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Borchardt [timmfe ein, riicfte am seiner Brille und schmMrKelte.

Herrn 'Wellerkamp sollten wir an die Kette legen, gern# fest. Was meinen Sie dazu, Fräulein Leuchen'?'^

Die verstand ihren, alten Freund, der sie schon als ganz Reines Kind Mrs den Knien geirmogt, und immer so yübfthe Geschichten zu erzähleil gewilßt hatte, nur M gut. Sie machte einen Wunsch, lachte dann hell auf und zog dann ein drolliges Gesicht.

Es ist ein Unglück! Aber auf mich hat er's gar nicht abgesehen! . . . Mf die Trckde !"

Die stampfte mit dem Muße aus. Borchardt machte große Wagen, und Klausners blickten verlegen zur Seite. Der Fabrikant wurde unwillig und verwies seiner Jüngsten ft>N)e Redereien. Der Buchhalter, der auch wußte, wie es Um die Drude und den Leutnant Krohlow stand Klausner ütt-ete ihm immer sein Herz aus, stamd ganz verdonnert

Am späten Mend, als die Thchter sich zuAtckgezogen hatten, brachte Frau Klausner das Gespräch auf Drude Und Krohlow.

Me wir über diesen Punkt, den wichtigsten jetzt, am besten wegtommen, das macht mir Sorge!"

Der Fabrikant saß da, den Kopf gesenkt, und drehte fern Weinglas zwischen den Fingern, dann hob er den Kopf wieder.

Was meinen Sie, Borchardt, ijch geh' zu Krohlow Md sag' ihrn, wie die Dinge liegen! Mag der sich> mit Wellerkamp aussprechen. Es ist der einzige, anständige Weg!" erster Linie kommt's doch wohl darauf an, wie sich cäulem Trude zu verhalten gedenkt," erwiderte Borchardt.

Kr bekam es mit der Angst, die schöne Erfindung könne einer anderen Fabrik zur Verwertung übertragen werden.

Klausner machte eine abwehrende Handbewegung.

Gewiß, die jungen Leutchen mögen allein mit sich fer­tig tverden, so oder so! Morgen mittag geh' ich zu Kroh- foto; wird das Pulver von uns verwertet. Hab' ich's doch ihm zu verdanken! Reiner Tisch, und ein anständiger Mensch geblieben, das ist jetzt die Hauptsache!"

Als Krohlow am nächsten Vormittag vom Dienst kam, fand er einen Brief von Klausner vor, in dem ihm dieser ankündigte, daß er ihn mittags halb ein Uhr bestechen wolle. Der junge Offizier fiel aus allen Wolken. Er tief sofort Hinauf zur Witwe Uhlemann und fragte nach Wellerkamp. Mit großem Wortschwall wurde ihm auscmandergesetzt, daß er verreist sei.

Krohlow machte sich seinen Reim. Also ans und davon! . . ..Und nun kam Klausner und las ihm die Leviten. Wel- ksrkamp war sein schnoddriges Mundwerk durchgegangen, es Latte einen Krach gegeben o, er konnte sich alles vorstel- «n! . . . Upid er, der es gut gemeint hatte, stand da, bla­miert bis auf die Knochen! . . .

Feierlich, im Zylinder und Gehrock, erschien der Fa- pikant. Mit rotem Kopfe begrüßte ihn Krohlow, ersuchte Platz zu nehmen.

Ja, Herr Leutnant, so einen schweren Gang Hab' ich niemals getan," begann Herr Klausner mit einem lszer.

Krohlow bat, sich ruhig auszusprechen, versicherte, daß er das Beste gewollt.

Das hat mir Herr Wellerkamp durch seine Erfindung bewiesen!"

Wie?"

Der junge Offizier saß da mit angehattenem Atem.

Der Fabrikant setzte ihm auseinander, daß es sich um ein Millionengeschäst handle, verriet aber nicht, welcher Art die Erfindung sei.

Krohlow wurde es leichter ums Herz.

Dann ist ja alles in schönster Ordnung! . . . Gott sei Dank!"

Nun kam die böse Viertelstunde! Mit Halbheiten war jetzt nichts getan! ... Da saß er nun, ein alter Mann, und Mußte dem, der ihm Gutes hatte erweisen wollen, bitter weh tun.

Mein lieber Herr Leutnant, hat Ihr Freund Ihnen Andeutungen gemacht über etwaige Hoffnungen?"

Krohlow sah die Welt im rosigsten Licht, ein vergnüg­tes Lachten lag auf seinem frischen Gesicht.

Das nicht, Herr Klausner, aber schließlich ist man doch nicht auf den Kopf gefallen! .... Und Fräulein Lene täte wirklich ein gutes Werk, sie nähme diesen genialen Natur­

burschen in ihre energischen Hände. Da wird was Rechtes aus ihm!"

Herrn Klausner blieb der Mund offen stehetr. Ganz dumm kam er sich vor.

