Lmnte qltitf) auf der richtigen Grundlage verhandelt werden. ... ,
Der Reklamechef kam mit einem Stoß Briefen und Entwürfen zum Vortrag.
„Guten Morgen, Herr Roht! Bitte später, ich erwarte Besuch! Komme dann zu Ihnen!"
Nur allein jetzt fern — und die Gedanken zusammew- genommen! . . . Mohlow, immer wieder mußte er arr den Senken! . . . Wenn es irgend ging, sollte er feine Drude haben! Mer von heute zu morgen ging das natürlich nicht!
. . . Gott, das waren doch alles Luftschlösser, er, ein Mann Mit grauen. Haaren, dem das Leben oft genug feinen Ernst
g ezeigt hatte, mußte klaren Kopf behalten! ... Da, Tritte, ie Tür öffnete sich, der erste Buchhalter meldete respektvoll EN :
„Herr Wetlekkamp!"
Klausner gab dem Erfinder die Hand, rollte ihm einen Ledersessel heran und sagte dabei:
„Freut mich sehr! . . . Natürlich Hab' ich von Ihrer famosen Erfindung gehört! . . . Bitte, rauchen Sie doch!" Wellerkamp zog shch die Handschuhe von den Fingern. „So, mtn konnte er wenigstens herzhaft lvieder zu- tzreifen. Und während er die Importe in Brand setzte, mußte er sich Gewalt antnn, um nicht losznlachen. Nun begann natürlich eine niedliche Theatersp-ielerei. Und der Krohlow tat jetzt Dienst und schwitzte wahrlich Blut dabei. Er, als Rettungsengel, es war jum Schießen.
„Ja, Herr Klausner, also mein Freund hat mich hergebeten! . I . Sie haben Pech gehabt mit Ihrem Zahnlvasser. Na, da stürzt man sich einfach auf etwas anderes!"
„Herr Wellerkamp, das sagt sich so! Wer aus ben Aermeln läßt sich doch eine gewinnbringende Neuigkeit nicht schütteln!"
JÖ ja! Wenigstens Müßt' ich augenblicklich gerade so etwas! . . . Wenn Sie die Güte haben wollen, und mich: durch Ihre Fabrik führen!"
Herr Klausner griff schon nach Hut und Mäntel . . , Zwei Stunden dauerte es, bis oer Rimdgang vollendet war. Wellerkamp fragte unheimlich viel.
„So, U'w nun will ich Ihnen noch das Laboratorium «eigen, r- und wenn Sie rneine Rsklameabteilnng interessiert ?' . . .
„Später, Herr Klausner, später! Ich bin jetzt im Bilde!
. . . Auf SllMierigkeiten würde die Herstellung meiner Köuesien Erfindung nicht stoßen. Das heißt, ich: bin auf dem richtigen Wege, einige Versuche müßte, ich allerdingH Noch anstellen!" Wie ein König ließ er sich tvieder in den Gessel falleir und schielte nach der ZigarrenkisLe.
,Mtte, langen Sie doch zu!"
„Danke! W redet sich besser bei einem Tobak. . . Also zu der geschäftlichen Abwicklung."
„Herr Weller kamst," unterbrach rhu der Fabrikant, ,/vor- Mrftgl möchte ich nicht wissen, um ivas es sich handelt, Mre ^Bedingungen interessieren mich'/ lim die Verhandlurr- «err gleich aus das richtige Maß M bringen: Ich bin Lin ruinierter Mann, durchaus nicht, Mer Msammenhälten muß ich« nach weinenr letzten Fehlschlag das Geld!"
„Du hättest mich mal vorgestern abend sehen sollen," dachte Wellerkarnp. Wer er tat sehr würdig.
„Versteht sich! Sie kennen mich noch nicht! Vielleich:! Werden Sie sich noch sehr über mich wundern! .. . . Ich falle auch gleich mit der Dür ins Haus. Also: Sie zahlen mir Monatlich ein Gehalt von dreihundert Mark, lassen mich Mein in Ihrem Laboratorium arbeiten und stellen mir natürlich die Chemikalien usw. Der Betrag wird auf ein " rlbes Jahr vorläufig abgeschlossen. Ist irreiue Erfirrdurrg rnn was wert, werden wir uns schon weiter einiges!!" Klausner traute seinen Ohren nicht.
„Das ist doch nicht Ihr Ernst?"
„Doch, warum denn nicht? . . . Kr oh low ist mein bester Freund! Aber der bleibt vorläufig ganz aus dem Spiele!"
„Da meine Hand, Herr Welkenkamp! Ich danke Ihnen! Darf ich Sie wohl bitten, heute mittag, mt eins mein Mast zu sein?"
„Herr Klausner, Gehrock und Frack Hab' ich gar nicht erst eingepackt! . . . Unabhängig brn ich total! Das liebe ich nämlich ungeheuer!"
„Ich bitte Sie, nur keine Förmlichkeiten!"
Wellerkamp erhob sich.
„Also auf Wiedersehen! Halb zwölf kormnt nämlich Lvohlow vom Dienst, und dem muß ich schleunigst ein
Berühigungspu lver brauen, er ist rmmlich in tausend Zuständen!"
Die Herren lachten sich! an. Wellerkamp empfahl sich, von Klausner bis zum Korridor begleitet.
