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SsmmergSste.
WM Fratttz Friedrich! Oberhäuser.
GüLrst tarn der DmrckMier WwU Fox. Und zlvar ^ mit', Familiew- Mhang. Drrnlehver Fox liebte nicht rmr di« WnkÜichkrit, fwtbrat] Osch ftch selbst. Bchxt Fn-rn, die cuid). heute zwch nichts von chver EEichZsil cknAckM hatte, li-ebts ihn, <nte eine Foul mc cta fkmax lieben kann, wächrr Jrt Pantoffeln jRjedCfc. DvS vier Kin-: her lirl-tD: die Eltern m gemiMeS Eis . ZA« liebdM sie einen SEmer-LandÄrfenthalt, und wenn die Ferien den AufbaLt dazu rLen, braust« es in der WMumg von Ädsls Fox, dem Turn- "wer mir k. k. Staatsgtz-nrnasimn zu Bisgelchm.. Fvx schritt in nem geschmeidigsten, urarkantesden Turnerschritt vor seiner Fa-, Xi« einher, und seine Frar: d«achte sich fortwährend dabei: Wie lich imd schön sicht er doch ans, wer schreitet heute noch, so '1 die Welt? Sie war nicht nur stolz auf ihn, sondern achtete ihn
Frau Sjmdelsteid, Besitzern: .der Pensim: Waldquelle, stand erwartend in der Dalle rmd begrüßte ihre GM.
„Dans! Aferl! Seppl!" schrie sie ins Daus, „Herkommen!" Fvaak Steidelsteid begrüßte der: Herr:: Fox mit einer lächelnden Verbeugung. Ein paar Worte wurden gewechselt, eine Magd erschien tt: weißer Schürze m:d nrit gesträubtem Haar. „Aferl! Der: Kerrr: Professor ins Zimmer 2."
Wie auf einen: Schoebeb-anm tänzelnd schritt Herr Fox rnit seinen: Anhang den: Mädcht-n: :mch. Guckte links mrd guckte rechts, wuchte rund umher und ärgerte sich ,im stillen, daß noch! kein Mensch da tvar, der ihr: bewundert hätte.
Indessen rvar ein Wagen vor dem Tore steheruMblieben, Und Frau Steidelsteid lief geschßvückr durch den Garten, m:d ritz die Gartentüre auf. „Exzellenz," rief sie und knixte ttes.
Seine Exzellenz, der Herr Gerrevalniajor, stellte seine Beine NNf die Straße, nickte eir: Milcher: :md sagte: „Treu bleiben^ Frau Steidelsteid. Arvch in schiverster Drüenszeit immer treu! Met* bat!" Ja, ja, dachte, sich Frau Steidelsteid. Tas Esser: ist halbe soviel wert Zvi-e ehedem und doppelt so teuer, aber das ist nun einmal nicht zu ärrdern. Exzellenz marschierte eure geschlagerw Viertelstunde von der Straße bis zur Treppe und bekam Zimmer drei. Es lag ebenerdig ur:d war extra.für ihn hergerMet worden.
Ern KrMvall entstand vor dem Haus. Zlvei Wagen Hielten, eure noch immer gelbe Postkutsche sauste dazwischen hinein, Md die PensionatskalesM, ein Erbstück a:^ dem vorigen Jahrhlmdert. fuhr beinahe alles über den Hänfen.
„Tiefe gottlose Zeit," polterte jemand. „Diese rohe Jugend!" „Regen Sie sich nicht auf, auch Sie toaren einmal jung. Bielleicht waren Sie kriegerischjer, als alle anderen!"
Ein wurlender Haufen ballte sich vor der Gartentür. Weiße, rote, grüne Kleider leuchtetet:, Arme gestikulierten. Riesendamei^ Hütedächer schaukelten. Tann.stürzte Seppl ins Haus und schrie: „Sie kommen!" TaraiuWn stellte Frau Steidelsteid sich an einen Tisch in der Halle, schlug ein großes Buch auf und fing an, die Gäste zu erwarte::. Aus Zimmer.11 rasten die Glockensignale. „Stell' die Glocke ab," rief die Wirtin. In einer Viertelstimide war die Halle von der: Sommergästen erstürmt.
„Meine Zimmer," schrie die Kaufmannsgattin aus Tüffen. .Houftr, gnädige Fra::, nicht lvahr?"
