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dies Kleine, Unscheinbare, aber wie zur Folie für ein Großes! hingestellt: Tie Kathedrale. , ^ . . . OV(
Sie ist das Beste ruck Schönste an Noyon, das eutzcg Llonu- nrentale an pigm so glanz und gar nicht auf Monuineutalität, sondern ans intimere, stillere Wirkung, eingestellten Städtchen. Frühe Gotik, herb und steil und gradlinig, ein auf alle Nebensächlichkeiten verzichtendes, kühnes, kantiges Auswärtsstveben — so recken sich die beiden Pfeilertürrne, von weitem sich gleichend und dach in den Feinheiten durchaus verschieden, über die demütig gebückte Häusermenge, jäh mit zwei schwalbenumstoHenerr Tachpyramiden abschließend. Daneben das Schiff, großzügig und klar, mit steil e in, mäßig hohem Dachaufbau; rmch dem wltsamen kleinen Dom-
£ enhlatz hin ein dreitoriger Eingangsbaldachin mit ztvei starken lern vvrgestreckt wie Brüste und Pranken einer Sphinx: mehrere ellen, dorm eüve, romanischen Stils, durch Brand zsrsOrt; endlich Klostergebäude, Kapitelsaal, Priesterftminar und eine interessante, sehr alte Bibliothek mit Holzschnitzereien. Alles unwandelbar gut üüd groß und sckM. ,
Gin seines Rathaus hat Noyon noch. Gotik mrt Renacssance- eleMA'ckÄl eigenartig vermischt, zu der Zeit erbaut, als in dem noch beute erhaltenen, düsteren Hause an der nach ihm benannten! Straße Calwin geboren wurde: vor dem Rathaus auf dem schönen stilvoll«! Vlatz eklen guten Ziehbrunnen, mit Obelisk und xtw-as tzu NMsslANN Fdrenschmnck, von einem Mschof Brvglie errichtet, ßler Mt ist Kleinstadt. aber -eine Kleinstadt mit zum Verwundern nuten Bauten, vornehmen, alten Patrizierhäusern, vor allem, Ke hinter bescheidener, fast ärmlicher Straßen front überraschend stine Garterrperspektiv-en verbergen, und dte in ihrem Jüuern ist behüteten, seiten betretenen Räumen Schätze an alten Oelbilderu Uno Stichen und feinen Möbeln aus besten Zeiten französischer Kunst und französischen Handwerks enthalten. Nohon hat alte Kultur, die der Feinfühlige auf Schritt und Tritt verspürt.
Ev Keb bist du uns geworden und so vertraut, altes schönes Noyon, mit deinem schvalbenflugunlblitzten Türmepaar! Uitb deine Umgebung, hm unsere Front verlief und rvo wir nianchen Freund jmld Brüser betteten, deine freundliche Landschaft mit ihren Bergen juttib Tälern und Dörfern im schlängelnden Bachgrund ist uns bittersüßes Heirnwehland. . .
Nun ist der Krieg zum dritten Male über dich hintoeggegangen. Ohne viel Spuren zu lassen, hoffen wir. Zwar dein grüner Kranz von Meen ist gefallen und deine Kathedrale soll gebralmt haben — es schmerzt, daran zu denken. Noyon ist nach einjährigem Interregnum wieder in deutschem Besitz. Und Cleruenceau Saun seine alte Litanei aufs neue singen. Me« dich kennt, hat Wiedersehenssehn-! sucht nach dir, schönes, unvergeßliches Noyon!
W lvaren einmal vier kleine Städte hinter unserer Front im Westen, wo deutsche Soldaten fich's Uw hl sein ließen. Vor einem Jahre meldeten dre Tagesberichte ihre Ausgabe: Wir sind ans ihnen herausgegangen, freitvillig aber verstohlen, ohne laute Abschiedsklänge. aber mit einem leisen, schmerzllch-süyeu „Muß t fcmn . . . tnt Herzen. T-enn die vier kleinen, bescheidenen Städte waren uns gute Freunde geworden in der langen, langen Kriegs- zeit. Und beim Schüben gaben sie uns Ml Tavonzieheuden die sreuMich-einfache Weise ihres Lebensrhythnlus wie ein seines Geläut mit aus den Weg. Ein Abschieds guartett ...
