. Der Schiffer hatte aber recht. Es war m der Tat .in weiter Ferne.

Das ist aber die seltsante Etgenart dteser nackstltchen Feuer sie tonititelt heran, besiegen die Finsternis, flintmern verheißungs­voll Und täuschpn über ihre eigene Nähe hinweg! Man glaubt, da, da, Nur noch zwei, drei Ruder schlage und der Weg ist beendet . Md dabei ist das Ziel noch so west! ... *

Wir mussten noch lange, lange immer den Mutz entlang schwimmen, dlrr Ao schwarz wie Tinte sich färbte. Schluchten Und Riffe begegneten uns, kamen dicht heran, wichen zurück, blieben! im Hintergrund und verloren sich. Tie Weite wurde unermeßlich, Md das Flämmchen blieb fortgesetzt aus seinem Platze irrt Vorder­gründe es zerschmolz, verdichitete sich und lockte, indem es immer näher M kommen schien, loährend es dennoch so unerreichbap

Oft müßte ich nochj an jeneit dnnklon Fluß denken, der von felsigen Bergen umsäumt.Mr, mrd cm jenes Lichtlem, das ihn! belebte Wieviele Flammen haben schon vorher und nachher ntcht nur mich allein irre.geführt durch ihre täuschende Rahe! Das Leben stießt immer noch zwischen &ett düsteren Gestaden Und die Feuer sind immer noch in der Ferne, und aufs neue muß zu denPudern gegriffen werden

vüchertifch.

Belgiens Schuld". Der helgische Volkskrieg. Bon Tr. Richard GraWosf. Otto Elsuev Berlagsges. m. b. H., Berlirr 1018. Preis 1,50 Mark.> Der Verfasser, der berests im ersten Kriegsjahre die damaligen Ergebnisse der Forschung über dm belgischen Volkskrieg ^Nsammengestellt hatte, ^bringt in der vov- liegenden völligm N einbearbettung seiner'Schrift feine Untersnchirni-

.. vlliy ClilVHUC v» uv- vuv | w u Uw v I I I v ^ V,V T

«jinrngert im Jahre 1915 gefunden haben, muß auch der Itrnert Arbeit zuteil werden. Das Bitch erhebt sich weit über bte Be­deutung einer GrscheinUNgoer porübergehendeit .Krtegsltteratm^ Es wird dauernd eine der vornehmstm Quellen für die geschicht­liche Betrackstung bilden, ohne daß darunter seine Gemeinverständ­lichkeit leidet.

r Das große Sehnen. Roman von Johan Bvser. Berlin, Ullstein & Co. Preis 4,50 Mark. Boxers Roman spricht mit religiöser Kraft von betrt Sehnen des Menschengeiftes, über sich hinansztlivack'sen, seinen letzten Sinn zu erfüllen, schöpferisch chm Schicksal Trotz W bieten im gottfuchenden Willen zur Ewig­keit. Alles, wodurch uns die nordische Dichtung wesensverwandt erscheint, hat dieses in der grandiosen Natur der Fjordlandsthafl beginnende und endende Buch. Herb und ratch stellt es ein Mem schenleben dar, das Leben eines, der aus Armut und DrangsÄ Nach oben begehrt, der ringend sich fein irdisches Glück schasst. Doch der Zweifel Verläßt ihn nickst, die. Stimme der fragendest Seele; und was er hatte, bricht ihm, dem! neuen Hiob, wiederum Mammen. Dann aber findet er, gealtert und einsam, in fttneü Brust den befreienden Drost; in sich selbst weiß er Goch als Dieser erhebt er sich über die vergängliche Dtshärmonie des