Frau Steidelsteid blätterte in ihren: großer: Buche. ,,Lonser, > Lonser!" „Was habe ich für Rinmn^r?" beugte sich 5derü sor NeiumMu: vor. „Ich depeschierte vor drei Wochen!" sagte Iherer Postbeamter.
„Eine:: Augenblick, nveine Herrschaften " rieß Frau Steidel- Leid. „Lonser, Lonser — zium Kuckuck, ich kann sie nicht finden.
Doch ja! Aferl! Zimmer 9!"
„Rauchen Sie nrcht immerfort unter meiner Nase!" ent* rüstete sich ein altes Fräulein, Lchrerm Ln: Pensiormt Mädck-er:* Kort. Ein kleiner Ticker drehte sich um, guckte ein. Mvmentchenj auf das hagere Fräulein. „Aber, bitte, Fräuleinchen, Sie ent- MMgen." Und danchfbe weiter. „Kommismaniererr!" knurrte! v<ü Fräulein und steckte die Mrs« in ein leinenes Taschentuch.
Es erschien eine zahlreiche Familie, das heißt Koffer und, Wörbe kamen, und hinter ihr erst die Familie, welche umständlich Mt dem Gepäck einen Wall aufbaute, Um die lärnrenden, harrenden; Gäste. „Tiefe elende Hitze," sagte die Iran. „Hoffentlich gibt's Wer Venttlatoven.". ,
Do summte und lärmte es weiter, die Glocke vom! Zimmer 11 War nicht ganz abgestellt und raste nrit knrztn Sätzen dazwischen. Fr«? Steidelsteid bewahrte ihre Ruhe. Tie Exzellenz wollte heraus, wh ftch verbarrikadiert und zog sich wieder in ähr Zimmer zurück D« Dienstboten brachten.die Gäste in ihre Zimmer.
.Mas, blau« Zimmer?" rief Gcheimrat Rösemann aus, mW Ls entfept auf die Ummelblauen Wände. „Da werde ich krank!" :i« sind ja auf l^m Lande, gnädige Frau!" sagte Hans und Srrfe jbte anderen LÄren ztt ih-rn bestellten Lrmmern. ^,Dn ist xr im nächsten wohnen," sagte di« DMer. ^,DaA ist egal, n wirst eben du krank!" (
Es 'dauerte bis ®mn Wend, ehe halbwegs Rrchü erngetr^eni war, und die Gäste ihr« Zimmer hatten. Da mb es denn noch Ud rWben und ^n Frrdear. Jrmnerfmü rasten die Klinackst buch das .HruS. MeS war Mzwlrieden, ülleÄ wollte «S anders tzadm , alles mnrrte.
. „Tvlf," sagte Fox herablassend, Dieses Müs hat doch keine Wirtschaft, wem: wir nicht schon das vierte Jahr hrer wären, ich würde uiM mehr hierher gehen! ll,rd schlrestlich ist auch diese Aussicht gar nicht so besonders! T>u lieber Himmel, was hast du denn davon: ein kleiner See, ein paar WäDe^ ein paar Wiesest imd drüben die Berge! Und das soll ein sogenannter Sommer-, krrrort seü:!"
^ ^ „Ja, ja!" fÄrWe Adolf Fox, urw trabte dirrchs Zimmer im SiHvebeschiritt. „Tas kommt davon, iveil alle Welt unzufriedm ist. „Unsinn! Man verlangt ja ohnedies nichts!" b „Man Kat sehr viel verlangt," replizierte tc., Die Kinder schoben die StüM ^rsammerr und übten nach des Vaters gutern Vorbild den Handstand. Dabei fiel polternd ein Stuhl um. worauf es wütend ans Zimmer klopfte nnd jemand erregt Mae: „Ruhe!" Mir sind Ms dem Land«!" - '
Drei Zimmer weiter aber schürte die Frau Notar in das sonnige Land und seufzte: „Wie herrlich ist dieser See! Wie herrlrch diese Wege und Felder, diese Wälder —, wenn man sich tütx wieder eine halbwegs «mständiOe aparte» Toilette bestellen könnte. Es ist tatsächlich ein miserable Zeit!"
