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Die lichtscheue Dame.
Bon Professor Max Meijger, Lübeck.
Aus Paris kommt die Nachricht, daß der vielgeleseue Rourar«- schnftsteller Georges Ohrret starb. Ei.ves seiner neueren Werke war der Roman „Die lichtscheue Dame", der tm 1 Jahre 1.900
erschien.
Wir hätten keine Beranlafsung, heute diese „lichtscheue Dan«e" iwch einmal mit dem ScheNOverstr der Oefsentlichkeit zu bestrahlen, wenn das Buch nicht einige für die heutige Zeit recht iverwolN Bekenntnisse und Enthüllungen des damaligen französischen E«n-p- finL«öns und Denkens enthielte.
Den Kernchnnkt des Romans bildet die iomtderbare Erfindung eines französischen Derrersls. Es handelt sich um einen neuert Sprengstoff dorr ungeheuerlicher, nicht mrszudenkender Wirkungs-- fmft. Das' erste Kapitel spielt im Kriegsministerimn'. Das Haus des Generals ist in die Lust geflogen und der General mit ihm. Dmch die ifikvvrfi-Mgkeit eines unheimlichen, geheinlnisvollen Verbrechers, der. sich in den Besitz des Sprengstoffes und des Rezeptes z-u seiner Herstellung fetzen wollte.
lieber den Sprerrgstoff berichtet der Vortragende Oberst bem Knegsminifter:
„Rehmen Sie die hundertfa che Wirku »r g des Pulvers au, womit wir unsere Granaten laden, bann mag etwa die Sprei'gfrast 'herauskvmmen, die bem! im Laboratorium des Generals entdeckten Zündsioffen imreroohnte."
Und der Kriegsminister erimrert sich:
,/Ta, ja . . . Er tvar einer Entdeck!!ng aus Sec Spur, die imseren Geschützen eine derartige Ueberlegeiiheit^ gesichert hatte, daß unsere militärischen Stellungen fast un-angreifbar zu nennen sein würden."
An anderer Stelle ersahuM lvir, daß mit dem neuen Pulver schon Versuche a« «gestellt rvaren: „Panzerplatten von
Siemens-Stahl 0,30 Stärke wurden durchlöchert wie Papier." (!!) _
Nicht nur für Kriegszwecke sollte das Sprengmittel Berioenduug finden, sondern auch zur Kvasterzeugung überhaupt. Kriegsschiffe sollten keine KoUen mehr Meppen müssen und dafür um so mehr Geschütze und Bemarmirng mitführen können, die Lokomotiven sollten um den Tender erleichtert «Verden, die Entdeckung sollte die ganze froMösische Industrie umc^estatten.
Bei dem Werbvechen, der«« der General und sein Haus Ätmii Opfer fielen, hatte eine Frau die Hand ün Spiele, eine „wnuoep« schöne Polin". „Seit einem Jahrhundert sind alle Intrigen auswärtiger Politik bei uns durch Frauen geleitet morde n", bekennt ein Franzose an anderer
Ter Oberst ans dem Krie-gsmüsisteriM«' erklärt dem Unter- fuchnngsrichcher, daß Deutschland und Oesterreich nach den Eruüttlmrgen des Kriegsueinisterimns an dem Bersuch, sich der Erfindung zn bemächtigen, nicht beteiligt seien. „Ule unsere ^Gewährsmänner find einig in diesein Punkte. Sei! der letzten SpiMageepisode haben die verbündeten Riegierungen ihrer«. Agenten die gröUe Zirrückhalriirrg auserlegt. Wenn überhaupt die Politik hineinspielt, so kann der Versuch nur auf englische Rechnung gemacht «norden sein. Es ist Ihnen «voW bekannt, daß die Engländer sehr veraltetes Geschr'ltzrrmterial haben und sie nun alles aufbielen, zeitgemäße Ausrüstung zu schaHsn. Da es dieser« Krärrierseelenj viel näher liegt, Erfindnngeu. zu ka««fen, als zu nmcher«, scheint es nicht unmöglich, daß der Auftrag vor« dort aus ging. Selbst- verständlich 'würden sie die Mittel, deren man sich bedient hat, mit Entrüstung verleugnen, -der Schein gilt ja dort alles. Mdn kann so schlecht sein, als man will, \mtn man nur äußerlich ehrbar cmftritt: sie rwnneu das Anstand, «vir Heuchelei . .
