samrtag, i>«n i>s. Juli (c\t
Der Flammentöter.
Roman von Horst Bo dem er.
(Fortsetzung.)
Hellauf lachte Wellerkmnp. Er konnte sich denken, für Mas ihn dieser Mann hielt, für einen Feuerfresser, ime M auf Jahrmärkten herrmiziehen, oder so etwas Llehnlrches.
„Nein, den brauch ich nicht! Also Adiew Sie? Warren Sie, bis ich eine Vorstellung gebe!" ,
Der Gendarm sah ihm irach, ging hinter chm her, da drüben lag ja das Städtchen mit dem Amtsgericht, nach dem der Stromer pilgerte. j
Und als sich Wellerkamp dem Städtchen näherte, laute- ten die Glocken, im Feiertagsanzug gingen die Leute rn die Kirche. . . Donrrerlvetter, war denn seine Zeit schon nm? Da mußte er ja wieder nach Haufe! . . . Nach .Hanse? . . Ein bitteres Gefühl stieg in ihm hoch . . . Ein „zn Hause hatte er. eigentlich seit Jahren nicht gehabt! Er, der Flammentöter! 'Der Waschpnlverfritze! . . . Und wie er sich mrt denr Klausner irnd seiner blonden Drude samt Krohlow auseinandersetzen sollte, das Nächstliegende, deshalb war er ja losaezogen, — das wüßte er heute noch viel weniger wie jemals! . . . Das lvar so echt Heinrich Wellerkamp!
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Die Lene in achte jetzt himmelstürmende Projekte. Das Waschpulver brachte natürlich unzählbare Millionen, ein Leben ivürde beginnen, wie man es sich schöner überhaupt gar nicht ausmalen konnte . . . Und da sie nwnrand anders hatte, der sie ihre Zukunstspläne ansein-ndersetzen koimte, hielt sie sich an die Triide.
„Ja, dm nun laß den Kops nicht hängen! Weißt du, wenn der Flammentöter in mich verliebt wäre wr-e ich in dich, was ich niachte?"
Die Drude konnte ihre Schrvester noch so beschworen, endlich mit solch alberner Rederei anfzuhören, es Ms ihr nichts. .. t ^
„Hör doch zu, ich Meür's doch gut! Also ich wurde dem Flammentöter ein sehr srenndliches Gesicht machen, damit er seinen Verstandskasten auch weiter hübsch anstrengt und noch mehr erfindet. Denn, dalß sich Papa den durch die Lappen geheri läßt, ist natürlich ausgeschlossen!"
„Damit Hab ich doch nichts Hu tun! . . . Was geht mich dieser Flammentöter an? . . . Nicht mehr, als daß ich mich in unser aller Interesse freue, bleibt der Erfolg nicht aus! Wagt er «her, mir anzu deuten, daß er sich Hoffnungen macht, die ich nicht erfüllen kann, so werd ich mir gar kein Blatt vor den Mund nehmen, und wenn er auch fein Bündel schnürt und sonsttvo seine Erfindung verwertet!"
Die Lene geriet ganz aus den: Hänschen.
„Twlde! das war noch schöner! . . . Heiraten brauchst du ihn ja nicht! Aber ihn vor den Kopf stoßen, das feMte gerade noch! In ei^paar Dagen kommt er wieder! Ich bleib an deiner Seite — immer! Er wird keine Gelegen-
ljeit haben., dir einen 'Antrag zu machen, bevor chu Papa feftgeiegt hat, dta sorg ich schon dafür! Na und dann? Läuft ihni der Mund über, streckst du ihnr einfach dre Hand hin und sagst: Wir haben Ihnen soviel zu verdanken, daß mir's schrecklich tvehe tut, Ihnen einen , Korb geben m müssen! Aber rneinen Krohlvw laß ich wicht, der rst doch Ihr Freund! Werden Sie auch der meine, bitte, mtte, lieber Flan.nneirtöter! . . . Was bleibt ihm übrig? Er wird in der: sauren Apfel beißen, vierzehn Dage WeltschME markieren und dann wieder vergnügt lachen! Der uW sich ans die Dauer die gute Laune nicht verderben!"'
Die heimliche Braut begehrte auf.
„So unanständig beuehm ich mich nicht. Er soll bei der ersten sich bietenden Gelegenheit wissen, woran er mit mir ist! Me ich das mache, Hab ich mir ganz genau, überlegt ! Und wenn er dann seine sieben Sachen packt, ich kann's nicht ändern!"
Die Lene fuhr auf.
„Wie du auch immer gleich bist!" Sie seuMe. „Da muß ich mir wahrhaftig Mühe geben, dem Flammentöter den Kopf zu verdrehen!"
Trude lächelte.
„Ihr beiden paßtet ganz gut zusammen!"
Me Lene fuchtelte mit den Händen in der Lust herum.
„Meinst du? . . . Weißt du, eigentlich gefällt mir der lustige Kumpan ganz gut! 9kur muß er, erst zurechtgestutzt werden, -- äußerlich und auch innerlich! ... Es wäre eine dankbare Aufgabe!"
„Na also t" ^ ^
Um den Hals fiel die Lene ihrer Schrvester. Muntvv baute sie ihre Lustschlösser höher.
„Nun lachst du doch wenigstens wieder! Ja—a ha muß sich wieder einmal „das Klernchen" aufopfern ! Deinetwegen und des Geschäftes wegen! Es soll probiert ioerden!
. . . Aber das sag ich dir, wem: ich in ein paar Jayrew mit meirrem Flammentöter in den Millionen herum- schwimme, streck ich euch allen die Zunge heraus, wenn ihr auch reichlich abhaben sollt!"
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Krohlow war den Sonntag über zu Hanse geblieben, selbst das' Mittagessen hatte er sich holen lassen, dann bekam der.Barsche zwei Mark extra in die Hand gedruckt.
,Machtzeichen. brs zwölf Uhr, ich will allein blerven!"-
Und nun saß der junge Offizier da und wartete. « Der Frau Uhlemann hatte er noch einmal erngescharft, ihm gleich mitznteilen, wenn Wellerkamp kam . Den mußte er richtig anpacken, damit er die vocke Wahrhmt erfuhr und sein weiteres Verhalten danach einrichten konnte.
. Der Flammentöter — ein schlechter Kerl? Es wollte ihm nicht in den Kops . . . Ein würdiger Gesell war er zwar immer gelvesen. Mt so einenr wird man am besten, fertig, wenn man ihnr den Daumen auf die NchL drückt! . . ^ Nun daß er in seine Drude verliebt bis über 6etbe Ohren war, fand er sehr begreiflich!" --- - Eine Erstndung hatte