Ti« ^Hausdiener flogen tteppauf und treppab und brachtest Md schleppten das Gepäck in Garderoben, Keller :md Zimmer. T:e Glocken schrillten. Und indessen lag draußen der helle Tag über dem Land, ein heller warmer Somurertag, der allen Menschen! gehört, Und^ der: Hunderte doch nicht kennen. Und da karn noch ein Gast. Genießerisch und langsam schlerwerte er einher, grüßte Frau Steidelsteid am Firße der Treppe schon und sagte: „Mes ausgesummt? Kann ich! meine Mansarde.haben?"
Frau Steidelsteid führte ihn höchjstselbst in das Keine Zimnrer unter den: Dach, steckte die FMsterhaken ein und sagte: „Gott, diese Menschen! Diese UnWfrredeuheit, dieses Räsonnieren!" „Und das Essen?" „Wird Ihn«: in dis Knochen fahren!"
Der ttmge Man:: .jm eleganten weißer: Somnreranzug lachte auf und drohte: „Frau! Steidelsteid?"
Tam: nahm er HUt und Stock ustd WerLerts in her: niedergehenden Älbend hinaus. Genießerisch jeden Schritt bemesservd-, jedent Blick -auskostend, alles Land bervrnchernd.
„Sv Lin Taugenichts," sagte Frau Fox, „stiehlt dem Herrgott den Dag weg, kommt bei jeder Miustertmg durch, tut sich Noch was Mgrtte, und bildet sich was drauf ein!" „Vielleicht hat er einen Bruch, der arme Kerl," sagte.Herr Fbx und wippte nnt den Füßen. Und beide sah-?:: den: Tangrinichls nach, und» sahen gerade noch, wie er «n blondes Mädchen grüßte, ihre .Hand küßte, sich eirihakte und mit ihr znm See hintlntergim. TM Abend flamnite, die Berge glühten, und die Täler dämmerten. IN den Bäumen ging »ein stiller Wind, der Himmel steckte seine Sterne auf, zwei, drei Boote mit FeldblnmLN.gefüllt, glltten aus dem See.
Frau Steidelsteid sta:ch> unter ihren Gästen und lächelte leise Wer das Gebraus der sinÄufriedeuheiten: Suppe, Kalbsbraten unb Salat und nicht mal ein Gramn: Nlehlspei.se . . .! „Zu was ärgert man sich aus den: Lande," sagte Herr Fox zu >seinen: Nachbar, d>em dicken Herrn. „Ter vierte Kriegsso miner," seu!szte Professor Neu- manu Md reichte seinem Kollege:: Fox di« Hand. Urw :wch immer frei, dachte dieser.
Ehe der MioM)' AM? und hoch an: Himmel stand, ruhte die Pvnsiom Md selbst Frau Steidelsteid schloß sich den Uebrigen an Md da.lWe bitter an die gan'z erbärmlich! gewordene Weht.
Da; rechte Wort.
Skizze vvn Paul B l i ß.
(Nachdruck verboten.)
Es :var draußen in: Felde, nicht sehr tveit hinter der Front».
S ie tvaren an getreten ZUm Gottesdienst.
Unter einem uwlten Lindenbanm, der in duftigster Blüte stand, hatte man den Mtar aufgestellt.
Tarum, im Halbkreis, die ernsten Männer in voller Rüstung.
Aus all den Gesichtem, trotz all dem Ernst der Zeit, sag leuchtend und harrend die.Andacht, die Trost und Wunder aus Gottes Wort erhofft.
Ter Feld geistliche war ein .noch junger Mann, und er sprach mit klugem Wort und Mit reinem Mang, der aus einem klaren Herzen
kam.
Mer die Mannen da draußen haben ein sehr seines Gehör, — wer täglich mit Freund Hein beisammen steht, der bekommt ein sicheres Gefühl für das ganz Große und das ganz Echte, — und als sie Nirn des Pastors Wjorte Urten, sahen sie sich an mit verständnisinnigen Blicken, aus denen eine lei,chte Wehmut schimmerte: alles wahr Und auch gttt gemeint, aber das erhoffte Wunder noar es doch tooh'l nicht.
Und besonders einer, ein langer, blonder Pomnrer mit ver- kräuntten blauen 8lugsn, der war fast ganz betrübt, daß er mehr erwartet, als er gefunden hatte.
Wer da auf emmal klarrg das Wort des Seelsorgers Heller «ls Vorhin an sein lauschendes Ohr, und er fing die Worte auf:
„ . . . Md daheim betet nun a:M wohl ein treues Mrt^herz für ktW»! —"
Und da plötzlich sprang es wie ein I:mke tu seine harre:w«


