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„Das ist M wenrg,"' ünieroraH FavrM;iA- ,-DcrK Darm ich als anständiger Mensch! nicht annehmen!"
Der Jnstizrat rnachte eine beruhigende §Mndbewegnng.
„Warten Sie, bitte, alb, wir sind noch nicht W Ende! . .> Herr Wellerkamp hat sich fb entgegenkommend gezeigt, weil er wünscht: Erstens, von heute mt entlassen zu sein, Zweitens, Sie bitten möchte, nicht unversucht zu lassen, Herrn Doktor Dezsus wieder für Ihren Betrieb' zu gewinnen. Der Herr w>ar Ihnen doch!eine Zeitlang von großem Nutzen, Herr Wellerkamp macht sich Vorwürfe, daß er ihn hier heraus gedrängt hat!"
„Ich will gern mein Möglichstes versuchen, aber binden Tann rch mich! da nicht! Es fragt sich doch sehr, ob der Herr Doktor überhaupt noch gesonnen ist, mit mir weiter- zuarbeiten, bei einem Gehalt, den ich Aahlen kann!"
Der Justizrat nickte.
„Wird Angegeben! Es sollen nur von Ihrer Seite Versuche gemacht werden, den Herrn Doktor zu den alten Vertragsbedingungen wieder anfzunehrnen 1"
„Einverstanden," sagte Klausner und kniff die Lippen Zusammen. Das alles war doch wohl nur das Vorspiel für das, was kommen sollte.
„Na, daun w?är" ja alles in schönster Ordnung! Herr Wellerkamp verpflichtet sich weiter, Ihnen eine etwaige neue Erfindung zuerst anzubieten. Kommen, die Herren zu keinem Abschluß, soll die monatliche Zahlung von dreihundert .Mark aufhören, die Prozentverrechnung an: Umsatz des Waschpulvers aber bestehen bleiben!"
Herr Klausner traute seinen Ohren nicht.
„Das war' wirklich alle?"
„Jawohl," sagte der JUstizrat Minneking und strich sich- seinen graüen Schnurrbart sehr befriedigt über die scharmante Abwicklung eines einträglichen Geschäfts' zur Seite. „Nur die Kosten des Vertrages' hätten Sie noch zu übernehmen!"
Klausner stand auf, sah den Flammentöter, der sich verlegen die Fingergelenke lang zog, daß sie knallten, an Und sagte dann:
„Mein Verehrtester Herr Wellerkamp, ich denke, Ihre Vorschläge geschlafen Sie erst noch eine Nacht!"
Dem zuckten die Mundwinkel.
„Ich Hab sie mir zehn Nächte lang beschlafen können, Herr Klausner, und das genügt! ., . . Und da ich's eilig habe, ich möchte nämlich h>ent abreisen, könnten wir w'ohl den Vertrag gleich rechtskräftig abschließen!"
Der Fabrikant tat einen tiefen MemAug.
„Wenn Sie durchaus wollen — natürlich! . . . Aber ich erkläre hier ausdrücklich vor dem JUstizrat Minneking, daß ich jederzeit bereit bin, falls wir Seide spinnen, den Vertrag zu Ihren Gunsten Umzuändern!"
„Nehmen wir als besonderen Paragraphen mit in den Vertrag," pflichtete der JUstizrat bei.
Und dann ging es an die Ausarbeitung.
* *
Krohlow hatte seinen Batteriechef nur Befreiung vom Nachmittagsdienst gebeten. Ins Kasino war er auch nicht Anm Mittagessen gegangen. Gr saß Au .Haufe und Wartete auf Wellerkamp!.
Schon gegen drei Uhr suchte er ihn ans.
„So, Goldsohn, alles erledigt! Mit Klausner Hab'.ich meinen Vertrag gemacht! Nun geh An ihm und gratuliere schön. Wahrscheinlich wird er dir sagen: Haben Sie hitzigsten Dank, daß Sie mir diesen Burschen ins Haus' gebracht haben — und nun will ich auch.nicht so sein. .
Um den Mundwinkel des Ftammentöters zuckte es, Krohlow riß die Angen auf, er verstand. Da zahlte ein anständiger Kerl mit seinen: Herzblut.
„Wellerkamp!"
Das Wort war ein Schrei.
Der riß sich zusammen.
„Na, lvas ist! denn los? . . . Lauf hin — Galopp!"
Dft hatte Krohlow Len Freund tvieder einmal an der Schulter gepackt, rüttelte ihn ab.
„Du, ein bißchen deutlicher, wenn ich bitten darf!"
„Meinetwegen! Aber keinen langen Erguß! . . . Also W geh aus Reifen .Der Jnstizrat Männeking wird dir in Monatlichen Raten von fünfzig Mark meinen Pirutp zurück- tzcchlen. Und das Plafiervergnügen bleibt natürlich unter Uns. Goldsohn!"
