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nebenarr, kleidet sich Aus, um sich durch ein küUes Bad zu ev-f frischen. Und dies« Errungenschaft der Technik, das Badeabteil im V-Hng, empfindet er im Gegensatz zum Zug-Fernsprecher durchaus als etwas Angenehmes)
Der „C hampagne - Kamer a W* bringt in seiner NmnMer vom 2.Juni 1918 folgendes Gedicht von Leutnant Werner Bock- Gießen:
Vor dem Angriff.
Ich will ein.letztes Mal noch singen.
Bevor die Schlacht den Mund mir schloßt.
Das Schicksal breitet seine Schwingen Auch über mich, den es verdrießt,
Tie Feder mit dem Schwert zu tauschen i So tone, Herz, ich will dür lauschen!
Kaurpf war dein Med M allen Zeiten,
Nun Mudcrst du vor diesem Krieg?
Tu zogst so oft hinaus zun: Streiten Und zwangst dir blutend manchen Sieg.
Wo ist die Glut, die in dir lohte,
Erlischt sie zitternd vor dem Tode?
Dich Hat in deircen tiefsten Stiurden Ter Strom der.Ewigkeit durchbebt.
Tu hast tiesinnerst -oft empfunden,
Was uns ins Reich der Sterne hebt:
Tie Trommel schlägt, die Fahnen tvehen:
Wirst du die Probe treu bestehen?
Zu fternd ist dir der Lärm der Schlachtzm,
Tu kämpftest stets.für dich allein.
Und doch war dein geheimstes Trachten,
Dich eitler Kette einMveih'n:
Wie du auch spähtest in die Weibe,
Kein Kämpfer trat an Heine Seite?
Und heute? Tauserrd Männer breiten Die Bruderarme aus nach dir.
Sie Ivvllen alle mit dir streiten.
Und was sieMhrt, ist dein Panier:
Sich einem Ganzen hinzu geben.
Dafür M sterben, um M leben!
Da b-richt mit Dtacht aus tiefstern Gvunde Der Sang, auf den du stets geharrt So lächelt die ersehlrte Stunde,
Tie nml auch dir beschießen ward:
Was du im Lied so oft verheißen.
Mit deinem Mitte zu beioeisen!
- Büchertifch.
—- S. M. S. „Wolf". Von: Komnmndanten Fregatten' kckpitän Nerger. (Verlag August Scherl G. m. b. H., Berlin, Preis 2 Mark.) — Nun liegt das mit so berechtigter Spannung erwartete Buch des Kommandanten von S. M. S. „Wolf" vor. Ein stattlicher Band von 160 .Textseiteir, denen noch 73 Bilder nach photographischen Aufnahmen beigefügt find. Daß der „Wolf" seine schwierige.Ausgabe, auf den fernsten Weltineeren durch Minenlegen nrtb .Versenken die feindliche Scksiffahrt zu lähmen rmdi M schädigen, .aufs prachtvollste gelöst hat, ist lÄrgst bekannt,' dies. 'Buch soll nun die Neugierde auf das „Wie" befriedigen. Mit stolzer Freude begftmt man zu lesen w ist am SchLnsse fast erstamrt, wie einfach das alles klingt, was wir mit Riecht als beispiellose Leistung bewundern. „Wir haben Glück gehabt," sagt Fregattenkapitän Nerger bescheiden und will damit alles Lob von sich abw-ehren; kommt er aber' auf seine Leute zu sprechen, so ist ihm selbst kein Wort .des Lobes zu viel. Gewiß wsir, es ein Glück, daß die Feinde den schwerfälligen „Wolf", der: wohl zupacken, aber nicht rennen konnte, niemals zu Gesicht be-. fhmmen haben, doch ist dieses Glück der wohlverdiente Lohn nftnmer- nüder Wachfanlkeit und hingekendster^ Pflichttreue aller, vom Konv- Mandanten bis zuM letzter: Marm. So packend auch die Tatsachen hes Buches an sich find, so liegt fetrr größter Reiz vielleicht doch darin, daß es bei aller Schlichtheit der Darstellung so ganz durchleuchtet ist von deutschem Gemiir und behaglichen: Humor. Ti« Erzählung von der Weiner: „Bordplage" Anita, den: Liebling der gesamten „Wols"-Besatz:rng, sowie die drolligen Geschichten Von chen vielen Tackeln und Katzen, von Fips dem Affen, und, Jumbo, ..dem Wildschwein, zeigen diese echt deutsche, fröhliche Herzenswärme aufs beste. Daneben wirkt dann die Schilderung des fürchterlichen Orkans, in dem die tvackeren „Wolf"-Leute bis zum letzten um ihr Leben pumpen .und arbeiten nrüfsen, um so ergreifender. Natürlich fehlerr auch die .Beweise unseres? „Barbarentums" nicht: die Mannschaft verzichtet freiwillig zu- grmsten der kranken Feinde auf der: langembehrterr Genuß frischer:
Kartoffeln, und die Leute opfern, auf der rvinterlichen HemrfahrL rhre eigenen warmer: Sachen für die nur mit Trvpenzeug versehenM Gefangen«:. Diese lebensvolle Innerlichkeit mib Wärme kr Das« stellnng macht das „Wvlf"-Buch zr: einen: rechten deutschen Hausbuch, das in jeder Familie ein dauerndes Heimreckst finden wird.
