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Lascke! Elend, Not, Deuerujng tzerrWeu. . Für, Zucker Md Kaff«, fremde Seide. Gewürze usw. MetchM sich die Gelder zu in ehr hindert Millionen in di.« fremden , Länder und dieses riehen unvennerllich den Geldmaingel herber. .Hierin gaben dre Nordameriktner schöne Beispiele. Um das Geld nicht für seum Leinwand usw. ander Land AU lassen, bauten sie Lein und Hanf, und.bezahlten.die gröbste davon gesponnen« Leinwand urrter sich einander ebenso teuer, tvie sonst die feinste ausläirdische Leinwand, dadurch ihre Gelder im eigenen Land« .erhaltend! Euch Deutsche müssen solche Beispiele der Vaterlandsliebe beleben, fürder bin nebst dem eigenen Zucker, auch den Kaffee, die Seide, Gewürze usw- selbst zu gewinnen; ich gebe Stoff und die Antveisung dazu."
Nun zählt Christian Baumann die Kräuter auf, die geeignet sind, die iremden Eindringlinge zu ersehen. ^ .
Zu einem inländifchert Kaffee, sagt er, lassen sich die Bur- gmtderrüben veriveirden, geivas,chur, würfelförmig klein gelchmtten,.' getrocknet, lind geröstet, vermahlt und zu Kaffee gekocht. Asus die nämliche Weise werdest auch die gelbnr Miben und Zichorien- wurzeln, ferner die Haber- und -skorzionemawurzeln und wilde Zichorien verwendet: sie sind ohnehin währe Gesundheitswurzeln. Viele wählen Sellerie, Pastinak und große Petersilieuwurzelu. zu ihrem Kaffee- andere sehen die in ihren Gärten gezogenen .Würzkräuter, Basilien, Thimian, Rosmarin, Majoran, Salbei, auch Bertram, die Schnittzwiebel und Wacholderbeeren bei...
Auch, die Stauden und Baumgewächse leisten das Qfrci'G« bei uns, was die Kaffeestaudear in Ost- und Westindien leisten. Ter hartholzige Weißdorn, die zahme Kastanie liefern einen vortrefflichen Kaffee, welcher von einigen jedem anderen Kaffee vorgezogen wird. In verschiedenen Ländern bereitet man auch entert Gesund- heitskaffer aus einem Pfund Sommerkorn, -einem! Mmd gs- rennelter Gerste und eine::: halben Pfund bitterer Marideln, welchem andere etwas Wacholderbeeren und .Hagebnttenkerne bei-
Tie aus frentden Welttülen beigebrachten Gewürze, heißt es im Naumann weiter, sind längst von den Aerzten als schädlich stnd giftig vettvvrfen. Sie sind allbereit auf einen unerträglvckM hohen.Preis gestiegen, daß sie bald nicht mehr zu bezahle:: Mid. Ta ans diese Weise alle Jahre erstaunlich^ Gelder außer Land gehen, ohne daß Aussichten zu ihrer Rückkehr seien, so ist es ganz billig, an Ersatz za denken. Tie eine wahre Würze ent-, haltenden, daher fremden Gewürzen vorzuziehenden Kräuter sind: der in den Gärten bekannte, bei Hochzeiten allgemein üblichö üiosmarm,. das aemeine Basilifftm chbivie die klein- und großblättrigen Basilien enthalten alle die stärkste Würzkraft von an- genehmstein Geruch und Geschmrack. Nach diesen hat der Thimian als Gewürz vor anderen den Vorzug.
Der Majoran ist eine der meist beßamrteir Würze für schweb-, uerne Wurste. Ebenso der gemeine und Wintersatnrey, das allgemein bekannte Pfefsorkrant. Wer für den J-ngwer eingenommenj ist, sammle Anfang des Frühlings die Wurzeln von den so- gnumnten Schlüfselblnmen und trockene die Mvascheneu.nach und, nach; .so wird er den'wahren Ingwer daran finden.. Das vornehmste Wurzelgewächs zur Würze sind in unseren Weltteilerr die am lvenigsten geachteten Beuediktesrrvnrzeln. Tie Wacholderbeere ist die gesündeste Würze für jedes Haus, täglich davon,einige Beeren nüchtern genommen und gekaut, bewahren gegen die giftige,Luft und Nebel. Den Weinessig fkam sich jede .Haushaltung mittels schwachen Kochens des ausgepreßten Trastbeusastes Herstellen, welcher hernach lantvarm int Geschirr ntit etwas Essig oder Essigmutter begossen und bei dem Ofen warm gehalten, in brauchbaren Essig übergehen wird.
