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bajchts.
„Das ist rtcM#/' fchgt« tv. „NLÄn ich AMchö diein« Bschter, Wassili Tomn, wnd die letzten Worte, die Puschkin Kr mir sprach, ehe ich ab reiste, waren, er würde einen jeden Mfhünüen lassen, der mir verweigerte, was ich brauchte.
Md mir Katta, WaWi Totsin, oder du wirst gehenkt!!"
Da brachen sie all« in ein schallondes Gelächter aus, Westcrn und Katta und Märya Feodorowwai. Nur Wassili
brummier
„Ein Teufel ist er, der Puschkin."
Marya Feodorowna aber hielt es für ckn der Zeit, ihr ^wichtiges HaussranerüvorL in die Wagschals Kr werfen., „Sei M, Wassili Wassiliewitsch," sagt« sie. „Letzte Nacht
finden lassen/
„Nu, dann . . . Wenn ihr alle gegen mich seid —
Und so gewann Stepan Jlene auf der Reise nach den Mappen Katia Wassiliewna,z!ur Jräu.
(Fortfetzmrg folgt.)
Me der junge Herr Naurischkat Stadtverordneter
wur-e.
Won Hanns v o n L e n g e r k t n.
(Nachh-ruck verboten.)
Ter alte Rentier NaurisckMt MV auch schon ein komischer Kerl gewesen. Er hatte ein Herbarium, in dem die Leichen allech ^preußischen Pflanzen beieinanderlagen. Weder um sein Zins-! haus kümmerte er sich, noch urn die Sitzungen des Stadtparla-; Ments. Kein Wunder, wenn fein Sohn Paul keine Zierde der Kreisstadt war.
Paul Naurischkat studierte irgendwo im deutschen Vaterland. Irgend: vas studierte er.
Urid wie der alte Herr Naurischkat über seinem Herbarium! das Zeitliche segnete, war Paul NauriscNrt ans einmal wieder in der Kreisstadt.
„Was hat er denn eigentlich für einen Berus?" fragte der Herr Bürgernwister.
„G-ar kamen," sagte der Herr Stadtverordnete Klempner- nreister Bauschus. „Er fummelt mang so'n großen Hausen Brecher rum und huckt im Garten und dammelt rum."
Ter Herr Bürgermeister lüstete nur so ein ganz klein wenig Herr Hut, wenn der junge Naurischkat grüßte.
Und auf einmal hieß es: Ter junge Naurischkat hat dem Lischternreister Troß die Rechnmrg für Hausveparatureu nicht bezahlen kSmrerr. Ter junge Naurischkat hat kein Geld.
Na, ja, woher sollte der Luntrus aicch Gew haben? Bon denr Mietshaus, das er geerbt hat, konnte er doch nicht leben, wo nur eine Partei und ein Flickschuster drin wohnten.
Wenn die Tamen vorn musikalischen Kränzchen bei der Frau Bürgenueister über den jungen Naurischkat sprachen, rückten sie dicht zusaurmeu und flüsterten. Weil sie fast nur von ihm sprachen, verlief jeder Kaffee des musikalischen Kränzchens fast geräuschlos.
Herr Duhr, der den Generalanzeiger herausgab, war ein Genie. Er war ein anerkanntes Genie.
Ta rum gab er eines Tages den Kranzburger Humoristen heraus.
Ter Kranzburger Huuwrist wurde in Berlin gedruckt. Nur sein lokaler Teil entstand in Herrn Duhrs Druckerei und Verlags-- anstalt.
Er mochte eine hiesige Propagmrda für das neue Blatt. Tvotzdein bekam er nur 125 Worruenten.
„Ter Stumpfsinn d-er Kranzburger is unglaublich," sagte Herr Duhr, „wo die Nummer nur 5 Pfennig Lostet!"
Herr Suhr hatte sein gutes Geld in das Unternehmen gesteckt. Darum lvar seine Stirn von Sorgen verdrmkelt. Das Blatt eingehenj gtt lassen, verbot ihm sein literarischer Ehrgeiz.
„Wenn nur der lokale Teil besser wäre," seufzte er, „aber! wvher Mitarbeiter nehmen?"
Mus einmal wußte er es: der junge Naurischkat!
Wer so viele Bücher hatte, mußte auch schreiben können. Herr Suhr war eben ein Genie.
Ter junge Naurischjkat sagte: „Ich will ntal sehen. Vielleicht schreib ich Ihnen was."
Ter, junge Naurischkat ging aus.
Tie Tür vom alten Rathaus stand weit offenund weil O regnerisch mrd kühl war, ging Herr Murischkat hinein.
Bon irgendwoher klangen erregte Männerstimmen. Ter Magistrat hatte seine Sitzung. ^
Ter junge Herr Naurischkat setzte sich auf einen her Stühle, hi« für das Publikum bestimmt waren.
Er 'hatte die Tür ganz leise aus- und zugemacht. Mer all« Köpfe waren doch zu ihnr hmgeflogeu.
Ter junge Herr Naunschkat saß da mit stilvollem Gesicht und bescheidenen Utzgen.
Es war Än großes Staunen m der Stadt: der junge Herr WgUrischkat ist in der Parlamentssitzung gewesen!
Am nächstM Tage war die ganze Stadt in fieberhafter Er- rgeung. Man lachte, raunte sich Worte zu) deutete mit den 'Augen wuf vorübergehende Würdenträger und hielt, jeden B-ekanuten am „Haben Se schon jelesen?! . . . Nei? . . . Wer Mansch! ., ."
