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Am großen Ititb gänKen totale es WttUÜY Wß er noch lebte, «Leo er lebte; l^te s» glücklich frM r tn seiner Ml. Freute sich seiner Erfolge, lecnes rasch ste- grafen Ansehens, brni t in St. Petersburg betrachtete nmn Sn als einen gttx&^Lt i Mm Gouvern«rr. vollkommene Mutze löschte in seiner Provinz, und alleS jm wie mn Nchmirchen. Die GeldsendMMN der l^ovinz für^die Js»?* Vammer Wasen pünktlich in Wt Petersburg! cttt Ew Ltcher Gouverneur also, dieser Paschkin, w-eit^ viorUMel^n bcm nachläMen Dolgourow. Wie es Mg machte, w prompt zu fein mit der Kontribution, weiche
Schmerlen und welche Sorgen an diesem Gmde klebten darum kümmerten sL die Herren in St. Petersburg nicht im geringsten. Das Reich brauchte ^ld. PaMin lieferte Geld wrd sorgte für Ruhe, und d>as waren bte betiwr mm, tn denen die russische Bureaukratte bewunderungswürdigs Erfolge lveifen Regierens sah. ^ K ,
<*m übrigen ließ es sich ja auch, unter Puschkin leben! Us ging den Männern von Irkutsk doch imrklrch, ganz gut. Bchliemich gewöhnt man sich an alles. Auch auf den Mb- hängen des Vesuvs und des Aetna leben ja Menschen rurd sir-d vergnügt, und wmrn der feuerspeiende Krater st,e vernichtet, so folgen andere ihnen nach. So gewöhnten stch die Männer von Irkutsk au Puschkin und betracyteteu ihn schließlich als ihr spezielles Unglück, bus^nGottesliamen rrtragerr werden mußte. So wie dre Pest etwa. Oder bte Cholera!
Itvan Jline kam in einen innerliche:: Zwiespalt rrach dem andern durch seine Ernennung zu Paschkms Gouverno- , mentsrat.
sv ungerechte und brutale Verfügungen treffen, und mehr noch vielleicht die Erinnerung arr das, was er al.ev schon erlitten, gaben ihm die Kraft zu geduldigem Ertragen. Mer sauer tvurde es ihm, bittersauer. Immer wieder muß.e er sich Vorhalten, daß Widerstand nur in einem enden tonnte; in Unglück für sich und die Seinen. Oft, wenn fern nachgerade fischiges Blut doch überkochen wollch inußte er sich zwingen, an sein Weib ziu denken, und an Stepan, und an Katia, Un: mit rmbeweglichiem Gesicht den Jasager zu spielen, ft- schwer es ihm auch wurde. ~ .
Sein Schmiedegeschäft ging ausgezeichuet, aber allzugut
er es gar nicht gehen, denn der Besitz von vielem Geld war in jenen Zeiten, nur eine Gefahr für den Mann, der es besaß! Sv täte die kleine Fannie sehr VescheKm Und einfach, aber gemütlich und zufrieden urrd gtuumch. Marya Detrow-nas Glücksmaß vollends Wurde voll zum Üeberfließen, als sie, ein Jahr, nach Stepans Heirat, sich Großmutter nennen durste. Eine Enkelin war es. Alle stimmterr darin überein, daß sie das Gberlbild ihrer.Mutter sei — die gleichen hellblauen Augen und dasselbe hellbraune L»a>ar die beide natürlich noch nachdunkeln würden; .Rase Und Mmid vollkommen die gleichen. Go behmchteten wenigstens die Mütter und die Nachbarinnen, wahrend Stepan die sprechende Achnlichkeit nicht so gMiz berausstnLM Konnte; aber er tvar eben ungesthickt wie alle Minner, die ja keinen Blick für die AehnlickMteu bei kleinen Kindern Haben
Natürlich wurde sie Katia getauft und Klein-Katinftr «emnmt und regierte das Haus und die Herzen. Dm Großmutter betete das kleine Geschöpf förmlich an undsKnor darauf, dieses Wickelkind sei eir-zig und unnachahmlich schön. Hatte doch» Herz seit Aezt nach einem «M mMinaertt All die lange ausgespeicherte Liebe goß sich J&k die winzige KatiNka aus, und Katta pflegte lachet m behaupten, die Großmutter gönne ihr das Kind nicht und sei etftrsüchttg auf die Mutter selbst. Und wahrhaftig -r Mcklich war Marya Petrowna nur, wenn sie das Kind aus den Armen oder im Schoß halten konnte^.,.
Bis jetzt hatte alles Unglück den alten Jlme verschont tMtz seiner Ratsherrnbürde, aber er tränte dem Frieden ßfit und blieb ein vorsichtiger Mann, der kamn den Mund Mckmachts und sich jedes Wort dreimal überlegte,,, wenn
km Gvuvernementsrat doch einmal eine Ansicht äußern nutzte Weil er so schweigsam war und die Dinge so ge-i kmrdig miterlebde, hielt PafchÄn ihn für einen wecserr und Rügen Mann: einen Mann nach seinem Herzen, denn welch KWxven Ratgäer hätte ein Aittokrat sich! wünschen können.
m einen Schwager und Jasager? Und so wollte es tM boshafte Zufall, daß gerade durch feitt Schweigen mtb durch seine Geduld Jlene, der Schmied, das erzielte, was e« vor allem vermeiden wollte — vom Gouverneur beachtet zu Werder.