MarieWaser: Scala Santa. Verlag RascherLCo., Zürich. Preis geheftet 2,50 Mk. Erzählungen vvll tiefer Inner- ttchkeit, von unsagbar feiner Form der Sprache NNd des Aufbaues gibt Marie Waser in diesem schmucken Bändchen. Man empftndet weben aller Gedankentiefe ein Stückchen Aesthetmtum,das Bestw- hen, Mir das Schöne, Me zin zeichnen, und das m mögltchst voll-

lammen« ^rm.^ t f e r f r {c illustrierte Chronik der

Ereignisse seit dmt 1. Jickt 1914. Heransgegeben von Tr. C. H. Baer, Verlag von Jitlius Hofsinann, Stuttgart. Heft

177 und 178, Preis je 40 Pfennig. Unabsehbar tft das Material,

das dem Darsteller des Handelskriegs Otsließt. Wenn nun der Völkerkrieg" in seinen Neuesten Hestm 177 und

178 sind soeben erschienen mrtemimMt, aus me- sent Mteraial di« nötige Auswahl W tresfm, so leiten ihn dabei zwei Gesichtspunkte: es. müssen em'nia. all« jene Fälle Mit Anreichender Ausführlichkeit gegeben werden, die zusammen ein lückenloses Bild von der nmm Art der Krtegführnng Darstellen oder die durch besondere Begleitumstände wichttge poli- llsche und völkerrechlliche Verhältnisse geschaffen und Fragen aufge­worfen habm; sodann müssen alle jene Datm die ihiten gebüh­rende Stelle finden, welche das Staunen und die Betmmdernng dev Welt erregt haben irnd die der Geschichtsschreiber als Zeugnisse von deutscher Kraft und Tüchtigkeit int besonderen anfzetchnm und überliefern muß. Derjenige Leser, der sich in eritstem Selbst- stndinm oder als Forscher 1it.it der Sache beschäftigt, ftrtdet alle^ was zu einem vollständigen Ueberblick gehört, gegebeumsalls auch mit dem politischm und diplomatischen Beiwerk. Danebm biettst

t rade diese Hefte wieder eiirmal einen reichen und vortrefflichest toff für die Jügertd. Die Hefte bringest ferner die Bildnisse der mit dem Ponr le rnärite ausge-zieichneten U-Bootskommaitdanten, von andern int Zusammenhang mit dein Handelskrieg h^ervorge-< tretenen Männern und Szenen aus dent U-Bootkrieg.

Die Weltbühne, der Schaubühne\XIV. Jahr, Wochen­schrift für Polittk, Kunst, Wirtschaft, heransgegebeit von Siegfried Jaoobsohn, enthält in der Nümmer 33: Zur inneM Politik, Von Olf. Ergebnisse, von Alfred Grünewald. Karl Theodor Helfse- rich, von Johannes Fischart. Ter Tod der Bohsme, von Harry Kahn. Held Namenlos, von,Wtzx Barthel. Sprach,krttikers Lehr­jahre, von Moritz Goldstein. Tas blaue Kleid, von Alfred Polgar. Mlessen und Märkte, vmt Alfons Goldschmidt. Zn diesent Krieg, von Hebbel. Professoren, von Thäobasd Tiger. Antworten. ^

Ergänzungsratse!.

bis, Oa, Ns,8s, Srch, Tft, Ra.

Anstelle der Striche ist jedesmal die gleiche Anzahl passen­der Buchstaben zu setzen, sodaß bekannte Hauptwörter entstehen, die in anderer Reihenfolge bedeuten: Bratenvogel, Ausdehnung, Zug­vogel, Mineral, geographische Bezeichnung, Gefäß, Flur. Sind die richtigen Wörter gefunden, bezeichnen die ergänzten Buchstaben­gruppen eine Bildungsstätte der Kunst. ,

Auflösung in nächster Nummer, , v

Auflösung des Zusammenstellrätsels in voriger Nummer. HERGORAtfl)

WARM BRUNN LIVERPOOL

SchrisiARung : vr. Meyer. Zwillingsrunddruck der Brühl'kchen Univ.-Büch- und Steindrnckerei. R. Lange. Gießen.