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Fußspitzen, streckte das Kinn vor und stch bald :mch rechts, Salb nachj links.
Wellerkamp richtete sich «juf, rang: seine Serviette aus.
„Ich bin schon fertig! . . . Na, wie st-eht's Denn^^ fragte er die Waschfrauen.
Eine hielt ein Handtuch, hoch, brummte:
„Die verflixten - Rotwernflecke!"
Da lachte der Flammentöter siegesbewußt.
„Rumpeln, rumpeln, was die Hände hergeben. Pro Nase gibt es heute ansnahrnsweise einen Taler, nicht wahr, Herr Klausner?"
Der nickte nur bejahend. Die Wellertampsche Serviette' hielt er in der Hand und össcch sie mit seiner Frau. Ganz! schwach waren die Rotweinflecke nur noch sichtbar. Er ließ sich dann von den Frauen ihre Wäsche zeigen, es war kein Vergleichs die Rotweinflecke waren noch viel deutlicher zu sehen.
Wellerkamp spannte eine Leine! durchs Zimmer, hing seine Serviette auf und setzte sich darin neben die Trude, sagte ihr:
„Das war' also der Anfang! Schäumt ordentlich, nimmt die Flecke gut und schnell weg, die Zusammensetzung meines Pulvers wird beweisen, daß die Wäsche nicht scharf angegriffen wird, und nun kommt die Hauptsache, sie wird, viel weiher, als all die Pulver, die heute im Handel sind, sie machen können!"
Die Trude sah ihn an, sie begriff, was diese Erfindung Lu bedeuten hatte, wenn das eintraf, was Wellerkamp so siegesbewußt ankündigte. Der Fabrikant drehte sich rasch um .Seine Hoffnung, stieg.
„Sie, wenn das wahr wäre . . .?"
„Würden wir uns über das Pnlverchen sehr einge>herrd Du unterhalten haben, .Herr Klausner!"
„Allerdings!^ . . .
Der Fabrikant ging von einer Waschfrau zur anderen. Hart klopfte ihm das Herz an die Rippen. . . Wenn wirklich das Pulver die Wäsche nicht übermäßig emgrisi — und nicht zu teuer war, so stak in der Erfnrdung ein Milt- (ionengejchäst, wenn es richtig angegriffen wurde! . . . Fragte fich's nur, ob er mit Wellerkamp zum Abschluß kanl! .Der sah heute gar nicht so aus, als ob mit ihm gut Kirschen essen wäre. . . .
Der Flammentöter ließ vergnügt oie Damnen um- einander tanzen. Mochten sich die Frauen nur abquälen, es rmtze ihnen doch nichts. Gr wußte ganz genau, was er erfunden hatte. Und Klausner iwrßte es auch. Nach zehn Minuten sagte er: !
„Nun ist's genilg. Wringen Sie die Wäsche aus und hange:: Sie sie auf die Leine,, Dann könne:: Sie gehen und sich an der Kaffe jede drei Mark anszahlen lassen!"
Die Wäsche hing, die Frauen waren gegangen, Wellerkamp zog sich wieder seinen Rock an und öffnete die Fenster, damit die Dunstschwaden abziehen komiten.
„So, und nun denke ich, wir sehen uns die Bescherung heute nachmittag um 5 Uhr wieder an .Da wird sie trocken sein. Mhi habe mir die Nacht um die Ohren geschlagen Und möchte den versäumten Schlaf nachholen!"
Klausner war einverstanden. Wellerkamp schloß die Tür ab und verabschiedete sich . . .
Der Fabrikant ging mit seinen Damen nach der Villa. Gr hielt den Kopf gesenkt, nachdenklich war sein Gesicht. Frau und Töchter wagten nichts zu sagen.
■ „Laß mich allein," preßte endlich Klausner heraus.
An seinem Schreibtisch saß er, die Fäuste gegeneinander- gepreßt . . . Anscheinend war diese Erfindung wirklich ein Geschäft, für das große Altiengesellschaften der chemischen Industrie, ohne mit der Wimper zu zucken, riesige Summen zahlen würden! . . . Ein Narr wäre der Wellerkamp, wenn er mit ihm, dem doch Nur bescheidene Mittel zur Verfügung standen, das Geschäft machte! . . . Denn natürlich wußte auch der sehr genau, daß zu einem großen Erfolge eine ungeheuere Reklame gehörte, die erst einmal in die Welt gesetzt werden lnußte und Unsummen verschlang .... Aber darüber ließ sich verhandeln! Wenn er auch großen Wert auf seine Selbständigkeit legte, wandte! er sich mit dieser Erfindung an eine der große:: Aktiengesellschaften, würde sich, schon ein Weg finden lassen, bei dem er vollauf auf seine Rechnung kam — war das Pulver nicht teuer, griff es die Wäsche wirklich nicht an und gab ihr ein recht schönes, weißes Aussehen. . . Wellerkamp hatte vorhin im Labo- ratorintn aufgetrumpft. Er hatte ihn schon verstanden:
„Würden wir uns eingehend über das Pnlverchen zu, unter» halten haben," hatte er gesagt. Das hieß doch wohl nicht anders, als: Ich Hab noch eine Bedingung, und wie du dich M ihr stellst, scheint mir noch recht fraglich! . . . Die Trude hatte es ihm angetan, deutlich hatte er das merken lassen! Sein Vorteil war es, wenn er diesen tüchtigen Mann an sein Geschäft fesselte, ihn als Teilhaber aufnahm! . . . Wie sich, aber seine älteste Tochter dazu stellte, das stand auf einem anderer: Brett! Und beeinflussen wollte er die Trude keinesfalls . . . Die war nicht ans dem Holze geschnitzt, mit diesem derben Menschen fertig zu werden! . . . Die Lene, das war etwas anderes! ... Gr begriff es nicht, daß sich dieser fröhliche Gchell gerade in die stille Trude verliebt hatte! .... Und Krohlow war sein Freund ! . . . Klausner preßte die Lippen zusammen, drückte die gespreizten Finger gegeneinander. Ein peinliches Gefühl wurde er nicht los. Es war doch, gemein, dem Freunde ins Gehege zu kommen! Der ihm traute, der ihm aller Wahrscheinlichkeit nach doch nrehr gesagt, als Wellerkamp sich merken ließ ... Da saß er nun und konnte vorläufig nichts tun, als abwarten . . .
