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Nach langem Wäschern kam das junge Paarjat einem reichen, alten Manne. Ali frug nach Arbeit. ,,-öa, sagte der Alte, „es trifft sich gut. Eben.benötige rch Mnand. habe tm Kelter eine Menae Gold: das muß, gewaschen lverden/ .
Ali aber hatte gehört, daß der Alte alle seme Goldloas^cher töten lasse, damit sie nachher nichts verrieten. Niemand wagte sich mehr in seinen Dienst. Mi aber vertrante semem Gluck und beschloß es zu versucheri. Ms er mit,der Goldwäsche wrttg war, verschloß er den Keller vion innen, rref den Mten uno sagte:
Ich werde jetzt hier unten blerben und so lange brüllen, bis mich jemand hört. Denen tverde ich dann das ^ersteck deuuw Goldes verraten." Ter Mte erschrak und, persprach Mi tanseild Goldstücke und die Freiheit, wenn er schweige
Ali nahm den Vorschlag an, sorgte dafür, daß der Alte, der ihn fürchtete, Wort hielt und kanste sich m derselben Ltadt, nun wohlhabend geworden, ein Haus, ganz in der Nahe des Alten.
Lch kurzer Zeit starb^der Geizhals, mb ^er lemer E^ben wu&tc um den Ort des Schatzes. Schließlich glaubten sie ntckx einmal daran. Um ein geringes ^^band Mi^s HauschNi verstorbenen Geizhalses mrd, brachte das Goto, denen^Lers^ckthm ia bekannt war, in Sicherheit. -Er füllte es m große Kiüpas, Tom aefäße in denen nienrand Gold vermutet haben wurde,streut Sfm über L Gold, belud die Pferde damit und zog Mt seiner
^“IhTmK mStOT ttatMtdj «tM«
Hörte von ihnen nnd lud sie, um van ihiren selbst Näheres zu er-
fahr«l^zE^WerMsewein ^ Prinzessm nach Fraucuatt überall
umher alles zu besichtigen. Ueberall war sie nnt den Zimmern >Nnd Gängen derart vertraut, daß es aüfliel. Irr ihreni ehemaligen Lurmstübcheii stand I-och ihr Webstrchl Mit emer angesangenen kunstvollen Arbeit. Sie setzte sich dazu iind ioebte das 'Nnsrer
weitm. Amme die es geseheir, nveldete es ^der Költigin,
denn niemand vermöchte so schön gm, Webstnhl M Acken als dr^ verschwundene Kömgskiud. Tie Königin sagte. „Meme Tochter hatte zwischen den Schultem ein so schönes Mttttermal, wrc kern Mensch aus der Welt. Wir werden seherr! . , ......
Vor dem Schlafengehen wurde die Fvenrde ins Bad Sttührt. Tie Königin nnd Mutter war zugegen und erkannte ihre Tochter. Tie wundersame Geschichte wurde dem Konrg berichtet und ^es erfolgte, was «fvlgerr mußte: er erkannte seme Tochter und seinen Schwiegersohn wieder. Ter berrckKete seine Geschichte und der König meinte: „Du warst nmttg und besonnen, wie ern .Herr, K ein Fürst. Nun kannst du hier bleiben. I zwo e siton! Dem
Mutigen wird das Verdienst!"
Und die ganze Stadt feierte Feste imo fvönte sich beä Glückes.
Büchertisch.