_ ,— Ein Schau spielerleben, von Alois WohlmuH. Verlag Parcns u. Go., München. Ungeschminkte SelöstschiLe». ruugen rremrt der Verfasser die Niederschüft feiner ErlcÄniff«. Ungeschminkt sind sie tatsächlich Einstich und schlicht erzählt feer kgl. bayrische Hvfschauspieler hier seinen Werdegang, sein Ringen um die Kwrst, die ihm von frühestem Kindertagen an alles be
deutete. Man staunt, wenn man liest, wie weder die größten K_
Lehrungen in der J:rp«ch rwch die wrausbleiblichsr: Cnttünschungeft der: Künstler ernstlich hemmten. DaS Genie brach sich Bahn. WvhL». muths Aufzeichnungen sind charakteristisch für einen Meister der 'Schauspielkunst!, der unbeirrt seinen Weg verfolgte.
...~ Patro u ille Schi ersta>edt. SelbsterlebteL aus fraw zosischer Gefangenschaft. Berlin S 42, Otto Elsner, Verlags- gesellschast m. b. M W2 Seiten fntit Bild und farbigem UmschLag. Preis 1.50 Mark.
Greßener Harrsfrauett-Berein. Kochanweisuugen.
' Fälsche Hühner suppe. Man löse in etwa 1 Liter Wchendem SJkiffer 3 Maggiwürfel auf, vergmrle in einer Tasse Milch 3 Eßlöffel.MeU, tue es dazu, ebenftüls sehr reickstich ge- lviegte Petersilie, nach Beliebet: auch Schnittlauch, lasse alles tüchtig durchLochm und ziehe die Suppe dann miitü 1 Eidotter ab. Die Supp« gewinnt an Wohlgeschnmck, wenn man beim Anrichten ein Stückcherr Butter hinz-ilgibt. w
Gefüllte Ka r tv ff el b äll«. Für dieses wohlschmeckende Und sättigende Gericht kommen hauptsächlich nur Reste in Betracht. Man nehme recht steifes Kartoffelmus, gebe etwas weißen Käse daran inst» forme von dieser 'Masse eigvoße Bällchen. Von Fleffch- resten bereite mm: eine recht schöne Farce und füll« damit bw Kartoffelbällchen, indem man sie mit einem Löffrlchen anshöW, Farce hineiirtnt und di« Oessuulrg mit. dem entnommenen Mus wieder zudeckt, ^dann platt drückt, toie Bouletten. Hierauf dreht man sie ft: Ei (es genügt auch Eiweiß) um, wMt sie in geriebener) Semmel und bäckt sie in heißem Fett schön goldgelb. Irgend ein Salat dazu vervollständigt Pas Gericht. Statt der Fleischfcrree kann man mich mit Erfolg Wurst- nrrd Gom'üserestchen verwenden Kriegskirschen Peter. Man gueklt etiva 200 Gramm Grütze oder genmhlcne Graupen in der Kochkiste ziemlich dick ans. Ein Eßlöffel Butter wird mit zwei Eigelb intd ein paar Löffel Zucker schaumig gerührt, lueiui möglich etwas gestoßener Zimt Und Nelke rnia-esü^l Morr wbt it«-> «»vtlntttelle vu1*ki- fw«»
Kirsche». Die Masse.wird in eine ausgr'stricheue Tortenform gefüllt und ein« Stunde gebacken.
Verwendung von Brotresten und Krümel. In größeren Harrshaltungen geht oft eine Mmge Brot durch die Krümckt verlöre!:, die sich beim Schneiden abtösen und incht gesammelt werden. Diese Krümel sind ein vorzügliches Bindemittel. Man hebe sie sorgfältig ii: einem nur hierzu bestimmten Gesäß auf nutz sie gelegentlich verroeuden >zr, können. Besonders zur Berertung von Obstsuppe:: ist üBrot sehr zu empfehlen, da man dadurch Zucker spart. Die Zubereitung solcher Suppen ist folgende: Man setzt dabetreffende Obst, gleichzeitig mit dem nörigm Quantum KrümÄ auf, läßt es weich kochen, gtrcicht die Suppe durch ein Sieb und schnreckt sie ime üblich ab. Hat das Obst eine längere Kochzeit, fügt man die Krürnel erst später hinzu. Wer über Brotkrusten verfügt, imnche diese ei:: paar Stund«: vorher in Wasser ein, koche sie dann mit dem Obst! weich und streiche die Srrppe durch. Die Brob- krümel Birnen ebenfalls bei den Merkaltschaler: an Stelle de- tencen Auslandsziviebacks Veriveirdet tverden, ebenso kann man di« gekochten Biersuppen damit binden.
Lindenblütentrank. Gin schwacher Tee vor: Lrrwen- blüterr, ettvas gesüßt, mit ein wenig kristallisierter Zitronensäure (dtz der Apotheke erlOltlich), gekühlt, ergibt eine erftiscyende Limonadck.
B
Homogramm.
B B g 1. Schmuck.
8 W N 3. Geistliche Würde.
« L A W W 3( Männlicher Vorname.
Die Buchstaben A A A A, B, K E, N N N N, 0, E, T T, Z Z sind nach dem Muster obiger Figur derart zu ordnen, daß dt« drei wagrechten Reihen gleichlautend mit den drei senkrechten find und Wörter von der beigefugten Bedeutung ergsßen.
(Auflösung in nächster Nummer.) ^
Auflösung des Tauschräisels in voriger Nummer.
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
TÄristleituna: W. Aleyer. — Zwillingsrunddruck der Br8hl'schen Unio.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