Die Sache kam so Z
Einen großen Teil des Jrkutsker Tributs an die kaiser-. liche Schatzkammer lieferten die Silbermine:r von Wev^ ftnE, die zu DolgourowS Zeiten zwar regelmäßig bchaW hatten, aber nicht gerade pünktlich; so spät oft, daß ema weitere Zahlung schon wieder fällig War, Wem: dm vorhergehende eintraf. Wmrsinsk lag sechshundert Meilers weit weg im Norden, in einer uwvegsamen gebirgigeri Gegend/ Und unpassierbare Straßen, angeschwollerm Müsse, gefährliche Räuberbanden hatten alle Unpünktlichkeit entscynldigt — bis Paschkin kam. . .
Paschkin hatte den Behörden zu Wersinsk bei der ersten Unpünktlichkeit mit großer Deutlichkeit auseinandergesetzt, daher in derartigen Dingen ganz andere Ansichten und Prrne zipien habe als der gute alte Dolgourow und klipp und klar erklärt, daß er chronische Unpünktlichkeit mit den stärksten Arzneien zu bekämpfe::'gedenke. Sollte der Konvoi Mit dem Silber wieder zu spät eintreffen, so werde er für jeden versäumten Tag einen der Herren zu Wersinsk aufhängen lassen!
Der zweite halbjährliche Anteil der Silberminen am Tribut kam daraufhin eine Woche vor der Zeit an, und Paschkin lachte grimmig. Nmr aber tvar tvieder eine Zahlung überfällig, seit einer Woche, und Paschkin schäumte vor Wut. Kam! der Konvoi tlicht in ein oder zwei Tagen an, so gab es ja gar nicht genug hohe Beamte in Wersinsk zum Hängen!
Wieder verging ein Tag und wieder war der Konvor nicht gekommen! Paschkms Art war es nicht, geduldig zu warten.
„Einer vott euch muß nach Wersinsk," erklärte er senien Räten'in der Ratssitzung an jenem Tag und sah einen Mann nach dem andern mit scharfen Augett an, prüfend und sich überlegend, wer wohl am geeignetsten dazit sein möchte, dm Herren zu Wersinsk ein für allemal Pünktlichkeit zu lehren in seinem Namen. Steif, geängstigt saßeti die Räte da, und ein jeder von ihnen dankte allen Heiligen, weiln des Gouverneurs prüfender Blick glücklich über ihn hintveggeglitten war.
,Wu, Jline," entficfyieb Paschkin endlich. „Menschen, die so wenig sprechen wie du, taugen gut zum Handeln. Du wirst mich in Wersinsk vertreten. Du wirst dem Chef der Polizei den Befehl überbringen, diejenigen Beamten der Minen :nch der Stadt, die für die Verzögerung des Konvois verantwortlich sind, auf administrativen: Wege mit den: Tode zu bestrafen. Sie werden gehenkt. Du wirft in meinem Namen die Untersuchung leite:: und ein Exempel statuieren. Verstanden, Jline? Binnen einer Stunde wirft du aufbrechen und den Weg nach Wersinsk mit größtmöglichster Schnelligkeit zurücklegen. Ter Konvoi mag bereits unterwegs sein, und es ist möglich, daß du ihm begegnest. Das ändert jedoch nichts an deiner Aufgabe. Die Sendung ist seit sieben Tagen überfällig und sieben Männer solle:: dafür hängAr, wie ich gesagt habe! 5Zrndle dorin rrach deinen: Gutdtrnken, Jline. Zur Hinreise wirst du zehr: Tage brauchen und ebensolange zur Rückreise. Zur Erledigung deines Auftrags bewillige ich- dir weitere zehn Tage. D:: lviirst dafür sorge::, daß her Konvoi sich nie wieder verspätet in Zukunft, und du wirst dem Polizeichef gegenüber sehr energisch cn:s treten, denn du bist mein Repräsentant. Du wirst daraitf achten, daß die Schuldigen unerbittlich zur Verantrvorttmg gezogen werden. Das ist alles, Jline."
Ein entsetzlicher Auftrag und ein sehr gefährlicher Auftrag, voll schlverster Verantworttmg in jeder Beziehung^ Doch eine Weigerung wäre ohne Zweifel gleichbedeutend gewesen mit einem Dodesürieil, und so antw ortete Jwjcytz Jline, der Schmied, knapp und ttrrz:
„Zu Befehl, Exzellenz."
Schweren Herzens schlich er sich aus der Ratssitzung nach Hause, während unterdessen seine Vollmachten aus/« gefertigt wirrden.
„Was hast fru?" ries Marya Petrowna angsterfüM, M sie sah, wie bleich und erregt ihr Mann war.
„Paschkin schickt mich nach Wersinsk um zt: untersuchen, weshalb die TrimrisenLung nicht pünktlich eingetroffen ist/^
„Nach Wersinsk! Um Gottes willen! Wann^
„Sofort."-
(Fortsetzung folgt.)