Jetzt haben wir die vier kleinen Städte lm-eder. Aus den: Abschieds auartett sind Wiedersehens klänge geword en. Keine fröhlichen zwar, denn von den vier kleine Städten .ist toohl nicht diel geblieben, und leere, tote Mauern haben uns in den geräumten Orten empfangen. Dennoch Wiederseheusklänge, bei deren Erinnerung die Kantilene geigt . . .
Büchertisch.
— Geheimnisse per Rechenkünstler. Von Dr. Philipv Maenuchen, Professor an der Oberr'ealschule in Gießen. 2. Auslage. (Mathematischphysik. Bibliothek, Bd. 13.) (IV u. 50 S) 8°. Kart. 1 Mk., Teuerungszuschlag 30»/o. Verlag von G. B. Teubner, Leipzig und Berlin 1918. — Das in zweiter Auflage vorliegende Bändchen zeigt, wie einfach die^ Kn st stg risse sind, deren sich die Rechenkünstler bedienerr, um schüvierige Rechnungen mit überraschender Schnelligkeit ün Kopse aus zu sühnen. Die Methoden werden an der Hand von Beispielen und Aufgaben stusenmätzig entwickelt, das Wurzelziehen z. B. auf die verschieden-! fache Anwendung von 5 „Kunstgriffen" zurückgeführt. Das.Bändchen bringt anschaulich zur Darstellung, wie die Rechenkünstler bei öffentlichem Auftreten Vorgehen und schließt mit einer Charakteristik von Gauß und Rückte als bedeutenden Zahlenrechnern.. Das interessante und überaus unterhaltend« Büchlein ist besonders zum Selbststudium für Me diejenigen geeignet, die Freude an Aufgaben zun« „Kopfzerbrechen" haben. Außerdem bietet es dem Zehrer ein erwünschtes Hilfsmittel zur Belebung seines Unterrichts.
— Max Grube: Am Hofe .der Kunst. 368 Seiten. Gebunden 6 Mark. Verlag von Gr et hl ein u. Co. G. m. b. H., Leipzig. — Max Griibes Lebenserinnerungen, deren erster Band „Jngenderinn-erungen eines Glückskindes" in seinem Frohsirru, semer Buntheit und Lebendigkeit bei Publikum und Presse so
großen. Beifall fand, werden in diesem nouieu Bande, derft tt den Titel „Am Hose der Kunst" gegeben hat, in der glei-chsu «ungewöhnlich interessanten und geistvollen Art syrtgeführt. Ist es im ersten Eionde der Reiz, die inenschliche Entwicklung Grubes von der KinWeit an bis zum reisen Künstler m verfolgen, der den Leser besonders fesselt, so rvird der ziveite Band, der derr großen Schauspieler und Theaterleiter aus der Höhe seiner Kunst und seines Erfolges zeigt, nicht minder interessieren. Dieses Buch ist ein ganz besonders reizvoller Beitrag zur Thcarergeschichte den letzten dreißig Jahre.
— Neues v o n Spitzweg. Unter diesem Titel ist eben im Delphin-Verlag München ein Wlffches Bändchen erschienen welches eilte Sammlung unveröffentlichter Gedichte und Briefe des Münchner Mttneisters und außerdem 43 Küpserdruckbilder und Zeichrmugen enthält. Ueppi-g sprießt und 'rumort in diesen Gedichten^ Schnadahüpfeln und Briefen in Sonnnersrischenstimmmlg und in der Sphäre junger holder MeiblictzZeit Spitzwegs Humor. Die beigegebenen, mit -einer Ausnahme Wer zürn er Kn M-al wieder- gegebBwn herrlichen Malereien scherckm unendlichen Genuß —- dem Kenner und dem Laien. Der Weis des hübsch gebundsndn Bändchms ist 3.50 Mark.