- Paul Natorp: Deutscher Weltberrtt. 2 Bde. 1. Bd. 4.50 Mk. 2. Bd. 6,50 Mk.: in 1. Bd. geb. 13 Mk. Verlag Eugen Hederichs, Jena. — Der bekannte Philosoph unserer Nachbarumversttat Marburg hat soeben nneder ein prachtvolles, gedankentiefev philosophisches Werk erscheinen lassen. Es gliedert sich in 2 Sbc., oon denen allerdings and) jeder einzelne geschlossen dasteht. Jin ersten Band „Die Weltalter des Geistes zeichnet Natorp die Charak- tere der Weltalter, die die menschliche Gersteseiitimcklung durchlauft und führt dadurch zum Verständnis, was der Weltkrieg für die Menschheit bedeiltet. Die Art der Untersuchung ist nicht geschichtlich, sondern philosophisch, sie erklärt nicht, sondern arbettet . ilchtlnnen heraus, die die Menschheit höher fuhren. Dre indische phrlosophle wird bis zu ihrer modernen Entivicklung rn Tagore betiaudelt, >^er in seiner Philosophie zii einer Abkehr vom orientalischen Onlstr.-mns durch Befreiung im Handel,i kommt. Judentum, Griechentum, Christentum, Renaissance schließen sich an. Dav letzte Kapitel behandelt den Geist der Neuzeit, der, Geist des Jndwidualwmur,, der die Heroen Shakespeare, Rembrandt nnd Goetye hervorbrachte. Jener erzeugt schrankenlose Differenzrerung alles Geistigen, die aus der vertieften Erkenntnis der kritischen Methode stießt, aber auch zugleich die Verheißung der Rückkehr zur Einheit m sich tragt. Diese Einheit bereitet sich durch die Entwicklung des seelischen Lebens der einzelnen Völkermdividnen vor. „
Jin 2. Band: „Die Seele des Deutschen" gilt es dem Verfasser im gegenwärtigen Zeitgeschehen an den.großen Geistern unserer Vergangenheit, die die deiitsche Seele geprägt haben, sich zn orientieren und dainit Stellung zu unseren Zukunitansgaben zu finden, zur deutschen Geistigkeit. So ist ihm Dürers Ritter mit Tod und Teilfel der symbolische Ausdruck unseres Wissens zur Idee, das sich im Sozialen nnd Politischen verkörpert. Natorp formuliert als deiitsche Aufgabe: den Wirtschaftsslaat über den Rechtsstaat hinaus zum Erziehiingsstaat imd dainit znr Menschengemeinschaft zu entwickeln. Von der Zivilisation geht der Weg zur Kultur durch das „Bauen". Meister Eckehart, Luther, Kant ,rnd Goethe sind ihm die vier großen Eckpfeiler der Vergangenheit. Auf den erstei, ist die Selbstentdecknng der deutschen Seele znrückzuführen, Luther entwickelt , e zur religiösen Tat, durch Kant kommt sie zur inneren Klarheit
und diirch Geothe landet sie in der Universalität. Erhöhung de« Menschengeistes ist die deiitsche Ausgabe nnd darum versteht der Deutsche das „Erkenne dich" im Sinne der Griechen, „Sei dir deiner Grenze bewußt, dalln erst kommst du zii echter Gemeinschaft, zu echtem Menschentilin, das nicht mit der Anbetung des Erfolges und der Macht zusammensällt." _ .
— Albert Hendschel, Kunterbunt, 86 Sftzzeu. Preis 1.50 M?., Pappband 2 Mk. Verlag vorr Julius Hoffmairn. Stuttgart. Die überaus günstige Aufnahme der unter dem Tttet „Kirrder uiid Käuze" veröffe,ttlichte,r Skizzen Ltlbert HendscheÄ beinr kunstliebenden Publikunr veranlagte den Verlag zur Herausgabe eines zweiten Bändchens in gleicher Ausstattung, das"Kun«V' buirt" genannt wird. Wie .sein Vorläufer ist es ern Bon, köstlichen Humors und herzgetvinnender Forsche. Auch kn "Kunterbunt" -komnrt die einzigartige Grazie des lre^enswürorgeir und schalkhaften Frankfurter Künstlers zu vollem Ausdruck. Somancher, den die rauhe Gegenwatt wund und traurig gestimmt hat, wrro beim Beschauen der in „Kunterbunt" vereinigten Skizzen wieder ein herzhaftes Lachen ftnden. ^
— DerKandidat des Levens Roman von Erdmarn, Graeser. Berlin, Ullstein & Co. Preis 4.50 Mk. - Ten Roman einer Jugend neiint Erdmann Graeser die Geschichte des Kandidaten Weidner, des verträumten Jdeali en, des stillen Sonderlings. Bis rn me Zayre der Kindheit geht er zurück, das, was einmal war, zn neuem l.even beseelend. In einem Haus am Berliner Landwehrkanal, m oen altmodischen Zimmern der Eltern wächst sein Felix Weidner oeran. Und nun vollzieht sich im Zusammenstoß der Wirklichkeit und der die Wirklichkeit fliehenden Torenschwärinerei, mit einem Hang zum Seltsamen imb mit tiefein Gefühl erzählt, das Schicksal des ewigen Kandidaten. _ _ _ _ * )t
— Die letzten Acht von S. M. S.^F rauen lob. Meine KriegssaHrteir aiis S. M. S. „Frarmckob bis zü semtttz Uutergang; das Schicksal der acht Ueberlebenden. Vou Fä^unckch z. See .Walter Swlzmauu. Preis 1 Mk. Sttrtgart, Verlag von Julius Hoftnnriul. Diesem Büchlein braucht nwir nicht mele Enlpfehlungen mitzugeben, denn es ist ganz voll der Art vorr Menschen und Büchern, die sich die Herzeil aller ttu Fluge erobern. Aber etwas sehr Bedeutendes darf mat, riihig vor, me,cm anspruchslosen Werkchen sagen: solckies JüngkngsMm, wie es hier sich ossenbatt, ist eine Zierde des deutschen Wesens, für ivelches
es ein klares und schönes Zeugnis ablegt.