„Was?" schrie .der rotbackige Herr Bürgermeister. „Ich?! Mir?! . . . Mich hat er auch vor?! .... Mich!?"
„Fäste," grinste Herr Städtvewrdneter Klernpmerrneister Bau- schus.
Ter Herr Bürgermeister ließ gleich Lehn Exemplare LornmeN.
Ter Herr Bürgermeister kugelte zur Frau Bürgermeister,: „Ter Shchr, dieser Lorb>aß . . . dreser . . . dieser . . ."
„Wer Franz," sagte Frau Bürgernreister, „mäßige dich. .. , die Dienstboten ..."
„Ach was," schrie Herr Bürgerinei'ster, „die damnUiche Marjell soll machen, daß se rauskornmt... der Suhr . . . der Leidack . . . mich. . .! mich. . . !! Mo soll das hiuführen? Unter- gvabung jeglicher Autorität .... 'Staatsanwalt . . .!"
Frau Bürgermeister nahm in.it spitzen Fingern den Kranzburger Humoristen, mit dem Herr Bürgermeister ihr unter der Nase yerumfiMelte.
Sie mußte sich Hinsehen.
„Nun?!" zitterte Herr Bürgermeister vor Wut.
„Ick)« bin sprachlos," hauchte Frau Bürgermeister.
„Aus dem Stadtparlameut" lautete der Titel im lokalen Teil des Kranzburger Humoristen.
Sie waren alle deutlich zu erkennen, alle. Au, deutlichsten der Herr Bürgeimeister. Und sie redete:: alle furchtbaren Unsinn in diesem Stadtparlameut des Kranzburger Huuwrist,en.
Herr Suhr schwor, er habe keine Zeile von diesem Artikel geschrieben.
Wer ihn denn gesudelt habe?
„Geschäftsgeheimnis", sagte Herr Suhr.
Kein Exemplar dieser Nummer des Kranzburger Humoristen blieb übrig, mid Herr Suhr rieb sich die Hände.
„Rechtlich, ist dem Kerl nicht beizukommen," brummte Herr Bürgermeister beim Kaffee und samr vor sich hin.
Frau Bürgermeister ließ die Hände mit der Lochstickerei in den Schoß fallen: „Du! . . . War^nicht . . . .? Franz! War Nicht der junge Naurischkat bei der Litzuirg!!??"
Herr Bürgermeister riß die Augen aus und raunte zu seinem Parteifreund, dem Klempnermeister Banschus.
Tie .beiden gingen spazieren und liefen immer um bas Hans des jungen Naurischkat herum wie nur eine Höhle, in der ein wildes Tier haust.
„Meglich is alleics," sagte Herr Bauschus, „aber das mecht ich ihrn doch nich so rächt zutraun. Wer rvvllen fnal sehen, ob er in.de uechste Sitzung auch wieder da is."
„Ter Bau des neuen Rathauses" stand ans der Tagesordnung der nächsten Parlamentssitznug.
Herr Bürgermeister rutschte unruhig, auf seinem Stuhl mit der geschnitzten .Lehne herum und schielte zur Tür.
Ta! Ja, er ivar es!
Ter junge Herr Naurischkat saß da mit friedvollem Gesicht und bescheidenen Augen.
'Am nächsten Tage verlauste Herr Suhr int Haudumdrehen die ganze Auslage des Kranzburger Hunwriste», trotzdem ec einige hundert Exemplare mehr gedruckt halle.
Und jeder in der Stadt wußte, daß. der junge Herr Nautisch kat die Artikel „Aus dein Stckdtparlameut" schrieb.
Und der 'junge Herr Naurischlat sah viel lachende, Verständnis-- volle und..wütende Blicke, wenn er über die Straße ging.
Herr Suhr hatte bald.2000 feste dlboun-euten aus den Kranzburger Hunwristen. Dazu Laut, noch der Emzelvertauf.
Herr Suhr fetzte sehr'schnell den Preis von 5 Pfennig au! 10 Pfennig hinauf.
Ter junge Herr Naurischkat bezahlte ferne Rechnung ber Herrn Tischlermeister Gwß, denn er bekam von Herrn Suhr 260 Mar! monatlich ausbezahlt.
Ter jmrge Herr Naurischkat wurde der einflußreichste Mann in der Stadt.
Tie Stadtväter legten jedes Wort auf die Goidtvage, che fie .es' im Parlamerrt laut.werden ließerr. Jeder Redner sprach um für den jungen Herr Naurischßat, der mit friedvollein Gesicht und bescheidenen Augen immer auf demselben Stuhle saß und zuhörte. ...
Die Damen der Stadt dankten freundlich lächelnd seiner!, Gruß. Man konnte nicht wissen . . . Dieser Mensch war zu allem fähig. Und man durfte dem Herrn Gemahl oder den Herren Vätern kwch nicht geradezu schaden, indem man den jungen Herr Naurischkat erzürnte.
Und eines Tages stand Herr NsnriWat aus bet Kaullllaten-
^ „Sv'n Kvppche," sagte Herr Ktempneriueister Bauschus, „mit fio'n Kvppche mißt er all lang Stadtverordneter jewes«t säiu."
Der junge Herr Naurischkat tvnrde Stadtverordneter.
Bald darauf gründete Herr Oberlehoer Grütznracher ein Ute- «rrischss Kränzchen. Selbstverständlich wurde Herr Naurischkat Vorsitzender, )veil er dev einzige weithirr bekmmte LckMtsteller der alten Stadt Kranrburg war.


