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Ver Collie Mit den Nenschenaugen.

Skizze von Gustav H o chi ft e 11 e r.

(Nachdruck verboten.)

Tette war «tu höchst vertrürlstiges, ftciroag, elfjähriges Mävell. Aber vor Hurrderr hatte sie Angst.

Eigentlich hatte sie nreniats befvnderS böse Erfahvmrgen mtt bieselr nützlixMi BierstiUern gelnacht. Mer sobald T>ette eigenbi ltzü hieß sie Berta m einen geschlossenen Rcmnr, zim> chen dessen vier Wänden sie selbst sich befand, mm Wanwau hererri^ Vmrunen sah, wurde Dette von einer unbeschveibliche'n Beklemmung ersaßt, von einem inner Echsen Beben nnv Bangen, das erst dann wieder verschlvcmd, wenn entn>i?der Dette oder der Wnnivan das Zimmer verlassen hatte. ^ r c _

Eltern und GeWvister nahmen rliuchrcht aus die Ergenar^ des Keinen, sonst so klugen Mädchens. Nur einer war .da, der Uns' Tettens Llbrrergnng gegerr alles Hundttchs kemerlei Rück­sicht nahni: das war der Onkel WplLemar. So oft er: kam, brachte er fernen drmrmen, bangweiliiMn EvllihtkNb nrit. Ter Opksi. kam. sehr oft lind weil Tettens Vater aus Höfttchkett und SmehrÄt, durfte das kleine Mädchen.nicht so ohne weiteres die Flucht er-

greifen, trenn -Onkel Woldemar .- und mit ihm der Eollt^ - rns

Zinnner trat. Das waren für 3>rtte die schvecklrchften Stunden ihres sonst so sonnigen Kircherdaseins; denn Onttts Hund war iwch schrecklicher als andere Hunde: der Collie hatte Menschenairgen. Richtige große MenschenangM, mit blärrlich schimmerndem Wech und mit granblaueu Pupillen. Es rieselte Txtten erstatt dert Kinderrücken herunter, wmnr sie an diese weiMauan Augen nur

Wer etwa vermeinte, Onkel Woldemar hätte her kleinen Dette jemals außer seinein Collie sonst noch etioas ,,mitgebracht , der befände chich in einem bitteren Jrrtnrn. OnM TLoDernar rvar ein Geizkragen: er war Junggeselle und ohne Verftcmdrns stir die Wünschii' oder Mngstie eines kindlicher Geinütes. lieber 'Tettens Hnndecingst amüsierte er sich königlich, lind so oft die kleine 'Dette, von allen Teufeln der Hülle gepeitscht, sich hinter dre große Truhe verkroch, lachte er und sagte:Nee, so'n dummes Mädel! Bor sv'nem lieben Tier Angst A,r hcrben!" _ a

Mer die Rache des Himmels blieb nicht ans. Eines Tages war der Collie davongelaufen und kam nW wieder. Keine Zer- jjnngsanzeige, kein Suchen half. Tette lebte auf. Bon den, ge­fürchteten Geschlecht der Hunde war das Pelzte Exemplar ans dem väterlichen Mache endgültig versOonnden. ^ ^

Endgültig? ?ia, na! . . Als Tette eures Tages altern durch abgelegene, Elle Straßen schleuderte wer lag da, sich somvelw Ms der ausgetretenen Schsvell« -eines ärinlrchen Kausnrmmsladens. Ter Hünd des Onkels Woldemar! Ein Irrtum? Unmöglich. Ter Hund hob den Kopf: es war dar Collie mit den blan.verßen Menschenaügen. Tette lief aus nrid davon. Bis zur -Ecke. Kehrte um, Uni wieder, schltute das feindliche Bich noch emmal an. Zog end­lich sinnend ab und überlegte sich:Wie gut,, datz es außer mir niemand weiß. Ich werde keinem Menschen ern Wort sagen Tette war keine Plaudertasche. Sre 'wußte selbst von )rch, daß sie, in, (Gegensatz m vielen Gleichaltrigen zu schwelgen verstand. Also Art, sie wllrde Moeigem . . .

