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ftRtzen Dach sv'n jranlichet Wetter sind. Sieht ft aus, als eft die Sonne vaschlaftn hätte." Er gähnte.

Doch der andere hielt ihn fest.

Obermaat,, siehgst dn da ob-'n Fliag'n?'

'Mensch mach reene Zicken. Mir is nich! danach!"

NLrr aa net! Aba des da ob?n is a englischer Flieger!"

Wainwi?'

Er ängte scharf in der aingedenteten Richtung. Dann weinte er:

Ja, das istti Doppeldecker. Obs 'n englischer oder eener vor: uns is, weeß rck nich."

Mei Liaba, i bin an olta Wildschütz. siech an Gams bock af tausend Meter an, ob er an scheen' Bart hat oder net. lln da ob'n siech i nir von an eisern' Kreuz."

Auch die Wache hatte den Flieger bemerkt. Durch das Fernglas wurde festgestellt, daß an der unteren Tragfläche oeS Flugzeuges der Union Jack angebracht war. Das Leben erwachte sogleich an Bord. jEndlich einrnal eine Unter- brechung der Eintönigkeit! Man war dem England^: fast daüwar. Die Ballonabwehrkanone wurde schußfertig ge­wacht. Der Leutnant zur See Kellner, der die kleine Ab­teilung befehligte, murrte zwischen den Zähnen:

Blödsinnige Bande, s>> am frühen Morgen da rnmzu- gondeln!"

Und der Maat fragte hitzig:

Wettst, daß i 'n triff'?'

Und richtig, der dritte Schutz streifte den grauen Vogel. Wer ehe noch der Leutnant den Befehl zum vierten geben konnte, verwunderte sich der Bayer hörbar:

Ja, was war denn etz dös? winka ja mit'n Sack- tüchel un etz Werft s' goar Weiße Zetteln abi. Heilige Marandjosef, da springt oaner runter, jessas naa, un etz der ander, und siehgst as do, etz brennt des ganze Mump mit­samt 'n Union Jack."

Na," brummte der Obermaat,det war oach hechste Zeit. Stand schon oberfaul, de Krste. Slolln se verlekcht Warten, bis det killekille an. de Fußsohlen macht."

Ein Boot wurde zu Wasser gelassen .Der Seegang War ruhig.

Ma könna s' dv net versaufe lass'n, tvenn's aa Eng- lünda san." >-

Der Marinestabsarzt Dr. Festersen war nicht gerade entzückt, als man ihm die beibeit englischen Flieger brachte, i^ert ihm die Engländer seinen einzigen Bruder erschossen, hegte er einen tiefen Groll gegen die ganze Nation. Er ver­abscheute die englische Kriegftihrung, und er müßte kein Sohn der Wasserkante gewesen sein, wenn ihm nicht von Kindes­beinen an ein gewisser Abscheu gegen das Krämervolk jen­seits des großen Teiches eingeimpft worden wäre.

Mürrisch sah er hie beiden Gefangenen an, die das Be­wußtsein noch nicht wieder erlangt hatten.

So ein kaltes Bad schadet den Burschen nichts! Maat, wachen Sie eine Kammer mit zwei Betten für die Kerle frei. Schließlich sind es auch Menschen, und dafür, daß sie uns nichts mehr anhaben können, wird gesorgt werden."

i Während er das sagte, hatte er sich über den jüngeren der beiden gebeugt. Er prallte erschrocken zurück.

Dunnerb'fttchen, das ist ja gar kein Mann!"

Die Seeleute grinsten einander verlegen an, und der Bayer murmelte halblaut:

Siehgst as do, etz schicken s' uns de Suffragetten aa no Lbern Hals. Etz is g'fehlt!"

Und einer der Matrosen stieß ihn in die Seite.

Dat schall woll 'n sötet Mäken sünn."

Der Arzt hatte seine Untersuchung beendet.

So, und nun die .nassen Kleider vom Leib! Dann hin­über in die Kammer! Und holen Sie mir Decken und Bett- ftücke, soviel Sie auftreiben können! Nach solchem Bad ist eine richtige Schwitzkur das allerbeste."

Die beiden bewußtlosen Flieder wurden in die Kammer getrauen. Doch der Maat kratzte sich «verlegen den Hinterkopf.

Was haben Sie denn, Osterhnber?' herrschte ihn der Schiffsarzt an. <

,Ha, so Hab ichs goar net g'moant," stammelte der Kfamm in oa Zimmer legfn könna." \

Dr. Festersen lachte.

Sie denken sehr sittlich, Osterhnber. Aber ich meine, da die beiden in einem Flugzeug in der Luft herutw- kutschieren und gemeinsam ein Bad nehmen konnten, werden sie zusammen m einem Zimmer schwitzen können. Für Damenbesuche sind wir leider auf Seiner Majestät Marine

noch nicht eingerichtet. Wir werden so viel Kissen nn8 Decken zu allem Uebersluß drauf packen, daß sich die Ge­fangenen kaum rühren können. Damit dürsten auch Ihre sittnchen Bedenken zur Rühe kommen."

