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von SilLerbirkn und Pappeln und Eschen,' und rm Ge­strüpp gab es wilde Kirschen und Erdbeeren . . . Die Blu- tnkm wfurden selten und die Vögel flogen.fort, der Sonne nach,, als der Sommer starb, und es sich! im frühen sibirr- Men Herbst wie leuchtendes Gold über die Steppen legte. Der erste Schnee kam auf das herbstliche Goldbraun/ die Kälte, und Stepan fror sehr, au der Mutter Rock angeklam- mert, zwanzigmal im Tag fragend:

[ imJ Meit

Wimmer weit," sagte sie dann seufzend jedesmal. ^ Doch der Winter brachte bitterharte Zeiten, so hart, dag sie die Erinnerung an SteppeuprachL und.Blumen fülle ganz und gar auslöschten. Grau in Grau der Himmel, wenn er zu sehen war durch das Gewirbel von Schneeflocken; schnei­dend der Wind und schmerzend wie Peitschenhiebe; eisig- kalt und zähe wie Kleister der schwarzbraune Schlamm. Nur des Nachts war Stepan warm und dann nur, wenn im Wald gelagert wurde und große Feuer angezündet werden konn­ten. Noch Jahre später brach manchmal im Schlaf der kleine Stepan in bitteres Schluchzen aus dann träumte er, die Füße seien ihm eisig kalt,, steif, gefühllos; ohne Leben, wie begraben in erbarmungslosem Schlamm. Kalte Schauer lie­fen ihm über den Rücken, weirn er im Schlaf wieder erlebte, wie er mit erfrorenen Fingern und abgebrochenen, zerfetzten Fingernägeln nach der Mutter Rock Lastete urrd sich einkr rrallte, bis die Nägel faßten. Er schluchzte, schrie auf damit, urrd ioenn die Mutter ihn hörte- wußte sie gleich, was ihn plagte, und rieb ihm zärtlich, wärmend, die Füge, bis der böse Traum vorüber war. _

Im Winter auf dem Weg war es auch- als Stepan zum erstenmal das langhingezogene Heulen hungernder Wolfe Airte. Die Töne lösterr, sonderbarerweise, nicht Furcht tu dem Buben aus,! sondern kindische Wut! Und doch war dies wieder nicht'sonderbar- denn er sah, wie seine Mutter, diL so tapfer war tut Dunkeln und sich nicht einmal vor dem eisigen Schlanim fürchtete, entsetzt zusammenschrak und angstvoll auf das Geheul horchte, bis die Zähne ihr klapperten vor Eilt-

ballte per Bub die Fäuste, weil er seine Mutter leiden sah und schrie:

Furcht' dich nicht, Mutti! Wenn die bösen Wolfe kom­men, bring' ich sie um"

Die Wölfe kamen niemals 10 nahe, daß der kleine Held sie hätteumbringen" können, und er empfand daher ganz folgerichtig niemals Furcht vor Wölfen und Wolfsgeheul nur Wut; blinde Wut und instinktiven Haß als Bub wie später als Mann. ,

So marschierte der zehnjährige Stepan Jlme von Kasan in Rußland nach Irkutsk in Sibirien.

(Fortsetzung folgt.)

Die Geschichte der Gemüse.