Ms Teekräuber empfiehlt Christian Baumann die „Zitronenmelisse", das chinesische Teekrant, „so dermal in vielen Gärten vor- findttch ist und alle Jahre gleichjsau: wild von ausgefallenem Samen herwächst," die türkische oder Sommermelisse, die Salbet), die Betonten, die Gundelrebe oder Gundermann, die so häufig neben Zäunen und ans Aeckern tvie tu Gärten aus lockerer^ Erde wächst, jden Ehrenpreis, das Erdbeerkraul, die Blüten der Schlüsselblume usw.
So lehrt Christian Baumann Rückkehr zur Einfachheit, zur Sparsamkeit, die uns allen not tut nach diesem' so viele Werte zer- Wrenden Kriege. Vieles wäre :wch aus.diesem Buche anzuführen, das auch den Lein-, Hanf-- oder Flachsbau lehrt, den.Anbau von Pflanzen zur Gewinnung des Oels und der Farben; das Anlegen; von Obstwäldern, „wie sie sogar die Tartaren besitzen", und auf jeder Seite Anregung bietet. Am Schluß spricht der Verfasser über; die „gegenwärtige Teuerung", und wir glauben euren Bericht von 1918 zu lesen:
„Die bittersten Klagen von allen erschallen einzig über das schändliche Wachem aller Feldeigentümer geger: ihre Mbenmenschen. Mlein es verteuem ja schon die Einkaufenden selbst di« Waren; sie sprengen selbst alles höher, indem sie sich beinahe darum schlagen ober mehr bieten; aus Häbgierde treibt immer ein Teil.den anderen höher io'W Not. Andere Ursachen vvsr der Getreideteuerung sind:; 1. dermal stehenden Armeen, welche ans dem Bauern- und Ar- beittrstand ausgezogen, den Feldbai: um so viele Arbeiter berauben mußten; 3. die im Felde sowohl als tu Spttälerit gebliebene Mannschaft blieb auf eimg dem Ackerbau entzogen; 3. die mit neuer Mannschaft ergänzt«: Armeen blieben setther auch.dort demselben «wchyrnt; 4. die nachgÄvachsMMt Lmgest sind für d«t Pchtg
Mut Tiefackeru zu schwach, die mehrestert zu faul. , . Es entstehen zu viel Zehrende und tvenig Nährende. .
Wir körmer: es deuten wie wir wollen, und sagen, daß Christiast Baumann seiner Zeit um 115 Jahre vorgeeilt ist, oder daß wir um 115 Jahre Mrückgeschritten sind; nur zu sehr paßt aus den heutig«: Dag das Wort, das Christian Banman. seinem GchcUechtz zugerusen hat: „Grvßmüttge Teuffchp, Euch müssest solche Beispiele der Vaterlandsliebe belehren!" Es ist manches schon ge-, wußt und wieder vergesse:: ivvrden, und die Kenntnis vieler Geheimnisse ist uns verloren gegauge»:. Wir müssen wieder EhrfnE bekomm«: vor dem Wissest der Mten.
wie der Sar von Tobolsk nach Zekaterinburg gebracht wurde.
Die russische revolutionäre Presseperöf fent lichte dieser Tage den amtlichen Bericht, den der Kommissar J'akowlew über die Verbringung des Ex-Zaren hon Tobolsk nach Jekaterinbrtrg erstattet hat. Es ist ein merkwürdiges Aktenstück, das auch bei uns Interesse erregen dürfte. Kommissar Jaköwlew berichtet:
„Als alles ferttg :var, begab ich mich zu dem Ex-Zaren und sagte zu ihm: „Bürger Romairow, der Rat der Volkskommissare hat mtir bett Auftrag gegeben, Sie von Tobolsk nach Jekaterinburgj zu bringest. Tie Abreise ist auf rnorgen früh 4 Uhr festgesetzt.. Ich ersuche Sie, nur diese Zeit bereit zu sein." Nikolaus Romanow ftmibe sehr verwirrt und fragte, wohin man ihn führen wolle. Ich antwortete, daß die Stätte mir tm&eftmiit sei, und daß ich erst .unterwegs nähere Mitteilungen erhallen würde. Roinanow bedachte sich ein lvenig und sagte: „Ich gehe nicht von der Stelle!" In diesen: Augenblick kain Alexandra Fcodorowna (die Kaisern:), ins Zimmer. Als sie gehört hatte, wovon die Rede :var, brach sie aus: „Was wollen Sie nttt ihm tun? Wollen Sie ihn vor: ferner
g amilre trennen? Wie forat nvan so etwas machen? Er hat einen anken Sohn, nein, er kann nicht reisen, er muß bei uns bleiben." Hieraus antwortete ich, daß ich eine gerraue Vorschrift hätte, die ich.zu erfüllen verpflichtet sei. Von Trennung von seiner Familie sei keine Rede, da Nikolaus Romaitow mit der ganzen Familie fortgeschafft werden würde. Da die Reise mit großen Schwierig-. keiten verbunden war, war beschlossen Mrden, daß der krank? Alexe: bis.zum SvmMer in Tobolsk verbleiben solle. Romanow hörte, was gesagt wurde, aber so, als ob er nicht richtig verstaick», wovon die Rede lvar, und er wiederholte buckfftäblich Mexand-ra Feodorolmms Worte: „Ich habe einen kranken Sohn. Wie ist es möglich, mich von meiner Familie zu trermen! Ich kann nicht reisen!" Ich farch es überflüssig, mich uns irgendeüre Erörtern^ einzulasserr, und wiederholte jn aller Kürze, daß die LlLreist auf den nächsten Morgen 4 Uhr festgesetzt sei. Wexandra Fsada-, rowna rief mir nach: „Das ist zu grausam, ich glaube nicht, daß Si!s das tun!"