Hier wollen wir aufhören!
Dieses Bekerrnttris, das George Ohnet, der beriihnrte Ronmrp dichter, — sicher aus dem Herzen seiner ganzen Nation heraus —. abgelegt hat, liest sich heute mit besonderen Geftihlen. Also so hat Frankreich damals schon die 'heutigen „touajngebenderfl und „beherrschenden" „Freunds eingeschätzt!
Büchertisch.
N.L.C. 5p. Kalkofss Historischer Wahlatlas der deutschen Parlament«. Bon einem großen, bisher einzig dastehenden Werk liegt der erste Teil abgeschlossen vor. Es handelt 'sich imr euren, historischen. Wählattas der deutschen Parlankenle> graphische Darstellungen der Parteien in den Parlamenten des Deutschen Reiches, bearbeitet U««d hecarcs gegeben von General-
Preußische Ab geordneten Hans 1863—1918, Tafel 1 und 2 werden die Darstellung des Deutschen Reichstages bringen, gesondert nach Preußen den. übrigen deutschen Bundesstaaten. Der Preis der Preußen-Tafel beträgt 4 Mark. Die graphische DarsteWung ist Werfichtlich in Wandallasform zusammen gestellt, so daß man sie bequem als Wandtafel anbringen und vor Augen haben kann. Sie enthält in vier Reihen die preußischen Provinzen und g«bt in der
letzten Abteilung eine FarbeneMäKwg. Jede einzelne Pmckei, die im Laufe der Jahre in«. Preußische«« WgeordnetenHause auh- getvsten ist, hat ein besonderes Farbenzeichen. Dieses Zeichsr ist in die einzelner!. Jahrestafeln, die, fortlaufend nach ProvirrM» geordnet vom Jahve 1866 bis zur letzten Session 1918/18 <m- einandergeveiht sind, emgstvaMn, so daß man sofort vvrr jedfl» Wahlkreis und in größerem ZusanmMyang von jeder Provirp» sein >außevo-rdentlich arrschaickiches Bild der Vertretung vor AatzM bot die dem Wahlkreis im Abgeordneten haus zuteil gÄvarEm? «st. Man übersieht sofort das Vorherrschen dieser ober sener Pmcks in dieser oder jener Provinz und hat auf den ersten Mick eiwÄ Begriff von der Entwicklung und beni Bestand der eiuzcLwM Parteien. Das Bild wird dadurch vervollständigt, daß jddes em- zelne Faröentäselchen in schwarzem Aufdruck den dtamen des Ad- gsordneterr trägt, der den betreffenden Kreis vertritt. Es ist 8|p jedem, der die graphische Tafel vor Augen hat, ein leichtes, für jefce Legislaturperiode und für jeden beliebige-« Kreis den M» geovM'wten und die Partei feftznftelkerr, in deren Besitz der kreis war. So ergibt sich neben der «llgenreiuen pLastycbrq Anschaulichkeit in- großen auch die Möglichkeit, im einzelnen jwM Kreis -auf Karteizugehörigleit und Abgeordneten zu verfolgen.
— Bomben ; liegen. Lu stabe nt euerlichp Geschichte««. Bart Marti«« Lau«pe l. 3 Mark. Berlin, Verlag von August Re her. — Eil« köstliches Buch! Martin Lampeß em jmrger Flb^er- offizier vom Bombengeschwader, ist ein flotter Erzülster. S«st«e Skizzen attNA« Leben und WirllichSeit.