Die schwarze Lene hatte „zufällig" gehört, wie: der Vater der Mutter auseinandersetzte!, von wre weitttagender Bedeutung das Austauchen Wellerkamps werden könnte, und daß dies Krohlow zju verdanken sei . . . Es Watt begreiflich, daß sie im Nebenzimmer mit angehaltenem Atem stehen geblieben war und dann sich sogar sehr vorsichtig bis zum Schlüsselloch vorwärts bewegt hatte, an das sie ihr kleines Ohr gedrückt. Zuletzt schwindelte aber selbst dieser Optimistin der Kops. . . Flammentod! . . . Aktiengesellschaft fast in allen Kulturstaalen!... Viele Millionen-Sache!... Junger Herr, Krohlows Freund und Schulgenosse! . . . Hat was Neues ziemlich fix und fertig in der Taschel! . . . Vielleicht für mich! Sehr bescheiden. . . Weiß nicht, glaubt aber, er ist noch unverheiratet . . . Schade, daß Mamachen nicht zu verstehen war. Und Papas Stimme klang auch anders als sonst: lauter, ein erregter Unterton schwang hindurch. . . Da verzog sie sich doch lieber vorsichtig in das gemeinsame Mädchenzimmer, in dem Trude am Fenster saß und an einem Eisdeckchen für ihre Aussteuer stichelte.
(Fortsetzung wlgt.)
Oberleutnant Helmut.
Ein Tagebnchplatt von Victor Jungfer. (Jnr Felde.)
Wir Ossiziere saßen an der einen Seite des flackernden w wackseuers, mitten unter den deutelt. Ter rote Schein machte tue Gesichter glühend. Zuweilen warf einer ein Scheit in die Flarnmen, die prasselnd loderten.
Ich weiß nicht mehr, wie es karn. Ich glaube, >mr sprachen von zu Hause. ^ , ,,
Man denkt im Felde selten an zu Hanse. Noch seltener tragt man Havon zu sprechest. Man darf nicht tveich iv-erden. Wie könnte man sonst, alles ertragen. Aber zuweilen kommt es doch über einen — daß man nachgeben muß — so stark. Mart liegt im Graben und hört den klopfenden Regen aus der Zeltbahn, die man über sich gebreitet hat. Man sieht Schüsse aufblitzM im Dunkel der Nach; und hört den klatschendAr Einschlag dicht neben sich — fern, irr %d>d gehüllt, brennt ein Tors.
Darm henkt man wohl an einen festlich geschmückten ^aal, der irgendwo sein könnte, daß man sich scheut, ihn in die Wirklichkeit zu versetzest— und in dem Saal sieht man geschmücM
Menschen, die mit Lachen gehn — und hört Musik — Musik-
fern in Nebel gehüllt brennt ein Dorf.
Ich glaube, tvir sprachen von zu Hanse. Von zu Hause und von silbern klingendein KnÄ-erlachen in fröhlichen Zimtniern mrd dem glücklichen Lächeln stiller, sonniger Frauen.
Er
erregbar o _^ ^_ ___ .^
zu fürchten. Er"sitzt "vornüber gebeugt, daß ihn! die Flarnmen fast ms Gericht schlagen, und stoühlt mit dem Ende eines langen Stockes in der weißglühenden Asch', bis der Stab zrr brennen beginnt. ^
Aus einmal sagt er ganz langsam: „15 Tage" — nur dre beiden Worte. Und doch wissen wir anderen alles und seherr ihn an. Vor 15 Tagen Hai sich seine jrrnge Frau einer schveren Operation unterziehen müssest, und er hat seit der Zeit noch keine Nachricht ans der Hemmt erhalten — wir anderen auch rticht. Die Feldpost ist seit drei Wocheit Hnsgeblieben.
Ter alte Hauptmanu, der am tveitesten rechts sitzt, schiebt mit einem Fuß rurgeduldig ein sprüherrdes Scheit zurück, das herausgesprungen ist, und /uurrt etrvas, rvie: „Kriegstrauung". Tenn er ist Junggeselle und hat nicht viel übrig für „Sentimentalitäten". Wer dann sieht er, wie blaß der Helmut dasitzt, urtb schlägt ihnt gutmütig auf die Schulter: „Helmut, wenn die gute Nachricht da ist, brechen wir einer Flasche den Hals."
Ter andere nickt. Aber rnan merkt, daß er nur halb hinhörtz Wie geistesabwesend sitzt er da, bis er sich aus einmal austichbei Ein schwaches Rollen kornmt von der Straße her. Und plötzlich schwankt der groteske Schatten des hochbepackten Lebensmittel- ivagens in den Kreis. . ,, ' . _
Tie Leute sind aufgesprungen. Bier Säcke Post sür dre Kompanie werden abgeladen. — -
Mit fliegenden Fingern erbricht Helmut die Post. Brrese —- Päckchen — die er sofort wieder beiseite.wirst, bis er endlich an einem Briefe hängen bleibt und den Msender liest und ihn aufreißt — —
Totenblaß wird er. Und springt auf und stolpert über dre Holzscheite, die am Boden liegen. Sein Gesicht verzerrt sich und seine Augen sind die eines Irrsinnigen. —
Tisch das fiel mir erst später ein. An dein Abend haben wir alle nicht so sehr ans ihn geachtet. Ta war jeder zu sehr mtl sich selbst beschästigt.
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