Mer war es auch recht, zu schwelgen ! Behielt der Kanftuann dort den Collie nicht zu unrecht? War das nicht so etwas wie Diebstahl? Und batte nicht der Onkel Woldenmr ein Anrecht Ms de,l Hund? 'War sie nicht verpflichtet, den Anspruch ihres Onkels diesem diebischen Muftnann gegenüber p\i vertreten? Und wenn der menschenätigige Collie ihr auch in tiefster Seele Mmder war inachte sie fick,! nicht zur Mitschuldigen des Diebes, war 'sie nicht eine Verbrechern, gegen den eigenen. Onkel, wenn Ne das Geheimnis ihrer Entdeckung für nch behielt? ,

Tausend Fragen, tausend Zweifel zevivfthlten das luuge Herz. Eine Viertelstunde lang. Tann lief Dette spornstreechis zum HaM des Onkels und stieß atemlos hervor:Onkel Woldemar, rch Hab deinen Collie gefunden, er ist beim Kausniarm Kuttner in ört

Böhmischen Gasse." t ,, . an . , .

Ter Onkel sagte nicht. Danke und mcht Auf Wrederfchsn, sondern ging und holte sich seinen Hund. ^ L ,

Noch am gleichen Nachmittag besuchte er Tettens Eltern. Mit dem Collie. 'And als das brave, kleine Mädchen sich fanter 1 die große Truhe vnckroch, lachte er und sagte:Nee, so n dummes Mädel! Bor so'nem lieben Tier Angst zu haben!"

-- . . *, . Zf.

' rr ^' BüchertisÄ.

Ethik. Eine philvsvphisclM Erörterung der: sittlichen Grundfragen. Bon Professor Tr. August Messer. 136 Sertem Geheftet 3.20 Mk. Gebunden 4.20 Akk. (Handbuch für höhere Schulen zur EinsMrnng in ihr Wesen und ihre Aufgaben) Verlag von Quelle L Metzer in Leipzig 1918. Dre Darstellung beschrankt sich auf die wesentlichen Probleme der Ethik,, behandelt drese aber eingehend und in geiueiuverstäudlicher Weise. Bor allem strebt sie Lebensnahe an. Sje hält sich darum m engster Fühlung mrt den, konkreten sittlichen Bewußtsein unseres Volkes und unserer Zeit. Sie ist auch nicht bloß Jndividualethrk, sondern zugleich Sozialethik, und ste berücksichtigt besonders d,e Beziehungen des

Sittlichen zu anderen Kiilti^gebieten, luie Recht, Wirtschaft, Reli­gion, Erziehung. Biel verdankt das Buch Kant. Aber es wahrk auch ihn, gegenüber seine Selbständigkeit. Nicht der Begriff dcÄ Gesetzes lvird als.Grundbegriff gefaßt, wie es bei Kant der Fall ,'st, sondern der Begriff des Wertes. Und wenn beiden Freiheit^- Problemen wie bei Kant die Tendenz herrscht, dern Determinismus wie dem. Indeterminismus ein relatives Recht zu-uerkerrnen, so ist doch die Würdigung beider Richtungen eine neuartige.

Atlas der Hygiene des Säuglings und Kleinkindes. Für Unterrichts- und Belehrüngslzwecke. HevauS- gegeben von Pvof. Dr. Lang st ein stnd Dr. Rot t. Verlag Julius Springer, Berlin, Preis 120 Miark. Ein schon; lange notwendiges Werk ist jetzt mit diesem! Atlas Zustande gekvm^ men. Was dem gesprochenen Wort in der Belehrung über den Säugling und das Kleinkind fehlt, die bildliche DaritelluNg, oas erreicht jetzt der Atlas mit seinen zahlreichen illustrierender, erkläre,chen Bildtafeln. Dabei tft der Stoff für diese Tafelt streng unter dem Gesichtspunkt ausgewühlt, daß nicht nur eme pollstchchige Uebersicht des gesamten in Frage konkMerwen Gemetes 'gew-ährleijtet ist, sondern daß auch alle oiejeuigen Dinge, dre noch wissenschaftlicher Erörterungen unterliegen oder nicht von allein Aerz-ten überernsmuMeNd beurteilt iverden, von der brlolichM Wiedergabe arvsgeschlossen wurderr. Auch wurde vermieden, durch diese Tafeln ein gefährliches medizinisches Halbwifserr zu züchten. Das Wer? verdient besonders in der heutigen Zeit die Kenntnrs