Es die Zeit, in der mehr noch als sonst die Gemüse ^ür unsere Ernährung in Kriegszeiten ihre besondere Rolle sprel-m Und uns über die Zeit der größten Mapphnt bis zur konunuueü Ernte Hinweghelsen. Ti«KüchntMoache, wie man fit TtuUr Waiutte, blicken auf eine uralte VergarWerrheit zurück^ ihr Ur­sprung verliert sich in Pas TmM der Vor^schr^. Lchon berr Schweizer Pfahlbauern der spateren Steriizelt vor 4000 Zähren chch die ältesten in Europa angebauten Gemüft geymden ivorden. Man hat Samen von Erbsen, Mohrrnoen und Pastruak sestMtellt, die daraus hinlviesen, daß auch dies« vorgesaMhtlrchen wosnschM. sre -fr-? Nabrnna zogen In der Bronzezeit tritt oann die Luise Unzn und N die Saubohne. Bei uns in Tesrtschland sind die feineren Gemüsearten allerdings erst von den Rönnen ^an­geführt worden, die auch den bereits bgannten, durch, ihre yoch- entwickelte Gartenkunst eine sorgsame Pflege angedeihen liegen. Minius berichtet z. B., der Kaiser Trbern^ habe sich Mohrrüben Ar seine Tafel aus Germanien kommen lassen, und per Rettich Labe dort dieGröße neugeborener Kruder," erreicht. ©8 han­delte sich dabei jedenfalls um Pflanzen, di« von den Römern eingesührt und in den Militärkolonien am Rhem gezogen Wurden. Tis Germanen selbst, die der FlÄschnahrnng den Vorzug gaben, wollten sich nur langsam an vegetarische Kost gewöhnen. Karl der Groß« mußte die Mohrrübe seinen Franken erst angelegentlich

E r Kultur empfehlen. Tie Verfeinerung. dkr Gemüse, wie wir bttcke kennen, haben die Mönche gelehrt, di« ihr« ^aitensperseu rch Koblgerichte, seine Salatartm usw. reichhaltiger gestalteten. So ist der'Blattsalat, wie wir ihn kemren, der Genuß der rohen Blätter, die mit Oel und.Gewürzen Klgerichtet sind, zuerst m italienischen Klöstern bereitet worden. Ein« umfangreiche Kultur der Küchen gewächf« entfaltete sich besonders in den Ltadten, m denen bedeutende Klosteransiedümgen waren, wie in Bamberg, in Mürzburg, Mainz und Erfurt.

Von dm einzelnen Gemüsearten, die für heute uns noch wich­tig sind, findet sich der Spargel schon aus altägyytischen Zeichmm!- «en; es wird berichtet, daß in Griechenland Spargelsprossen als! Amulette getragen wurden, und der ältere Cato gibt in seines Schrift über dm Landban um 200 v. Ehr. genauere Mitteilungen über seinen Anbau. Auf den Stillebeu, die auf pompejanischenl Wandgemälden wiedergesunden wurden, sieht man Spargel mit Zwiebeln, Rettichen, Rüben und einer .Art kleiner Kürbisse zu Bündeln zusammengelegt, die augmscheiulich dazu dienten, den Appetit anznregen. In Teutschland hat es lange gedauert, bis man sich zu dem Genuß des uns heute so wohlmnndenden saftigen Stengels entschloß. Noch 1539 nannte ihn der deutsch« Geistliche Hieronymus Bock in seinemNew Kräutterbnch" einengemeinen Salat der Walen und Hispaurer, der nunmehr auch wie andern Leckerbißlein ins Teutschland kommen ist". Im 17. Jahrhundert schrieb man dann denr Spargel besondere Heilkräfte zu, aber erst viel später, erst im 19. Jahrhundert, hat dies Gemüse in weiteren! Kreisen Verbreitung gesunden. Ein Gemüse, das der europäischen Kultur durch die Araber vermittelt wurde, ist der Spinat. Tie Griechen nud Römer scheinen ihn nicht gekannt zu haben; in Persien aber scheint seine Kultur unter dem Namen Jspany schon im Alter- tunr aufgekommen zu sein, als Jsfany wurde er nach Indien ge­bracht, als Jssanädsch zu den Arabern, die ihn zuerst nach Spa­nien brachten. 1351 wird das Spinarginm unter den Fastenspeisen der Mönche erwähnt. Aber auch im 16. Jahrhundert war der Spi­nat in Teutschland noch ein neues, wenig bekanntes Gemüse. Um diese Zeit ivar auch der Blumenkohl noch nicht nach Teutschland gekommen. Er wurde gegen Eude des 16. Jahrhmiderts von der Levante nach Italien und vou da Anfang des 17. Jahrhunderts nach Teutschland eingeflihrt. In seinerKuriosen Landwirtschaft berichtet von Hohberg ums Jahr 1682, Blumenkohl fei erst vor etlichen Jahren zu den Deutschen gekommen und eine gar ielt-am« wunderliche Speise. Damit sind wir bei den Kohlarten angelangt, deren außerordentlich große Anzahl von Kulturformen, nämlich etwa 120, die Küche so mannigfach versorgen.