—. Von „Deutschlands Erneuerung" der nationalen politischen Monatsschrift (I. F. Lehmarms Verlag, München; Preis für das Einzelheft 1,80 Mk.), wird das Juliheft versandt. Der GermanensreunD H. St. Chanrberlain eröffnet es mit einem grundlegenden Aufsatz über „Rasse und Nation", Professor Dr. Samafla, Wien, schreibt über die „Verfassnngskrift Oesterreick-s", Professor Dr. E. Jung, Straßüurg, unterzieht d« Zusammensetzung von „Unsernr Ä. A." (Auswärtigen Amt) eurer geistreichen Untersuchung, ivührend Professor Dr. Fahr, von Liebig die „Bnkarester Friedeusbilanz" zieht. Der wannherzige Freund der deutschen Sache, Pfarrer A. Völliger, Zürich, bespricht die „Notlage per Schweiz u.nd Deutschlands Hilfe". Eirr gut erugeu-eihter Politiker rreist itt dein Äuffatz „Der Nuntius kornmt!" (Der rotgoldenL Salon) auf die großen Gefahren hin, toelche der inneren Entwicklung Deutschlands aus einem neuerdings in Berlin gefchafseneu Mittelprinkt für revolutionäre Umtriebe zu envachsen trn Begriff sind. Außerordentlich ernst«
t ragen, tvelckre gerade die deutschen Zeitun.geu berühren, erörtert . Friedrich Ernst in der Abhandlung „Deutsches Geistesleben und deutsche Tagespreise". Dr. O. Lehrnann-Altona endlich bringt in dem Aufsatz „Ein Mnsaunr für deutsche Stammes- und Rassenkunde" Anregungen zur Pflege sainilieu- und raffen- geschichrlicl>er Kenntnisse.
— Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Libttü« tursreuude. (Begründet von Dr. Joses Ettlru.ger. Hermrsgegieberr von Tr. Ernst Heilborn.) Verlag: Egon Fleischel & Co., Bermr WS. Das p Juliheft ist soeben mit .folgendem Inhalt erschienen; W. v. d. Schulenburg: Gobinean und die Gräfin de la Tour; Alois Brandl: .Tie stillen Königreiche; Richard MMer-Freien- fels: Nationale Besonderheit: Paul Feldkeller: Moderne Sexual- metapht)sik. — ^Echo der Bühnen — Echo der Zeitungen — ^ Echo der Zeitschriften — Echo des Auslandes — Kurze Anzeigen.
Gießeuer Hausfrauen-Berein. Kochanweisungen.
Silber und Gold. Gelbe Erbsen tvesth kochen. Graupe« ebenfalls, abgekühlt .Mtereillmldergemischt. Nach dem Awrichpvr das gut abgeschmeckte Gericht mit in Stveiseu geschnittMen, tn etwas Fett gerösteten Zwiebeln übergossen.
Graupen m it Apfelwein. Am Abend vor dem Gebrauch tvecden 175 Gramnr Graupen eiugeiopchh ain anderen Tag in leichck gesalzenmn Wasser ganz dick und welch gekocht. Sie werde« dann aus ein Sieb geschlittet, mit kaltem Wasser kurz überftE üud mm in einen dickflüssigen Sirup getan, den man aus em«p Tasse Tlpselwein, dem Saft 1 Zitrone, auch Schale, wenn mm» Zitrone hat, und 150 Gramm Zucker yekocht hat. Tie Graupen müssen in dem Sirup so lange ziehen, brs sie rhu ganz aufges>sgjLN haben. Wan rührt 5 — v Blatt (Platine durch, gibt die Wewgmrrpm in eine glatte Form irnd läßt sie erkalten mrd erstarren. GestürzL umgibt nran sie mit gekochten .Kirschen.
Grießkuchen. .300 Grmnrn Zucker, 300 Gmmm Grieß, 300 Gramm gekvckOe, geriebene Karüofseln, 1 El, Vainllezircker, 1 Backpulver.
TuadratrStsel.
AAEEFPKO
OPPPREKU
Diese Buchstaben sind in Quadratwrnr derart zu ordnen, daß die vier wagerechten Reihen gleichlautend rnit den vier senkrechten sind und Wörter von folgender Bedeutung bilden: 1. Körperteil; 2. Kunstiverk; 3. Stadtteil von Aloustantinovel; 4 . Weibliches Wesen. (Auflösung in nächster Numrner.)
Auflösung der Sckerzcharade tu voriger Nunrmer. Trauerbotschaft.
-Schriftleitung: W. Aievsr. — Zwillin-srunddruck der BrÄhl'fchen Univ.-Buch^- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen»