Romanoiv hielt darauf etwa 2Ve Stmrdesr lang Rat mit seiner Familie. .Tie Familie traf wechselnde -Entscheidung: zuerst, daß Nikolaus mit allen seinen Töchtern reisen und Alexandra Fes-, dorowna mit dem Sohne zccrückbleiben solltest irsw. ErMich wurde mitgeleilt, daß Nikolaus zusammen mit Alexandra Feodorowna, ihrer Tochter Maria und einigen Herren. der Begleitung reifen, würde, während die anderen Töchjer, Alexe: :md der Rest des Ge-. folges, zusammen 40 Personen, vorläufig zurückbleibeu sollten^ Am nächsten Morgen ging die Reise wirklich, vor sich, und zwar zunächst von Tobolsk bis Tjnnten, 250 Werst weit, mit gMßer Schnelligkeit unter achtntaligesn Gefährtlvechsel zu Wagen. „Es schien nicht, als ob die Reise Nikolaus Romanow ernrüdets. Er schien in: ganzen im Laufe des letzter: Jahres gut zu Kräften gekommen zu seist. Er hatte viel in der freien Luft gearbettet, Brennholz gehackt, in: Garten gegraben, kurz, sich vollkommen wohl befunden; seine Gesichtsfarbe war denn auch gefuStd tutb frisch. Dagegen schien die Reise Alexandra Feodorowna sehr zu erschöpf«-::. Von Tjumen ging die Reise mit der Eisenbahn weiter. Romastöwj fühlte sich im ribrigen während der Reise ganz behaglich, insofern es wesentlich drei Fragen itmren, die ihn beschäftigten: seine Familie, das Wetter und das Essen. Er ist seiner Familie sehr ergeben und hat große Zärtlichkeit für sie. Er sprach weder über Politik noch über den Krieg, und politische Fragen schienen ihn offenbar nicht zu interessieren. Mle seine Gedanken waren von Familiestastgelegenheites: ist Anspruch geitontmen. Nur einmal ging die Unterhaltung über die gewöhnlich,en -Grenzen hinaus. Wir kamen an einer Kirche vorbei und Nikolaus schlug ein Kreuz. Daraus sagte er zu mir irgendetwas über Religion. Ich antivörtete, daß ich zwar selbst nicht religiös sei, aber jeden: überließe zu glauben, was er 'wollte. Er brach aus: „Ich! bin derselben Meinung, ich bin auch; für völlige Gewissensfreiheit." Ich blickte, auf, ihn, ohne verstehe:: zu können, ob das Spaß war, aber sein Gesicht hatte einen vollständig aufrichtigen Ausdruck, so daß keine Rede von irgendeinem Hintergedanken sein konnte. Im ganzen eutpfing ich aus der Reise einen starken Eindruck von der phänomenalen Beschränktheit des M-annes. .
Mit Alexandra Feodorowsm hingegen ist es eme ganz andere Sache. Sie ist in hohem Grade stolz und listig und hat großen Mufluß 'auf ehren Mann. Tie ganze Zeit unterivegs hielt sie sich allein, ohne ihr Abteil zu verlassen. Sie lehnte jede Austnecksanu- keit von unserer Seite in hem .Grape, ab,, daß es cuts .Ssuderbave