Frau Klausner gingen ungefähr Dieselben Gedanken im Kopfe herum. Sie war gewohnt, sich mit ihrem Manne ausznsprechen, und kam sich daher recht hilflos vor. Sie begab sich zu ihren Töchtern. Die hatten stumm nebeneim ander gesessen und vor sich hingeftarrt. Bein: (Eintritt der Mutter schreckten sie zusammen und hoben die Köpfe.
Die Trude zuckte nur mit den Achseln. Die Lene wußte mrch nicht recht, was sie sagen sollte, sie stotterte:
„Gott, Mamachen . . . Waschpulver! ... Na ja. . . ES scheint ja ganz fein ztu sein, aber die Erfindung muß doch, noch grüichlich geprüft hverden . . . nach allen Ecken iund Kanten... so viel verstehe ich doch auch vom Geschäft!"
Die Trude nickte, die Mutter sah ihre Töchter an, setzte sich und schwieg sich aus . . . Reden hatte keinen Sinn. Ab Und zu warf sie euren Blick auf ihre Aelteste. Stuf derenj Stirn zuckte:: die Nerve::, die Zähne hielt sie auf oie Unterlippe gepreßt, die roten Flecken waren von ihren Wangen verschwunden. Mit spitzen: Gesicht, znsammengesnnken, saß sie da. In ihrem Kopf arbeiteten ihre Gedanken. Auch sie hatte Well er tauch zu verstehen geglaubt. Nun, dann irrte er sich gründlich! Lieber mochte dem Bater im letzten Augenblick das glänzende Geschäft aus den Händen gerissen werden! Der drängte sie sicher nicht ins Unglück hinein, denn dieser Wellerkamp war doch ein erbärmlicher Kerl, der den: Freunde die Braut stehlen wollte . . . Ach nein, lieber aß sie trocken Brot! Mit ihm — oder allein! . . . Ihre Augen füllten sich nrit Tränen. Da stand sie auf rnro ging ms Schlafzimmer nebenan. — (Fortsetzung folgt.)
Die japanische Hilfe.
Skizze von Alfred Manns (Breme::).
„Lies mir das Letzte rmch einmal vor," sagte der Ministe» des Aeußeren, Graf Traudumi in Tokio, zu seinem Sekretär. Der gs- horchte.
„Tie Kaiserliche Regierung betont bei dieser Gelegenheit, daß sie niemals mehr als am heutigen Tage und in dem gegenwärtigen! Stadium des Krieges den Sinn des heiligen Bündnisses vor Augeni hatte. Tie Pflichten, die sich hieraus ergeben, :vird Japan stets voll und ganz erfüllen." ,
Ter Sekretär schwieg. Er kniff das linke Auge ein ganz fleht wenig zu und sah der: Minister an. Ter kniff das rechte Auge noch viel unmerklicher zu und sah den Sekretär an.
Ter amerikanische Botschafter ließ sich melden!.
Der Minister und der Botschafter begrüßten sich lebhaft. Der Amerikaner trug eine biedere, vertrauensvolle Offenheit zur Schwü der Japaner eine überquellende Herzlichkeit. > »
„Ich freue mich, Graf, daß das Uebereinkommen, das ich mit Stolz mein Werk nenne, zustande kam. Es hat die Annäherung! unserer beiden Staaten in herzliche Freundschaft verwandelt."
„Ja, so ist es," entgegnete der Asiate begeistert, „und da Amerika durch die Erfüllung des ersten Teiles des Uebereinkom- mens, die Lieferung von Stahl, uns fein Vertrauen so rückhaltslos' schenkte, wäre es häßlich und undankbar, wollten wir daran zweifeln, daß diese ehrliche Freundschaft keine Belastung verträgt. Sa erkläre ich denn, zwar mit Bedauern, aber doch mit jenem Freimut, wie es sich zwischen Bundesgenossen auf Tod und Leben ziemt: Japan kann die Verpflichtung nicht erfüllen, kann den Schiffsraum nicht zur Verfügung stellen."
Ter Amerikaner erhob sich von seinem Str:hl und zertrat ia der Erregung einen europäischen Spuck:apf Mil Loüis quinzeq
„Tas ist abscheulich," platzte er höchst undiplomatisch heraus.
Der Japaner war nicht empfindlich
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