A. Damaschke:Geschichte der Nationalökonomie" eine erste Einführung. 43. 49. Tausend. Zehnte erweiterte Ausl. Jena. Gustav Fischer. 1918. 2. Band. 400 Seiten. Preis 4,50 Mk. Aus dem Inhalt: Das nationale System: Friedrich List, der Pro­phet und Märtyrer deutscher Weltwirtschaft Die historische Schule. Der StaatSsozialismns. Christlich-sozial. Nationalsozial. Der Kom- muniSmus. Die Utopisten. K. Marx. Ferd. Lasalle. Die Geschichte der Sozialdemokratie. Die Anarchie in Deutschland, Frankreich und Rußland. Um den ParlainentariSmns. Die Bodensrage in England, Frankreich. Italien, Rußland als Ursache des Weltkrieges. Die Boden- frage bei den Magyaren, Osmanen und Zionisten. Die Boden­reform-Bewegung. Versöhnung zwischen Individualismus und So­zialismus. ^ .

-Die Lebeusgeschichte de? Fettes' betitelt sich em mtt einer Reihe interessanter Abbildungen versehener ^lrtikel auS der Feder des bekannten Naturwissenschastlers R. H. Francs in der soeben erschienenen Nummer 3917 der LeipzigerIllustrierten Zeitung" (Verlag I. I. Weber). Ein weiterer, ebenfalls reich illustrierter Beitrag behandelt die Münchner Kunstausstellung 1918 im König­lichen Glaspalast, aus der nicht weniger als 18 der bedeutendsten Ausstellungsgegenstände im Bilde vorgesührt werden. Im übrigen ist das Heft, wie seine 207 Vorgänger während des Weltkrieges, ganz Kriegschronik, die hinsichtlich des Umsanges und der Qualität der Beiträge unübertroffen dasteht.

Dr. Albert Bovenschen: Kriegswirtschaft und Ge- müsebau. Berlin 1918, Deutscher Schrntenverlag G. m. b. H 86 Seiten, Preis 90 Pf.

Das literarische Echo. Halbinonatsfchrisl ,nr Llteratur- frennde. fBegründet vv!, Dr. Jofei Ettlmger. Herausgegeben von Dr. Ernst Heilborn.) Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W 9. DaS 2. Manschest ist soeben mit solgeude!n..Iuhnlt erschienen: Juliu» Hart: Einheits- oder Metamorphoseu-Asthetik I; Aiartin Brussot: Benito PSrez Galdüs; Kurt Münzer: Von, Schriftsteller; Rudolf Krauß: Der Krieg und der deutsche Knabe; Kurt MartenS: Flug­schriften über den'Krieg XVII; Echo der Bühnen. Echo der Zeitungen. Echo der Zeitschriften. Echo des Auslandes.

^ UrÄ i_ TUe^Veltbühne, der Schaubühne XIV. Fahr, Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft, herausgegeben von Siegfried Jaeob- sohn, enthält in der Nummer 31: Kühlmann und Wrr: von Rudolf Leonhard; Zu diesem Krieg: von Goethe; Clemens Delbrück: von Johannes Fischart; Tätiger Geist!! von Willi Wolfradl; Tolstoi- Prophezeiung auf den Weltkrieg; Dichter und Helden: von Moritz Goldstetn; Die Schimeckische: von Peter Panter; August 1917: von Alfred Polgar; Zum ersten August: Theobald Tiger; Geschäft- Mrung: von Alfons Goldschmidt; Antworten.

ScherzrStlrl.

Plein Nachbar ist ein ekliger Ntann Und schikaniert mich, wo er nur kann.

Mit Güte und Nachsicht wird nichts erreicht,

Doch weiß ich ein Älittel, das hilft vielleicht.

Wo er und ich vereint sind drin,

Das hilft mir schon, da geh ich hin.lt.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Füllrätsels in voriger Nummer.

V A I K

TASCHE B B A T JE N RIESIN

SOHN

Schriftleitung: vr. Meyer. - Zwillingsrunddruck der Brühl'schen Univ.-Buch- und Stemdruckerei. R. Lange. Gießen.