Ja, so Hab ichs ja goar net g'moant, stammelte der Bayer.

Schon gut, schon gut!" schnitt der Stabsarzt die weitere Erörterung ab.Wegtreten!"

Sie verliehen die kleine Kammer, und der Arzt be­fahl noch:

Me Papiere, die die Gefangenen mit sich führen, bringen Sie zum Herrn Kapitänleutnant! Dort treffen Sie auch mich, wenn 'im Zustand der Gefangenen eine Ver­schlechterung eintreten sollte. Alle zwanzig Minuten sehen Sie, Maat, mit einem Obermatrosen einmal nach dem rechten. Oeffnen Sie mir aber die Tür leise. Denn die Leute brauchen Schlaf. Sollten sie aufwachen, so erhalten sie eine Tasse reichlich gezuckerten heißen Tee und etwas Schiffs­zwieback. Aeußern sie Hunger, so können sie aus der Küche etwas Haferschleimsuppe oder Fleischbrühe erhalten, auch Brotsuppe im Notfall, aber nicht rohes Brot. Gehen Sie vorsichtig mit den Gefangenen um! Ich möchte nicht, daß es von der deutschen Marine heißt, wir hätten unsere Ge­fangenen schlecht behcnlüelt. Was jenen recht war, soll uns Deutschen noch lange nicht billig sein, 'n Morgen!"

Der Kapitänleutnant nahm den Bericht über ben Ge­sundheitszustand der Gefangenen teilnahmslos entgegen!. Er beschäftigte sich in der Achterkajüte gemeinsam mit dent Oberleutnant zur See damit, die Papiere ourchzusehen, und fast gleichzeitig entrang es sich ihrem Munde:

Das sind ja Deutsche! Landsleute haben wir dn auf- gefischt!"

Dann sahen sie sich eine Weile sprachlos an. Der Kapi­tänleutnant fand zuerst eine halbwegs vernünftig scheinende Erklärung:

Dieser Hauptmann Kersten wird in einem englischen Gefangenenlager gewesen, von der kaunl verdächtigen Baltin Marianne yon Roggenhusen befreit worden und dann ge­meinsam mit ihr auf einem englischen Flugzeug geflohen sein."

Der Stabsarzt aber hielt die Geschichte immerhin für rätselhaft; doch ein Verhör sei jetzt nicht rätlich und oey Gesundheit der beiden in jedem Falle abträglich. Im selben Augenblick ward er abgernfen.

Hat sich der Zustand verschlimmert?" fragte er besorgt.

Nein! Wollte Herrn Stabsarzt nur gehorsamst melden: Me Gefangenen sind aufgewacht und sprechen deutsch."

Uno wie ein Flugfeuer verbreitete es sich auf dem ganzen Schiff: Die gefangenen Engländer sind entflohene Deutsche.

Nur der Obermaat war nicht zufrieden. Nachdem er ab­gelöst worden war, stellte er im Mannschastsraum den Sohn des Gebirges also zur Rede:

Na, siebte, Mensch, det nennst du nun wieder 'n Er­eignis. Vier Tage sin wa hier draußen jelegen und Ham je­lauert uffn Engländer. Am letzten Tag komm 'n englisches Flugzeug. Wir schießfn fürn Blauen in de Lust, fischen de Insassen uff und, wat sin se: Deuffche! Nee, weeßte, wenn ick Skat dresche, det 's, weeß Jott, uffrejender als euer Krieg hier.. Ick melde mir an 'n Posten, wo's nich so dämlich zujeht . . . Hahaha, Weiber schießen se runter, Weiber! ! ! !"

Der gutmütige Bayer räkelte sich in seiner Koje daneben.

Woaßt, wannst ra Preiß net waarst, taat i sag'n: Halt's Bläu . . . aba du bist halt a Preiß!" Und dann schnarchten beide um die Wette.-f!i'

In der kleinen Kammer aber war inzwischen der Haupt­mann zum Leben erwacht. Er schlug die Augen auf und sah eine hölzerne, niedrige Decke. Er wollte sich auftichten; aber er vermochte es nicht. Hatte er seine Glieder gebrochen? War er gelähmt? Wo war er? Was war mit ihm geschehen? Allmählich dämmerte es in seiner Besinnung. Er war aus England geflohen. Ja, richtig, mit. . . Marianne. Sie hatte geschlafen, und er war in die Nacht hinausgesteuert, dem Morgen, ihrern Morgen entgegen. O, er entsann sich sehr wohl. Wie plötzlich, weit, lveit vorne ein gelber Streifen aufgetaucht, als stünde der Horizont in Flämmen, und wie der gelbe Streifen höher und höher gestiegen, sich rot gefärbt und plötzlich die Sonne in all ähr er Pracht aufgegangen war. Er hatte Marianne geweckt.

Sehen Sie nur- Baroneß, in Deutschland begrünt