Wieder schüttelte Krohlow den Flammentöter ab-
! „Und was wird aus dir?"
,/Jch sey Uri? dtL Welt eilt, bißchen an, es wird Frühling!" „
Der Flammentöter lachte gequM auf. ^ '
„Wohiir willst du?"
. „Weiß ich -noch! nicht! Deine Verlobung wird mir mein Justizrat schon mitteilen! . . . Und nun frag nicht weiter so dumm!. Mir brummt nämlich der Schädel, weil ich Heute reichlich viel Hab reden müssen, Und die Ans einande r je tz ung mit der Uhlemannschen Hab ich- doch auch rroch vor mrr!"
Die Hand hielt der Flammentöter dem Freunde hin, sah ihm fest in die Augen und nickte. Ein herzhafter Druck, Urid dmm ging einer aus dem Zimmer, der lalle Kraft Ansammenuehmen mußte, weil ihin die Knie zitterten und die Lippen Und auch wias Nasses in die Augen steigen wollte . . . Auf der Treppe blieb er stehen, zog sein Taschentuch und trompetete erst einmal tüchtig hinein. . . Und als er damit fertig war, kam ein Lachet: über seine Lippen. .Es ging doch zu verrückt auf der Welt zu. Da war der Erfinder eines grandiosen Waschpulvers — und hielt ein Taschentuch in der Hand, das selbst die nicht übertrieben reinliche Uhlemannsche als „viel Au dreckig" in ihrem saftigen Thüringisch bezeichnen würde . . .
Krohlow brauchte einige Zeit, bis er sich von den Ueb-ervaschunpen erholt hatte. Und als er so weit war, wollte er hinaufgehen und dem Freunde das' Rückgrat steifen . . . Nein, er war dazu nicht der Mann! Wenigstens heute nicht! Da setzte er sich hin und schrieb an Herrn! Klausner, wann er ihn anfsuchen müßte. Der Bursche mußte den Brief hintragen.
„Und die Antwort bringst du gleich mit!"
Sie fiel aus, wie er erwartet. Kurz und bündig lautete sie:
„Sofort.
Klausners
Da reckte sich der junge Offizier auf.
Den Dank holte er sich geute nicht. Heute galt es, eine F-remijdespflicht zu erfüllen. Der Flammentöter, der geniale Mensch, mußte mit zarten Händen über die nächste Zeit gebracht werden, damit er nicht irr den Strudeln des Lebens versank.
*
Ans seinen Wanderungen durch den 'Thüringer Wald war Wellerkamp um drittel: Tage spät aberrds an einen: Forsthaüs vorbeigekomlnen, das einsanr, mitten ir: den Wäldern in einem Gebirgssattel lag. Ein graubärtiger, mittelgroßer Förster, die Pfeife im Münde, hatte 'am Grabenzain: l gestanden und ihm auf seine Frage, wie ioeit es noch bis zum nächsten Orte sei, in den: man Nacht- guartier bekomlnen könne, geantwortet:
„Eine Stunde! . . . Ja, und da oben habeu's die Wolken wieder mal sehr eilig. Sie werden -w-as Ordentliches abkriegen !"
Ihm brannten die Füße und knurrte der Magen. Auf seine Frage, ob er für Geld Und gute Morte nicht etwas Au esse:: und ein Bett hier bekommen könne, hätte ihn der Förster lange gemustert und in ein Verhör genommen. Wie er denn um diese Jahreszeit hieraus in die Einöde käme. Und weil er so begeistert von der Schönheit des Thüringer Waldes, gerade in der jetziger: JahresAeit, ,ge* sprachen, hatte der Förster erst einmal tüchtig gepafft, dann die Pfeife aus den: Munde genommen und init ihr über die Schulter nach dem kleinen traulichen Hanse gezeigt.
„Wem: meine Alte nischt dagegen hat, können Sie meinetwegen bei uns bleiben!"
Die „Alte", die gerade mit dem Melkeimer aus dem Stalle kam, hatte „nischt" dagegen; er war gebliebem es war ein sehr lustiger Abend geworden. Er kam in Stimmung, riß seine Witze, dröhnend lachte der Förster, schlug nrit der Faust auf den Tisch, Und beteuerte immer wieder:
„Nee, was sind Sie vor en verrickter August!"
Und daß dies eine Anerkennung sein sollte, bewies der Förster dadurch, daß er seine Alte „kriegsstarken'" Grog brauen, ließ . . . Mitternacht war vorüber, und man erzählte sich immer noch. Er rauchte sogar eine Pfeife des Försters, und als der merkte, daß sie den: Fremdlum nicht sonderlich bekam, klopfte er ihm vertraulich auf die Schulter.
„Sie dürfen getrost in die Stube spucken!"
Die Familiengeschichte bekam er auch zu hören. Seit dreißig Jahren saß er init seiner Alten in den: FörsterWus-