— Der Völkerkrieg. Eine reich illustrierte ChronN der Ereignisse feit bem 1. Juli 1914. Herausgegeben von Dr C. H. Baer, Verlag von Julius Hofsiuann, Stuttgart. Heft 1163 u««d 164, Preis je 40 Psermig. — Daß die Kriegführuug der Engländer in mw.reher Hinsicht auffallende Besonderhettsn «mf- weist, ist im Laufe des gegenlvärtigen Weltkrieges mehr als zu Tage getreten. Diese liegen in der befv-nderer« Volks Kultur mw in dei« dormrs hmworgegangenen politischen nissen 'der Engländer. Bei den kleineren, ganz selbstLndigen Ms» nehmungen ist ihre charakteristische Kriegsarl stärker zum AdS- druck gekomnten, ««« erster Linie bei jer«e«r Expeditione«« im Dt»8Kt, die sich jetzt an U«i«fang und Bedeutmrg iu«imer iveiter auswack-rÄp Vor« diesen en khalttn die neuesten Hefte 163, 164 Hes^ „Völker frriqp ein« so eürgeheNde und gerade die irrteresstArten Seiten bervsr- kehrende Darsi!ell««ttg, wie sie diesem sonst als etwas ««ebemächfich angesehene«« Teil des großen Krieges andersiM km«««« gegönnt \ex&>
Gie^errer Hausfranen-Berein. Kochanweifungen.
Zuckerkuche««. 1 Ei, 1 Tasse Zucker, 1 Tasse Milch. 8 Tassen Ätzeh!, 1 Backchrlver. Eigelb mit Zucker verrühren, das Uebrige hrnzufügen «i««d in einer Spnngform 20 Mkruterr backen, Hiiermls tvird der Kuchen aus dein Ofen genontmen, nrit dem leW zersichlagerren Eiweiß bestriche««, mit Bntterflöckchen beleal., e&t Handvoll Zucker darüber gestreut und uochmals etwa 20 Mmute»! gebacker:.
B u t t e r st r e cker. 30 Graimnt Butter, Y* Pfund weiße rr-eu, geriebene Zwiebel««. Die Bu.rter roird mit den ZwiLDÄr« Kd- bräunt, die abgekochte««^ durchgestrichenen Boh««e«r gut damit taOM rührt u»«d das nötige Salz, hrnzargefügt.
Birnen- oder P s l a u m e u s u p p e. Vier Zehr«tel Mr. getrocknete Bir««en ^ oder Pflauiner«, .2 Liter Magermilch Granrin Mehl, 1 Ei oder Ei-Cwsatz, elwas Salz ««uv Zucker Geschmack. Das Obst «vird i«r einer genügerrden Menge W enigewei cht urck am svlaerchen Tage t>ari.n abgekochjt. Aus dem M« den« Ei und der Milch .bereitet ««An Klöße u««d legt sie n« die kocha Suppe. Sind die Klöße gar, so Wird en« Eßlöffel Mehl mit fcs? Milch verrührt und das Ganze M«n Kocher« gebracht. Satz. Zucker wird nach Geschn«ack hinzu gefügt.
Homvgramn!.
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Weltstadt.
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2.
Temperatur.
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3.
Metall,
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Die Buchstaben A, E E E, FF, II, N N, 0, P P, 1 » 8 8 8 8, TT sind nach dem Muster obiger Frgrrr derart zu ord» nen, daß di« drei wagerechte«« Ngihen gleichlautend mit den senkrechten sind und Wörter von der beigefugten Bede««tung biKs«. (Auslösung in nächster Sttrmmer.)
A«iflösur«g des Sllbenversteckrä'tsels in voriger Nirmmer.
Die Nacht ist keines Menschen Frer«««d.
Schristleitung: W. Meyer. — Zrvillingsrmrddruck der BrLhl'ichsn Nnw.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Ofleßm.