Während die Aogypter den Kvhl noch nicht gekannt haben, Wcvbe er von den Griechen als wohlschmeckend und gesund sehr ge- schatztj. Tpr älter« Cato preist ihn geradezu als das allerbeste Ge­müse, gleich gut in rohem und gekochtem Zustand. In der Karser- zeit galt es als ein bedrohliches Zeichen der beginnenden Dekadenz, daß den jungen verweichlichten Herren der von den Vätern so leiden­schaftlich gegessene Kohl nicht mehr schmecken wollte. Das ganze Mittelalter hindurch war der Kohl ein äußerst beliebtes Polks- igericht, dessen Genuß in der späteren Zeit ebenfalls als ein Beweis für ein einfach kräftiges Leben angesehen wurde. Ein Samt and er, der die preußischen Ordensritter aus ihrer Burg zu Walga Kohl jessen sah, riet seinen Landsleuten dringend ab, die Ritter anzu- Krcifen, denn !0«r könne einem Volke widerstehen, daß so genüg- sa;n sei, Gras zu essen. Einen besonderen Ruf als Nationaffpeise genießt ja bei uns der konservierte Weißkohl als Sauerkraut. Die Alten hatten jedenfalls noch kein Sauerkraut, ubivohl auch sie eine Art der Kiohlkonservierung kannten, indem sie nach denr Bericht des Ackerbauschriftstellers Colnmella Kohlköpfe mit Salz bestreuten und mit Essig übergossen. Diese Form, den Kohl einzumachen, würde von den Römern in den Klöstern des frühen Mittelalters! Übernommen, aber das Volk mochte sich nicht damit befreunden/ Andern es übernahm die Sauerkrautbereitung von den Slawen, die noch heute die größten Sauerkrautesser sind. Wenn also dre Franzosen in der Vorliebe für Sauerkraut eine besonder« deutsche Ggentümlichkeit'erblicken und uns deshalb mit wenig schmeichel­haften Namen bedenken, so wenden sie sich an die falsche .Adresse-

Albamsttze Märchen.

A l i D r u t s ch i. ^

Ein armer Holzfäller, M Trutschi hieß er, ging eines Regen­tages aus der Stadt in den Wald, um Holz, zu fallm. Aus dem Heimweg kam er au einer alten Teile, einem Kloster _bct* Bektaschi vorüber. Ta begegnete er einem alten Derwisch. Der. war in der ganzen Stadt umsonst ein Obdach suchen gegangen; niemand wollte ihn aufnehmen. Ali, wie alle Albaner gast- sreundlich, welcher Religion sie auch seien, lud ihn emKomma mit mir. Jich bin nur ein Holzfäller und habe Nicht viel. Wer was Gott mir gab, wollen wir teilen."

Als der Terwisch am nächsten Atorgen von dem GastfrelE schied, fragte er ichr nach dem Namen. Ali imnnte uch. wer Derwisch

b' war aber niemand arideres gewesen, als der König des Landes. Kaum in seinem Palast angekommen, lies; er verrrmden, er werde Ali, dem Holzfäller, jeden Wunsch erfüllen. Man suchte ihn

und brachte ihn ins Schloß. , ... ..... . c

Tie Dienerschaft war, wie alle Diener smd: neidisch, "- günstig. Ta sie wußten, daß der König Ali gut wollte, versuchten sre rhn beim Könige zu schaden und redeten ihm, em, er nwge, nach seinen Wünschen Lesragt, vom Könige nur einen Wunsch "suM verlangen; die Mrigstochter zur Frau. Ali folgte, der Konrg konnte'sein Wort iiicht brechen, denn damalv gab es noch ganz richtige König« im Lande. . ,, .

. * Ter König gab dem Holzfäller die Prinzessin zur ötau. Unter einet* einzigen Bedingung: beide mußten sofort das uand verladen.