— Hochland, Monatsschrift sür alte hsebrete de»> Wrsiens, der Literatur und Mmst. HeranSgegeben vvn -b^osessor . Scan Muth. Jos. Wselsche Buchhandlung, Kempten und^ Muucheiu Vierteljährlich 4.50 Mk. und Teuerurrgszuschlag Inhalt des Juliheftes: Die Einigung Italiens und das Entstehen der römischen Frage. Bon Univ.-Prof. Dr. Hernricy Schrors. — Magische der Sprache im liturgischeri Kirchengesang. euic^ psy ) - logische Studie von Dr. W. Matthußen. - Zacharms der Schreiber. Eine Legende vou Andr. Eckvrecht.-- Kirche und .cutw- nalität. Bon Univ.-Prvf. Dr. Conrad Bvrnhak. sichte vvn R. I. Sorge, P. Dörfler, M. Fischer, P. Bauer G. Grettsch. — Heiirrich von Treitschkes Lebensioerk. Von Dr. Max Fischer. Kleine Bausteine. — Kritik. — Rundschau <
— Die Weltbühne, der Schaubühire XIV. .rahr,DoäLN- schrist für Politik, Kmrft, Witt schuft, heraus gegebeli von Siegfried ^ Jacobsohli, enthält in der Numurer 29: Der Zlvaug der Tatsachen, von Gernranictks. Zit diesem Krieg, von Goethe. Paiil Fuhrnrann, von Johannes Fischatt. Moritz Hei manu, vorr Altcuburg, Bre. Buber-, Elias, Hvlitfcher, Lonch, Marm, Merer-Graeft, Orttk, Stchr, Wassernrann Tie Liebenden, von Helnrlch Lecsch. Hüde- brand, von Mfted Polgar. An Theobald Tiger, von Peter Panter. Ergebnisse, von Mfted Gttinewald. Spanische Krankheit?, von Theobald Tiger. Die Börse, vorr Alfons Goldschmidt., Antwvtterr.
_ Das literaris che Echo, öalbnionatsschrist für Llteratirr»
freunde. (Begründet vou Dr. Josef Ettlinger. Herausgegeben von Dr. Ernst Seilborn.) Verlag: Egon Fleischet & Co., Berlin W 9. Das 1. Augustheft ist soeben mit folgendern Jiihalt erschienen: Lou Andreäs-Snlomö: Karl Nötzels Tolstoi; Hans Franck: Die Dramen Erlist Varlachs; Karl Huber: Die Heide i" der Dichtung: WillVeSper: Drei Gedichte; Heinrich Zerkaulen: Neue Lyrik 1 — Echo der Buhnen — Echo der Zeitungen — Echo der Zeitschriften Echo dev Auslandes — Kurze Anzeigen.
Scherzratfek.
Am Himmel stand es schiriiinernd klar,
Verlor ein Teilcheri — Soiiderbarl Ich kam dazli, ivas steht nun hier?
Ein kleines Tier voll Raitbbegier,
Doch rvill uian es in Freiheit sehrr.
Muß irach Nordafrika man gehn. — lt.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösiing der Geheimschrift in voriger Nummer.
Heute rot — morgen tot.
Schlüssel: Die links steherrden Zahlen beziehen sich auf dt« Buchstaben der drei obereii Wörter, die rechts stehende,t auf die der unteren drei.
Schriftleitung: W. Aieyer. — Zwillingsrunddruck der Arühl'schen Un-v.-Buch- und Steindruckerei'. R. Lange, Gießen.