Die Lene? . . . Herr Leutnant, jetzt gilt es für mich, ehrlich zu sein! . . . Wir haben alle bei uns das Gefühl, es hairdelt sich um meine älteste Tochter!"

Krohlow griff sich nach dem Kopf. War das denn möglich? .< ., Und ote Tüuoe? . . . Die Kehle war ihm wie znaeschnürt.

Das wird ein Irrtum sein! . . . Muß einer fein!" . . . Mit den Händen führ er nervös über den Tisch.Natürlich ist's kirrer! . . . Und wenn es keiner wäre, dann käme es dock auch noch) sehr auf Fräulein Drude au! . . . Ich glaube, ihr voll vertrauen zu dürfen! . . . Ach Gott, nein, was red' ich überhaupt! . .. Jammerschade, daß Wellerkamp Hals über Kopf' cchgereist ist. Nicht einmal Adieu hat er mir gesagt! ... Na ja, ungeschliffen war er immer reichlich! .... Aber ein guter Kerl, Herr Klausner, ... ein guter Kerl Y*

Aus der Stotterei hörte der Fabrikant heraus, daß es .Krohlow mit der Angst zu tun bekommen hatte. Er ver­suchte zu beruhigen.

Das sind vorläufig wirklich alles nur Vermutungen! Meine Tande hat tfym nicht ben kleinen Finger hin ge­halten! . . . Wer versetzen Sie sich in meine Lage! Ich habe Ihnen dankbar sein, stehe vor einem geschäftlichen glänzenden Unternehmen, Sie find die erfreuliche Ursache, Und mm die Ungewißheit! . . . Mer ich werf ihn: seine Erfindung vor die Füße, tvenn er ettva meine Trude sich zur Frau wünscht und sie ihn nicht haben, will' . . . Das Ihnen zu sagen, bin ich gekommen! . . . Und meiner Töchter mach ich jetzt den Kopf nickst beiß! . . . Sie werden es auch rächt tun, da bau ich felsenfest drauf! Was Sie für eiu Mann find, haben Sie mir fctoiefen! Das toeiteve muß ich irr Ihre Hände legen? Strecken Sie fick) gründlich mit Herrn Wellerramp aus, den Sie doch bisher Ihren Freund ge- na nur haben? . . . Leben Sie wohl, Herr Leutnant, und hoffentlich auf ein Wiedersehen, über das wir uns alle herzlich neuen/ümnen!"

Herr Klausner drückte Krohlow kräftig" die Hand und girrg.

Der jurme Offizier stand müten im Zimmer, wie er­starrt, und sah hinter den» Fabrikanten Herl Bild reihte sich an Bild, blitzartig schnell. Er begriff. Ml die M- oeutmrgen Wellerkamps, nxrren sie auch noch so vorsichtig gewesen, sie haften seiner Trübe gegolten!

Da lief er noch einmal zur Witwe Uhlemann hinauf, fragte, tvohin Wellerkarup gereist fei.

Weiß ich nicht? Mer Sonntag über acht Tage will er zurück sein!"

Sollte er eher kommen, Frau Uhlemann, lassen Sie es mich gleich wissen!"

Sie versprach es mit großem Wortschwall« den er ge> huldig archörte, um die Fräu nicht vor den Kopf zn stoßen.

Der Flammentöter hatte sich einen Lodenanzug, einen Rucksack, dicke Stiesel und einenGebirgsknüppel" erstanden, war über Saatfeld, Eichicht nach Lentenberg gefahren, hatte sich dort gestärkt und war cm an hinein in ein steiles, wald­reiches Seitental gewandert. . . Wo die Sonne nicht hin­kam, lag der Schnee noch meterhoch, der zu Tal über Steine springende Gebirgsbach, in dem die Forellen hin- und her- schoffen, hatte.noch Eisränder. Aber in der Luft lag schon der würzige Duft, der den herannahenden Frühling ver­riet . . . Seine Lungen weiteten sich, die Brust reckte er heraus, aber der finstere Ausdruck von seinem Gesicht ver­schwand nicht.... Aergerlich hieb er mit dem Stock um sich . . . Daß er den Ausgleich nicht finden konnte! . . . Bei allem Dusel stand immer neben ihm ein reichlicher Topf voll Pech . . . Das einemal sah der Reinfall ekelhaft au§, das anderemal noch weniger angenehm . . . Wie ein junges Pferd kam er sich vor, dem Edelmut durch die Adern pulste, das wegsetzen wollte über die Hürden hinausstürmen in die Freiheit und sich dabei einen Balken in den Leib rannte!... Und dann war er noch immer, wie ein geprügelter Jagd- Hund, in eine bescheidene Hütte gekrochen, hatte gejault und den Kopf hängen lassen, bis ihm die Sonne wieder auf die Nase schien? . . . Dann war das Theater mit gleichem Mtßp erfolge von vorne wieder losgegaugen! . . . Und daß das Ge­jaule nicht zu ruppig geklungen hatte, nun, zu was gab es denn Galgenhumor aus der Welt? . . .