Der Flammentöter.
Roman von Horst Bodemer.
(Fortsetzung.)
„Fa, lutb das Unglück, das Sie mit ihren Sachen gehabt hüben, Herr Doktor! . . . Schiffbruch, der große Reise- koffer 'weggespült, na was macht das?" ^
Wellerkantp- mußte lachen. Emen schonen Baren hatte Krohlow der Frau aufgebunden.
Es macht gar nichts! Sie haben ganz recht. . Morgen früh, bitte, um sieben Uhr wecken! Ich muß mrr VevschtedorrLs' kaufen! . . . Greulich war dch L>ch-rsfbruch, sag ich Ihnen! Immer haushoch gingen dte Wecken Uber mich weg! . . . Davon wird mau kaput! . . - Atso auf Wiedersehen, morgen früh!" . . .
Wellerkantp"streckte sich in 'einem Bett lang. So, nun war er endlich allein! . . . War s nicht das Beste, er stahl sich morgen früh aus dem Hause, schrieb, vom Bahnhof einen Brief an den Freund: Dir, es ip besser so, mn dem Klausner wirst du schon fertig werden! . . . Und ivenn er Mord und Brand schimpft, so sterb ich nicht dran! . . . Wenigstens war es das Anständigste! . . . L-oust gab s Hemeleid. . . Jetzt kam er noch drüben weg ohne allzu große Erschütterungen ! In Iserlohn setzte er sich wieder vor Erperimente! . . . Und wenn sie einschlugen, konllte er jct mit dem Klausner brieflich in Verbindung treten . . . Heute abend kam er doch zu keinem Entschluß. Morgen war auch ein Tag. Und vielleicht war's das Richtige, er sprach sich ehrlich mit Krohlow aus! So viel Mut wurde er schon noch zusamnien bekommen. Und rmn nicht mehr deukeri jetzt! Schlafen! Schlafen!
Unter ihlu ging der Freund noch lange in seinem Arbeitszimmer aus urrd ab. Leise klirrten die Sporen aus dem Teppich ... Da war irgend etwas nicht tu Ordnung. Ganz deutlich hatte er das herausgefühlt . . . Aber was? . . Da mußte er laut auflachen . . . Natürlich, der schwarze Firlefanz, Die Lene, hatte es ihm angetan. Daß er, daraus nicht gleich gekommen war! ...
Als am nächsten Morgen gegen halb acht Uhr Weller- kanlp bei oe.n Fremide vorsprechen wallte, teilte chm der Bursche mit, daß der Herr Leutnant schon zum Dienst gegangen sei.
Da schlug der Flammentöter ärgerlich mit der Faust durch die Luft. Er rannte die Treppen hinunter, auf der Straße blieb er stehen . . . Also es hatte nicht fetn sollen! Gut und schön! Wer dem Schicksal ins Handwerk pfuschen wollte, der war ein Narr! . . . Energie, mahnte eine innere Stimme. Energie! Da nickte der Flammentöter mtt dem Kopse. Woll ja, wenn's daraus ankam, hatte er die sckwn. Und jetzt ivar keine Feit, sich Gedanken über die kleinen Mädchen zu machen. Die Erfindung! Da hieß es, die I-Äbne zulammeugebi'sen und gearbeitet. Manchmal ging
es verrückt in der Welt M, und einer kam ihm mit einer ähnlichen Sache zuvor. . . .
i * .
Die Schwestern sahen ihren Vater immer fragend an, wenn er ans dem Geschäfte kam. Aber der baeb mäßig ruhig, vermied, das Gespräch aus Weckermmp zu bringen o^er gar auf Krohlow. Da steckten sw stch h«cke die. Mutter, aber die war auch nur mtt Vertröstungen ^0! ^)cntb
„Kinder, gut Ding wiN Weile Haben! Macht uns den .
Kopf" nicht schwer!" _
Die Gefaßtere war die schwarze Lene. Dte nickte energisch und pflichtete der Mutter bei. Trude dagegen ließ den Kopf hängen, alles Vertrauen auf eine bessere Zukunft hatte sie verloren. Zwar stichelte sie noch an ihrer Ausstattung herum, aber die Hände sanken rhr unmer bald müde rn den Schoß. Leite ging viel mit rhr spazieren. Eines Tages trafen sie Wellerkamp, der, dte Hände ans dem Rücken, nachdenklich in den städtischen Anlagen herumbummelte. ...
„Du Trude, da ist der „Flammentoter!
„Laß ihn in Ruhe!" ,
„Gott bewahre, den holen wir uns! Wenn er bloß ein 'bißchen manierlicher wäre! Seine laugen Locken, — es ist einfach, zum Schreien! . . . Wie Hab ich lachen müssen, als er sich den „Flammentöter" nannte! . . . Schrecke ein bißchen mehr aus! . . . So—o . . . Guten Tag, mern Herr
Erfinder!" _ ... ,
Wellerkamp zuckte zusammen. Dann retchte er den
beiden jungerr Damen die Hand. ^ ..
„Guten Tag! . . . Sehen Sie, da lärmen schon dte StarHer Frühling kornmt ins Land!"
Dm blonde Trude stand da mit gesenktem Blick rrnd spielte mit ihrem Schirmgriff; die schwarze Lene dagegen
lachte ihn an. . . . ( ...
So poetisch? An Ihnen entdeckt man za immer schätzbarere Eigenschasterr! . . . Ja, da sehen Sie mal meme sprachlose Schwester an! Es tvird Frühling, sagten eie vorhin, richtig! Auch in der Fabrik? Das nänütch uckeres- siert uns augenblicklich am allermeisten!".
'Der Flammentöter schmunzelte, sah die blonde Trude an, die immer noch den Blick gesenkt hielt. Dann wurde er
^"^',-Es wird auch Frühling in der Fabrik, verlassen Sie
sich daraus!" . .
Mit avo stein Nachdruck aus tunerster lleberzeuguug sagte er das, da endlich sah ihn die Drude an, lang, erw- drrnglich. Ihm schlug das Herz schneller, er schrittelte seine Mähne, ballte die Fauste.
„Nein," meinte die Lene lachend, „mau könnte stch wahrhaftig vor Ihnen fürchten, Herr Flammentoter!
Aber der konnte den Blick von der blonden Druoe nicht lvsreißen. Er fragte sie leise:
„Würden Sie sich freuen - über den Erfolg ?
*


